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Auch Baumaschinen brauchen Rußfilter – Anwohner ebenso gefährdet wie Bauarbeiter

Mittwoch 28. April 2010 von birdfish



Dieselruß gefährdet das Klima und die Gesundheit der Menschen.

Baumaschinen müssen Filter erhalten
Auch Baumaschinen müssen einen Partikelfilter erhalten (c) Michael Hänsel

Das Bündnis „Rußfrei fürs Klima“ fordert daher die Ausstattung aller Baumaschinen mit wirksamen Filtersystemen.

Baumaschinen verursachen rund ein Viertel der verkehrsbedingten Feinstaubemissionen. Dennoch müssen sie laut Bundesimmissionsschutzgesetz nicht mit Partikelfiltern ausgestattet werden. “Es ist nicht einzusehen, dass Baumaschinen ungefiltert die innerstädtische Luft selbst in Umweltzonen verpesten dürfen, obwohl Techniken bereit stehen, diese Giftschleudern für Mensch und Klima zu entschärfen”, sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Die Schweiz habe gezeigt, dass alle Baumaschinen kurzfristig mit Partikelfiltern ausgestattet werden können. Dort existieren bereits seit Jahren strenge Vorschriften für die Ausstattung von Baumaschinen mit wirksamen Rußfiltern. „Wir brauchen eine Plakettenpflicht für Baumaschinen und verbindliche Vorschriften – und sei es nur in den Kommunen –, dass bei allen öffentlichen Ausschreibungen die Ausstattung von Baumaschinen mit Partikelfiltern zwingend vorgeschrieben wird. Die Riesenbaustelle von ‚Stuttgart 21‘ zeigt, wie notwendig solche Auflagen sind, hat doch die Deutsche Bahn AG trotz verbindlicher Zusage keine Rußfilter eingesetzt”, sagte Resch.

Dietmar Oeliger, Verkehrsexperte des NABU, sagte: „Verkehrte Welt – während Pkw und Lkw ohne Rußfilter zunehmend aus den Städten verbannt werden, verpesten Bagger, Planierraupen und Stromgeneratoren weiterhin die Luft.“ Das Problem verschärfe sich, da Baumaschinen durch ihr hohes Durchschnittsalter und fehlende Abgaskontrollen während des Betriebs oftmals sehr hohe Emissionen verursachen und stundenlang inmitten dicht bebauter Gebiete eingesetzt werden. „Wer die Bürger und insbesondere die Bauarbeiter und Anwohner an den Baustellen konsequent vor krank machendem Feinstaub schützen will, muss auch Baumaschinen schleunigst mit Rußfiltern ausstatten“, sagte Oeliger. Die Baubranche und die Bauauftraggeber, insbesondere Städte und Kommunen, müssten sich ihrer Verantwortung stellen.

Dr. Axel Friedrich, fachlicher Berater der Kampagne, erläuterte: „Dieselruß ist neben Kohlendioxid ein wesentlicher Faktor bei der Klimaerwärmung.“ In Europa stammt der Hauptteil des Rußes aus dem Verkehr. Die Rußteilchen werden mit den vorherrschenden Winden bis in die Arktis getragen, legen sich dort wie ein Grauschleier auf die Eisflächen und beschleunigen dadurch das Abschmelzen. „Wer heute Klimaschutz betreibt, muss nicht nur an die Minderung von Kohlendioxid, sondern darüber hinaus auch an die Reduktion von Ruß denken“, Friedrich.

Feinstaub sei jedoch nicht nur klimarelevant, sondern habe vor allem auch negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Prof. Dr. Dr. Erich Wichmann ist Direktor des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum München und erforscht seit Jahren die Auswirkungen von Luftschadstoffen auf die Menschen. Die Wirkung von Partikeln auf die Lunge und das Herzkreislaufsystem sei längst nachgewiesen. Die Klein- und Kleinstpartikel lösen beim Menschen verstärkt Allergien, Asthmaanfälle und Bronchitis aus. Außerdem steigt das Risiko für Herzinfarkt und Krebs bei höherer Feinstaubbelastung an. Er hat schon vor Jahren gezeigt, dass das Lungenkrebsrisiko bei Fahrern von Erdbewegungs- und Baumaschinen um das Zwei- bis Dreifache erhöht ist. „Es besteht kein Zweifel, dass die Freisetzung von Dieselruß durch Baumaschinen für die Fahrzeugfahrer, Bauarbeiter und Anwohner ein relevantes Gesundheitsrisiko darstellt. Daher ist die Ausrüstung von Baumaschinen mit Rußfiltern dringend erforderlich“, so Wichmann.

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