Das Wirken des Menschen kann dazu führen, dass kritische Grenzen soweit überschritten werden, dass entscheidende Teile des Gesamtsystems kippen und dann grundsätzlich anders ablaufen.
36 führende Klimaforscher sowie 52 weitere Experten haben zu diesen ‘Kippelementen’ geforscht. Herauskristallisiert haben sich neun potenzielle Kippelemente im Klimasystem der Erde, die bei der Fortentwicklung der internationalen Klimapolitik besonderes berücksichtigt werden sollten
Kippelemente hoher Anfälligkeit: Grönländischer Eisschild und Arktisches Meereis
Kippelemente mittlerer Anfälligkeit: Westantarktischer Eisschild, Borealwälder, Amazonas Regenwald, El Niño, Sahara/Sahel- und Westafrikanischer Monsun, Indischer Sommermonsun
Kippelemente geringerer Anfälligkeit: Thermohaline Atlantikzirkulation
Beispiel Arktisches Meereis:
Arktisches Meereis – Wenn auf dem Meer schwimmendes Eis schmilzt, wird darunter die dunklere Wasseroberfläche sichtbar. Sie nimmt mehr Sonnenstrahlung auf als weiße Eisflächen, was die Erwärmung verstärkt. Das lässt im Sommer das übrige Eis schneller abschmelzen und bremst im Winter die Neubildung. In den letzten 16 Jahren hat die Eisbedeckung des Nordpolarmeeres im Sommer deutlich abgenommen. Die kritische Belastungsgrenze könnte zwischen 0,5 und 2 Grad Celsius globaler Erwärmung liegen und bereits überschritten sein, sodass sich schon in wenigen Jahrzehnten ein neuer Zustand mit einer im Sommer eisfreien Arktis einstellen könnte.
Ökosysteme können ohne Warnzeichen kollabieren
Die Ökosysteme der Erde wandeln sich meist in gemächlichem Tempo – bis ein Kipp-Punkt erreicht ist, ab dem die Veränderungen unaufhaltsam und dramatisch schnell ablaufen. Jetzt kommt eine Studie zu dem Ergebnis, dass dies ohne Vorwarnung geschehen kann.
Bei allen Warnungen vor einem gefährlichen Klimawandel schien wenigstens auf eines Verlass: Gefährliche Änderungen würden sich ankündigen. Doch das ist ein Irrtum, wie eine neue Studie zeigt. Als ungute Vorzeichen für einen gefährlichen Klimawandel gelten diverse Beobachtungen: In der Arktis schmilzt das Eis, Pflanzen blühen früher, die Meere schwellen an. Die größten Klima-Gefahren jedoch könnten ohne Vorwarnung eintreten, berichten Forscher in einer neuen Studie. [...]
Quelle und ausführlicher Artikel: Spiegel Online vom 10.02.2010
Eine Visualisierung zu den Kippelementen gibt es hier bei Spiegel Online. (Juli 2009)
Stand: Februar 2010



