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Ökostrom – Strompreise

Übersicht

1. Strompreise bis 2012

2. Subventionen 1970-2012

3. Strompreiserhöhung 2013

4. Privathaushalte zahlen EEG-Umlage für die Industrie mit

5. Weiterführende Quellen zum Themenkomplex Strompreise


Anfang März 2013 hat das Oberlandesgericht Düsseldorf entschieden, dass Strom-Rabatte für Konzerne rechtswidrig sind. In Deutschland sparen sich große Unternehmen das Entgelt für die Nutzung der Stromleitungen. Dafür zahlen kleine Verbraucher. Diese Regelung wurde nun als nicht zulässig erkannt. Auch in Brüssel gibt es Zweifel am deutschen Modell. Zum Artikel in der Süddeutschen Zeitung


1. Strompreise bis 2012

Die deutschen Strompreise sind im Laufe der Jahre stetig gestiegen.
In Deutschland liegt der durchschnittliche Strompreis für Haushalte bei 25,7 ct/kWh (Stand Mai 2012). Hiervon entfallen auf die Stromlieferung 54,4 % (davon für Stromerzeugung 34,4 % und Netznutzung 20 %), auf Abgaben und Umlagen 21,6 % und auf Steuern 24 %.
Strompreis 2012
Der durchschnittliche Strompreis für Industriekunden liegt niedriger als bei Haushaltskunden. Für die Kundengruppe mit einem Leistungsbedarf zwischen 100 kW und 4.000 kW lag 2011 der Strompreis gemäß Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) im Schnitt bei 13,58 ct/kWh (Stand 2011). Die Abnahmemenge ist größer, bei Anschluss auf Mittelspannungsebene ist das Netzentgelt geringer und die Mehrwertsteuer kann im Zuge des Vorsteuerabzugs gegen gerechnet werden.

Die Strompreise in Europa werden vom Statistischen Amt der Europäischen Union, kurz Eurostat, auf der Grundlage von eigenen Erhebungen und Angaben der nationalen statistischen Ämter der Mitgliedstaaten ermittelt. Für Privathaushalte in Deutschland gibt Eurostat den durchschnittlichen Strompreis mit 25,4 ct/kWh (inkl. MWSt) für 2011 an – wie auch das Statistische Bundesamt und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Für Industriekunden in Deutschland hat Eurostat den durchschnittlichen Strompreis mit 11,3 ct/kWh für 2011 ermittelt (ohne umwälzbare Steuern (MWST) und Abgaben, Einzelheiten s. Erfassungsmethode und Begriffe). Als Industriekunden werden Betriebe mit einem jährlichen Stromverbrauch zwischen 500.000 und 2.000.000 kWh/a erfasst.

Quelle: Wikipedia

2. Subventionen 1970 – 2012

Will man die Kosten des Ökostroms mit den Kosten der herkömmlichen Energiearten vergleichen, muss man auch einen Blick darauf werfen, was die Subventionen (zzgl. Steuervergünstigungen, Umlagen etc.) die Steuerzahler/innen in der Vergangenheit gekostet haben und noch heute kosten.

Subventionen seit 1970

Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes bestätigt: “Nicht nur Atomkraft, sondern auch Kohle sind über Jahrzehnte vom Steuerzahler subventioniert worden. Das sind deutlich höhere Kosten als das, was wir im Augenblick für die Energiewende und für die erneuerbaren Energien ausgeben.” Diese hohen Ausgaben fallen jedoch nicht auf, weil die horrenden Fördermittel für Atom- und Kohlestromlieferanten nicht auf der Stromrechnung auftauchen.

Subventionen 2012

Anders als die Erneuerbaren werden konventionelle Energien vor allem durch Finanzhilfen und Steuervergünstigungen gefördert, die den Staatshaushalt belasten. Im Zeitraum von 1970 bis 2012 wurde erneuerbar erzeugter Strom mit durchschnittlich 3,4 Cent je Kilowattstunde gefördert. Braunkohlestrom profitierte von staatlichen Mitteln in Höhe von 1,3 Cent und Steinkohle von 3,3 Cent. Atomenergie weist mit 4,0 Cent je Kilowattstunde den höchsten Förderwert auf.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 6. November 2012

3. Strompreiserhöhung 2013

Im Herbst 2012 wird eine horrende Strompreiserhöhung angekündigt und mit der EEG-Umlage begründet. Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegte Umlage soll auf 5,277 Cent je Kilowattstunde steigen. Hinzu kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer, so dass dieser Posten knapp 6,3 Cent ausmachen wird. Da zugleich wegen der schwankenden Wind- und Solarstromerzeugung immer häufiger in den Netzbetrieb eingegriffen und das Stromnetz ausgebaut werden muss, wird auch mit stark steigenden Netzentgelten gerechnet. Strom dürfte somit 2013 mindestens zehn Prozent teurer werden.

Es ist davon auszugehen, dass die Umlage dann in den Folgejahren weiterhin steigt – auch wenn die Höhe schwer vorauszusagen ist. Die Einspeisevergütungen, die besonders in der Vergangenheit teilweise sehr hoch waren, werden über 20 Jahre garantiert. Wenn die ersten teuren Altanlagen nicht mehr gefördert werden, könnte die EEG-Umlage sinken. Gleichzeitig könnte durch einen generell steigenden Strompreis an der Börse der Preisabstand des Ökostroms sinken, was die Förderung über die Einspeisevergütung billiger macht. Dann müssen die Stromkunden zwar womöglich für ihren Strom an sich mehr zahlen, die EEG-Umlage trüge daran aber keine Schuld.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15.10.2012

4. Privathaushalte zahlen EEG-Umlage für die Industrie mit

CDU/CSU und FDP haben beschlossen, die Industriebetriebe in großem Umfang von den 2013 gestiegenen Stromkosten zu befreien. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle soll nach Informationen des ‘SPIEGEL’ Mitte Dezember 2012 rund 1550 Unternehmen mitgeteilt haben, dass sie von der sogenannten EEG-Umlage weitgehend ausgenommen seien.

Entsprechend höher fallen die Stromrechnungen für Privatkunden und kleinere Unternehmen aus, die die sogenannte EEG-Umlage der befreiten Unternehmen quasi übernehmen müssen.

Der wirtschaftliche Vorteil für die Betriebe wird nach Berechnungen der Grünen bis zu vier Milliarden Euro betragen, berichtet der ‘SPIEGEL’. Nach Angaben des Öko-Instituts sei das vorgebliche Kriterium für die Befreiung – Erhalt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit – in der Mehrzahl der Fälle nicht gegeben.

Von der EEG-Umlage umfassend befreit sind auch Kohlegruben der Energiekonzerne RAG und Vattenfall, Schlachthöfe von Wiesenhof und anderen Geflügelmästern sowie Tierfutterfabriken. Profiteure seien zudem regionale Wurst- und Käsehersteller, Schokoladenfabriken, Solar- und Bioenergiefirmen, die Stadtwerke München, der Erdölmulti Exxon und die Bremer Tageszeitungen AG.

Um energieintensivere Betriebe zu entlasten, hat die Bundesregierung für 2013 die Grenze stark gesenkt, ab der Unternehmen von der Umlage befreit werden dürfen. Die Schwelle wurde von einem Stromverbrauch von bisher zehn auf eine Gigawattstunde verringert. Dadurch hat sich die Zahl der Antragsteller deutlich erhöht. Wegen des massiven Anstiegs der Anträge habe es das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in diesem Jahr erstmals nicht geschafft, alle Anträge bis Weihnachten 2012 abschließend zu bearbeiten, teilte das Amt selbst mit.
Die Politik bemesse die Ausnahmen für die Industrie inzwischen derart großzügig, “dass nur die Dümmsten noch nicht von der EEG-Umlage befreit sind”, sagte Andreas Löschel, der die Expertenkommission der Bundesrepublik zur Energiewende anführt, dem “Spiegel”. Das verschlechtere die Akzeptanz dieser großen Aufgabe.

Quelle: Tagesschau online vom 21.12.2012

5. Weiterführende Quellen zum Themenkomplex Strompreise