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Europäisches Parlament: Stopp des Artenverlustes bis 2020 ist Minimalziel

Montag 27. September 2010 von birdfish



Das EU-Parlament hat per Handabstimmung eine Resolution zum Biodiversitätsschutz verabschiedet.

Arbeit der Bienen unbezahlbar
Arbeitsleistung der Bienen wird auf ca. vier Milliarden Dollar im Jahr geschätzt – Foto: Dagmar Struß

Bis 2020 soll der Verlust der Biodiversität aufgehalten und wo immer möglich wiederhergestellt werden. Die ParlamentarierInnen bedauerten, dass dieses Ziel nicht schon 2010 erreichbar war.

Damit bestätigten sie eine Entscheidung des Europäischen Rates vom Frühjahr und unterstützten die Vorlage des Umweltausschusses, der über die Resolution schon im Juli abgestimmt hatte. Biodiversitätsschutz müsse in allen EU-Politikbereichen beachtet werden, forderten die ParlamentarierInnen. Auch in den Politikmaßnahmen für Land- und Forstwirtschaft, der Fischerei, Regional- und Kohäsionspolitik, Forschung und Innovation müsse dieses Thema eine Rolle spielen. Dass das Ziel, den Artenverlust aufzuhalten, bisher gescheitert ist, sei “ethisch, ökologisch und ökonomisch inakzeptabel”.

Einige Studien schätzten, dass die durch Biodiversitätsverlust verursachten Kosten, die zurzeit bei etwa 50 Milliarden Euro pro Jahr liegen, bis 2050 auf rund 14 Billionen ansteigen könnten. Das entspräche rund sieben Prozent des Bruttoinlandprodukts. Die EU sollte international dafür kämpfen den Biodiversitätsverlust aufzuhalten und die Millenniumentwicklungsziele bis 2015 durchzusetzen. Dafür bräuchte es die Bereitschaft der Regierungen, das nötige Geld zu investieren. Zudem müssten Produktpreise die wahren Kosten des von ihnen verursachten Schaden an der Biodiversität wiederspiegeln. “Wir haben eine moralische Verpflichtung, unseren Kindern und Enkelkindern die Erde in einem vertretbaren Zustand zu hinterlassen”, sagte Berichterstatterin Esther De Lange (Konservative, Niederlande). Die Fraktion der Grünen forderte, dass ausreichend Finanzmitteln in der Höhe von 0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Maßnahmen zum Biodiversitätsschutz  zur Verfügung gestellt werden. Auch das Natura-2000-Projekt benötige dringend Gelder, der Bedarf werde auf mehr als 6 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Außerdem müsse endlich eine Richtlinie zum Bodenschutz eingeführt werden. EU-Mittel dürften außerdem nicht für Projekte verwendet werden, die Artenschutzziele gefährden.

Die Resolution ist rechtlich nicht bindend, kann aber als positives Signal im Vorfeld der UN-Konferenz zu biologischer Vielfalt im Oktober in Nagoya gewertet werden.

Pressemitteilung des EU-Parlaments (engl.)

Resolution des Parlaments

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