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Klimaschutz im Verkehr: Potenziale bis 2030 – Die Entwicklung nachhaltiger Mobilität

Montag 12. November 2012 von birdfish



Wie kann der Personen- und Güterverkehr in Zukunft klimaschonender gestaltet werden? Welchen Beitrag kann der Verkehr leisten, um Treibhausgasemissionen zu vermindern? Welche Auswirkungen hat der Klimaschutz im Verkehr auf die Volkswirtschaft?

Beim Bahnverkehr könnte viel CO2 eingespart werden
Beim Schienenpersonenverkehr könnte viel CO2 eingespart werden – Foto: Dagmar Struß

Antworten auf diese Fragen zu finden und mögliche Entwicklungspfade für nachhaltige Mobilität bis zum Jahr 2030 aufzuzeigen, war erklärtes Ziel des Forschungsprojektes Renewbility II, dessen Ergebnisse jetzt in Berlin vorgestellt wurden. Wesentliche Erkenntnisse des Forscherteams aus Öko-Institut, Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR-IVF) sowie Fraunhofer-Institut für System-und Innovationsforschung (Fraunhofer-ISI): Der Verkehrssektor kann seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um 37 Prozent im Vergleich zu 2005 reduzieren, werden alle im Klimaschutzszenario enthaltenen Maßnahmen umgesetzt. Das entspricht etwa 84 Millionen Tonnen Treibhausgas-Äquivalenten.

Effizienz, ÖPNV, alternative Kraftstoffe – Klimaschutz rechnet sich

Die wichtigsten Minderungen werden erreicht durch den Einsatz effizienterer Fahrzeuge, die Verlagerung auf energieeffiziente Verkehrsmittel, die Optimierung von Transportketten und den zunehmenden Einsatz von alternativen Kraftstoffen. Und: Klimaschutz im Verkehr hat positive volkswirtschaftliche Effekte. „Die Hersteller effizienter Fahrzeuge erhöhen ihre Wertschöpfung und die Importe fossiler Energieträger sinken“, sagt Wolfgang Schade, Projektverantwortlicher am Fraunhofer-ISI.

„Die Szenarioanalysen zeigen, dass auch der Verkehrssektor bis 2030 eine deutliche Verringerung der Treibhausgasemissionen erzielen und somit zur Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung beitragen kann“, erläutert Florian Hacker, Projektleiter am Öko-Institut, die Erkenntnisse des Forschungsteams. „Eine entsprechende Entwicklung setzt allerdings eine ambitionierte Maßnahmenausgestaltung voraus, die sich nicht auf technische Effizienzsteigerung beschränkt, sondern auch die Verkehrsverlagerung im Güter- und Personenverkehr fördert.“

Personen- und Güterverkehr: Die Potenziale sind verschieden

Die Klimaschutzpotenziale von Personen- und Güterverkehr weisen große Unterschiede auf. Während im Personenverkehr die Treibhausgasemissionen bis 2030 nahezu halbiert werden können, erreicht der Güterverkehr im selben Zeitraum lediglich eine Minderung um knapp 17 Prozent. Und das, obwohl die spezifischen Emissionen pro transportierter Tonne um mehr als die Hälfte reduziert werden.

Rita Cyganski, Projektleiterin am DLR-IVF, weist auf die Hauptursache für diese Diskrepanz hin: „Die Verkehrsleistung beider Teilsektoren entwickelt sich sehr unterschiedlich. Während sie im Personenverkehr bis 2030 wieder nahezu auf das Niveau von 2005 sinkt, steigt das Verkehrsaufkommen im Güterverkehr auch im Klimaschutzszenario bis 2030 noch weiter drastisch an.“ Dennoch kann auch der Güterverkehr mit Transporten über die Schiene, effizienteren Fahrzeugen und dem Einsatz alternativer Kraftstoffe den Treibhausgasausstoß reduzieren.

Forschungsprojekt Renewbility

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