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Nutzfahrzeuge: EU-Parlament beschließt schwache CO2-Grenzwerte für Transporter

Montag 21. Februar 2011 von birdfish



Das Europaparlament der Verordnung zur Begrenzung der Kohlendioxidemissionen von leichten Nutzfahrzeugen zugestimmt.

Boom beim Verkauf von Transportern - aber keine adäquaten CO2-Grenzwerte
Boom beim Verkauf von Transportern – aber keine adäquaten CO2-Grenzwerte – Foto: Marco Barnebeck / Pixelio

Demnach dürfen neue Transporter bis 2017 im Schnitt maximal 175 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen.

Die Kommission hatte den ersten Schritt bereits  für 2016 anvisiert und langfristig Emissionsgrenzen von 135g/km vorgeschlagen. Der zwischen Parlament und Rat ausgehandelte Kompromiss sieht nun 147g/km für 2020 vor. Die Obergrenze für 2020 muss jedoch in einem erneuten Gesetzgebungsverfahren bestätigt werden, damit sie verbindlich wird.

Die beschlossenen Abgasnormen stoßen auf Kritik bei Umweltverbänden und grünen Parlamentariern. So bezeichnet der ökologische Verkehrsclub (VCD) das Abstimmungsergebnis als Kniefall vor der Autoindustrie. Denn trotz der Wirtschaftskrise verzeichnet die Autoindustrie nach eigenen Angaben seit dem vergangenen Jahr wieder hohe Absätze bei den Transportern. Daher sei es unverständlich, dass sich gerade die Bundesregierung in den Verhandlungen für lasche Grenzwerte und ein späteres Inkrafttreten eingesetzt habe, kritisiert der VCD.

Strengere Grenzwerte seien nicht nur technisch möglich, sondern würden auch die Entwicklung effizienterer und saubererer Fahrzeuge fördern, sagte die Vorsitzende der Grüne/EFA-Fraktion Rebecca Harms. Parlament und Rat hätten vor allem die Interessen der innovationsunwilligen Industrie vertreten. Die Verbraucher hätten das Nachsehen.

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