KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Zehnmal mehr Fässer als angenommen mit mittelradioaktivem Abfall im Lager Asse

Dienstag 14. September 2010 von birdfish



Zehnmal mehr Fässer mit mittelradioaktivem Abfall als bisher angenommen lagern im maroden Atommülllager Asse – das wurde jetzt mit Veröffentlichung des Abschlussbericht AG Asse bekannt.

Atommülllager Asse
Atommülllager Asse – Foto: dpa

Zu den nun bekannt gewordenen Ergebnissen äußerte sich Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital: “Der Inventarbericht bestätigt die Befürchtung, die Greenpeace bereits im Mai 2009 geäußert hat. Die von der Gesellschaft für Strahlenforschung (GSF) gemessenen Tritiumwerte in der Abluft aus der Asse hatten schon in der Vergangenheit auf ein viel höheres radioaktives Inventar im Atommüllager hingewiesen.”

Tritium ist ein radioaktives Isotop von Wasserstoff und entsteht hauptsächlich bei der Kernspaltung in Atomreaktoren. Über AKW-Abwässer und -Abluft und über Atommüll gelangt es in die Umwelt. Es führt zu einer gleichmäßigen Strahlenbelastung aller Organe, kann Krebs erregen und genetische Schäden noch nach Generationen hervorrufen. Tritium ist auch ein entscheidender Bestandteil bestimmter Atomwaffen.

“Die jetzt bekannt gewordenen Ergebnisse zeigen, dass angeblich seriöse Aussagen von Atomindustrie und Bundesforschungsministerium das Papier nicht wert sind, auf dem sie geschrieben stehen”, so Smital. “Es sind dieselben Täter aus Atomindustrie und Politik, die auch den Salzstock Gorleben als Endlager für hochradioaktive Abfälle durchpeitschen wollen.”

Als unabhängige Umweltschutzorganisation fordert Greenpeace die Regierung auf, die Brennelementesteuer diesen neuen Erkenntnissen anzupassen und zu verdoppeln. “Über Jahre haben die Atomkonzerne falsch deklarierte Fässer in der Asse verklappen lassen. Dass zehnmal mehr mittelradioaktiver Abfall im Bergwerk liegt, als bisher bekannt, macht die Bergung der Fässer umso notwendiger. Das wird dem Staat auch höhere Kosten bescheren, als bisher angenommen”, sagt Smital.

Schlagworte:
, , , , , , , , , , ,

Verwandte Artikel

Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 14. September 2010. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

Kommentar schreiben