KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Meeresversauerung / Ozeanversauerung

Weitere Informationen / Materialien zum Thema Meeresversauerung bzw. Ozeanversauerung finden Sie hier unter ‘Material’.

Annähernd 80 Millionen Tonnen CO2 werden täglich in die Atmosphäre ausgestoßen. Ein großer Teil des Kohlendioxides wird von den Ozeanen absorbiert. Wäre dies nicht so, so wäre der Anteil des CO2 in der Atmosphäre noch erheblich höher und der Treibhauseffekt gravierender.
Dies zieht aber auch für die Meere enorme Konsequenzen nach sich, die noch wenig erforscht sind.
Klar ist, dass die vermehrte Aufnahme von CO2 zu einer Versauerung führt.

Die zunehmende Versauerung der Ozeane durch von Menschen gemachtes Kohlendioxid lässt sich bereits heute zweifelsfrei belegen. Die Geschwindigkeit, mit der der Säuregrad des Meerwassers aktuell steigt, ist dabei beispiellos in den vergangenen 20 Millionen Jahren. Welche weitreichenden Konsequenzen dieser Prozess für die Ökosysteme im Meer und damit auch für den Menschen birgt, ist allerdings noch weitgehend unklar. Von der Fischerei bis hin zum Tourismus – viele Wirtschaftsbranchen, die ihren Lebensunterhalt vom Meer erzielen, werden von der Entwicklung betroffen sein.

Das deutsche Verbundprojekt BIOACID wird mit einem in Großbritannien im Jahr 2010 beginnenden nationalen Forschungsprogramm zur Ozeanversauerung eng zusammenarbeiten. Auch in den USA ist man bemüht, das dort in Vorbereitung befindliche Forschungsprogramm zur Ozeanversauerung mit den europäischen Programmen abzustimmen und zu vernetzen. Dass Deutschland bei der Erforschung der Ozeanversauerung eine Vorreiterrolle einnimmt, kommt nicht von ungefähr. Bereits 2006 hat der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) in einem Sondergutachten auf die Gefährdung der marinen Ökosysteme durch die zunehmende Versauerung des Meeres hingewiesen. Auch bei der Entwicklung und Umsetzung des EU Projekts zur Ozeanversauerung, EPOCA, spielen deutsche Wissenschaftler eine führende Rolle.

Quelle: IFM-Geomar

Coccolithophoriden vor und nach der Ozeanversauerung

Coccolithophoriden unter heutigen Bedingungen (links) und in einem versauerten Ozean durch hohem CO2-Gehalt (rechts). Foto: G. Langer, Uni Kiel


Stand: 11.2012