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Folgen des Klimawandels auf den Verkehr – Studien zu Wetterereignissen und CO2

Montag 19. Juli 2010 von birdfish



Der heiße Sommer mit Temperaturen um die 38 Grad und heftigen Gewittern hat auch Auswirkungen auf die Verkehrsteilnehmer.

Klimawandel trifft auch die Bahn
Klimawandel trifft auch die Bahn – Foto: Dagmar Struß

So mussten etwa öffentliche Verkehrsmittel angehalten werden, weil Klimaanlagen ausfielen oder technische Probleme auftraten. Das vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI betreute Projekt „WEATHER“ beschäftigt sich mit diesen extremen Wetterbedingungen und deren Auswirkungen auf den Verkehr.

Ein weiteres vom Fraunhofer ISI koordiniertes Projekt „Reducing greenhouse-gas emissions of transport beyond 2020“, kurz GHG-TransPoRD, definiert Forschungs- und Politikstrategien für die Reduzierung von CO2-Emissionen im Verkehr.

Naturkatastrophen und extreme Wetterbedingungen wie Hitzeperioden, Stürme oder Überflutungen haben auf der Nordhalbkugel in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts an Häufigkeit und Schwere deutlich zugenommen. Die Ursache des Klimawandels liegt zum größten Teil im hohen Ausstoß von CO2. Das Forschungsprojekt WEATHER des Fraunhofer ISI betrachtet extreme Wetterereignisse und deren ökonomische Auswirkungen auf den Verkehr. Wie teuer sind die entstehenden Schäden und wie sieht das Kosten-Nutzen-Verhältnis von Anpassungsmaßnahmen wie zum Beispiel erweiterte Schutzwälle oder Rodungen entlang von Straßen- und Schienenstrecken aus. Das Projekt untersucht zum Beispiel den Einsatz neuer Materialen im Straßenbau, die Vergrößerung von Entwässerung oder ob die Verlegung von Verkehrswegen weg von Flüssen und Küsten sinnvoll ist. „Bislang wurden in Studien nur sehr vage, wenig quantitative Aussagen zu den Auswirkungen von Wetterereignissen auf die Ökonomie des Verkehrs gemacht. Mit dem WEATHER Project geht das Fraunhofer ISI einen Schritt weiter und beleuchtet in verschiedenen Workshops mit Infrastrukturbetreibern, Verkehrsunternehmen, der Versicherungswirtschaft und Politik die Kosten von Überschwemmungen oder Hitzeperioden auf den Verkehr”, so Dr. Claus Doll vom Fraunhofer ISI. Der erste Workshop zum Thema „Vulnerabilität der Verkehrssysteme” ist für den 14. September 2010 in Brüssel geplant.

Zusätzlich wird die Frage gestellt, wo zukünftig Straßen oder Zugstrecken gebaut werden sollen und welche Anpassungen beim Bau und der Ausstattung von Verkehrsmitteln, Bahnhöfen oder Flughäfen zu beachten sind. Zur Beantwortung, entwickelt das Fraunhofer ISI zusammen mit acht weiteren europäischen Partnern ökonomische Verfahren und dynamische Modelle, welche die Zusammenhänge zwischen Schwere und Häufigkeit von Naturereignissen und deren Auswirkung auf die Verkehrsbereiche, nachgelagerte Wirtschaftssektoren sowie die europäische Volkswirtschaft bis zum Jahr 2050 abbilden.

Dafür werden im Rahmen des WEATHER-Projektes Möglichkeiten und Potenziale von Maßnahmen zur Klimaanpassung im Verkehr und zur Vorbereitung auf Notfalleinsätze im Katastrophenfall auf europäischer Ebene dargestellt. So können innovative Mechanismen sowie effiziente Anpassungsstrategien zur Milderung der Auswirkungen extremer Wetterereignisse auf den Verkehr und zur Ermöglichung einer schnellen Reaktion im Ernstfall identifiziert werden. Welche Rolle dabei die Regierung, Unternehmen sowie die Industrie spielen werden, gilt es ebenfalls zu klären. „Mit unseren Ergebnissen zeigen wir Wege auf, wie Nachhaltigkeitsziele zusammengeführt werden und wo Innovationspotential ist“, so Dr. Claus Doll.

Das Projekt „GHG-TransPoRD“ befasst sich mit Möglichkeiten, die Treibhausgas-Emissionen im Verkehr zu reduzieren. Dafür gilt es, spezifische Reduktionsziele für den Verkehr zu definieren sowie eine ganzheitliche europäische Strategie für Forschung und Entwicklung im Verkehrssektor sowie politische Maßnahmen zu entwickeln. Unter Federführung des Fraunhofer ISI werden zusammen mit vier europäischen Partnern technisch-wirtschaftliche Analysen durchgeführt sowie Szenarien entwickelt, die die technologischen Entwicklungen und verkehrspolitischen Entscheidungen der kommenden Jahre berücksichtigen.

Die daraus resultierenden Handlungsoptionen haben zum Ziel, bis 2020 eine Reduktion der Treibhausgasemissionen in der EU von 20 bis 30 Prozent und bis 2050 von 60 bis 80 Prozent zu erreichen. In vier Workshops sowie einer Konferenz werden sowohl Maßnahmen im Auto- und Zugverkehr, der Schiff- und Luftfahrt, als auch die Entwicklungen alternativer Kraftstoffe diskutiert. „Diese konkreten Szenarien werden wir dann als Vorschlag in die EU-Forschungsstrategie einfließen lassen. Durch den so entstehenden, aktiven Austausch mit Akteuren über die Einsparpotentiale an Treibhausgasen wollen wir eine Plattform für ein gemeinsames Verständnis von Treibhausgas-Reduktionszielen für den Verkehr als Sektor schaffen“, beschreibt Dr. Wolfgang Schade, Projektleiter am Fraunhofer ISI, das Ziel des Projektes.

Forschungsprojekt GHG-TransPoRD

Projekt WEATHER

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