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Indonesien will keine Genehmigung mehr für die Umwandlung von Torfwäldern vergeben

Dienstag 18. Mai 2010 von birdfish



Indonesiens Forstministerium wird zukünftig keine Genehmigungen für die Umwandlung von Torfwäldern in Plantagen mehr vergeben.

Torfwälder Indonesiens
Austrocknung von Torfwälder trägt maßgeblich zum Klimwandel bei. – (c) Daniel Beltrá / Greenpeace

Das Ministerium schiebt mit dieser Absichtserklärung der indonesischen Papier- und Palmölindustrie einen Riegel vor, die durch die Brandrodung der kohlestoffreichen Torfmoore den Klimawandel anheizt.

“Das Forstministerium muss sich nun mit dem indonesischen Agrar- und Umweltministerium zusammenschließen, um den Umwandlungsstopp wertvoller Torfwälder gesetzlich zu verankern”, erklärt Corinna Hölzel, Waldexpertin bei Greenpeace. Alles hängt davon ab, wie schnell und effektiv die industrielle Urwaldzerstörung gerichtlich verfolgt und bestraft werden kann. Torfmoore mit einer Tiefe von über drei Metern sind bereits gesetzlich vor der Umwandlung in Plantagen geschützt, dennoch setzen sich Konzerne wie Sinar Mas mit Leichtigkeit über das Verbot hinweg.

Greenpeace gegenüber versicherte der indonesische Forstminister Zulkifli Hasan, zukünftig ungeachtet der Tiefe der Torfmoore keinerlei Genehmigungen für Umwandlungen mehr ausstellen zu wollen. Das verschafft dem Umweltminister den nötigen Druck, um in einem Dreierverbund mit dem Forst- und Agrarministerium die fortschreitende Urwaldzerstörung zu bremsen. Auch Indonesiens Präsident Yudhoyono kommt seinem Plan, bis 2020 den CO2-Ausstoß seines Landes um 41 Prozent zu senken, einen großen Schritt näher. Die Austrocknung der kohlestoffreichen Torfmoore für die Papier- und Palmölproduktion setzt gewaltige Mengen an Treibhausgasen frei und verschafft Indonesien einen zweifelhaften dritten Platz im Wettbewerb um den weltweit größten CO2-Emittenten.

Der Wirtschaftsfaktor Palmöl sorgt für Unmut unter indonesischen und internationalen Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen. Berichte von Korruption, mafiaähnlichen Geschäftspraktiken und Landkonflikten mit der ansässigen Bevölkerung durch die Palmölindustrie bringen die indonesische Forst- und Umweltpolitik zunehmend in Verruf. Auch aus Europa verstärkt sich der Druck: Papier- und Palmölabnehmer reagieren auf die Meinung der Endverbraucher und sprechen sich gegen Produkte aus Urwaldzerstörung aus.

Greenpeace fordert einen sofortigen Abholzungsstopp zum Schutz des indonesischen Urwaldes. Die Zerstörung der Regen- und Torfmoorwälder gefährdet zahlreiche bedrohte Tierarten wie den Orang-Utan und beraubt Kleinbauern ihrer Lebensgrundlage. Die Regierung muss gemeinsam mit den ansässigen Gemeinden nachhaltige Lösungen erarbeiten, die die Existenzgrundlage der bäuerlichen Kleinbetriebe sichern und den großen Palmöl- und Papierproduzenten Anbaumöglichkeiten bieten, ohne wertvolle Torfwälder zu zerstören.

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