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Laufzeitverlängerungen Investitionsbremse für den Ausbau Erneuerbarer Energien

Dienstag 7. September 2010 von birdfish



Die Einigung in der Bundesregierung, wonach die  Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke im Durchschnitt um 12 Jahre  verlängert werden sollen, bewertet Germanwatch als Fehlentscheidung.

Biblis: Risiken wachsen
Sieg der Atomlobby über die Erbeuerbaren Energien – Foto: setcookie / Pixelio

Viele wissenschaftliche Studien zeigen, dass Laufzeitverlängerungen eine  Investitionsbremse für den Umbau in Richtung einer Vollversorgung mit  Erneuerbaren Energien sind. “Anstatt am derzeitigen Atomausstieg  festzuhalten und konsequent den Weg in Richtung Energiezukunft  einzuschlagen, nimmt die Bundesregierung in diesem zentralen Punkt die  falsche Ausfahrt. Wieso sollen die Energieversorger verstärkt in  Erneuerbare Energien investieren, wenn sie damit ihren Profit von etwa  einer Million Euro pro Tag und abgeschriebenem Kernkraftwerk schmälern.  Wie sollen Stadtwerke und andere Investoren gegen diese Marktmacht  ankommen, die mit der Entscheidung der Bundesregierung zementiert  wird?”, kritisiert Brick Medak, Referent für deutsche Klima- und  Energiepolitik und Leiter der Kampagne www.100prozentzukunft.de.

Der zentrale Fehler der Bundesregierung habe darin gelegen, das  Energiekonzept um die aus politischen Gründen gewünschten  Laufzeitverlängerungen herum zu “basteln”. “Hätte man die Strategie ohne  Vorentscheidung zu Gunsten der Kernkraft am Ziel einer risikoarmen,  stabilen, bezahlbaren und klimaverträglichen Energieversorgung und einer  Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien orientiert, hätte das Ergebnis  anders ausgesehen”, so Medak.

Wenig Mut bei den Zielen, einige innovative aber halbherzige Ansätze

Bundesumweltminister Nobert Röttgen hatte – gestützt auf zahlreiche  Studien und Expertisen – mehrmals darauf hingewiesen, dass 100 Prozent  Erneuerbare Energien bis 2050 das Ziel sein müssen. Aber die  Bundesregierung strebt jetzt nur 80 Prozent an. Für die  Offshore-Windkraft will man zwar ein Sonderprogramm einrichten, strebt  jetzt aber nur noch einen Anteil der Erneuerbaren Energien am Strommix  von 35 Prozent bis 2020 an, obwohl die Bundesregierung selbst in ihrem  jüngsten Aktionsplan davon ausgeht, dass der Anteil Erneuerbarer  Energien im Jahr 2020 bei 38,6 Prozent liegen könnte.


Zur Steigerung der Energieeffizienz will die Bundesregierung zwar  endlich einen längst überfälligen entsprechenden Fonds sowie ein  verpflichtendes Energiemanagement für Betriebe einführen. Sie traut sich  aber nicht, das zentrale Instrument zur Förderung der Energieeffizienz  anzukündigen. Dies wären sogenannte Top-Runner-Programme, bei denen sich  die Entwicklung von Effizienzstandards an den Vorreitern orientiert.


“Bei den Zielen hat die Bundesregierung Angst vor der eigenen Courage.  Einige erfreuliche Ansätze in den Bereichen Energieeffizienz,  Erneuerbare Energien und vor allem beim Netzausbau und im Gebäudebereich  ragen aus einem halbherzigen Gesamtkonzept heraus. Die Chancen für einen  gesellschaftlichen Konsens für eine zukunftsfähige Energieversorgung  wurde nicht genutzt,” kommentiert Christoph Bals, Politischer  Geschäftsführer von Germanwatch.


Schon die vergangene Woche im Auftrag der Bundesregierung erstellten Energieszenarien ließen viele, wesentliche Fragen offen, wie eine erste  Analyse von Germanwatch gezeigt hat.


Kurzanalyse der “Energieszenarien für ein Energiekonzept der Bundesregierung”

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