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EU-Kommission musste nun Analyse zur Klimaschädlichkeit von Biosprit auspacken

Freitag 23. April 2010 von birdfish

Biokraftstoffe können wesentlich klimaschädlicher sein als herkömmliches Diesel oder Benzin.

Biodiesel aus Sojabohnen ist äußerst klimaschädlich
Biodiesel aus Sojabohnen ist äußerst klimaschädlich – (c) Franz Haindl / Pixelio

Dies zeigen Teile einer Studie, die die EU-Kommission zurückgehalten hatte und nun nach dem Umweltinformationsgesetz an die Nachrichtenagentur Reuters herausgeben musste. Danach hinterlässt beispielsweise Biodiesel aus nordamerikanischen Sojabohnen einen etwa vier Mal so großen CO2-Fußabdruck als herkömmliches Diesel.

Die Kommission hatte diese und andere Analysen aus ihrer im Dezember 2009 veröffentlichten Studie herausgenommen. Das veranlasste das Fraunhofer Institut als einer der Autoren sich partiell von dem Bericht zu distanzieren. “Wir müssen weiter arbeiten, neue Nachhaltigkeitskriterien entwickeln und sehr vorsichtig bei der Herkunft von Biosprit sein. Und wir müssen einen Weg finden, ineffiziente Biokraftstoffe auszuschließen” sagte Wolfgang Eichhammer vom Fraunhofer Institut.

Die Kommission stand in den vergangen Wochen wiederholt in der Kritik, wissenschaftliche Untersuchungen zu Biokraftstoffen zurückzuhalten: Vier Umweltverbände hatten sie deswegen bereits am 8. März verklagt. Sie werfen der Kommission vor, Informationen zu den negativen Auswirkungen einer gesteigerten Biokraftstoffnachfrage der EU auf die Umwelt und die Lebensmittelpreise unter Verschluss zu halten.

Nach der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie soll der Anteil von erneuerbaren Energien im Verkehr bis 2020 zehn Prozent betragen. Das Ziel soll dabei hauptsächlich durch den Einsatz von Biokraftstoffen erreicht werden. Vor der Verabschiedung der Richtlinie Ende 2008 stand die EU-Kommission wegen der voraussichtlich verheerenden sozialen und ökologischen Auswirkungen einer erhöhten Biosprit-Nachfrage massiv unter Beschuss.

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