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Studie erklärt Aufstieg und Niedergang der Maya als Reaktion auf den Klimawandel

Dienstag 13. November 2012 von birdfish



Die Rolle des Klimawandels in der Entwicklung der klassischen Maya Zivilisation von 300 bis 1000 n.Chr. wird seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert.

Pyramiden von Tikal
Pyramiden von Tikal – Foto: Oliver Brunner / Pixelio

Grund ist das Fehlen gut datierter klimatischer und archäologischer Reihen. In einem jetzt in Science veröffentlichten Artikel präsentiert ein internationales Team von Forschern, darunter Norbert Marwan vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), hochaufgelöste regionale Klimadaten für die vergangenen 2000 Jahre und zeigt zum ersten Mal, wie die politischen Systeme der Maya sich in Relation zum Klimawandel erst entfalteten und dann zerbrachen.

Aufstieg und Niedergang der Maya als Reaktion auf den Klimawandel

„Ungewöhnlich hohe Regenmengen begünstigten eine Steigerung der Nahrungsmittelproduktion und eine Bevölkerungsexplosion zwischen 450 und 660 nach Christus“, sagt Douglas Kennett, Leitautor und Professor für Anthropologie an der Pennsylvania State University. „Das führte zur Ausdehnung von Städten wie Tikal, Copan und Caracol entlang der Maya Tiefebenen. Die neuen Klimadaten zeigen, dass auf diese fruchtbare Periode ein allgemeiner Trockenheitstrend folgte, der sich über vier Jahrzehnte zog und von einer Serie großer Dürren durchsetzt war, die einen Rückgang in landwirtschaftlicher Produktivität verursachten und zu sozialer Zersplitterung und politischem Zusammenbruch führten.“

Ein Tropfstein aus einer Höhle nahe der historischen Stadt Uxbenka in den tropischen Tiefebenen im Süden Belizes wurde von Forschern der Penn State in den USA, der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich in der Schweiz, der Universität Durham in Großbritannien und unter anderem dem PIK analysiert. Tropfsteine wachsen mit Feuchtigkeit. Anhand der radioaktiven Zersetzung von Uran zu Thorium untersuchten die Wissenschaftler die Altersstruktur des Tropfsteins und konnten so detaillierte Niederschlagseinträge in der Region rekonstruieren. Diese Daten verglichen die Forscher mit detaillierten Aufzeichnungen der politischen Geschichte, die auf Steinmonumenten in Maya-Städten der Region festgehalten wurde. Die Forscher nahmen dabei an, dass niederschlagsbedingte Veränderungen der landwirtschaftlichen Produktivität maßgeblich beitrugen zu politischer Integration oder Desintegration in den Maya-Tiefebenen.

Auf den langfristigen Trockenheitstrend in der Region folgte ein Zusammenbruch der Bevölkerung im Zusammenhang mit einer ausgedehnten Dürre zwischen 1020 und 1100 nach Christus, so die Forscher. Norbert Marwan vom PIK führte für die Studie zur Erstellung der Klima-Zeitreihen umfassende Computeranalysen der Altersdaten des Tropfsteins durch. Dabei wurden Unsicherheiten bei den möglichen Reichweiten von Altersdaten bereits berücksichtigt.  „Der Klimawandel mag nur einer von mehreren Faktoren sein, die Veränderungen für ganze Zivilisationen wie die Maya hervorrufen können“, sagt Marwan. „Dennoch zeigt unsere Studie, dass der Klimawandel große Auswirkungen auf ein gesellschaftliches Gefüge haben kann“.

Originalpublikation:
Douglas J. Kennett, Sebastian F. M. Breitenbach et.al: Development and Disintegration of Maya Political Systems in Response to Climate Change. Published in Science Vol. 338 no.6108 pp. 788-791. DOI:10.1126/science.1226299

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