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Versorgungsengpass europäischer AKW – Uranbedarf übersteigt produzierte Menge

Donnerstag 19. August 2010 von birdfish



Laut dem jetzt veröffentlichten Jahresbericht 2009 der Euratom Versorgungsagentur (Euratom Supply Agency – ESA) übersteigt der Uranbedarf europäischer Atomkraftwerke bei weitem die jährlich produzierte Menge.

Droht den EU-AKWs Abschaltung wegen Uran-Engpass?
Droht den EU-AKWs Abschaltung wegen Uran-Engpass? – Foto: Gabi Schoenemann / Pixelio

Danach wurden im vergangenen Jahr 50,5 Kilotonnen abgebaut, während der Verbrauch bei ca. 65 Kilotonnen lag. Diese Lücke wird bislang durch den Rückgriff auf sekundäre Vorräte geschlossen. Diese beinhalten neben alten Lagerbeständen auch Uran aus ausrangierten Atomwaffen. Bis zu 30 Prozent der Brennstoffe werden momentan aus sekundären Vorräten gespeist. Alles in allem sei die Versorgung  der Atomkraftwerke (AKWs) mit Brennstoffen jedoch gesichert. Der ESA Bericht enthält erstmals Uran-Marktanalysen.

Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, verglich Astrid Schneider, Solarwissenschaftlerin im Beirat der Energy Watch Group und Sprecherin der AG Energie der Grünen, ihn mit Daten aus dem Redbook Uran der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) und der Nuclear Energy Agency, der Atomkraftbehörde der OECD. Der Bericht zeige im Vergleich mit dem der ESA einen deutlichen Versorgungsengpass auf. So könne selbst mit der geplanten zukünftigen Uranförderung der derzeitige Uranbedarf bis 2030 nicht gedeckt werden. Da europäische AKWs wegen des Mangels an benötigtem Uran stark von Importen abhängig sind, scheint die Versorgungssicherheit fraglich.

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