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Scheitern des Naturschutzgipfels verhindern: Jährlich 15 Mrd. US-Dollar für Schutzgebiete

Donnerstag 28. Oktober 2010 von birdfish



Zum Start des Ministersegments auf der Weltnaturschutzkonferenz im japanischen Nagoya hat der NABU an die Bundesregierung appelliert, sich für eine deutliche Erhöhung der Umweltschutzhilfen für arme Länder einzusetzen.

Biodiversitätskonferenz 2010

Bundesumweltminister Röttgen müsse in Nagoya dafür werben, dass auch andere reiche EU-Mitgliedstaaten dem Beispiel Deutschlands folgen und mehr Geld für den Schutz der biologischen Vielfalt in den armen Ländern des Südens bereit stellen.

Bundeskanzlerin Merkel hatte auf der Vorgängerkonferenz 2008 (CBD COP9) in Bonn versprochen, dass Deutschland bis 2012 zusätzlich 500 Millionen Euro, ab 2013 jährlich 500 Millionen Euro, insbesondere für den Schutz tropischer Regenwälder zur Verfügung stellen wolle. Der NABU hat dies als einen wichtigen ersten Schritt begrüßt, gibt jedoch im selben Zug zu bedenken, dass dies langfristig nicht ausreichen wird, und auch Deutschland noch nachlegen muss.

In Nagoya legte der NABU gemeinsam mit anderen Umweltorganisationen Zahlen vor, die zeigen, dass die Entwicklungsländer zusätzlich mindestens 15 Milliarden US-Dollar im Jahr benötigen, um ausreichend Schutzgebiete auszuweisen. „Europa fordert zu Recht Schutzgebiete auf 20 Prozent der jeweiligen Landesfläche und auf See. Doch wenn Deutschland und die EU in den nächsten Tagen keine klare Ansage machen, dass ausreichend Geld dafür fließen wird, dann werden die armen Länder den Nagoya-Vertrag als Ganzes ablehnen“, warnte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Beim Thema Biopiraterie stünden die Verhandlungen in Nagoya ebenfalls auf der Kippe – und Deutschland im Zentrum der Kritik. Der NABU fordert, dass in Japan endlich ein rechtlich verbindliches Protokoll verabschiedet wird, um eine faire Aufteilung von Gewinnen aus der Nutzung von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen zum Beispiel für Medikamente und Kosmetika zu ermöglichen. Hier dürfen deutsche Gesundheitspolitiker Bundesumweltminister Röttgen nicht länger in den Rücken fallen.

„Beim Thema Biopiraterie erwarten wir von der Bundesregierung und ganz besonders vom Gesundheitsminister ein deutliches Signal, dass endlich die Schlupflöcher für die Pharmaindustrie geschlossen werden. Es kann nicht sein, dass die Konzerne hohe Profite machen und die Herkunftsländer der Pflanzen leer ausgehen“, so Konstantin Kreiser, NABU-Experte für Internationale Biodiversitätspolitik, der die Verhandlungen in Japan vor Ort verfolgt.

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