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Experten entwickelten auf Einladung der Helsinki-Kommission Ostsee-Positionspapier

Freitag 1. März 2013 von birdfish



Im Februar trafen sich in Warnemünde rund 50 Experten, um auf Einladung der Helsinki Kommission (HELCOM) und des Forschungsprogramms „Baltic Sea Experiment“ (BALTEX) über dringend notwendige Anpassungen des Baltic Sea Action Plans zu beraten, dessen Umsetzung bis zum Jahr 2021 einen guten ökologischen Status der Ostsee wiederherstellen soll.

Ostsee im herbst
Ostsee. Foto: Ingwer Hansen

Die Teilnehmenden einigten sich auf ein Positionspapier mit Handlungsempfehlungen, das HELCOM den Umweltministern der Ostseestaaten bei einem Treffen Anfang Oktober in Kopenhagen vorlegen wird.

Hier die wichtigsten Punkte aus dem Positionspapier:

  1. Der Klimawandel dämpft die positiven Auswirkungen der im Baltic Sea Action Plan umgesetzten Maßnahmen. Deshalb sollten vor allem die vorgesehen Reduktionsziele für den Nährstoffeintrag verschärft  werden, um zum Beispiel eine weitere Ausbreitung anoxischer Zonen zu verhindern.
  2. Die Auswirkungen des Klimawandels üben auch einen zusätzlichen Druck auf die Biodiversität der Ostsee aus. Deshalb sollte der ohnehin schon von Menschen auf die Artenvielfalt ausgeübte Druck deutlich  reduziert werden: unter anderem der Eintrag von giftigen Substanzen wie PBT und Pestiziden, der Jagd – und Fischereidruck, der Beifang von Meeressäugern und Seevögeln in der Fischerei, der Unterwasserlärm und schwerpunktmäßig der Nährstoffeintrag.
  3. Die Erwärmung der Ostsee schafft neue „ökologische Nischen“ für  gebietsfremde, einwandernde Arten. Monitoringprogramme sollten als eine Art Frühwarnsystem aufgebaut werden, vor allem dabei in Häfen und in der Nähe von Aquakulturbetrieben, wo ein besonders hohes Risiko für die Einwanderung sogenannter „Alien Species“ besteht.
  4. Die Ozeane nehmen rund ein Viertel des durch menschliche Aktivitäten freigesetzten CO2 auf. Die daraus folgende Versauerung des Wassers und deren Konsequenzen für marine Organismen sind in der Ostsee kaum untersucht und müssen künftig in den Forschungsprogrammen stärker  berücksichtigt werden.
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