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Eisforscher der Uni Hamburg erwarten 2012 Rekordschmelze des Eises in der Arktis

Dienstag 14. August 2012 von birdfish



Eisforscher vom KlimaCampus, Universität Hamburg, prognostizieren für September die geringste jemals gemessene Eisbedeckung.

Eisschmelze Arktis 2012
Eisbedeckung der Arktis seit 1972 (September-Minimum) – Grafik: UHH / KlimaCampus / Kaleschke

Mit 4,1 Millionen Quadratkilometern würde die Fläche sogar noch das Rekordminus von 2007 (4,3 Mio. km²) deutlich unterschreiten. Im vergangenen Jahr lagen Lars Kaleschke und sein Team mit ihrer Prognose exakt richtig.
Die Arktis als „Frühwarnsystem“ des Klimawandels macht sich erneut deutlich bemerkbar: Meereis-Experte Lars Kaleschke vom KlimaCampus, Universität Hamburg, erwartet im September, zum Zeitpunkt des jährlichen Minimums der Eisbedeckung in der Arktis, eine Fläche von nur noch etwa 4,1 Millionen Quadratkilometern. Dies wäre der geringste Wert seit Beginn der Satellitenmessungen in den 1970er Jahren.

Forscher aus aller Welt beteiligen sich alljährlich am so genannten Sea Ice Outlook, in dem sie mit unterschiedlichen Methoden das verbleibende Eisminimum abschätzen. Mit einer statistischen Prognose basierend auf aktuellen Satellitendaten traf das KlimaCampus-Team diesen Wert im vergangenen Jahr auf eine Nachkommastelle genau – die Eisfläche war auf 4,6 Mio km² geschmolzen.

Auffallend waren bereits die Ereignisse der vergangenen Monate. Der Petermann-Gletscher kalbte einen gigantischen Eisblock, während die Eisoberfläche Grönlands beinahe komplett antaute. Zurzeit fegt ein außergewöhnlich starker Sturm über die Arktis, der die Entwicklung noch kurzfristig beeinflussen kann: „Wenn der Sturm das Eis auseinandertreibt, würde die bedeckte Fläche auf den ersten Blick wieder größer erscheinen. Öffnungen, die dabei entstehen, könnten jedoch das Schmelzen anschließend beschleunigen“, sagt Kaleschke. Denkbar wäre auch, dass durch die Bewegung im Eis wärmeres Wasser aus tieferen Schichten nach oben gelangt. Dadurch könnte die Unterseite des Eises schneller abschmelzen, so der Eisforscher, und das September-Minimum noch extremer ausfallen als schon erwartet.

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Ein Kommentar über “Eisforscher der Uni Hamburg erwarten 2012 Rekordschmelze des Eises in der Arktis”

  1. facepalm schrieb:

    Bereits jetzt wurde neue Rekordschmelzen in allen drei Messarten erreicht:
    - Mereisfläche
    - Meereisausdehnung (= zu mehr als 15% von Eis bedeckt)
    - und vor allem im Meeresivolumen (PIOMAS) auf 3,4 Millionen m3. (in den 80er Jahren waren rund 16 Millionen m3 mormal)

    Und die Schmelzsaison dauert noch rund zwei Wochen.

    Gerade das Volumen hat bis jetzt beinahe ein Viertel des letztjährigen Minimum zusätzlich verloren. Drei weitere Jahre mit diesem Tempo an Eisschmelze, und die Arktis ist im Sommer weitgehend eisfrei.

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