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Stickstoffoxid: EU-Mitgliedstaaten halten die Luftschadstoffgrenzwerte nicht ein

Donnerstag 9. Juni 2011 von birdfish



Viele EU-Mitgliedstaaten werden es nicht schaffen, die nationalen Luftschadstoffgrenzwerte einzuhalten.

Verkehr bringt Luftschadstoffe
Deutschland tut zu wenig gegen Luftschadstoffe – Foto: Rainer Sturm / Pixelio

Das hat die Europäischen Umweltagentur (EEA) in ihrem jährlichen Statusbericht über die Einhaltung der Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen (NEC) ermittelt.

Die NEC-Richtlinie schreibt nationale Höchstmengen für die Luftschadstoffe Schwefeldioxid (SO2), Stickstoffoxide (NOx), nicht-methanhaltige flüchtige organische Verbindungen (NMVOCs) und Ammoniak (NH3) vor. Die in Kopenhagen ansässige EEA prüft einmal jährlich die Einhaltung dieser Werte und lässt sich auch vorausschauend Prognosen der EU-Mitgliedstaaten übermitteln.

Zehn Mitgliedstaaten – Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Irland, Luxemburg, die Niederlande, Slowenien und Spanien – können demnach die NOx-Werte nicht einhalten. Die Stickstoffoxidgrenzwerte werden damit hochgerechnet auf die gesamte EU um 17 Prozent überschritten. Während die Niederlande und Slowenien die Höchstmengen nur um etwa 5 Prozent überschreiten, liegen Deutschland und Frankreich um je etwa ein Drittel über der anvisierten Menge von Stickstoffoxidemissionen. Nur Österreich toppt das noch mit 40 Prozent Überschreitung. Hauptquelle für NOx-Emissionen ist der Straßenverkehr.

Deutschland kann außerdem voraussichtlich die NMVOCs- und die NH3-Höchstwerte nicht einhalten und ist damit das einzige EU-Land, das Probleme bei gleich drei Emissionshöchstmengen hat.

Die EEA hatte auf der Grundlage von Hochrechnungen bereits im letzten Herbst erste Zahlen veröffentlicht. Auch die letzten Schätzungen zeigen, dass die EU-Mitgliedstaaten für die Luftqualität noch viel tun müssen.

Für spätestens 2013 plant die EU-Kommission eine Revision und Verschärfung der NEC-Richtlinie.

NEC-Richtlinie – Status-Report 2010 (engl.)

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