KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Klimagipfel 2012 in Doha (Katar)

Informationen zum Klimagipfel 2012 in Katar:

COP18 Klimagipfel Doha

1. Definition
2. Laufende Berichterstattungen verschiedener Institutionen
3. Material – Meinungen – Papiere
4. Interessante Artikel und Links
5. Fazit

1. Definition ‘Klimagipfel’ von Wikipedia

Die UN-Klimakonferenz, auch (Welt-)Klimagipfel oder Welt-Klimakonferenz, ist die jährlich stattfindende Vertragsstaatenkonferenz (Conference of the Parties, COP) der UN-Klimarahmenkonvention. Seit 2005 ist die Konferenz um das Treffen der Mitglieder des Kyoto-Protokolls ergänzt worden (Meeting of the Parties, MOP).

Ziel der Klimakonferenzen ist mittlerweile, ein Nachfolgeregime für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll zu entwickeln. Dies ist bislang das einzige völkerrechtlich verbindliche Instrument der Klimaschutzpolitik. Im Kyoto-Protokoll selber sind nur vergleichsweise geringe Verpflichtungen der Industrieländer zur Reduktion ihres Ausstoßes an Treibhausgasen festgeschrieben. Für einen globalen Klimaschutz und zur Eindämmung der globalen Erwärmung erscheint eine globale Post-Kyoto-Regelung dringend nötig.

2. Laufende Berichterstattungen verschiedener Institutionen

Klimakonferenz in Doha vor Abschluss
Deutschlandradio vom 07.12.2012

Die Teilnehmer der Weltklimakonferenz in Doha beginnen heute mit ihren abschließenden Beratungen. Umstritten ist insbesondere, wie eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls aussehen könnte, das Ende des Jahres ausläuft. Außerdem geht es um einen Fahrplan für ein neues Klima-Abkommen, das bis 2015 in Kraft treten soll und um finanzielle Hilfen für Entwicklungsländer. Bundesumweltminister Altmaier hatte sich gestern besorgt über den Stand der Verhandlungen geäußert. Es gebe so gut wie kein Thema, das befriedigend gelöst sei, sagte der CDU-Politiker in Doha.


Altmaiers müde drei Minuten
Spiegel online vom 06.12.2012

Finanzhilfen für ärmere Länder, aber kein Wort zu schärferen Klimazielen in der EU: Das war die Rede von Peter Altmaier auf dem Weltklimagipfel. Ein Streit mit Wirtschaftsminister Philipp Rösler verhindert Zugeständnisse – auch weil die Kanzlerin dem Umweltminister nicht beispringt.

Vielleicht ist es die Wüste, die Peter Altmaier zusetzt. Vielleicht der zurückliegende CDU-Parteitag. Vielleicht die Erkenntnis, auf seinem allerersten Klimagipfel wenig zum Gelingen beitragen zu können. Der Bundesumweltminister wirkt fahl und schwerfällig, als er am Donnerstagvormittag etwas vor dem offiziellen Zeitplan ans Rednerpult tritt. In drei Minuten soll er der Uno-Gemeinde Deutschlands Ideen zur globalen Klimapolitik erklären. [Vollständiger Artikel]


Bauchlandung in Doha
taz vom 06.12.2012

Energiewende, Finanzen, Diplomatie: Die Deutschen gelten in Katar als Musterschüler im Klimaschutz. Nur die Bundesregierung leistet sich Aussetzer.

[...] Die Bundesrepublik gilt als Land der Energiewende, der verlässlichen Klimadiplomatie, der soliden Finanzierung und der technisch anspruchsvollen Hilfsprojekte. Nur die Klimapolitik der Bundesrepublik erlebt in Doha eine Bauchlandung. [Zum vollständigen Artikel]


Ein Mann, zwei Worte
Süddeutsche Zeitung vom 06.12.2012

Bundesumweltminister Altmaier hat sich hohe Ziele für die Klimakonferenz in Doha gesetzt. Doch kaum angekommen, sammelt er sie wieder ein. Das passt genau ins desaströse Bild, das Deutsche und Europäer bisher auf dem Gipfel abgeben. [Vollständiger Artikel]


Vier Gründe für Hoffnung
2-Grad-Ziel: Noch ist das Klima nicht verloren

Ein Gastbeitrag des britischen Ministers für Energie und Klimaschutz, Ed Davey im SPIEGEL

Ist das Klima der Erde noch zu retten? Angesichts steigender CO2-Emissionen hat mancher die Hoffnung längst aufgegeben. Doch der Kampf gegen die Erderwärmung ist noch lange nicht verloren – es gibt gute Gründe, optimistisch zu sein. [vollständiger Artikel bei SPIEGEL Online]


“Jetzt handeln, statt zu zaudern” – UN-Klimakonferenz in Doha steht angesichts des Klimawandels unter Zeitdruck

Ein Artikel mit ausführlicher Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen von Frank Kürschner-Pelkmann

„Die Analysen von Fachleuten kommen übereinstimmend zum Ergebnis, dass wir die Möglichkeit haben, Kurs zu halten, und dass es sicherer und sehr viel weniger kostspielig ist, wenn wir jetzt handeln, statt zu zaudern.“ Mit diesem Appell bemühte sich Christina Figueres, die Exekutivsekretärin des UN-Klimasekretariats UNFCCC, die Delegierten aus mehr als 190 Ländern zu entschiedenem Handeln zum Schutz des Klimas zu veranlassen.

Wie in den letzten Jahren ist die UN-Klimakonferenz geprägt von Mahnungen zu einem wirksamen Klimaschutz, beunruhigenden Forschungsergebnissen, zähen Regierungsverhandlungen und kreativen Initiativen von Umwelt- und Klimaschutzorganisationen. Dieses Jahr werden nur wenige Regierungschefs zur Schlussphase der Konferenz kommen und lediglich ihre Umweltminister senden, denn spektakuläre Ergebnisse, die feierlich verkündet und als eigene Erfolge deklariert werden könnten, sind nicht zu erwarten. Übrig bleiben vielleicht vor allem die Warnungen, etwa von Christina Figueres, die schon zu Beginn der Klimakonferenz feststellte: „… Aber die Tür schließt sich rasch, weil das Tempo und das Ausmaß des Handelns einfach noch nicht ausreichen.“
[zum vollständigen Artikel der DGVN]


EU-Streit um Erhöhung des Klimaziels: Polen blockiert Folgeabkommen

Eine aktuelle Einschätzung von Greenpeace

Fazit nach der ersten Woche der Klimakonferenz: ein echter Fortschritt ist nicht zu erkennen. Es ist weiterhin unklar, ob die finanzielle Hilfe für Entwicklungsländer erhöht wird und wie der Fahrplan für die Verlängerung des Klimaabkommens aussehen wird. Ob die großen Klimaverschmutzer China und die USA ihre Emissionen vor Inkrafttreten des Abkommens 2020 stärker reduzieren, ist ebenfalls unsicher.

[Vollständiger Artikel bei Greenpeace]


Weltklimakonferenz kommt nicht voran
Halbzeit beim Klimagipfel – aber von Ergebnissen keine Spur. In Doha sind die Regierungsvertreter weit von einem Erfolg entfernt.
Ann-Kathrin Schneider, als Beobachterin für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Doha, sagte am Sonntag: “Bisher wartet jeder darauf, dass der andere sich bewegt. Wenn das so weitergeht, scheitert die Konferenz.” [kompletter Artikel der FTD vom 02.12.12]


Die FAZ lässt durch ihre Korrespondenten die Positionen der wichtigsten Länder vorstellen.


3. Material – Meinungen – Papiere

Neue Analysen zeigen: Globale Kohlenstoff- Emissionen sind auf neuem Höchststand

Die globalen Kohlendioxid-Emissionen in die Atmosphäre werden im Jahr 2012 erneut ansteigen und die Rekordzahl von 35.6 Milliarden Tonnen Kohlendioxid erreichen. So konstatiert die jährliche Auswertung des internationalen Global Carbon Project-Konsortiums. Grund dafür ist auch der für 2012 errechnete 2,6%ige Anstieg der Kohlenstoff-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe, der damit fast 60% über dem Niveau von 1990 liegt, welches dem Kyoto-Protokoll zugrunde liegt. Die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre erreichte 2011 mit 391 ppm einen neuen Höchststand. [Vollständiger Artikel bei klima-media]


‘Hohe Emissionen – Geringe Ambitionen’ Germanwatch präsentiert Klimaschutz-Index

Die globalen Emissionen sowie Investitionen in fossile Energien steigen weltweit und ein Ende ist bislang nicht in Sicht.

Vor diesem Hintergrund veröffentlichten Germanwatch und das Climate Action Network (CAN) Europe auf dem UN-Klimagipfel in Doha den achten Klimaschutz-Index. Dieser zeigt die Klimaschutzleistungen der 58 Länder mit dem höchsten CO2-Ausstoß. Erstmals wurden auch Emissionsdaten einbezogen, die durch die Rodung von Wäldern entstehen. Dadurch sind gerade Länder wie Brasilien und Indonesien abgerutscht. Erneut leistete kein Land genug Klimaschutz, um es auf die ersten drei Plätze zu schaffen, die damit leer bleiben. [Kompletter Artikel - dort auch Link zu den Dateien]


Globaler Klima-Risiko-Index
Germanwatch veröffentlichte jetzt den neuen Globalen Klima-Risiko-Index auf dem Klimagipfel in Doha

Überschwemmung Thailand
Überschwemmungen in Thailand – Foto: Kunstzirkus / pixelio.de

Die meisten Schäden, die durch Extremwetterereignisse verursacht werden, schaffen es oft nicht in die weltweiten Schlagzeilen. Im Gegensatz zu den Zerstörungen von Hurrikan Sandy an der Ostküste der USA werden sie oft kaum in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Im Jahr 2011 jedoch waren ärmere Entwicklungsländer durchschnittlich deutlich schwerer als Industrieländer betroffen, wie der neue Globale Klima-Risiko-Index von Germanwatch zeigt. Auf der Rangliste, die heute auf dem Klimagipfel in Doha vorgestellt wurde, liegen Thailand, Kambodscha, Pakistan und El Salvador 2011 vorn. Diese Länder waren am stärksten von Extremwetterereignissen betroffen. In Thailand verursachten ungewöhnlich starke Regenfälle einen Schaden von mehr als 75 Milliarden US-Dollar und forderten dabei zudem annähernd 900 Menschenleben. [zum vollständigen Artikel]

Deutsche Zusammenfassung Klima-Risiko-Index 2013 (PDF)

Der Globale Klima-Risiko-Index 2013 (engl.)


UN-Klimakonferenz in Doha: Die vier wichtigsten Themen
(Beitrag von Oxfam)

Vom 26. November bis zum 7. Dezember 2012 werden auf der UN-Klimakonferenz in Doha über 190 Regierungsdelegationen über die Zukunft des weltweiten Klimaschutzes verhandeln. Sensationen und Durchbrüche sind nicht zu erwarten. Dennoch könnte die Konferenz zu einem wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einem umfassenden Klimaschutz-Abkommen bis 2015 werden.

Das würde aber erfordern, dass nicht nur die nächste Phase des Kyoto-Protokolls verabschiedet wird. Insbesondere die Industrieländer müssen bei ihren bisherigen Klimaschutzzielen nachbessern und konkrete Zusagen über die künftigen Klima-Hilfsgelder machen. Die vier wichtigsten Verhandlungsthemen in Doha sind:

Kyoto-Protokoll: In Doha soll endgültig die zweite Verpflichtungsrunde unter dem Kyoto-Protokoll verabschiedet werden. Damit wären die teilnehmenden Länder verbindlich zu neuen Treibhausgasreduktionen verpflichtet. Die USA, Russland, Japan, Kanada und Neuseeland werden bei dieser zweiten Runde nicht dabei sein.
Eine wichtige Entscheidung ist zu erwarten, wie mit Milliarden von überschüssigen Emissionserlaubnissen aus der ersten Kyoto-Runde verfahren werden soll: Dürfen diese Zertifikate in der zweiten Runde auf die neuen Klimaschutz-Ziele angerechnet werden, anstatt echten Klimaschutz zu betreiben, wäre das Kyoto-Protokoll weitgehend wirkungslos.

Klimaschutzziele bis 2020:
Zwischen der Notwendigkeit, die durchschnittliche globale Erwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen, und den bisherigen Klimaschutz-Zusagen von Industrie- und Schwellenländern klafft eine große Lücke. Auf der letzten Konferenz im südafrikanischen Durban wurde deshalb vereinbart, diese „Ambitionslücke“ konkret zu verhandeln.
Insbesondere die Industrieländer müssen ihre Ziele noch erheblich nachbessern. Statt für die eigentlich vereinbarte Reduktion der Treibhausgasemissionen von 25 bis 40 Prozent bis 2020 reichen die Zusagen momentan nur für 13 bis 18 Prozent Reduktionen. In Doha könnten die nächsten Schritte vereinbart werden, um die Ambitionslücke zu schließen.


Klimafinanzierung nach 2012:
Ende diesen Jahres endet der Zeitraum der Fast-Start-Zusage über 30 Milliarden US-Dollar für die Jahre 2010-2012. Der Großteil der Gelder bestand aus umgewidmeten Mitteln der Entwicklungsfinanzierung, war also kein frisches Geld. Nun steht die Frage im Raum, wie die finanzielle Unterstützung der armen Länder nach 2012 aussehen soll, damit die Industrieländer ihr Versprechen erfüllen, die Klimafinanzierung bis 2020 auf 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr anwachsen zu lassen.
In Doha braucht es nun neue Zusagen der Industrieländer, einschließlich für den Green Climate Fund, der die armen Länder bei Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel unterstützen soll.

Abkommen 2015:
Auf der letzten Klimakonferenz in Durban wurde vereinbart, bis 2015 ein weltweites, umfassendes Klima-Abkommen zu verhandeln, das spätestens 2020 in Kraft treten und alle Länder einschließen soll. In Doha wird es nun darum gehen, einen konkreten Fahrplan für die Verhandlungen aufzustellen.
Dabei ist wichtig, dass in der ersten Zeit wichtige Prinzipien und Parameter geklärt werden, etwa zur Frage, wer wie viel zum globalen Klimaschutz beitragen soll – denn nicht alle Länder sind gleich verantwortlich für das Problem. Außerdem haben die Entwicklungsländer zusätzliche Hürden zu meistern, etwa im Bereich der Armutsbekämpfung. Wie dieser Nachholbedarf bei der Entwicklung klimafreundlich organisiert werden kann und welche Unterstützung dafür nötig ist, dürfte ebenfalls ein wichtiger Punkt des Verhandlungsfahrplans werden.

Erwartungen

Klimagipfel in Doha: Erwartungen an die Bundesregierung
von Sven Harmeling / Germanwatch

Die deutsche Bundesregierung kann durch entschlossenes Handeln in Doha den Klimaverhandlungen Rückenwind verschaffen, indem sie

  • vor der Weltgemeinschaft deutlich macht, dass sie die Energiewende entschlossen weitergeht und sich deutlich dafür ausspricht, dass die EU ihr Emissionsminderungsziel so bald wie möglich auf mindestens 30 Prozent bis 2020 (gegenüber 1990) hochsetzt;
  • deutlich macht und quantifiziert, wie Deutschland seine für Entwicklungsländer bereitgestellte Klimafinanzierung jenseits von 2012 an steigert;
  • mit den besonders verletzlichen ärmsten Entwicklungsländern, Afrika und den Inselstaaten, aber auch mit den besonders relevanten Staaten wie China und Indien Kooperationsmodelle weiterentwickelt und den anvisierten Energiewende-Club zu einem Zusammenschluss der ambitionierten Klima-Vorreiter macht.

COP 18: Fortschritt oder Fata Morgana für die Klimapolitik?
Ausblick auf den Klimagipfel in Doha (von Germanwatch)

Zum ersten Mal findet mit der COP 18 in Doha (Katar) eine UN-Klimakonferenz im arabischen Raum statt. Durch Beschlüsse zur Fortführung des Kyoto-Protokolls kann Doha auch ein historischer Meilenstein werden. Nach den umfangreichen Beschlüssen von Durban im letzten Jahr stehen zwar eine Vielzahl wichtiger Themen auf der Agenda – von der Erhöhung der Klimaschutzambition über die Klimafinanzierung bis zur Anpassung an den Klimawandel. Angesichts der mangelnden Klimaschutzambition auf vielen Seiten scheint derzeit aber maximal ein begrenzter Problemlösungsbeitrag zur immer drängender werdenden Klimakrise realistisch, der die Notwendigkeit eines Dreiklangs aus Handeln, Verhandeln und dem Aufbau von Allianzen progressiver Vorreiterstaaten unterstreicht.

Das Germanwatch-Hintergrundpapier gibt einen Überblick über die internationale politische Ausgangslage, die konkrete Agenda des Klimagipfels in einer Reihe von Einzelthemen und Einschätzungen sowie Forderungen von Germanwatch.


Deutschland und die EU müssen starkes Engagement zeigen
(Beitrag von Greenpeace)

In Doha, der Hauptstadt von Katar, findet die 18. UN-Klimakonferenz (COP18) statt. Greenpeace fordert Kanzlerin Merkel auf, ihre Zurückhaltung beim internationalen Klimaschutz aufzugeben. Nur mit klaren Zielen und einer richtungweisenden Rolle Europas kann der Klimawandel bekämpft werden.

“Bundeskanzlerin Merkel hat den internationalen Klimaschutz in den letzten Jahren nur verwaltet, aber nicht gestaltet” sagt Martin Kaiser, Leiter Internationale Klimapolitik bei Greenpeace. “Ihr klimapolitischer Dornröschenschlaf muss jetzt ein Ende finden. Der bevorstehende Gipfel in Katar könnte den Wendepunkt in der europäischen Klimapolitik markieren.”

Die Begrenzung der Erderwärmung auf maximal zwei Grad kann in diesem Jahrhundert nur noch mit einem drastischen Richtungswechsel in der Klimapolitik aller Länder erreicht werden. Das geht auch aus den kürzlich erschienenen Berichten der Vereinten Nationen und der Weltbank hervor.

Am 26. November startet die zweiwöchige UN-Klimakonferenz in Doha, Katar. Ein denkwürdiger Standort für das Abhalten einer Klimakonferenz. Katar ist nicht gerade als Klimaschützer bekannt. Die Pro-Kopf-Emissionen in Katar sind dreimal höher als in den USA und damit die höchsten der Welt. [zum vollständigen Artikel]


Doha – eine Oase für den Klimaschutz?
WWF fordert strenge Abarbeitung des Pflichtenhefts beim Klimagipfel

195 Mitgliedsstaaten verhandeln zur UN Klimarahmenkonvention erneut gemeinsam, wie sich der Klimawandel weltweit begrenzen lässt. Um die Erderwärmung unter der gerade noch tolerierbaren 2 Grad Schwelle zu halten, müssen die Treibhausgasemissionen um das Jahr 2015 herum ihren Höhepunkt erreichen und danach deutlich absinken. Dazu wird in Katars Hauptstadt Doha an mehr als einem halben Dutzend Verhandlungssträngen gearbeitet. „Die Zeit rennt uns davon. Wir müssen unbedingt festzurren, wann welche Etappenziele bis zum Start eines verbindlichen Klimaabkommen erreicht werden müssen. Entscheidend ist, dass alle Staaten eigenverantwortlich vorarbeiten“, sagte Regine Günther vom WWF Deutschland. Der Gastgeber Katar, das Land mit den höchsten Pro-Kopf Emissionen weltweit, hat den Anspruch, den Gipfel zu einem Erfolg zu führen.
[vollständiger Artikel]


4. Interessante Artikel und Links

Internetportal „KlimafolgenOnline“

Erstmals wurden für das neue Internetportal „KlimafolgenOnline“ lokale Folgen des Klimawandels in ganz Deutschland für örtliche Entscheider aufbereitet.
Das Projekt vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und WetterOnline ist in der Pilotphase und frei nutzbar. Vom Forstwirt bis zum Baudezernenten soll das Portal Nutzern aus allen betroffenen Sektoren verwertbare Informationen in die Hand geben. Möglich sind dabei feine Auflösungen von bis zu zehn mal zehn Kilometern. Das Portal wurde auch in Doha präsentiert. [Zum Internetportal KlimafolgenOnline]


Klimafakten für Entscheider

Das Forschungsministerium hat für den aktuellen Inhalt seiner Heftreihe ‘Perspektive Erde’ das Thema ‘Klimafakten für Entscheider’ gewählt. Aus Anlass der Klimakonferenz werden hierin relevante Klimaforschungsinitiativen und Fakten präsentiert. [Das Faktenheft als PDF]


Interaktive Weltkarte der FAZ zu CO2-Emissionen


Satirischer Filmbeitrag “The History of Climate Change Negotiations in 83 seconds”


Satirischer Filmbeitrag des BUND: “Der inoffizielle Trailer zur Klimakonferenz in Doha”


5. Fazit
Ergebnis

Das Kyoto-Protokoll wird verlängert. Die zweite sog. Verpflichtungsperiode wird am 1. Januar 2013 beginnen und voraussichtlich Ende 2020 enden. Verschärfungen innerhalb des Protokolls wurden nicht beschlossen.

Bis 2015 soll über ein neues Abkommen verhandelt werden. In diesem sollen neben den Industrieländer auch Entwicklungsländer zur Reduktion von Emissionen verpflichtet werden. Dieses neue Abkommen soll dann 2020 das alte Kyoto-Protokoll ablösen. Erst ab 2020 soll es dann auch für die USA und China gelten.

Es wurde die Unterstützung für Staaten und Menschen beschlossen, die durch Klimawandelfolgen nicht mehr abwendbare Schäden und Verlusten hinnehmen müssen.

Konkrete Angaben zur Klimafinanzierung, wie sie vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer gefordert hatten, wurden nicht gemacht. Im Dunkeln blieb, ob die Industrieländer ihr Versprechen von 2009, für die Klimafinanzierung bis 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar zusätzlich zu mobilisieren, einhalten werden.

Emissionsrechte, die den Ländern in der ersten Verpflichtungsperiode zugestanden worden waren, wurden von vielen osteuropäischen Ländern wegen des Einbruchs ihrer Volkswirtschaften nach der Wende nicht verbraucht. Die Vereinbarung von Doha sieht nun vor, dass ein Teil der ungenutzten Emissionsrecht noch bis 2020 genutzt werden kann.

Berichte und Kommentare zum Ergebnis

Ergebnis von Doha: Klimaboot legt ohne Mast und Segel ab

Germanwatch: Ohne eine ambitionierte Führungsrolle der EU ist ein Scheitern des für 2015 geplanten Klimaabkommens vorprogrammiert

Beim Klimagipfel in Doha wurde nach Einschätzung von Germanwatch deutlich, dass der politische Wille, angemessen auf die Dringlichkeit des Klimawandels zu reagieren, derzeit bei den wichtigsten Akteuren China, USA und EU noch nicht sichtbar ist. Nach zweiwöchigen Verhandlungen haben die Regierungen der Welt am Samstagabend zwar ein Paket von Abschlussdokumenten, das “Doha Climate Gateway”, verabschiedet. Damit ist der Start der zweiten Phase des Kyoto-Protokolls gelungen und ein Fahrplan der Verhandlungen für das neue Abkommen auf den Weg gebracht. Dieses soll 2015 abgeschlossen und ab 2020 für alle Staaten – auch für die USA und China – gelten. Auch wurde nun die Unterstützung für die Staaten und Menschen, die mit nicht mehr abwendbaren Schäden und Verlusten zu rechnen haben, beschlossen. Aber wenn nicht mit viel mehr Ernsthaftigkeit reagiert wird, ist das Scheitern des Abkommens 2015 vorprogrammiert. Der EU, die zwei der drei Klimagipfel auf dem Weg nach 2015 ausrichtet, kommt in dieser kritischen Phase die zentrale Führungsrolle zu. Dieser wurde sie in Doha nicht gerecht. [Vollständige Germanwatch-Meldung]


NABU: Klimagipfel in Doha produziert heiße Luft aber keine CO2-Reduktion

[...] Auch wenn Bundesumweltminister Peter Altmaier gemeinsam mit seinem Kollegen aus Singapur in der vergangenen Nacht versucht hat, den gordischen Knoten der Verhandlungen zu durchschlagen, muss sich Europa für die kommenden beiden UN-Klimakonferenzen in Warschau und Paris grundlegend anders aufstellen. “Wenn schon der deutsche Wirtschaftsminister Philipp Rösler ein europäisches 30-Prozent-Klimaziel und die notwendige Reparatur des Emissionshandels ablehnt, muss man sich nicht wundern, dass sich Blockierer wie Polen in der europäischen Union durchsetzen”, so Tschimpke. International habe die EU durch diese Zerstrittenheit ihre Führungsrolle im Klima- und Ressourcenschutz eingebüßt und wichtige Partner in den Entwicklungsländern enttäuscht. Es reiche in Zukunft nicht mehr aus, dass einzelne Länder wie Deutschland und Großbritannien finanzielle Zusagen machten, ohne dass es eine verlässliche Planung für die weitere Steigerung von Europas Beitrag zur internationalen Klimaschutzfinanzierung gibt. [Vollständige Meldung des NABU]


Greenpeace kritisiert Aufschiebung der Klimafinanzierung

Auf der Weltklimakonferenz ist zwar eine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls verabschiedet worden, der Weg zu einem globalen Klimaschutzabkommen, gemeinsam mit den USA und China, ist jedoch steiniger geworden.

Mittels Schlupflöcher im Vertragstext werden die umstrittenen überschüssigen CO2-Emissionsrechte weiter den Markt belasten, auch nach 2020. Das bedeutet, dass 13 Milliarden Tonnen klimaschädliches CO2 in die Atmosphäre gelangen werden, was rund einem Drittel der weltweiten Jahresemissionen entspricht. Es fehlen ebenfalls konkrete Zusagen für die vom Klimawandel betroffenen Entwicklungsländer. “Auf dem diesjährigen Klimagipfel haben erneut die Großmächte USA, Russland und China dominiert und gebremst”, sagt Martin Kaiser, Leiter Internationale Klimapolitik, der in Doha die Konferenz verfolgt. “Ohne politische Führung durch Staats- und Regierungschefs sind die Teilnehmer des Klimagipfels offensichtlich nicht arbeitsfähig. Die Verhandlungen unter den Ministern haben wieder einmal nicht das geliefert, was Millionen von Menschen weltweit dringend erwarten.” [Vollständiger Artikel von Greenpeace]


Doha-Einigung in letzter Minute
Ein Fazit der Deutschen Welle

Eine schwache Einigung, aber eine Einigung: Das ist das Ergebnis der Klimakonferenz in Doha. Fast wäre sie vollständig gescheitert. Doch dann setzte der katarische Präsident der Konferenz alles auf eine Karte. [Vollständiger Artikel der DW]


Viel heiße Luft aus Doha
Kommentar in der ZEIT

Auf dem Klimagipfel wurde ein dünner Kompromiss beschlossen, für mehr fehlte der politische Wille. So wird der Durchbruch nie gelingen.

[...]Das Abschlussdokument von Doha lässt nicht erkennen, dass die Unterzeichner besondere Ambitionen hätten, ihre Emissionen künftig in größerem Ausmaß zu senken. Zwar haben die verbleibenden Kyoto-Mitglieder angekündigt, in den kommenden Jahren ihre Emissionsziele prüfen zu wollen – aber diese Formulierung muss in der Praxis gar nichts bedeuten. [Vollständiger Kommentar in der ZEIT]


Durchbruch beim Gipfel in Doha Brechstangen-Taktik bringt Klima-Kompromiss

Stundenlang tat sich nichts am Extratag [Samstag, 8.12.] des Weltklimagipfels in Doha, dann hämmerte Gipfelpräsident al-Attija im Eilverfahren alle Gipfeldokumente durch. Auch Widerstand von Russland konnte das Ergebnis nicht aufhalten. Doch für den Klimaschutz ist nicht viel gewonnen. [Vollständiger Artikel in Spiegel online]