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Archiv für die 'Sensibilisierung' Kategorie

Studie zeigt, wie breite Akzeptanz der Elektromobilität möglich werden soll

Dienstag 27. Juli 2010 von birdfish

Die Elektromobilität gilt als der Hoffnungsträgerin für die Zukunft.

Elektroauto
Akzeptanz für teure Elektroautos? – Foto: Daniel Litzinger / Pixelio

Eine aktuelle Studie von Fraunhofer IAO und PricewaterhouseCoopers zeigt, mit welchen Geschäftsmodellen eine breite Akzeptanz der Elektromobilität möglich ist und wie Deutschland Leitmarkt der Technologie werden kann.
Deutschland soll Leitmarkt für Elektromobilität werden und eine Million Elektrofahrzeuge bis 2020 auf deutsche Straßen bringen – so die Forderungen von Bundesregierung und deutscher Industrie. Doch für einen Erfolg der Elektromobilität müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Das wichtigste Ziel lautet, die Nutzer für die Elektromobilität zu begeistern.

Wie können Energie- und Automobilindustrie dabei vorgehen? Und was hält der Nutzer von der Möglichkeit, künftig in einem Elektroauto zu fahren? Eine aktuelle Studie von Fraunhofer IAO und PricewaterhouseCoopers möchte diese Fragen beantworten. Im Mittelpunkt stehen die Herausforderungen, die die Elektromobilität an Industrie und die öffentliche Hand stellt sowie Chancen und Risiken dieser Entwicklung.

Grundlage für die Studie bildet eine Befragung von etwa 500 potenziellen Nutzern von Elektrofahrzeugen sowie von Experten aus Politik, Energie- und Automobilwirtschaft. Ausgehend von deren Antworten identifizierten die Autoren Lücken zwischen Erwartungen der Nutzer und tatsächlichen technologischen Möglichkeiten und leiteten Thesen für die Zukunft der Elektromobilität ab. In der Studie präsentieren sie Industrie und öffentlicher Hand Lösungsmöglichkeiten, um diese Lücken zu schließen.

Die derzeitigen Nachteile des Elektrofahrzeugs im Vergleich zum Pkw mit Verbrennungsmotor sind dabei nicht zu übersehen: Es ist zu teuer und mindert die gewohnte individuelle Mobilität der Nutzer. Innovative Mobilitätskonzepte mit neuen Features müssen die Nutzer daher beeindrucken, um die Schwachstellen aufzuwiegen.

Bei der Realisierung von Elektromobilität sehen die Autoren Potenziale für neuen Unternehmersinn und wähnen urbane Zentren als Katalysatoren der Entwicklung. Im Fokus der Betrachtung stehen nachhaltige Kooperationen verschiedener Akteure. Die Automobilindustrie hat tiefgreifende Änderungen vor sich, kann aber mit ihrer hohen Innovationskraft punkten. Energieunternehmen zögern noch aufgrund fehlender Erfahrungen und Geschäftsmodelle. Die öffentliche Hand muss Rahmenbedingungen schaffen und Infrastruktur bereitstellen. Nur integrierte Konzepte, die neben den genannten Akteuren auch die Branche der Informations- und Kommunikationstechnologie einschließen, werden auf lange Sicht erfolgreich sein – so die zentrale These der Studie.

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Riesige Algenschicht: Düngemittel aus der Landwirtschaft rauben Ostsee Sauerstoff

Freitag 23. Juli 2010 von birdfish

In der Ostsee hat sich ein riesiger Algenfilm gebildet.

Algenblüte in der schwedischen Ostsee
Algenblüte in der schwedischen Ostsee – Foto: Jarmo Syvaenen / WWF

Über 1600 km in der Länge und 190 km in der Breite erstreckt sich die Algenschicht. Rund 377.000 Quadratkilometer der Wasseroberfläche in der Ostsee sind derzeit von der Schicht aus Blaualgen bedeckt. Der aktuelle Algenfilm ist der größte, der seit 2005 in der Ostsee beobachtet wurde. Nach Ansicht des WWF tragen die Algenblüten wie in diesem Jahr zur Verschärfung der immensen Sauerstoffprobleme der Ostsee bei. Die Schicht aus Blaualgen zieht sich derzeit von Finnland bis in die Pommersche Bucht und nordwestlich von Rügen hin. In den deutschen Küstengewässern sind besonders das Achterwasser/Oderhaff und der Strelasund betroffen.

„Hohe Temperaturen, wenig Wind und ein überdüngtes Meer – das sind perfekte Bedingungen für Algenwuchs“ erläutert Jochen Lamp, Leiter des WWF-Ostseebüros. Algenblüte sei eigentlich ein natürliches Phänomen. Aufgrund des hohen Nährstoffgehalts in der Ostsee vermehrten sich die Algen jedoch explosionsartig. „Riesige Algenteppiche schaden in erster Linie der Meeresumwelt. Pflanzen sterben ab und regelrechte Todeszonen ohne Sauerstoff bilden sich am Meeresgrund weiter aus“. Sterben die Algen ab, wird besonders viel Sauerstoff verbraucht und giftiger Schwefelwasserstoff gebildet, der allen Organismen am Ostseegrund schadet.

Einen Grund für das Massenwachstum der Blaualgen sieht der WWF in den Nährstoffeinträgen aus der Landwirtschaft. Über Flüsse gelangen große Mengen Stickstoff und Phosphor aus Düngemitteln ins Meer, die bei günstigen Witterungsbedingungen die Algenblüte vorantreiben. „Überdüngung ist das größte Umweltproblem der Ostsee und der Motor für die Ausbreitung der sauerstoffarmen Zonen“ sagt Jochen Lamp weiter. „Es ist unverantwortlich, wenn die Ostseeanrainer einerseits ehrgeizige Ziele zum Stopp des Nährstoffeintrags beschließen, und dann dieselben Staaten die Überdüngung anheizen“. In Schweden ist beispielsweise kürzlich die Düngemittelsteuer abgeschafft worden. In Mecklenburg-Vorpommern wurde das Landeswassergesetz so geändert, dass statt bisher bis auf  sieben Meter jetzt bis auf einen Meter an Gräben und Bäche heran gedüngt und gespritzt werden darf.

Zum Schutz der belasteten Ostsee fordert der WWF daher strengere Maßstäbe für die Landwirtschaftseinträge, einen ostseeweiten Bann von Phosphaten in Waschmitteln und die konsequente Abwassereinigung von Kreuzfahrt- und Fährschiffen in der Ostsee. Die Abwässer müssten zudem während der Liegezeit in den Häfen entsorgt werden. Schätzungsweise 340 Tonnen Stickstoff und 112 Tonnen Phosphor gelangen jedes Jahr aus Abwässern der Passagierschifffahrt direkt ins Wasser der Ostsee.

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Zehn Jahre Wasserrahmenrichtlinie – ein zahnloser Tiger? Der EEB-Bericht kritisiert

Freitag 23. Juli 2010 von birdfish

Das Europäische Umweltbüro (EEB) hat im Juli einen ernüchternden Statusbericht zur Wasserrahmenrichtlinie veröffentlicht.

Gewässer müssen für die Zukunft erhalten werden
Gewässer müssen für die Zukunft erhalten werden – Foto: Hanspeter Bolliger / Pixelio

Der Bericht „Zehn Jahre Wasserrahmenrichtlinie – ein zahnloser Tiger?“  verdeutlicht, wie wenig europäische Regierungen zum Schutz und zur Restauration der europäischen Gewässer tun und wie wenig ambitioniert die Länder bei der Umsetzung seit Inkrafttreten der Wasserrahmenrichtline vor zehn Jahren waren. Auf Grundlage von acht Flussgebietsplänen in Europa stellt der Bericht fest, dass mit wenigen Fortschritten in den nächsten Jahren zu rechnen ist. Die nationalen Flussgebietspläne zum Schutz und zur Verbesserung der Gewässer zeigen danach wenig oder gar keinen Erfolg.

Viele Pläne vertagen die beschlossenen Verbesserungen auf das Jahr 2027. Das würde einen weitreichenden Missbrauch der gesetzlich vorgesehenen Ausnahmeregelungen bedeuten. „Das ist im Anbetracht der Tatsache, wie wichtig Wasser für unser Leben ist und wie wir es noch verschmutzen, inakzeptabel, sagt Pieter de Pous, EEB-Referent für Wasserpolitik. „Europas Flüsse, Seen und Feuchtgebiete bieten Dienstleistungen von sozialem und wirtschaftlichem Wert und sollten für zukünftige Generationen erhalten bleiben. Mit einer zeitigen und effizienten Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie wird Europa weiterhin von solchen Dienstleistungen profitieren können, Geld sparen, neue Arbeitsplätze schaffen und auf nachhaltige Weise wachsen können“.

EEB-Bericht “Zehn Jahre Wasserrahmenrichtlinie – ein zahnloser Tiger?” (PDF, engl.)

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Beim Subventionsabbau nicht zurückrudern. Eckpunkte ökologischer Luftverkehrsabgabe

Donnerstag 22. Juli 2010 von birdfish

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte jetzt die Bundesregierung auf, an ihren ökologisch angelegten Sparbeschlüssen festzuhalten.

Subventionen satt für Klimakiller Flugverkehr
Subventionen satt für Klimakiller Flugverkehr – Foto: Arno Bachert / Pixelio

Steuergeschenke für besonders klimaschädliche Industrien und Subventionen für den Flugverkehr müssten zur Sanierung des Haushaltes und aus ökologischen Gründen gestrichen werden. Der nun vorliegende Gesetzentwurf der “ökologischen Flugverkehrsabgabe”, die dem Haushalt jährlich eine Milliarde Euro einsparen soll, werde ihrem umweltpolitischen Anspruch nicht gerecht und sei daher “Etikettenschwindel”. Die extrem klimaschädlichen Langstreckenflüge würden mit 26 Euro Ticketaufschlag im Verhältnis zu den innereuropäischen Flügen (13 Euro) zu gering belastet. Business- und Erste-Klasse-Kunden würden trotz bis um das Doppelte höherer CO2-Emissionen nicht stärker als Economy-Kunden belastet. Frachtflüge blieben komplett verschont.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: “Wollten sich Wirtschaftsminister Brüderle und die FDP zu Beginn der Legislatur noch mit Subventionsabbau profilieren, geben sie nun die Besitzstandswahrer der Industrie-Lobby. Wenn Frau Merkel zulässt, dass ihre Minister die gemeinsamen Kabinettsbeschlüsse zur Flugverkehrsabgabe, Energiesteuer und Brennelementesteuer bekämpfen, verliert sie jede umweltpolitische Glaubwürdigkeit und wird bei der Haushaltskonsolidierung scheitern.”

Der Flugverkehr sei mit über elf Milliarden Euro jährlich die am stärksten bezuschusste Branche in Deutschland und ein Musterbeispiel fehlgeleiteter Subventionspolitik. Der Luftverkehr wachse unverhältnismäßig stark und treibe den Klimawandel voran.

Werner Reh, BUND-Verkehrsexperte: “Es ist absurd, dass ein Flug von Frankfurt am Main nach Paris mit 200 Fluggästen durch die Kerosin- und die Mehrwertsteuerbefreiung mit etwa 8 000 Euro subventioniert wird, während die Bahn Stromsteuer einschließlich Ökosteuer, Mehrwertsteuer und CO2-Emissionszertifikate bezahlen muss.”

Die “ökologische Flugverkehrsabgabe” im Umfang von einer Milliarde könne nur ein erster Einstieg in den Subventionsabbau sein. Allerdings müssten diese Maßnahmen auch eine ökologische Lenkungswirkung entfalten. Der BUND legte ein eigenes Konzept vor, wie das Sparziel mit einer am CO2-Ausstoß orientierten Flugverkehrsabgabe ökologisch gerecht erreicht werden kann. Nach den BUND-Vorschlägen würden Langstreckenflüge pro Passagier mit 32 Euro um das Vierfache höher besteuert als innereuropäische Flüge mit 8 Euro. Entsprechend der höheren CO2-Emissionen von Erste-Klasse-Passagieren müssten deren Ticketabgaben bei mindestens 12 Euro für innereuropäische und 45 Euro für Interkontinental-Flüge liegen. Für Frachtflüge schlägt der BUND Abgaben in Höhe von zehn Euro pro 100 Tonnen vor.

Mit dieser Abgabenstruktur könnten Ausweichreaktionen der Kunden verhindert werden, sagte Reh: “Die Flugverkehrslobby malt Horrorszenarien von Kundenabwanderungen mit der Folge von Arbeitsplatzverlusten an die Wand, die bei einer klugen Ausgestaltung der Abgabe nicht eintreten werden.”

Der BUND fordert mittel- und langfristig den vollständigen Abbau der Luftverkehrssubventionen aus Gründen des Klimaschutzes und der Haushaltskonsolidierung. Dazu solle die Bundesregierung Vereinbarungen mit ihren westlichen Nachbarländern Niederlande, Belgien und Frankreich treffen, deren Ticketabgaben in der Vergangenheit an der ablehnenden Haltung der Bundesrepublik gescheitert waren.

Die BUND-Eckpunkte einer ökologischen Flugverkehrsabgabe (pdf)

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Warnung vor Folgen steigender Emissionen – Die Klimaanlage der Erde läuft heiß

Mittwoch 21. Juli 2010 von birdfish

Neue Daten zur Erhöhung der globalen Temperatur vom ‘Goddard Institute for Space Studies‘ der NASA zeigen, dass die erste Hälfte des Jahres 2010 das wärmste Halbjahr der letzten 130 Jahre war.

Klimawandelfolgen
Sichtbare Klimawandelfolgen – Foto: Michel Gunther / WWF-Canon

Die Temperatur lag 0,7 Grad Celsius über dem Durchschnittswert. „Nur weil der Klimawandel auf der politischen Tagesordnung augenblicklich nicht ganz oben steht, hat er nicht aufgehört, zu existieren“ erklärt Regine Günther, Leiterin Klima- und Energiepolitik des WWF Deutschland. „Die globale Erwärmung schreitet dramatisch  voran.“

Aktuelle Daten zeigen einen langfristigen Trend zu erhöhten Temperaturen der Meeresoberfläche im tropischen Atlantik und Golf von Mexiko, der auch durch den Anstieg der Treibhausgase-Konzentration in der Atmosphäre verstärkt werde. Beunruhigend sei insbesondere die Rekordtemperatur der Meeresoberfläche im tropischen Atlantik. Durch die Energie der warmen Oberfläche könnte eine der schlimmsten atlantischen Hurrikan-Perioden bevorstehen, befürchten Experten.

„Am Golf von Mexiko schließt sich auf bedauerliche Weise der Teufelskreis des Erdöls. Das Öl verursacht dort eine doppelte Katastrophe. Einerseits verschmutzt es direkt durch die Förderung den Golf über Jahrzehnte, andererseits drohen der Region  langfristig noch stärkere Hurrikane, als eine mögliche Folge der exzessiven Nutzung fossiler Brennstoffe“, so Günther. Hurrikane bedrohen die Region umso stärker, da natürliche Barrieren, wie beispielsweise die Mangrovenwälder, durch Umweltverschmutzungen und die gerade stattfindenden Ölkatastrophe immer schwächer werden. „Wir müssen begreifen, dass fossile Brennstoffe unsere Lebensgrundlage nicht sichern, sondern bedrohen“, so Günther.

Um die Welt vor den schlimmsten Folgen des Klimawandels zu bewahren und die globale Temperaturerhöhung unter der Gefahrenschwelle von 2 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten zu halten, würden klare Maßnahmen und Ziele benötigt. Diese fehlen jedoch nach wie vor. So würden die bisher von den einzelnen Ländern angebotenen Minderungsziele zu einer Erwärmung um mehr als 3° Celsius führen.  „Nicht nur Europa muss endlich seiner historischen Verantwortung gerecht werden und sein Minderungsziel bis 2020 auf 30% erhöhen. Auch die USA müssen nicht nur die vor ihrer Haustür stattfindende Ölkatastrophe bekämpfen, sondern endlich auch ihre CO2-Emissionen drastisch senken“, fordert Regine Günther.

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EU-Minister wollen sich für ein strengeres Klimaschutzziel in Europa einsetzen

Mittwoch 21. Juli 2010 von birdfish

Wird es strengere Klimaschutzziele in Europa geben?

Emissionen müssen erheblich reduziert werden
Emissionen müssen erheblich reduziert werden – Foto: Konstantinos Dafalias / Pixelio

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat zusammen mit dem Energieminister Großbritanniens Chris Huhne, und dem Umweltminister Frankreichs Jean-Louis Borloo die EU dazu aufgerufen, ihren Treibhausgasausstoß bis 2020 um 30 Prozent zu senken.

Die Europäische Union muss ihre Klimaschutzziele erhöhen, wenn sie den Wettlauf um die Marktführerschaft bei den Grünen Technologien gegen China, Japan oder die Vereinigten Staaten gewinnen wolle. Ihren Appell veröffentlichten die Minister am Mittwoch in der Financial Times.

Bisher hatten sich die Mitgliedstaaten im europäischen Klima- und Energiepaket von 2008 nur auf eine Emissionsreduktion von 20 Prozent verglichen mit dem Basisjahr 1990 geeinigt. Dies liegt unterhalb der vom Weltklimarat empfohlenen Reduktion von 25 bis 40 Prozent, die nötig wären, um den globalen Temperaturanstieg auf zwei Grad zu begrenzen und damit unterhalb der Gefahrenschwelle zu bleiben, nach der unumkehrbare Folgen drohen.

Die Minister wiesen in ihrem Schreiben auch auf die durch die Wirtschaftskrise um ein Drittel gesunkenen Kosten zur Erreichung des 30-Prozent-Ziels hin. Dies hatte die EU-Kommission vor einigen Monaten berechnen lassen. Ihren Vorschlag, das Ziel zu erhöhen, hatte die Kommission jedoch zunächst wieder zurückgezogen.

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Sinnvoll: Die Luftverkehrsabgabe auf Flüge soll nicht bis zum Jahr 2012 befristet werden

Mittwoch 21. Juli 2010 von birdfish

Der NABU begrüßt die Ankündigung des Bundesfinanzministeriums, die geplante Luftverkehrsabgabe auf Flüge nicht bis zum Jahr 2012 zu befristen.

Flugverkehr darf nicht von Abgaben befreit werden
Flugverkehr darf nicht von Abgaben befreit werden – Foto: tobman / Pixelio

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller dazu: „Die Luftverkehrsabgabe und deren Entfristung ist ein sinnvoller Schritt um Flugzeuge, die umweltschädlichsten Verkehrsmittel überhaupt, an den von ihnen verursachten Klima- und Gesundheitskosten zu beteiligen.“

Während Autofahrer Mineralölsteuer und Mehrwertsteuer zahlten, seien die Airlines von nahezu jeglicher Abgabe befreit. Ein Skandal, der durch die neue Flugabgabe teilweise behoben werde. Als weiterführende Maßnahme fordert der NABU jedoch die Einführung der Kerosinsteuer, die dem klammen Bundeshaushalt mehrere Milliarden Euro Mehreinnahmen pro Jahr bescheren würde.

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Einsparpotenzial nicht genutzt – Effizientere Sanierungspolitik für Eigenheime gefordert

Mittwoch 21. Juli 2010 von birdfish

Deutschland braucht eine zielstrebigere Sanierungspolitik, um die Modernisierung von Eigenheimen anzukurbeln, so eine jetzt veröffentlichte Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW).

Energieeffizienz durch Gebäudesanierung
Energieeffizienz durch Gebäudesanierung – (c) Rainer Sturm / Pixelio

Die Wissenschaftler des Forschungsprojektes Enef-Haus fordern von der Politik ambitioniertere Standards und eine gezieltere Förderung von Maßnahmen mit hohem Energieeinsparpotenzial. Darüber hinaus sei es an der Zeit, über ergänzende Finanzierungsmodelle wie einen Energieeffizienzfonds oder die Förderung der Sanierung als Altersvorsorge nachzudenken, um Liquiditätsengpässe im Bereich der Eigenheimsanierung zu verhindern.

„Deutschland steckt im Sanierungsstau“, so Thomas Vogelpohl, Wissenschaftler am IÖW und Koautor der Studie «Politische Instrumente zur Erhöhung der energetischen Sanierungsquote bei Eigenheimen». „Die Anreize und Anforderungen, die die Politik für eine energetische Sanierung vorgibt, reichen nicht aus“, so der Energieexperte weiter. „Um die klimapolitischen Ziele erreichen zu können, ist die energetische Gebäudesanierung von herausragender Bedeutung.“

In der Studie sind die Forscher der Frage nachgegangen, welche politischen Stellschrauben verändert werden müssen, um die energetische Sanierungsquote bei Eigenheimen zu erhöhen. Die Forschungsergebnisse zeigen nun: Weder wird bisher zielgerichtet auf die Hemmnisse von Eigenheimbesitzern eingegangen, noch sind die politischen Instrumente ausreichend auf die zentralen Einsparpotenziale wie Dämmung von Dach und Außenwänden ausgerichtet.

Was die rechtlichen Vorgaben betrifft, sei neben der Höhe der Standards vor allem wichtig, dass die Anforderungen zum richtigen Zeitpunkt greifen. Die Forscher empfehlen, insbesondere Neueigentümer stärker in die Pflicht zu nehmen. So könnte bei einer Eigentumsübertragung ein ganzes Maßnahmenbündel greifen, wie z. B. eine verpflichtende Energieberatung oder die verbindliche Vorgabe zentraler Modernisierungsmaßnahmen entsprechend ihrer technischen und wirtschaftlichen Realisierbarkeit. Vogelpohl: „Zum einen könnte damit verhindert werden, dass dieser Sanierungsanlass ungenutzt bleibt, und zum anderen könnte eine wirkungsvollere Vollzugskontrolle gewährleistet werden.“

In Bezug auf die Förderprogramme von Sanierungsmaßnahmen empfehlen die Wissenschaftler, die Mittel zielgerichteter bereitzustellen. Zwar würden die Fördertöpfe derzeit voll ausgeschöpft, jedoch handele es sich dabei häufig um Basismaßnahmen mit geringem Einsparpotenzial. Zudem sei es wichtig, soziale Kriterien bei der Förderung stärker zu berücksichtigen, damit auch finanziell schwächere Eigenheimbesitzer in die Lage versetzt werden, energetisch anspruchsvolle Sanierungen stemmen zu können.

Um in Zeiten knapper Haushaltskassen die dafür notwendigen zusätzlichen Finanzmittel freizusetzen und die Beständigkeit der Förderprogramme zu gewährleisten, schlagen die Experten verschiedene ergänzende Finanzierungsinstrumente vor. Eine Option stelle hier die Einrichtung eines Energieeffizienzfonds dar, der über einen Aufschlag auf die Energiesteuer finanziert werden könnte. „Dies würde gleichzeitig die Energiekosten erhöhen und Effizienzmaßnahmen somit doppelt attraktiv machen“, so Stefan Zundel, Professor an der Hochschule Lausitz und Projektleiter von Enef-Haus. „Aber auch eine Erweiterung des Eigenheimrentengesetzes um die Möglichkeit der energetischen Sanierung als Altersvorsorge sowie eine Ausweitung des Energie-Contractings stellen vielversprechende Ansatzpunkte dar, um die Liquiditätsbremse im Bereich der Eigenheimsanierung zu lockern.“

Im Projekt Enef-Haus untersucht das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) gemeinsam mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) und der Hochschule Lausitz im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, wie die energetische Sanierungsquote von Ein- und Zweifamilienhäusern erhöht werden kann. Die vorliegende Studie stellt einen zentralen Baustein eines integrierten Kommunikations- und Politikansatzes dar, der durch eine Analyse der kommunikativen Marketing- und Energieberatungsansätze ergänzt wird.

Studie: “Politische Instrumente zur Erhöhung der energetischen Sanierungsquote bei Eigenheimen” (PDF)

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