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Eisendüngung

Unter Eisendüngung versteht man die Geo-Engineering-Maßnahme, durch gezielte Düngung des Oberflächenwassers von Ozeanen das Algenwachstum zu fördern.

Man war der Meinung , dass man mit dieser Maßnahme den CO2-Gehalt der Atmosphäre mit Photosynthese durch Kleinalgen senken könnte. Nebeneffekt sollte sein, dass die Kleinalgen (Phytoplankton) dann nach Absterben auf den Grund des Ozeans absinken und das CO2 mit sich nehmen.

Bereits der erste Versuch  einer Eisendüngung (die Mission des Forschungsschiffs Polarstern Anfang 2009) hat sich jedoch als Fehlschlag erwiesen.

Ruderfußkrebse
(c) G. Mazzochi, SZN / Alfred-Wegener-Institut

Die Zugabe von Eisen regte zwar das Wachstum der Algen an und verdoppelten ihre Biomasse innerhalb von zwei Wochen, indem sie CO2 aus dem Wasser nutzten. Dann allerdings verhinderten Ruderfußkrebse ein weiteres Anwachsen der Algenblüte, da sie die Kleinalgen fraßen und dadurch eine größere Blüte verhinderten.

Bis zum Ende des Experiments sank wegen des hohen Fraßdrucks nur eine geringe Menge an Kohlenstoff zum Meeresboden ab und es wurde nur wenig CO2 aus der Atmosphäre im Ozean aufgenommen.

Mehr Informationen zum Experiment finden Sie auf dieser Website des Alfred-Wegener-Instituts.

Bei einem weiteren Experiment von kanadischen Wissenschaftlern der University of Western Ontario fiel das Experiment noch negativer aus. Die Eisendüngung fördert in stickstoffreichen Gewässern eine Gruppe an Kieselalgen: die Gattung Pseudonitzschia, die ein Nervengift absondert. Die von diesen produzierte Domoinsäure wirkt neurotoxisch und kann beim Menschen nach dem Genuss entsprechend kontaminierter Muscheln oder Fische das Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigen und Übelkeit, Krämpfe, Durchfall, Kopfschmerz oder Atembeschwerden verursachen.

Artikel zum kanadischen Experiment