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Regierung muss Atomausstieg entscheiden – AKW-Sicherheitscheck praktisch wertlos

Mittwoch 18. Mai 2011 von birdfish



„Wie erwartet war der Zeitraum für eine sorgfältige und unabhängige Sicherheitsüberprüfung aller deutschen Atomkraftwerke zu kurz.

Atomkraft: Zeit für Konsequenzen
Atomkraft: Zeit für Konsequenzen – Foto: S. Hofschlaeger / Pixelio

Zudem beruhen die gestern vorgelegten Ergebnisse der Atomkommission lediglich auf Angaben der AKW-Betreiber und sind damit weitgehend wertlos für die nötigen Beschlüsse der Bundesregierung zum Atomausstieg“, kommentiert NABU-Präsident Olaf Tschimpke den Bericht der Reaktorsicherheitskommission (RSK), der gestern in Berlin an Bundesumweltminister Norbert Röttgen übergeben wurde.

„Das Vertrauen der deutschen Bevölkerung in diese unbeherrschbare Technik ist seit dem GAU in Japan unwiderruflich weg. Damit ist der schnellstmögliche gesetzliche Ausstieg aus der Atomkraft grundsätzlich eine politische Entscheidung, die die Bundesregierung nun nach allen Ankündigungen treffen muss“, betont Tschimpke.

Keine Überraschung ist aus NABU-Sicht die Feststellung der Kommission, dass die sieben ältesten Meiler angesichts zu dünner Hüllen fast durchgängig dem Absturz mittelgroßer Flugzeuge nicht standhalten. Dennoch drückt sich die Atomkommission, im Gegensatz zu den vorab bekannt gewordenen Vorschlägen der Ethikkommission, um die klare Empfehlung, dass diese Reaktoren nach Ablauf des Moratoriums nicht wieder in Betrieb genommen werden dürfen, kritisiert der NABU.

„Da für alle AKW Sicherheitsmängel vorliegen, muss die Bundesregierung am 6. Juni einen rechtsverbindlichen Abschaltplan beschließen, ohne weitere Verschiebebahnhöfe durch die Übertragung von Strommengen oder Revisionsklauseln zuzulassen“, fordert Olaf Tschimpke.

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2 Kommentare über “Regierung muss Atomausstieg entscheiden – AKW-Sicherheitscheck praktisch wertlos”

  1. Hans schrieb:

    Die AKW Betreiber werden noch ohne jeden Zweifel alle Mittel und Wege ausprobieren um den Atomausstieg auszuhebeln oder wenigstens hinauszuzögern. Die Merkel Regierung muss daher so konkret wie nur möglich sein wenn es um die Zeiträume und Abläufe des Ausstiegs geht.

  2. Lina schrieb:

    Der Zeitraum für die Überprüfung war viel zu gering. In diesem Zeitraum konnte man nur auf den Angaben der AKW Betreiber aufsetzen. Ziel sollten wirklich einheitliche Standards sein. Wenn die abgeschalteten AKW’s wieder ans Netz gehen ohne Begründung anhand definierter Kriterien, wird die Glaubwürdigkeit der Regierung extrem leiden. Wer das ganze Theater satt hat, sollte einfach auf richtigen Öko-Strom wechseln. Der Öko-Strom Preisvergleich zeigt zertifiziertze und günstige Wechselangebote..

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