EU-Strategie zielt darauf ab, natürliche Ressourcen intelligenter zu nutzen
Mittwoch 2. Februar 2011 von birdfish
Die Europäische Kommission hat einen strategischen Rahmen für die nachhaltigere Nutzung von natürlichen Ressourcen und die Umstellung auf ein ressourcenschonendes, kohlenstoffarmes Wachstum in Europa vorgestellt.

Foto: Dagmar Struß
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso erklärte zu dieser siebten Leitinitiative der Strategie Europa 2020: „Wir können uns einen Ressourcenverbrauch im bisherigen Umfang nicht mehr leisten. Er belastet die Erde und macht unsere Wirtschaft stärker importabhängig. Eine intelligentere Nutzung knapper Ressourcen ist daher eine strategische Notwendigkeit, gleichzeitig aber auch eine wirtschaftliche Chance. Durch größere Ressourceneffizienz, klarere, langfristiger angelegte Maßnahmen und gemeinsame Investitionen in umweltfreundliche Techniken schaffen wir im Interesse unserer Bürger eine solide Grundlage für Wachstum und Beschäftigung und für die Erreichung unserer klima und energiepolitischen Ziele.”
Die Initiative zielt darauf ab, das Wirtschaftswachstum von der Ressourcennutzung abzukoppeln, den Übergang zu einer emissionsarmen Wirtschaft zu unterstützen, die Nutzung erneuerbarer Energieträger und die Energieeffizienz zu fördern sowie unser Verkehrswesen zu modernisieren und nachhaltiger zu gestalten.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen begrüßte die Initiative der EU-Kommission für ein „ressourcenschonendes Europa“. Das Bundesumweltministerium entwickelt derzeit ein nationales Ressourceneffizienzprogramm, das rechtzeitig vor der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung verabschiedet werden soll.
Auch das Europäische Umweltbüro (EEB) begrüßte den strategischen Rahmen zur nachhaltigen Ressourcennutzung als Schritt in Richtung zu einer nachhaltigen Wirtschaft und der Zukunft der EU.
Der Generaldirektor des EEB sagte dazu: “Als nächster Schritt muss die Verringerung der der Ressourcennutzung der europäischen Wirtschaft wirklich sichergestellt werden, inklusive der importierten Ressourcen. Dafür müssen klare Ziele und Zeitpläne verabschiedet werden. Auch muss die EU dafür sorgen, dass der Markt für die Umwelt arbeitet, indem umweltschädliche Subventionen abgeschafft und Umweltsteuerreformen eingeführt werden.“
Auch Friends of the Earth Europe begrüßten die Initiative der EU-Kommission zur Ressourceneffizienz. Europa müsse aber nun effektive Politiken einführen, um den Europäischen Ressourcenfußabdruck zu reduzieren. Der Umweltverband hat vier Indikatoren entwickelt für den Fußabdruck von Landnutzung, Wasser, Kohlenstoff und sonstige Ressourcennutzung.
Die Grüne Fraktion des Europäischen Parlaments zeigte sich enttäuscht, dass die Flaggschiffinitiative keine Ziele beinhaltet.
Die Veröffentlichung der ursprünglich für den 26. Januar angekündigte „EU-Strategie für Rohstoffe” wurde verschoben – laut ENDS Europe daily auf diese Woche. Im März soll auch die Roadmap 2050 für ein kohlenstoffarmes Europa sowie das Weißbuch Verkehr, der neue Energieeffizienzaktionsplan sowie die neue Biodiversitätsstrategie erscheinen.
Im Juni will die EU-Kommission zudem eine Roadmap zu Ressourceneffizienz, einen konkreten Vorschlag zur neuen Gemeinsamen Agrarpolitik und Fischereipolitik zur Kohäsionspolitik und zum nächsten Mehrjahres Finanzrahmen der EU veröffentlichen.
Seite der EU-Kommission zu ressourcenschonendem Europa (engl.)
Pressemitteilung der EU-Kommission
Memo zum Ressourceneffizienten Europa (engl.)
Pressemitteilung des Europäischen Umweltbüros EEB (engl.)
Pressemitteilung von Friends of the Earth (engl.)
Pressemitteilung der Grünen (engl.)
Schlagworte:
Aktion, Arbeit, Biodiversität, Energie, Energieeffizienz, Entwicklung, EU, Finanzen, Gesetze, Maßnahmen, Politik, Ressourcen, Verkehr, Wasser, WirtschaftVerwandte Artikel
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