KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Atommüll gefährdet auch das Grundwasser – EU soll Richtlinie für Atommüll vorlegen

Montag 20. September 2010 von birdfish



Eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie zerbröselt das wissenschaftliche Fundament der geplanten Atommülllagerungsrichtlinie.

Greenpeace-Banner: Gorleben stoppen!
Gorleben und die CDU: einfach so tun, als sei nichts gewesen – (c) Greenpeace

Dieses basiert auf Beratung durch die Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) und die European Implementing Geological Disposal Technology Platform, die in ihren Studien einen wissenschaftlichen Konsens über die hohe Sicherheit der Tiefenlagerung von Atommüll feststellen wollen. Allerdings sind diese Artikel, auf die sich die Generaldirektion für Forschung beruft, durch eine mangelnde Kenntnisnahme des aktuellen Forschungsstands und unzureichende Quellenangaben charakterisiert.

Die im September veröffentlichte Greenpeace-Studie „Rock Solid?“ kommt nach einer Zusammenschau der Forschungsliteratur zu einem anderen, beunruhigenden Schluss: Es herrscht noch immer große Unkenntnis über die tatsächliche Herausforderung der Tiefenlagerung. Die Risiken seien unkalkulierbar, da das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren durch Computerprogramme nicht ausreichend modelliert werden kann. Als Konsequenz drohe die radioaktive Kontaminierung von Grundwasser und Meeren über Jahrhunderte.

Wie ENDS berichtet, wies die Kommission die Kritik an den Studien zurück. Sie berief sich auf den Review der JRC Studie durch die Internationale Atomenergie Agentur (IAEA) und bekräftigte ihren Glauben an einen Konsens über die Sicherheit der Tiefenlagerung. Greenpeace prangert jedoch an, dass dieser Konsens auf Resultaten der Atomlobby basiert und wissenschaftliche Forschung ignoriert.

Eine große Mehrheit von Vertretern aus Industrie und Behörden hat in einer Konsultation der EU-Kommission eine verbindliche Regelung zu Atommüll befürwortet. Die Kommission kündigte einen Richtlinienvorschlag für den Herbst an.

Umweltverbände sprachen sich dafür aus, dass Atommüllhändler ihre Aktivitäten unmittelbar gegenüber der Kommission offen legen müssen. Behörden und Atommüllproduzenten bevorzugten hingegen eine Berichterstattung gegenüber nationalen Regierungen. Mehrere NGOs sprachen sich gegen die geologische Tiefenlagerung aus. Ihrer Ansicht nach sollte Forschung zu langfristigen Lageralternativen vorangetrieben werden.

Greenpeace Studie “Rock Solid?” (PDF, engl.)

Ergebnisse der Konsultation (PDF, engl.)

Schlagworte:
, , , , , , , , , , , ,

Verwandte Artikel

Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 20. September 2010. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

Kommentar schreiben