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Internationale Wettbewebsfähigkeit trotz Klimaschutzmaßnahmen deutscher Firmen

Donnerstag 15. April 2010 von birdfish



Ohne die Wirtschaft wird der CO2-Ausstoß nicht ausreichend gesenkt werden können.

Die Industrie muss sich am Klimaschutz beteiligen
Die Industrie muss sich ausreichend am Klimaschutz beteiligen – (c) Klaus Steves / Pixelio

In dieser Woche präsentierten die European School of Management and Technology (ESMT – staatlich anerkannte private wissenschaftliche Hochschule mit Sitz in Berlin), der World Wide Fund For Nature (WWF) und die Initiative “Wirtschaft für Klimaschutz” des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) ihre Empfehlungen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen beim ‘ESMT Climate Lunch’.

Innovative Lösungen bedeuten eine große Chance für Deutschland. Die Stabilität der Rahmenbedingungen und die Geschwindigkeit seien dabei essentiell für den Erfolg. Darin waren sich Christoph Burger von der ESMT, Regine Günther, Leiterin Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland und Dr. Carsten Rolle, Leiter der Abteilung Energie und Rohstoffe beim BDI, einig. Bei ihren Empfehlungen, den Klimawandel wirksam zu begrenzen setzten die Experten jedoch unterschiedliche Akzente.

“Deutsche Energieversorgungsunternehmen fokussieren sich momentan vor allem auf die Themen Effizienz und Erneuerbare Energien. Dabei müssen Sie aufpassen, dass sie nicht den Anschluss bei den Themen Smart Grid und E-Mobility und somit Chancen in künftigen Energiemärkten verpassen”, sagte Christoph Burger. Der Energie-Experte von der ESMT wies anhand seiner Analyse der Geschäftsberichte 16 europäischer Energieversorgungsunternehmen nach, dass deutsche Energieversorger hinsichtlich ihrer Klima- und R&D-Performance europaweit nicht schlecht aufgestellt seien. Im internationalen Vergleich, z.B. mit den asiatischen Ländern, reiche dies aber noch nicht aus. Da sich für die Innovationsschwerpunkte Smart Grid, E-Mobility, Energieeffizienz und Renewables unterschiedliche Transformationspfade abzeichnen, sollte zudem Art die Förderung dieser Technologien je nach Transformationspfad hinterfragt werden.

Regine Günther drängte vor allem auf eine schnelle Etablierung der notwendigen Strukturen. Investitionen müssten jetzt getätigt werden, um auch langfristig greifen zu können und den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken. “Eine Minderung der Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020 und um 95% bis 2050 ist notwendig und zu überschaubaren Kosten von 0,3 bis 0,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes machbar”, unterstrich die Leiterin Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF. Um die Reduktionsziele zu erreichen müssten alle Sektoren von Industrie über Energieversorger bis zu Verkehr einbezogen werden. Je früher mit der Reduktion begonnen wird, umso kostengünstiger sei es für die Volkswirtschaft.

Dr. Carsten Rolle, der Abteilungsleiter Energie und Rohstoffe beim BDI, warnte vor Nachteilen im internationalen Wettbewerb. “Durch Innovationen deutscher Unternehmen wird das Klima weltweit wirksam geschützt. Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutzziele müssen miteinander in Einklang stehen. Unsere führende Rolle beim Klimaschutz können wir nur dann nachhaltig wahrnehmen, wenn unsere Industrien wettbewerbsfähig sind. Daher ist ein internationales Level Playing Field unerlässlich“, betonte er.

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