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Das wasserreiche Amazonas-Becken wird zunehmend zur Region mit Dürreperioden

Donnerstag 10. Februar 2011 von birdfish



Ein neuer Report bestätigt, dass schwere Zeiten auf Amazonien zukommen könnten.

Sandbänke 29 km westlich von Tefé
Sandbänke 29 km westlich von Tefé – Foto: Rodrigo Baleia / Greenpeace

Die Region hat 2010 erneut eine Jahrhundertdürre erlebt – die zweite innerhalb von nur sechs Jahren. Britische und brasilianische Forscher stellten fest, dass ein noch größeres Gebiet unter extremer Trockenheit litt als 2005.

Das Amazonas-Becken mit seinen zahlreichen Flüssen, vor allem dem Amazonas selber, gehört normalerweise zu den wasserreichsten Gebieten der Erde. Seine ausgedehnten Urwälder sind als CO2-Speicher unverzichtbar für das Klima. Doch die massive Entwaldung für Rinderweiden und Soja-Anbau zeitigt bereits Folgen. Sie gilt als mitverantwortlich für die extremen Wetterereignisse der vergangenen Jahre.

Die Autoren der Studie The 2010 Amazon Drought, die jetzt im Magazin Science erschien, befürchten zudem, dass der Dürre ein Baumsterben folgen könnte. Dieser Prozess wäre doppelt schädlich für das Klima: Der Urwald fällt nicht nur zunehmend als CO2-Speicher aus, er setzt durch den Verrottungsprozess Kohlenstoff in Form von CO2 frei.

17 bis 20 Prozent des Amazonas-Urwalds sind bereits völlig vernichtet, weitere 20 Prozent sind degradiert, also nicht mehr intakt. Diese degradierten Flächen bilden keinen ausreichenden Puffer mehr gegen Folgen des Klimawandels wie schwere Stürme. Zudem sind sie durch ihren geringeren Wasserhaushalt stärker durch Waldbrände bedroht.

Wissenschaftler warnen, dass das Ökosystem Amazonas nicht mehr zu retten sei, wenn 40 Prozent des Urwalds endgültig zerstört sind. Mit ihm würde nicht nur die immense Artenvielfalt des Regenwalds verschwinden. Auch für das globale Klima wäre diese Entwicklung verhängnisvoll: Intakte Urwälder sind als CO2-Speicher unverzichtbar.

Zwar hat die Entwaldungsrate 2010 mit 645.100 Hektar den niedrigsten Stand seit 21 Jahren erreicht. Doch Grund zur Entwarnung gibt es nicht. “Machen wir uns nichts vor”, warnt die Biologin und Greenpeace-Waldexpertin Andrea Cederquist, “2010 wurde in Brasilien immer noch eine Waldfläche vernichtet, die mehr als doppelt so groß ist wie das Saarland. Wir müssen es schaffen, die Entwaldung ganz zu stoppen.”

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