KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Kiel Earth Institute (KEI)

Montag 13. Mai 2013 von birdfish

Das Kiel Earth Institute (KEI) ist ein virtuelles Institut, in dem wichtige Themen des globalen Wandels und seiner gesellschaftlichen Folgen erforscht und behandelt werden. Globale Märkte, knapper werdende Ressourcen, Umweltveränderungen und deren Wechselwirkungen sind die Herausforderungen, denen sich die moderne Gesellschaft stellen muss. Aufgabe des KEI ist es, Wege aufzuzeigen und integrierte Maßnahmen zu entwickeln, um diesen Herausforderungen zu begegnen.

Praktische Lösungsansätze für globale Fragen können nur in Zusammenarbeit von Forschern verschiedener Disziplinen und Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft entstehen. Das KEI bietet den institutionellen Rahmen für diese Kooperationen. Es soll dort verbinden, wo institutionelle Grenzen die Zusammenarbeit erschweren.

Das KEI ist die Initiative des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und des Instituts für Weltwirtschaft (IfW).

Quellen: KEI und GEOMAR

Website des Kiel Earth Institute

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Forscher stellen virtuelles Kraftwerk vor – stabiler Strom aus Erneuerbaren Energien

Donnerstag 28. März 2013 von birdfish

Der Zusammenschluss vieler kleinerer Stromerzeuger kann konventionelle Kraftwerke ersetzen.

Kombikraftwerk 2

Wie mit Erneuerbaren Energien die Stromversorgung ohne erhöhtes Risiko für ein Blackout heute und in Zukunft möglich ist, zeigt das Forschungsprojekt Kombikraftwerk2. Forscher vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES in Kassel stellen das Projekt auf der Hannover Messe vom 8.-12. April 2013 (Halle 27, Stand N71) vor.

»Jede Energiequelle – sei es Wind, Sonne oder Biogas – hat ihre Stärken und Schwächen. Wenn wir die unterschiedlichen Charaktere der regenerativen Energien geschickt kombinieren, können wir die Stromversorgung in Deutschland sicherstellen«, prognostiziert Dr. Kurt Rohrig, stellvertretender Institutsleiter des IWES. Das Kombikraftwerk zeigt: es ist technisch möglich, dass jeder einzelne Produzent seinen Strom ins Netz einspeisen kann und das Netz dabei stabil bleibt. Damit das funktioniert haben IWES-Forscher und Kollegen vom Siemens-Konzern in der E-Energy-Initiative des Bundes eine Softwareplattform entwickelt, mit der nach dem Motto »gemeinsam sind wir stark« viele kleinere Erzeuger zusammen als »virtuelles Kraftwerk« agieren können.

Virtuelles Kraftwerk im Praxistest:

Seit Januar 2011 erproben die Forscher in der Regenerativen Modellregion Harz (RegModHarz) ein solches Kraftwerk – mit sehr guten Ergebnissen. Sie haben hier 25 Anlagen mit einer Nennleistung von 120 Megawatt über das Internet und als simulierte Speicher ein Pumpspeicherkraftwerk und Elektrofahrzeuge zusammengeschaltet. Eine zentrale Steuerung sorgt dafür, dass die Nachteile der erneuerbaren Energien gemildert werden. Denn die Sonne scheint nicht immer, und auch der Wind weht nicht kontinuierlich. Wenn aber viele kleine Erzeuger zusammenarbeiten, kann man regionale Unterschiede bei Wind und Sonne durch das Stromnetz oder regelbare Biogasanlagen ausgleichen. Weiter lässt sich überschüssiger Strom speichern oder in Wärme umwandeln. Es entsteht ein leistungsfähiges Netzwerk, das dezentral organisiert ist, aber nach außen hin – etwa an Strombörsen – als größere Gesamtheit auftreten kann. Damit das funktioniert, übernimmt die Leitwarte zwei Rollen gleichzeitig: Als »Energieanlagenmanager« verwaltet und überwacht sie die im virtuellen Kraftwerk zusammengeführten Anlagen. Und als »Poolkoordinator« vermarktet sie gleichzeitig die erzeugte Energie. Die Software des virtuellen Kraftwerks aus dem Harz wird für das Kombikraftwerk2 teilweise übernommen und um Netzstabilisierungsfunktionen erweitert.

Erneuerbare Energien können das Netz stabilisieren

An manchen Tagen des Jahres übernimmt die Elektrizitätserzeugung aus Sonne, Wind, Biomasse, Wasser und Geothermie bereits heute in Deutschland schon mehr als die Hälfte der anfallenden Last. »Dass der Strom auch künftig zuverlässig mit einer Spannung von 230 Volt und einer Frequenz von 50 Hertz beim Nutzer ankommt, dieser Herausforderung müssen sich die Erneuerbaren künftig stellen«, sagt Kaspar Knorr, Leiter des Forschungsprojekts Kombikraftwerk2 am IWES. Die erneuerbaren Energiequellen müssen auch vermehrt zu den Systemdienstleistungen beitragen. Im bisherigen, auf wenige zentrale Produzenten ausgelegten System sorgten vor allem konventionelle Kraftwerke für diese Voraussetzungen. Wie das Stromversorgungssystem der Zukunft aussehen und wie die einzelnen Anlagen über Deutschland verteilt sein könnten, modellieren die Wissenschaftler detailliert in ihrem Projekt. Sie ermitteln auch den Bedarf an Systemdienstleistungen wie Frequenz- und Spannungshaltung, Schwarzstartfähigkeit und Momentanreserve, damit der erneuerbare Strom stabil beim Verbraucher ankommt.

»Schon heute können die Erneuerbaren durch ihren dezentralen Charakter und innovative Entwicklungen dazu beitragen, das Stromversorgungsystem zu stabilisieren. Wir können mit dem Kombikraftwerk2 zeigen, vor welchen Veränderungen unsere Stromversorgung steht. Und wir demonstrieren, wie die Erneuerbaren diese Aufgabe meistern und auch in Zukunft für stabilen Strom sorgen können«, betont Knorr.

Forschungsprojekt und Partner:

Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt »Kombikraftwerk2« untersucht, wie ein rein regeneratives Stromversorgungssystem funktionieren könnte und welchen Bedarf es an Systemdienstleistungen geben wird. Zugleich ermitteln die Experten Möglichkeiten, wie die Anlagen für erneuerbare Energien diese zur Netzstabilität notwenigen Dienstleistungen erbringen können. Die Lösungsansätze werden an realen Anlagen untersucht. Die Partner des Konsortiums sind: CUBE Engineering GmbH, Deutscher Wetterdienst, ENERCON GmbH, Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), ÖKOBIT GmbH, Fachgebiet Elektrische Energieversorgung der Leibniz Universität Hannover, Siemens AG, SMA Solar Technology AG, SolarWorld AG und die Agentur für Erneuerbare Energien. Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium gefördert und schließt an das schon 2007 begonnene Projekt Kombikraftwerk1 an, das unter anderem die Machbarkeit einer vollständig auf regenerativen Quellen aufbauenden Stromversorgung aufzeigte.

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Appell an Kanzlerin: DUH warnt vor Kollateralschäden im Strompreiswahlkampf

Donnerstag 21. März 2013 von birdfish

Die Deutsche Umwelthilfe e.V. hat Kanzlerin Merkel (CDU) aufgefordert, beim Energiegipfel die populistischen Schräglagen der Stromkostendiskussion geradezurücken und stattdessen die Debatte über die jetzt notwendigen Entscheidungen zur Stabilisierung der Energiewende einzuleiten.

Solarfeld
Energiewende endlich umsetzen – Foto: Rainer Sturm / Pixelio

„Die Kanzlerin kann nicht länger so tun, als hätte sie mit der ganzen Diskussion nichts zu tun. Sie muss ihre Richtlinienkompetenz wahrnehmen“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Michael Spielmann. Merkel sei verantwortlich, wenn Wirtschaftsminister Rösler und Umweltminister Altmaier weiter einen populistischen Wahlkampf gegen den Erfolg und die Akzeptanz der Energiewende führen. Spielmann: „Das ebenso kurzfristige wie kurzsichtige Kalkül der Minister hat schon jetzt der Energiewende als gesellschaftliches Gemeinschaftsprojekt schweren Schaden zugefügt.“ Die Opposition forderte der DUH-Geschäftsführer auf, nicht mit gleicher Münze heimzuzahlen und ihre neue Mehrheit im Bundesrat zu nutzen, um eine faire Verteilung von Chancen und Lasten der Energiewende in der Gesellschaft wiederherzustellen.

Für die DUH sei es keine Frage, dass der Parteienwettbewerb um die besten Konzepte zur Ausgestaltung der Energiewende im Bundestagswahlkampf eine zentrale Rolle spielen müsse. Leider gehe es jedoch bei Teilen der Bundesregierung erkennbar „nicht mehr um die Umsetzung der Energiewende, sondern um ihre Abwicklung“. Die Energiewende müsse sowohl ökologisch als auch ökonomisch erfolgreich sein und sie müsse gleichzeitig gesamtgesellschaftlich getragen werden. Vor dem Energiegipfel im Kanzleramt stellt die DUH fünf zentrale Forderungen an die Bundeskanzlerin.

Erstens mahnte die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation, Kostenbremsen nur dort einzusetzen, wo dies ohne vorhersehbaren Verlust der Zubaudynamik bei den Erneuerbaren Energien möglich ist. „Eine kurzfristige Kostenoptimierung lässt sich durch die Überarbeitung des Referenzertragsmodells bei Onshore-Windstandorten erreichen, ohne dass gleichzeitig die dringend erwünschte Aufholdynamik in küstenfernen Bundesländern abgewürgt wird“, sagte Peter Ahmels, Leiter Erneuerbare Energien bei der DUH. Es dürfe nicht zu der von Bundesumweltminister Altmaier und Bundeswirtschaftsminister Rösler vorgeschlagenen 5-Monats-Frist kommen, während der neue Windkraftanlagen nur den Börsenpreis vergütet bekommen sollen. Eine Umsetzung dieser irrationalen Idee mache Projekte in großer Zahl unwirtschaftlich, insbesondere in küstenfernen Bundesländern, wo der größte Zubaubedarf bestehe.

Zweitens sollten die Industrieprivilegien bei den Strompreisen auf ein erträgliches Maß zurückgeführt werden, so dass nur noch Unternehmen profitieren, die tatsächlich energieintensiv sind und im internationalen Wettbewerb stehen. Die unfaire Lastenteilung, die sich insbesondere infolge der hemmungslosen Klientelpolitik von Wirtschaftsminister Rösler eingestellt habe, sei inzwischen zu einer realen Gefahr für die Akzeptanz der Energiewende geworden.

Drittens forderte die DUH, alle nachträglichen Vergütungskürzungen und von ihrer Wirkung her vergleichbare Maßnahmen zu unterlassen, weil dies die Glaubwürdigkeit des EEG-Prinzips weit über die aktuelle Diskussion hinaus unterminieren und Investoren abschrecken würde. Dies gilt auch jenseits der juristischen Fragwürdigkeit nachträglicher Vergütungskürzungen. Viertens sei zu prüfen, ob steuerliche Entlastungen (Stromsteuer, Mehrwertsteuer auf die EEG-Umlage) so gestaltet werden können, dass eine direkte und deshalb spürbare Weitergabe der Entlastungen an die Stromverbraucher gesichert ist.

Und fünftens verlangte die DUH, die Blockade einer wirksamen Klimapolitik, die inzwischen eindeutig an der Stimme Deutschlands hängt, aufzugeben. Als ersten Schritt muss Wirtschaftsminister Rösler endlich der zeitweisen Herausnahme von CO2-Zertifikaten aus dem Handel („Backloading“), wie sie eine große Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten und große Teile der deutschen Industrie wünschen, zustimmen. Im zweiten Schritt muss Deutschland auf EU-Ebene für eine Verschärfung des EU-Klimaziels auf 30 Prozent bis 2020 eintreten. Damit würde der freie Fall der Börsenpreise für Strom gestoppt und in der Folge die EEG-Umlage sinken. Außerdem würde der absurde Effekt beendet, dass die größten Klimakiller-Kraftwerke auf Braunkohlebasis rund um die Uhr laufen und die nationalen Klimagasemissionen nach oben treiben, während gleichzeitig für die Energiewende dringend benötigte, klimaschonende Gaskraftwerke vor dem wirtschaftlichen Aus stehen.

Die DUH fordert insbesondere Kanzlerin Angela Merkel auf, den Energiegipfel für ein Signal an die Teile der deutschen Industrie zu nutzen, die Atomausstieg und Energiewende immer noch für eine – möglicherweise noch einmal umkehrbare – Fehlentscheidung halten und beides bekämpfen. Spielmann: „Angela Merkel muss allen bekennenden und nicht bekennenden Blockierern im eigenen Lager unmissverständlich sagen, dass es mit ihr kein Zurück gibt.“

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Forschungsprojekt ‘SIGNAL’ – Klimawandel vorbeugen, Grünland in Europa erhalten

Dienstag 19. März 2013 von birdfish

Die ökologische Leistungsfähigkeit, die Artenvielfalt und auch die landschaftliche Schönheit des Grünlands in Europa zu schützen – mit diesem Ziel haben sich Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus acht europäischen Ländern im Forschungsprojekt “SIGNAL” zusammengeschlossen.

Wissenschaftlerinnen aus acht europäischen Ländern tagten zum KlimawandelWissenschaftler/innen aus acht europäischen Ländern tagten zum Klimawandel. Foto: Dr. Jürgen Dengler / Uni Bayreuth

Die Koordination des Gesamtprojekts, das von der EU mit 1,5 Millionen Euro gefördert wird, liegt bei Prof. Dr. Anke Jentsch, Professorin für Störungsökologie an der Universität Bayreuth und Mitglied des Bayreuther Zentrums für Ökologie und Umweltforschung (BayCEER). Zur Auftaktveranstaltung Mitte März 2013 waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Partnereinrichtungen nach Bayreuth gekommen.
Die Projektpartner teilen die Einschätzung, dass der Klimawandel in Europa extreme Wetterereignisse verursachen und die Stabilität des europäischen Grünlands nachhaltig gefährden könnte – vor allem im Zusammenhang mit dem Vordringen invasiver Arten. Die Schönheit des Landschaftsbildes, die Neubildung von Grundwasser, die Filterung von Schadstoffen, die Speicherung wertvoller Nährstoffe und die Bereitstellung von Grünfutter sind zentrale Funktionen des Grünlands, das immerhin rund die Hälfte aller landwirtschaftlich genutzten Flächen in Europa ausmacht. Umso schwerwiegender wären die Folgen, wenn diese ökologischen Serviceleistungen infolge langanhaltender Dürreperioden oder einwandernder Pflanzen dauerhaft gestört würden.

“Derartige Entwicklungen sind aber kein unvermeidliches Schicksal”, erklärt Projektleiterin Anke Jentsch. “Im Projekt SIGNAL wollen wir vorbeugende Konzepte und Maßnahmen erarbeiten, die geeignet sind, drohende ökologische Schäden abzuwenden oder jedenfalls abzuschwächen. Große Hoffnungen setzen wir dabei auf das Potenzial der Artenvielfalt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unseres ersten Arbeitstreffens waren alle hochmotiviert, sich dieser Herausforderung zu stellen. Dabei geht es letztlich darum, auf der Basis verlässlicher wissenschaftlicher Erkenntnisse Handlungsempfehlungen zu erarbeiten, die sich an staatliche Behörden auf europäischer, nationaler oder regionaler Ebene oder an Nichtregierungsorganisationen richten. Damit wollen die Projektpartner eine aktive Öffentlichkeitsarbeit verbinden und Möglichkeiten zu Handlung und Verantwortung aufzeigen. Die Menschen sollten besser als bisher darüber informiert werden, was in der Land- und Forstwirtschaft oder im Umwelt- und Naturschutz vorbeugend getan werden kann, um die Lebensqualität in Europa unter den Bedingungen des Klimawandels möglichst zu erhalten.”

Vorbeugende Maßnahmen, die künftig im SIGNAL-Projekt entwickelt werden, konzentrieren sich vor allem auf drei Faktoren: die Entwicklung der Biodiversität auf den Grünlandflächen; die Rolle von stickstofffixierenden Hülsenfrüchten und invasiven Arten; schließlich auch landwirtschaftliche Techniken, die womöglich alte Formen der Landnutzung auf neue Weise realisieren. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bei SIGNAL mitarbeiten, bringen zahlreiche Erfahrungen aus internationalen Projekten zur Klimawandelforschung mit. Sie kommen aus acht europäischen Ländern, auf die besonders hohe Anteile der europäischen Grünlandflächen entfallen: aus Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Italien, der Schweiz, der Türkei und Ungarn.

An der Universität Bayreuth werden insbesondere die Experimente zur Biodiversität und Klimawandel konzipiert, die für das SIGNAL-Projekt von zentraler Bedeutung sind. Diese Untersuchungen wären nicht möglich ohne die Forschungsflächen im Ökologisch-Botanischen Garten auf dem Bayreuther Campus. Hier können extreme Wetterereignisse mit hoher Genauigkeit simuliert und auf ihre Folgen hin analysiert werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Bayreuther Auftaktveranstaltung zeigten sich beeindruckt von dieser Infrastruktur, die im Rahmen von SIGNAL auf andere europäische Länder übertragen werden soll. Sie wird einen gewichtigen Beitrag zur Erforschung von Klimawandelfolgen leisten.

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Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS)

Montag 18. März 2013 von birdfish

Gemäß seiner Satzung erforscht das IRS die Transformation und Steuerung von Städten und Regionen aus sozialwissenschaftlichen Perspektiven in interdisziplinären Teams und langfristig angelegten Forschungsschwerpunkten.

Kennzeichnend sind folgende Querschnittsthemen:

  • Pfadentwicklung, institutioneller Wandel und raumbezogene Governance
  • Kommunikationsdynamiken und Interaktionsstrukturen in Räumen
  • Innovationsprozesse in räumlicher Perspektive
  • Geschichte als Ressource der Stadt- und Regionalentwicklung.
Sozialwissenschaftliche Klimaforschung am IRS

Das IRS beschäftigt sich seit einigen Jahren intensiv mit der gesellschaftlichen Verarbeitung von Klimarisiken und lokalen und regionalen Strategien zur Verringerung von und Anpassung an diese Risiken. Damit werden die vornehmlich technisch und naturwissenschaftlich geprägten Debatten um den Klimawandel um eine sozialwissenschaftliche Perspektive ergänzt. Diese kann die Lücke zwischen scheinbar naturgegebenen Veränderungen, den Wahrnehmungen der Risiken und dem koordinierten Handeln schließen helfen. Einen Überblick über die sozialwissenschaftliche Klimaforschung am IRS bietet die Ausgabe 70 des Magazins IRS aktuell

Zur IRS Website

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Taufe des Kreuzfahrtschiffes ‘AIDAstella’ – NABU kritisiert umweltfeindlichen ‘Stern’

Samstag 16. März 2013 von birdfish

Mit Blick auf die heutige Taufe des neuen Kreuzfahrtschiffes „AIDAstella“ hat der NABU die mangelhaften Umweltstandards des Flottenneuzugangs der Reederei AIDA Cruises kritisiert.

Kampagne Mir stinkts für sauberere Kreuzfahrtschiffe
Kampagne ‘Mir stinkts’ für sauberere Kreuzfahrtschiffe

„Kein Stickoxidkatalysator, kein Rußpartikelfilter, kein sauberer Treibstoff. Mit der AIDAstella macht die Reederei weiter wie bisher und verpasst damit die Chance, Umweltvorreiter der Kreuzfahrtbranche zu werden. Anders, als der Name vermuten lässt, funkelt hier nach wie vor nur die Fassade, unter Deck aber geht der Schweröl-Wahnsinn weiter“, kommentiert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller die Taufe des zehnten AIDA Kreuzfahrtschiffes in Rostock.

Erst am Dienstag hatte sich AIDA im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht gerühmt, Vorreiter in Sachen Umweltschutz zu sein. Allein, die dort wortreich beschriebenen Maßnahmen wie Energiesparlampen und reibungsarme Unterwasseranstriche sind ein Tropfen auf den heißen Stein. Die wahre Umweltsünde der Schifffahrt resultiert nach wie vor aus der Verwendung von giftigem Schweröl und den Verzicht auf Abgasreinigungssysteme wie Rußpartikelfilter und Stickoxidkatalysatoren. Auf diese Weise werden gigantische Mengen schädlicher Luftschadstoffe freigesetzt, die den Klimawandel beschleunigen und die Gesundheit von Millionen Menschen schädigen. Dabei ist die notwendige Technik einsatzbereit: So wird Mitbewerber Hapag-Lloyd in acht Wochen die „MS Europa 2“ vorstellen, die als erstes Kreuzfahrtschiff immerhin über einen Stickoxidkatalysator verfügen wird, der die für Mensch, Tier und Pflanzen schädlichen Stickoxide fast vollständig zurückhält.

„Ein modernes Kreuzfahrtschiff fährt ohne Schweröl und setzt auch einen Partikelfilter ein. Erfreut nehmen wir daher die AIDA-Aussage zur Kenntnis, dass das Unternehmen mit Hochdruck an einem ganzheitlichen Filterkonzept für die Schiffe arbeitet“, so Miller. Der NABU fordert diese Technik seit Jahren und hält sie für einen der wichtigsten Bausteine auf dem Weg zu mehr Umweltverträglichkeit von Schiffsreisen. Die „neue“ AIDAstella ist daher bereits auf ihrer Jungfernfahrt veraltet, da sie den neuesten Stand der Technik nicht einsetzt.

Zum NABU-Hintergrundpapier zu den Umweltauswirkungen von Kreuzfahrtschiffen (PDF)

Zur Kampagne “Mir stinkt’s”

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Germanwatch erarbeitet Rahmenbedingungen zur Nutzung afrikanischen Energiepotenzials

Freitag 15. März 2013 von birdfish

Die Sicherstellung des Nutzens, der sich im Rahmen des DESERTEC-Konzepts für die lokale Bevölkerung in Nordafrika und dem Mittleren Osten (MENA) ergeben soll, und der gerechte Umgang mit Fragen des Eigentums und der Beteiligung sind unabdingbare Voraussetzungen für eine erfolgreiche Durchführung der „Energiewende“ im südlichen Mittelmeerraum.

Cover Springtime

Gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen in der MENA-Region muss es daher bei der Umsetzung von DESERTEC neben Wirtschaftlichkeit, langfristiger Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit auch um Verteilungsgerechtigkeit, Sozialverträglichkeit und Beteiligungs- bzw. Mitbestimmungsmöglichkeiten – also um soziale und entwicklungspolitische Dimensionen – im lokalen Kontext gehen.

Vor diesem Hintergrund hat Germanwatch das Briefing Papier „It’s Springtime in the Desert – Safeguarding the Sustainable Implementation of the DESERTEC Concept” erstellt. Die beiden Autoren Boris Schinke und Jens Klawitter erarbeiten und diskutieren darin die Entwicklung eines Nachhaltigkeitsrahmenwerks für die interkontinentale Nutzung des nordafrikanischen erneuerbaren Energienpotenzials  – wie sie im Rahmen des DESERTEC-Konzepts geplant ist.

Mit dem Ziel, Risiken auf der Projektebene zu vermindern und Chancen für die lokale Bevölkerung im MENA-Raum zu fördern, bietet das Papier einen Diskussionsanstoß für eine interregionale Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure aus Politik, Industrie, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in Europa und der MENA-Region zur nachhaltigen Umsetzung des DESERTEC-Konzepts.

Aus Sicht der Autoren ist eine engere interkontinentale Zusammenarbeit im Rahmen eines Multistakeholder-Dialogs zur Erstellung eines übergeordneten Nachhaltigkeitsrahmens für DESERTEC unbedingte Voraussetzung dafür, dass sich DESERTEC zu weit mehr als einem reinen Energieinfrastrukturkonzept entwickelt und seinem entwicklungspolitischen Nachhaltigkeitsanspruch – ökonomisch, ökologisch und sozial – gerecht wird.

Publikation ‘It’s Springtime in the Desert’ (PDF, englisch)

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Green Climate Fund soll zentrales Instrument im Kampf gegen den Klimawandel werden

Mittwoch 13. März 2013 von birdfish

Vom 12. bis zum 15. März trifft sich in Berlin der Vorstand des Green Climate Fund (GCF) zu seinem dritten Treffen.

WüsteWüste bei Pakistan: Dürre und Überschwemmung sind Klimawandel-Folgen – Foto: Matthias Jäger / pixelio.de

Dies ist die erste Zusammenkunft nach dem 18. UN-Klimagipfel in Doha und der Entscheidung im letzten Oktober, dass der GCF dauerhaft seinen Sitz in Südkorea – und nicht in Bonn – haben soll. Bei den Beratungen in Berlin stehen zentrale Fragen auf der Agenda: Wie kann der Fonds den notwendigen Paradigmenwechsel in Richtung Entwicklung mit wenig Emissionen in Entwicklungsländern unterstützen?  Wie kann der Zugang dieser Länder zu den Mitteln des Fonds geregelt werden? Wie kann der Privatsektor einbezogen werden? Auch sollen weitere Regelungen für den Einbezug der Zivilgesellschaft beschlossen werden.

Für Germanwatch beobachtet Sven Harmeling, Teamleiter Internationale Klimapolitik, das Treffen: “2013 wird zu einem Schlüsseljahr für den Green Climate Fund, und dieses Treffen markiert den Auftakt. Der Fonds soll zu einem zentralen Instrument im Kampf gegen den Klimawandel werden. Er soll Entwicklungsländer bei der Vermeidung von Emissionen und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützen. Fortschritte bei der Vorstandssitzung in Berlin sind dringend notwendig, damit der Fonds möglichst bald konkrete Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern fördern kann. In der Zukunft sollen jährlich zweistellige Milliardenbeträge über den Green Climate Fund abgewickelt werden. Die Industrieländer sollen hier einzahlen, etwa aus den Erlösen der Emissionshandels-Versteigerung. Aber auch Klimaschutzinstrumente für den internationalen Flug- und Schiffsverkehrs sollen Milliardeneinnahmen erbringen. Auf dem Klimagipfel Ende 2013 in Warschau sollten hierzu die ersten substanziellen Zusagen vorliegen.”

Zum vielfach diskutierten Einbezug des Privatsektors kommentiert Sven Harmeling: “Zentral sind im Klimaschutz Rahmensetzungen, die Investitionen privater Akteure für mehr Klimaschutz attraktiv machen. Die Mehrkosten der Rahmensetzung müssen international mitfinanziert werden. Es wäre aber eine Mogelpackung, wenn die Industrieländer sich die mobilisierten Investitionen des Privatsektors einfach auf ihre Zahlungsverpflichtungen anrechnen würden.”

Kritisch sieht Germanwatch die derzeit vorliegenden Vorschläge zum Einbezug der Zivilgesellschaft in die Arbeit des GCF. Sven Harmeling: “Der Vorstand berät über Vorschläge, die zum Ausschluss aller zivilgesellschaftlichen Organisationen führen könnten, die nicht direkt in der Projektumsetzung in Entwicklungsländern aktiv sind. Dies wäre eine vollkommen unakzeptable Einschränkung. Die Entwicklung eines solchen Fonds ist komplex und vielschichtig. Sie bedarf vielfältiger Expertise, nicht nur hinsichtlich konkreter Projektumsetzung.” Zudem sei es notwendig, ausgewählten Vertretern der Zivilgesellschaft die volle aktive Beteiligung an den Diskussionen des GCF-Vorstands zu ermöglichen. In einem zweiten Schritt müsse der Fonds auch Regelungen finden, um die wirkungsvolle Teilhabe der Zivilgesellschaft in den Ländern zu ermöglichen, in denen die Projekte umgesetzt werden.

Der GCF wurde durch Entscheidungen des UN-Klimagipfels in Cancún (2010) gegründet und ein Jahr später in Durban (2011) in wichtigen Aspekten operationalisiert. Er wird seinen dauerhaften Sitz in Songdo bei Seoul in Südkorea haben.

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