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Täuschungsversuche im Emissionshandel werden künftig in der EU schwieriger sein

Dienstag 26. Oktober 2010 von birdfish



Seit Mitte Oktober sind neue Regeln für den Registrierungsprozess im europäischen Handel mit Emissionsrechten (ETS) in Kraft getreten.

Emissionshandel künftig sicherer?
EU will Tricksereien beim Emissionshandel verhindern – Foto: Konstantinos Dafalias / Pixelio

Die in einer Durchführungsverordnung festgeschriebenen Regelungen sollen Täuschungsversuche unterbinden, die der Effektivität des Emissionshandels als schlagkräftiges Instrument für den Klimaschutz im Wege stehen. Der brisanteste Betrugsvorfall war wohl das Recycling von CO2-Zertifikaten im Frühjahr dieses Jahres, als Ungarn bereits in den Kyotomechanismen verbrauchte Zertifikate im ETS weiterverkaufte.

Nationale Behörden bekommen mit den neuen Regeln nun weitergehende Befugnisse. So können sie die Eröffnung eines Zertifikat-Kontos für eine Firma verweigern oder bei Verdacht auf Betrug bestehende Konten schließen.

Der Verband für CO2-Märkte und -Investoren (CMIA) begrüßte die Neuregelung, wie der Umweltnachrichtenservice ENDS berichtet. Ein Sprecher betonte jedoch, dass eine noch strengere Regelung nach dem Vorbild der Kontoeröffnung bei Banken wünschenswert gewesen wäre. Es sei Standard, dass Banken ihre Kunden nach dem Paradigma „Kenne-deinen-Kunden“ vor einer Kontoeröffnung überprüften. Eine solche Durchleuchtung der Emissionshändler durch die Registrierungsbehörden sei auch auf dem Markt mit der neuen Währung CO2-Zertifikate notwendig, weil die Behörden hier die Bankfunktionen innehaben.

Die Durchführungsverordnung der Kommission bereitet außerdem die Aufnahme des Flugverkehrs in das ETS 2012 vor und beginnt die Umschichtung der Emissionszertifikate von den nationalen Registrierungsbehörden auf die europäische Ebene. Sie stellt also einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Umsetzung der 2009 überarbeiteten ETS-Richtlinie dar.

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