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EU-Energiekommissar gegen eine stärkere Senkung der CO2-Emissionen in der EU

Dienstag 22. Februar 2011 von birdfish



EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat sich gegenüber der britischen Tageszeitung The Guardian gegen eine stärkere Senkung der CO2-Emissionen in der EU ausgesprochen.

Emissionen satt: in der EU bewegt sich nicht viel
Emissionen satt: in der EU bewegt sich nicht viel – Foto: Konstantinos Dafalias / Pixelio

Oettingers Ansicht nach werde sich in Europa ein De-Industrialisierungsprozess vollziehen, sollte die EU weltweit der einzige Akteur sein, der eine Reduktion von CO2-Emissionen von 30 Prozent bis 2020 durchführt. Ausgehend vom Emissionsniveau des Jahres 1990 ist das aktuelle Ziel der EU eine CO2-Reduktion von 20 Prozent bis zum Jahr 2020. Vor neun Monaten hatte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard eine Untersuchung veröffentlicht, die verdeutlichte, dass eine 30 prozentige CO2-Senkung in Folge der steilen Emissionsreduktion durch die Wirtschaftskrise verhältnismäßig günstig möglich ist. Einige Mitgliedstaaten, darunter Großbritannien, Deutschland und Frankreich, hatten sich daraufhin in den vergangenen Monaten für eine weitergehende Reduktion um 30 Prozent ausgesprochen.

Mit seiner Aussage erteilte Oettinger nun einer globalen Führungsrolle der EU in der industriellen CO2-Reduktion eine Absage. Seiner Ansicht nach brauche Europa Industrie und Industrie bedeute Emissionen. Der Energiekommissar erntete für seine Auffassung heftige Kritik. Brook Riley, Vertreter der NGO Friends of Earth, verwies dem EU-Informationsportal Euractiv zu Folge auf Oettingers enge private Verbindungen zur Schwerindustrie. Riley zweifelte nicht nur die Objektivität des Energiekommissars, sondern auch die Gültigkeit seiner Aussagen an. Unabhängigen Studien sowie Studien der Kommission zufolge erhöhe eine deutliche CO2-Reduktion die Konkurrenzfähigkeit der EU, schaffe neue Arbeitsplätze und spare Geld.

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