KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Klimaschützer fordern in Niedersachsen klares Bekenntnis gegen neue Kohlekraftwerke

Mittwoch 6. Februar 2013 von birdfish



In einem gemeinsamen Schreiben haben die klima-allianz deutschland, der BUND Niedersachsen und die Deutsche Umwelthilfe SPD und Bündnis 90/Die Grünen in Niedersachsen aufgefordert, ihre klimapolitischen Wahlkampf-Versprechen im derzeit ausgehandelten Koalitionsvertrag zu konkretisieren.

Braunkohle-Kraftwerke
Jedes Kohlekraftwerk ist eines zuviel – Foto: Kurt F. Domnik / Pixelio

Insbesondere das vom Chemiekonzern DOW in Stade geplante Kohlekraftwerk soll verhindert werden.

Der Kampf gegen die globale Klimaerwärmung erfordere auch von der neuen Landesregierung ein konsequentes Vorgehen, zumal die Erde laut aktuellen Studien auf eine katastrophale Erwärmung von 5 Grad Celsius zusteuere, deren Folgen nicht mehr beherrschbar wären. Dennoch gebe es in Niedersachsen nach wie vor konkrete Pläne zum Neubau von Kohlekraftwerken, die im Fall ihrer Realisierung über die nächsten 40 bis 50 Jahre zu den schlimmsten Treibern der Klimaerwärmung überhaupt gehörten.

Insbesondere setze der Chemiekonzern DOW in Stade weiter auf den Bau eines großen Steinkohlekraftwerks, das allein das Klima jährlich mit 5 Millionen Tonnen CO2 belasten würde. Obgleich in den vergangenen Jahren die meisten Kohlekraftprojekte in Deutschland infolge der Entwicklungen am Strommarkt eingestellt worden seien, setze DOW für die künftige Eigenversorgung unverdrossen weiter auf die umwelt- und klimaschädliche Kohleverstromung.

„Zwar müht sich DOW, sein vermeintliches Industriekraftwerksprojekt als besonders effizient und umweltfreundlich hinzustellen. Das Vorhaben ist jedoch in Wahrheit um keinen Deut besser als andere in Bau befindliche Steinkohlemeiler“, begründete der Landesgeschäftsführer des BUND Niedersachsen, Carl Wilhelm Bodenstein-Dresler, die Initiative der drei Organisationen.

Sowohl SPD als auch Bündnis 90/Die Grünen hatten in ihren Wahlprogrammen eindeutige Bekenntnisse zum Klimaschutz und gegen Kohlekraft formuliert: Bündnis 90/Die Grünen wollen demnach einen „Rückfall ins Kohle-Zeitalter verhindern“, die SPD steht laut Wahlprogramm „zum Kohle-Ausstieg und setzt für den Übergang auf den Energieträger Gas in hocheffizienten Anlagen, die durch Kraft-Wärme-Kopplung optimale Nutzungsgrade erzielen“.

Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Michael Spielmann, nannte das „erfreulich eindeutige Ansagen, die nun in die Realität übersetzt werden müssen“. Die in den vergangenen Jahren verfehlte Energiepolitik des Landes müsse mit dem Regierungswechsel insgesamt eine zukunftsweisende Neuausrichtung erfahren. Dazu gehöre auch die zügige Verabschiedung eines Landesklimaschutzgesetzes mit verbindlichen und ambitionierten Treibhausgasreduktionszielen und ein klares Bekenntnis gegen jedes weitere Kohlekraftwerk in Niedersachsen.

Dr. Katharina Reuter, die Leiterin der Geschäftsstelle der klima-allianz deutschland erklärte: „Wir fordern eine Selbstverständlichkeit: nämlich, dass die Ankündigungen zum Klimaschutz im Koalitionsvertrag konkretisiert und verbindlich gemacht werden.“ Damit würde nach Schleswig-Holstein, Rheinland Pfalz und Baden-Württemberg, die nach der Wahl rot-grüner bzw. grün-roter Regierungen jeweils entsprechende Zielvorstellungen formuliert hatten, auch aus Niedersachsen ein starkes Signal für mehr Klimaschutz und für eine umwelt- und ressourcenschonende Energiewende in Richtung Berlin gesendet.

Schlagworte:
, , , , , , , , , , ,

Verwandte Artikel

Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 6. Februar 2013. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können zum Ende springen und ein Kommentar hinterlassen. Pings sind im Augenblick nicht erlaubt.

Ein Kommentar über “Klimaschützer fordern in Niedersachsen klares Bekenntnis gegen neue Kohlekraftwerke”

  1. birdfish schrieb:

    Konflikt um Steinkohle aus Kolumbien

    Energiekonzerne Eon und Vattenfall in der Kritik, den schlechten Arbeitsbedingungen im kolumbianischen Steinkohleabbau Vorschub zu leisten. Es formieren sich Proteste gegen die Kohleimporte.

    Im Januar 2013 ist ein Arbeitskampf im größten kolumbianischen Tagebau El Cerrejón eskaliert. Seit Anfang Januar wurden die Verhandlungsführer der Gewerkschaft Sintracarbón sowie ihre Familien mehrmals von Unbekannten bedroht. Der Präsident der Kohle-Gewerkschaft, Igor Díaz López, und ihr Verhandlungsführer, Aldo Raúl Amaya Daza, erhielten Telefonanrufe in ihren Wohnungen. Unbekannte erklärten: “Passt auf, wir haben euch im Blick.” Die Ehefrau von Igor Díaz López wurde auf ihrem Handy angerufen und ihr wurde mitgeteilt, wo sie und ihre Kinder sich aufhielten. Außerdem informierten die Gewerkschaftsführer, dass im Umfeld ihrer Wohnungen mehrmals bewaffnete Männer auftraten. [...]

    Hier geht es zum kompletten Artikel vom 28.01.13 auf amerika21.de

Kommentar schreiben