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Riskante Tiefseebohrungen nehmen zu – Gefährlicher Wettlauf um die Ölreserven

Dienstag 25. Januar 2011 von birdfish



Die Ölindustrie ist immer öfter gezwungen, auf schmutzige und riskante Technologien zu setzen, da sich die herkömmlich förderbaren Ölvorräte erschöpfen.

Ölbohrungen in der Arktis – ein risikoreicheres Vorgehen ist kaum denkbar
Ölbohrungen in der Arktis – ein risikoreicheres Vorgehen ist kaum denkbar – Foto: Will Rose / Greenpeace

Das sind die Ergebnisse einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Studie. Die neue Studie belegt neben den Tiefseebohrungen zudem eine dramatische Zunahme von schmutzigen und riskanten Fördertechnologien, wie Teersandabbau und Bohrungen in den Polarregionen.

Sämtliche große Ölfirmen können ihre Reserven nur noch auf dem erforderlichen Niveau halten, indem sie Ölquellen erschließen, die bis vor kurzem noch als zu teuer oder zu riskant eingestuft wurden.

“Neue Ölfelder werden überwiegend in den Weltmeeren entdeckt und ausgebeutet. Das bedeutet aber auch, dass damit das Risiko eines Desaster wie wir es im vergangenen Jahr bei der Deepwater Horizon erlebt haben, deutlich zunimmt”, erklärt Jörg Feddern, Ölexperte bei Greenpeace.

Der Plan des britischen Ölmultis BP, in der Arktis zu bohren, ist für diese Entwicklung symptomatisch. Und bei Exxon Mobil oder ConocoPhillips etwa macht Öl aus der riskanten Teersandaufbereitung mittlerweile mehr als die Hälfte des Öl-Nachschubs aus.

Falsche Bilanz

Die Studie wurde von Greenpeace und zwei anderen Organisationen beauftragt und von der britischen Organisation Oil Change International verfasst. Zentrales Thema ist die Reserve Replacement Ratio (RRR) der großen internationalen Ölunternehmen. Das ist die Kennzahl für den Versorgungsgrad einer Ölfirma mit Öl und setzt sich zusammen aus den hinzugekommenen Reserven einerseits und der Jahresproduktion andererseits.

Diese Kennzahl zeigt, ob die Bilanz zwischen neuen Ölfeldern und verkauftem Öl stimmt. Die vorliegende Studie belegt, dass genau dies nicht der Fall ist. Wie sich zeigte, können die Ölfirmen die Bilanz schon seit Jahren nur noch mittels Bohrungen in den Polarregionen, Teersandaufbereitung oder Tiefseebohrungen ausgewogen halten. “Der Unfall im Golf von Mexiko hat gezeigt, dass die Ölindustrie die Grenzen des technisch Beherrschbaren erreicht hat”, warnt Feddern. “Deswegen fordern wir beispielsweise ein Moratorium für Tiefseebohrungen ab einer Wassertiefe von 200 Metern.”

Teersand und Tiefsee – teuer und risikoreich

BP setzt derweil auf Ölbohrungen in der Arktis – ein risikoreicheres Vorgehen ist kaum denkbar. Durch das Eis kann nur wenige Monate im Jahr gearbeitet werden. Kommt es zu einem Unfall wie auf der Deepwater Horizon, dann besteht möglicherweise monatelang nicht einmal die Chance etwas zu unternehmen. Das Ökosystem ist zudem um ein vielfaches empfindlicher als in anderen Regionen und das Öl wird nur sehr langsam abgebaut.

Die Zeit des billigen Öls ist offensichtlich vorbei. Nur zum Spaß bohrt keine Firma am Nordpol nach Öl. Alles weist darauf hin, dass wir auf das Ende des Ölzeitalters zugehen.

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Ein Kommentar über “Riskante Tiefseebohrungen nehmen zu – Gefährlicher Wettlauf um die Ölreserven”

  1. birdfish schrieb:

    Ölförderung bedroht Lebensraum seltener Grauwale

    Die extrem vom Aussterben bedrohten Westpazifischen Grauwale sind einer neuen Bedrohung ausgesetzt. Wie der IFAW (Internationale Tierschutz-Fonds) berichtet, kündigte die Sakhalin Investment Company mit ihrer Miteigentümerin Shell den Bau einer weiteren großen Ölplattform in den Nahrungsgründen der bedrohten Tiere an. IFAW-Meeresbiologe Dr. Ralf Sonntag erklärte, dass es nur noch 130 Exemplare gibt, darunter nur 30 fortpflanzungsfähige Weibchen. Seiner Einschätzung nach bedeutet jeder weitere Verlust “höchstwahrscheinlich das Aussterben dieser Population”. [...]

    Kompletter Artikel bei Daily Green vom 18.01.11

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