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Methangas aus Rinderhaltung

Schätzungen zufolge stoßen die Kühe weltweit 85 Millionen Tonnen Methan aus. Methan ist 23 mal so schädlich wie CO2.

Umweltsünderin Kuh(c) Karl-Heinz Liebisch / Pixelio

Eine einzige Kuh produziert jedes Jahr genauso viel Treibhausgas wie ein Mittelklassewagen bei einer Fahrleistung von durchschnittlich 25.000 km jährlich.

So der WDR in einem Sendebeitrag vom Oktober 2008.

Und berichtete weiterhin von zwei holländischen Wissenschaftlern, die jahrelang forschten, was man wohl dem Futter beimischen müsste, damit die Rinder weniger Treibhausgase in die Luft pusten.

Am erfolgreichsten waren die Versuche mit Knoblauch.  Auf bis zu 90% konnte das Gas unter künstlichen Bedingungen reduziert werden. Und das, ohne dass die Milch nach Knoblauch schmeckt.

(Die Zeitung Schweizer Bauer berichtet sogar, dass die Beigabe die Milchleistung noch erhöhen würde.)

Die Zeitschrift GEO, die für ihre Ausgabe April 09 mit einem entsprechenden Knoblauch-Kuh-Artikel wirbt, berichtet, dass die Knoblauchessenz im Futter Wirkung zeigt. Die Substanz Diallyldisulfid, ein Bestandteil der Knolle, greift in die Stoffwechselprozesse im Pansen ein: Sie zweigt aus der Nahrung Wasserstoff ab, ein Element, das für die Produktion von Methan unerlässlich ist. So entsteht teilweise statt des klimaschädlichen Gases ungefährliche Proprionsäure.

Auch andere, in der Wirkung ähnliche Substanzen haben die Wissenschaftler um Jan Dijkstra und Sander van Zijderveld in den Niederlanden an Rindern getestet. Und eine Reduktion von Methan um bis zu 15 Prozent erreicht.

Nach WDR-Informationen soll Neuseeland übrigens die Methangasquote ab 2013 eingeführt haben.

Offenbar wird ähnlich dem  CO2-Emissionshandel dort dann der Methangas-Handel in der Landwirtschaft eingeführt.

Weitere Presseartikel

Experten wollen Methangas-Ausstoß messen -
Kiel erforscht: Sind Kühe Klimasünder?

Auch die Kuh hat eine Abgasbilanz: Wie die zum Wohle der Umwelt verbessert und wie der Gestank der Gülle verringert werden können, sind zwei der Fragen, die derzeit am Kompetenzzentrum Milch – Schleswig-Holstein (KMSH) in Kiel untersucht werden. [...]

Der komplette Artikel ist in den Kieler Nachrichten vom 4. Mai 2013 nachzulesen.


“Die Kuh ist kein Klima-Killer”

Rezension des gleichnamigen Buches in der ZEIT.

Die Autorin ist der Meinung, dass nicht die Rinder das Klima gefährden, sondern die Art ihrer industriellen Haltung. Auszug:

[...] die grasende Kuh steigert die Bodenfruchtbarkeit: Je dichter und dauerhafter der Boden bewachsen ist, desto mehr Humus entsteht und desto mehr Kohlenstoff wird gebunden. »Jede Tonne Kohlenstoff im Boden entlastet die Atmosphäre um 3,67 Tonnen CO₂«, rechnet Anita Idel vor. Grünland dient also dem Klimaschutz, und die Kuh ist geschaffen dazu, dieses Land zu nutzen, ohne es zu zerstören: Rinder haben nämlich die einzigartige Fähigkeit entwickelt, aus Gras Energie zu erzeugen, in einem komplizierten Wechsel von Schlucken und Hervorwürgen der Grasbüschel und mithilfe von Milliarden von Mikroorganismen in ihren Mägen. Wie unsinnig ist es, diese genügsamen Tiere in den Stall zu sperren und mit Getreide zu füttern, das sie gar nicht gut verdauen können und aus dem stattdessen Brot gebacken werden könnte!

Quelle: ZEIT ONLINE “Lasst die Kühe aus dem Stall” – 14.01.2011


ASU für Kühe

2010 soll ein Hightech-Stall für 144 Milchkühe in Betrieb genommen werden, in dem Bonner Wissenschaftler Futter- und Wasserverbrauch jeder einzelnen Kuh messen. Sensoren an der Decke registrieren in drei voneinander getrennten Luftkammern unter anderem die Konzentration der klimaschädlichen Gase Methan, Kohlendioxid und Lachgas.

Untersuchungen in der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt sollen dann zum Beispiel klären, ob Kühe weniger dieser Gase ausstoßen, wenn sie mehr Mais und weniger Gras zu fressen bekommen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 08.11.2009


Stand: 14.01.2011