Archiv für die 'Landwirtschaft' Kategorie
Mittwoch 28. Juli 2010 von birdfish
Kulturpflanzen widerstandsfähiger gegen Hitze, Trockenheit und Krankheitsbefall zu machen, ist das Ziel des neuen bayerischen Forschungsverbunds „Forplanta: Pflanzen fit für die Zukunft“.
Ackerschmalwand – Foto: Alberto Salguero / Wikipedia
Prof. Dr. Uwe Sonnewald, Lehrstuhl für Biochemie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), ist an der Forschung mit einer Arbeitsgruppe beteiligt. Das bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst fördert den Verbund in den kommenden drei Jahren mit rund 1,5 Millionen Euro.
„Durch den Klimawandel werden in den nächsten Jahren Hitze und Trockenheit unseren Kulturpflanzen verstärkt zusetzen“, sagt Prof. Sonnewald. „Der neue Forschungsverbund will mit Hilfe moderner Technologien wie der Gen- und Genomforschung herausfinden, wie Pflanzen besser gegen diese Belastungen gewappnet werden können.“ Zunächst wollen die Forscher die Pflanze Acker-Schmalwand (Arabidopsis thaliana) untersuchen. Von dieser existieren weltweit eine Vielzahl so genannter Ökotypen, d.h. Varianten, die entweder an heiße und trockene oder an kalte Klimaregionen angepasst sind.
In der Arbeitsgruppe von Prof. Sonnewald wird erforscht, wie sich bei den verschiedenen Ökotypen die Aktivität der Gene sowie der Stoffwechsel bei Hitze und Trockenheit verändern. Im Zentrum der Forschung stehen dabei der pflanzliche Wasserhaushalt und das Pflanzenhormon Abscisionsäure (ABA). Dieses wirkt bei Wassermangel wie ein Stresshormon. Es sorgt dafür, dass die Spaltöffnungen in der Außenhaut der Blätter geschlossen werden – aus der Pflanze entweicht dann weniger Wasser. Wenn es gelingt, die Wirkung von ABA bei den Pflanzen zu optimieren, könnte die Toleranz gegen Hitze und Dürre verbessert werden. Da die Spaltöffnungen außerdem wichtige Eintrittspforten für schädliche Bakterien und Pilze sind, will die Arbeitsgruppe von Prof. Sonnewald untersuchen, ob sich Veränderungen bei den Spaltöffnungen auch auf die Abwehr von Krankheitserregern auswirken.
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Mittwoch 28. Juli 2010 von birdfish
Mit der Wasserrahmenrichtlinie hat die Europäische Union ein Instrument geschaffen, um die Qualität von Grund- und Oberflächenwasser im Einzugsbereich von Flüssen europaweit zu verbessern.
Die Weser leidet unter dem Einfluss der Landwirtschaft – Foto: Gunda Schünemann / Pixelio
Welche Anstrengungen seitens der Landwirtschaft nötig sind, damit die Wasserqualität der Weser den Vorgaben der EU-Richtlinie genügt, zeigt eine aktuelle Studie des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI) in Braunschweig.
Um die Wasserrahmenrichtlinie im Einzugsgebiet der Weser zu erfüllen, sind erhebliche Anstrengungen nötig, vor allem im Bereich der Landwirtschaft, auch wenn diese ihre Stickstoffüberschüsse in den letzten Jahren deutlich reduzieren konnte. Unter anderem müsste der Stickstoffeintrag in die Weser um jährlich rund 25 000 t reduziert werden. „Dies würde jährliche Kosten von über 100 Millionen Euro zusätzlich zu bisherigen Agrarumweltmaßnahmen verursachen, wenn die Beratungskosten hinzugerechnet werden“, erklärt Peter Kreins, Projektleiter am vTI. Diese Ergebnisse basieren auf Berechnungen des Projektes „AGRUM Weser“, die jetzt vom vTI veröffentlicht worden sind.
„Das Pilotprojekt AGRUM Weser bietet erstmals einen übergreifenden Ansatz, um Wirkungen und Kosten von der Landwirtschaft bis hin zu Einträgen in die Gewässer bis 2015 für die Weser zu quantifizieren“, bestätigt Dr. Werner Ambros aus dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Das länderübergreifende Forschungsprojekt AGRUM Weser (Analyse von Agrar- und Umweltmaßnahmen im Bereich des landwirtschaftlichen Gewässerschutzes vor dem Hintergrund der EG-Wasserrahmenrichtlinie) untersuchte das gesamte Einzugsgebiet der Weser mithilfe eines Modellverbundes aus einem agrarökonomischen und zwei hydrologischen Modellen. Dadurch ist es erstmals möglich geworden, die Wechselbeziehungen zwischen landwirtschaftlichen Einträgen in die Gewässer und ihren Pfadabhängigkeiten sowie die Wirkung und Kosten von möglichen Maßnahmen im landwirtschaftlichen Gewässerschutz umfassend abzubilden und eine verbesserte Berechnung zu Umsetzungsmöglichkeiten der EU-Wasserrahmenrichtlinie vorzunehmen.
Um die Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie bis 2015 zu erfüllen, schlagen die vTI-Wissenschaftler in der Studie eine erste Maßnahmenkombination für die Landwirtschaft vor, die sich auf rund 1,3 Millionen Hektar bezieht und insgesamt über 100 Millionen Euro pro Jahr kosten würde. Dabei wurden die Maßnahmen Zwischenfruchtanbau, keine Ausbringung von Wirtschaftsdünger nach der Ernte, grundwasserschonende Ausbringungstechnik von Gülle und Festmist, Extensivierung von Grünland, Förderung von Extensivkulturen, Reduzierung der Mineraldüngung bei Getreide sowie der Anbau von Winterrüben in Betracht gezogen. In rund 7 Prozent der Regionen konnte jedoch auch mit diesen Maßnahmen die Zielsetzung nicht erreicht werden, sodass weitere landwirtschaftliche oder wasserwirtschaftliche Maßnahmen notwendig sind.
Die Ergebnisse basieren auf einer dreijährigen Zusammenarbeit der Wissenschaftler des vTI, des Forschungszentrums Jülich (FZJ) und des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) sowie Diskussionen mit Experten aus den Landesministerien der beteiligten Bundesländer und der Flussgebietsgemeinschaft Weser. Der Abschlussbericht des AGRUM Weser Projekts wurde als Sonderheft 336 der Fachzeitschrift Landbauforschung veröffentlicht.
Sonderheft zum AGRUM Weser Projekt
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Montag 26. Juli 2010 von birdfish
Wie wird die europäische Landwirtschaft in vier Jahren aussehen, wie wird künftig die gemeinsame Agrarpolitik in der EU gestaltet?
Welche Änderungen wird es in der Agrarpolitik der EU geben? – Foto: Dagmar Struß
Darüber debattierten jetzt Vertreter aus Wirtschaft und Gesellschaft sowie aus der Agrarwissenschaft auf einer Konferenz der Europäischen Kommission in Brüssel. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erörterten die bisherigen Ergebnisse einer öffentlichen Konsultation, die die Kommission im April gestartet hatte. Im Wesentlichen ging es um folgende vier Fragen: Warum benötigen wir eine gemeinsame Agrarpolitik? Was erwarten die Bürger von der EU-Landwirtschaft? Warum muss die GAP reformiert werden? Welches Instrumentarium benötigen wir für die GAP von morgen?
Laut dem Informationsdienst EurActiv kristallisierten sich drei Schwerpunktthemen heraus: die Garantie der Ernährungssicherheit, eine umweltfreundlichere Landwirtschaft und der Erhalt des Wohlstands ländlicher Gebiete. In den Beiträgen wurde betont, dass die Agrarsubventionen fairer verteilt und weitere finanzielle Anreize geschaffen werden sollen, damit die Landwirte die Umweltvorgaben auch umsetzen können. Viele Bürger hoben hervor, dass faire Wettbewerbsbedingungen für Landwirte, Lebensmittelindustrie und Händler gewährleistet werden müssen. Zudem sollte die Vielfalt der Landwirtschaft im der gesamten EU erhalten werden.
Der für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zuständige Kommissar Dacian Ciolos wies auf die starke Beteiligung an der Konsultation hin. Innerhalb von zwei Monaten waren knapp 6000 Beiträge aus der Öffentlichkeit, von Experten und Nichtregierungsorganisationen eingegangen. Das mache deutlich, dass die Agrarpolitik den Menschen wichtig ist und dass es dabei nur um die Erzeugung von Lebensmitteln, sondern auch um die Bereitstellung umfassenderer öffentlicher Güter geht, sagte Ciolos.
Zu Beginn der Konferenz schaltete die Stiftung EuroNatur und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) eine neue Webseite frei. Dort sind die Ergebnisse des Analyse- und Diskussionsprozesses von zahlreichen Verbänden zur Agrarreform nachzulesen. Die Verbände zeigen auf, wie aus ihrer Sicht eine zukunftsfähige nachhaltige Landwirtschaft gestaltet werden sollte. „Eine ökologische Neuausrichtung der Agrarpolitik ist dringend erforderlich. Nur so können wir den neuen Herausforderungen wie Artenschwund und Klimawandel wirksam begegnen“, sagte Lutz Ribbe von EuroNatur.
Bis November will die Kommission eine Mitteilung vorlegen, die die verschiedenen Möglichkeiten für die Agrarpolitik nach 2014 auflistet.
Kommission zur GemeinsamenAgrarpoltik nach 2013
Website der Agrarplattform
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Montag 26. Juli 2010 von birdfish
Biodiversität soll mehr in den eruropäischen Vordergrund rücken.
Der geschützte Sonnentau wächst in Mooren – Foto: Dagmar Struß
Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat im Juli das im März von den Staats- und Regierungschefs verabschiedete Ziel unterstützt, den Biodiversitätsverlust und die Degradierung der Ökosystemleistungen bis 2020 zu stoppen und die Biodiversität, wenn möglich, wiederherzustellen.
Darüber hinaus fordert er auch die Entwicklung von Unterzielen sowie die Integration der Biodiversitätsbelange in andere Politiken wie Forst- oder Landwirtschaft und Regional- und Entwicklungspolitik. Der durch den Umweltausschuss verabschiedete Bericht beleuchtet zudem die Umsetzung der europäischen Gesetzgebungen zum Biodiversitätsschutz. Er soll im September im Plenum des Europäischen Parlaments verabschiedet werden.
Der Ausschuss der Regionen (AdR) hat seine Position zu einer EU 2020-Biodiversitätsstrategie zum bereits im Juni verabschiedet.
Derzeit laufen die ersten Überlegungen zum neuen EU-Biodiversitätsaktionsplan. Nach der Sommerpause wird es voraussichtlich eine öffentliche Konsultation zu dem Thema geben.
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Donnerstag 22. Juli 2010 von birdfish
Die Folgen des globalen Klimawandels treffen zunehmend Menschen, die am schlechtesten darauf vorbereitet sind.
Klimawandelfolgen treffen die Schwächsten – Foto: Margrit / Pixelio
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiiert und finanziert darum langfristige Forschungskooperationen mit West- und Südafrika. Das Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn leitet den Aufbau eines Kompetenzzentrums in Westafrika. Langfristig soll dies dazu führen, dass afrikanische Wissenschaftler, Politiker und Praktiker mit eigener Expertise die Herausforderungen in Bezug auf Klimawandel und Landnutzung auf ihrem Kontinent meistern können.
Das Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn leitet den Aufbau eines der beiden regionalen Zentren, die das BMBF unterstützt, und zwar das „WASCAL“(West African Science Service Center on Climate and Adapted Land Use). In dieses Projekt sind außer afrikanischen Partnern Forschungsinstitute aus ganz Deutschland involviert. Von der Universität Bonn engagieren sich auch das Geographische Institut und die Landwirtschaftliche Fakultät für das Projekt.
„Die Entwicklung eines derartigen umfassenden regionalen Netzwerkes ist bisher einmalig und nur deshalb möglich, weil auf Errungenschaften von bisherigen Forschungskooperationen in der Region fortgebaut werden kann“, sagt Prof. Dr. Paul Vlek, Direktor am ZEF und Leiter des WASCAL-Projekts. „Das BMBF hat in den vergangenen 10 Jahren Projekte zu Land- und Wassernutzung wie auch zu Biodiversität in West- und Südafrika finanziert. Das ZEF hat das GLOWA Projekt in Ghana und Burkina Faso geleitet, und kann jetzt auf entsprechende Kontakte und Forschungsergebnisse zurückgreifen. Auch haben wir Dutzende afrikanische Doktoranden ausgebildet, die jetzt als unsere Partner an Universitäten und für internationale Organisationen in der Region tätig sind.“
Das BMBF fördert in einer Startphase bis Mitte 2011 den Aufbau des westafrikanischen Kompetenzzentrums WASCAL mit 2,9 Millionen Euro. Partnerländer sind 10 westafrikanische Staaten (Ghana, Burkina Faso, Benin, Elfenbeinküste, Gambia, Mali, Niger, Nigeria, Togo und Senegal). Das zweite Zentrum wird in Südafrika entstehen. Nach der Startphase werden weitere Mittel für die Umsetzung der Kompetenzzentren zur Verfügung gestellt.
In der knapp anderthalb Jahre dauernden Startphase von WASCAL sollen die Grundlagen für ein regionales Kompetenzzentrum in Ouagadougou, Burkina Faso, gelegt werden. Hier sollen von afrikanischen und internationalen Wissenschaftlern Daten zu Klimawandel und Landnutzung erhoben, gespeichert und aufgearbeitet werden. Außerdem werden von hier aus in Zukunft die weiteren regionalen Aktivitäten koordiniert. Darüber hinaus werden afrikanische und deutsche Wissenschaftler ein gemeinsames Forschungsprogramm zu Klimawandel und Landnutzung entwerfen. Als dritte Säule von WASCAL sollen westafrikanische Universitäten in Kooperation mit deutschen Universitäten sieben Graduiertenschulen zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen den Klimawandel betreffend aufbauen.
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Freitag 16. Juli 2010 von birdfish
Bleibt bei den EU-Agrarsubventionen alles beim Alten? Die Empfänger von Zuschüssen aus dem Brüsseler Agrarbudget können offenbar auch in den kommenden Jahren auf kräftige Finanzspritzen hoffen.
Landwirtschaft – Foto: Hermann / Pixelio
EU-Agrarkommissar Dacian Cioloş versprach beim Deutschen Bauerntag in Berlin Anfang Juli, sich für den Erhalt direkter Beihilfen und Mittel für ländliche Entwicklung einzusetzen. Ansonsten könne die Landwirtschaft in manchen Regionen verschwinden. Cioloş sieht Chancen, den bisherigen Umfang der Agrarzahlungen auch nach 2013, wenn die neue Finanzperiode in der EU beginnt, beizubehalten. Allerdings will der Landwirtschaftskommissar die Direktbeihilfen für europäische Bauern enger an die Erwartungen der Gesellschaft koppeln. “Dazu gehören der Umweltschutz, die Bekämpfung des Klimawandels, die Raumordnung, die Beschäftigung und auch die Landschaftspflege” , sagte er. Bei der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2014 sollten klare, glaubhafte Förderkriterien festgelegt werden. Die Europäer verstünden vollkommen, dass die Landwirte finanziell unterstützt werden müssen, unterstrich er.
Die Agrarförderung macht mit gut 56 Milliarden Euro im Jahr den größten Posten im EU-Haushalt aus. Die deutschen Bauern bekommen mehr als sechs Milliarden Euro von der EU. Um die Höhe dieser Zahlungen nach 2014 wird derzeit heftig gerungen. Verbände aus Landwirtschaft, Umwelt-, Natur-, Tier- und Verbraucherschutz sowie kirchlicher Entwicklungsarbeit fordern seit Langem, die Agrargelder gerechter zu verteilen. Sie kritisieren, dass die milliardenschweren Subventionen vor allem wenigen Agrargroßbetrieben und der Lebensmittelindustrie zu Gute kämen. Die Probleme des weltweiten Hungers und die von der Landwirtschaft verursachten ökologischen und sozialen Probleme ließen sich aber nur lösen, wenn das bisherige System der EU-Agrarsubventionen grundlegend verändert werde.
Positionspapier “Für eine grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik” (PDF)
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Freitag 16. Juli 2010 von birdfish
In London wurde jetzt der dritte Teil der Studie „The Economics of Ecosystems and Biodiversity“ (TEEB) vorgestellt.
Durch intensive Landwirtschaft fast verschwunden: der Kiebitz – Foto: Jala 7 / Pixelio
Der NABU fordert als Reaktion auf die Studie ein klares Umdenken und verstärktes Engagement der Wirtschaft für den Erhalt von Lebensräumen und Arten. Laut TEEB-Studie verursachen Unternehmen in Natur und Umwelt Schäden von etwa 2,2 Billionen US-Dollar im Jahr. Andererseits werden jährlich allein mit ökologisch zertifizierten Agrarprodukten über 40 Milliarden US-Dollar umgesetzt, Tendenz steigend. „Wer die Natur schädigt, zerstört die Märkte der Zukunft. Natur und Arten zu erhalten sollte daher im ureigenen Interesse eines Unternehmens liegen“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Zudem lehnten über 80 Prozent der Verbraucher Produkte ab, deren Herstellung Schäden an Natur und Umwelt verursachen.
Die weltweite Untersuchung zeige erneut, dass sich die Rücksichtnahme auf die biologische Vielfalt rechne und unternehmerischer Erfolg und der Erhalt von Arten und Lebensräumen untrennbar miteinander verknüpft seien. Neben den Kooperationen mit einzelnen Unternehmen hat der NABU daher Anfang des Jahres 2007 die NABU-Unternehmerinitiative gegründet. Mit dieser Plattform reagiert der NABU auf das zunehmende Interesse mittelständischer Unternehmen, verantwortlich zu handeln und sich für Natur- und Umweltschutz einzusetzen. „Wir wollen beweisen, dass Ökologie und Ökonomie keine Gegensätze sind, sondern gemeinsam eine lebenswerte Zukunft gestalten können und müssen“, so Tschimpke. Der Austausch zwischen Naturschutz und Wirtschaft sei eine zentrale Voraussetzung dafür, Vorurteile und gegenseitige Blockaden zu überwinden.
Deutschland hatte die TEEB-Studie im Rahmen seiner G8-Präsidentschaft im Jahr 2007 gemeinsam mit der EU-Kommission initiiert, um den ökonomischen Wert der Natur besser einschätzen zu können, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Schädigung von Ökosystemen zu erfassen und somit die Kosten des Nicht-Handelns zu beziffern.
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Mittwoch 14. Juli 2010 von birdfish
Umweltverbände erneut verbindliche Umweltkriterien für die Nutzung von Biomasse zur Energieerzeugung und für Agrartreibstoffe gefordert
Biomasse braucht Nachhaltigkeitskriterien – Foto: Dagmar Struß
Dies forderten die drei europäischen Umweltverbände BirdLife International, das Europäische Umweltbüro (EEB) und Transport & Environment (T&E) jetzt im EU-Parlament .
Sie stellten den Parlamentariern zwei Studien zu den Klimaeffekten der Biomassenutzung für die Energieerzeugung und Treibstoffproduktion vor. Die erste Studie führt erhebliche Defizite bei der Methodik auf mit der die EU die CO2-Einsparungen durch die Nutzung von Biomasse berechnet. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die Klimabilanz bei Holznutzung sogar schlechter sein kann als bei fossilen Energieträgern, denn das im Holz über viele Jahre gespeicherte CO2 wird bei der Verbrennung wieder frei gesetzt.
Die zweite Studie hat sämtliche Klimaeffekte von Agrartreibstoffen untersucht, besonders das Problem der so genannten indirekten Landnutzung, dass heißt wenn Anbauflächen für Lebensmittel der Treibstoffproduktion weichen und sich das Agrarland dadurch in ökologisch sensible Gebiete ausbreitet. Die Studie zeigt auf, dass die Landnutzungsänderungen die meisten Biotreibstoffe genauso klimaschädlich mache wie die fossile.
EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) hatte Anfang Juni die Nachhaltigkeitskriterien der Kommission für die Zertifizierung von Biokraftstoffen vorgestellt. Während Öttinger versichert hatte, dass es strikt verboten sei, für die Energiepflanzen Tropenwälder zu roden oder Moore trockenzulegen, warfe die Brüssler Umweltverbände der Kommission vor, das Problem der indirekten Landnutzung keineswegs gelöst zu haben. „Solange die Kommission nicht bereit ist, sich mit dem Problem zu befassen, sind alle Versuche der EU, Biosprit als nachhaltig zu verkaufen, irreführend“, sagte Nusa Urbancic on Transport & Environment.
Nach der Erneuerbare-Energien-Richtlinie soll der Anteil regenerativer Energien im Verkehr bis 2020 EU-weit zehn Prozent betragen. Das soll hauptsächlich durch den Einsatz von Biokraftstoffen erreicht werden. Vor der Verabschiedung der Richtlinie Ende 2008 war die EU-Kommission wegen der von Kritikern vorausgesagten verheerenden sozialen und ökologischen Auswirkungen einer erhöhten Biospritnachfrage massiv unter Beschuss geraten.
Studie “The upfront carbon debt of bioenergy” (PDF, engl.)
Studie “Biofuels: indirect land use change and climate impact” (PDF, engl.)
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