KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Klimaschutz braucht Reform von Wirtschaft und Gesellschaft – kein Greenwashing

Donnerstag 10. Dezember 2009 von birdfish

Greenwashing ist nicht nachhaltig – Klimaschutz braucht eine grundlegende Reform von Wirtschaft und Gesellschaft

Nicht alles, was grün erscheint, schützt auch das Klima
Nicht alles, was grün erscheint, schützt auch das Klima – (c) Gitti Moser / Pixelio

Der Deutsche Naturschutzring (DNR) hat jetzt in Berlin führende Wirtschaftsvertreter vor einer fragwürdigen Selbstdarstellung beim Klimaschutz gewarnt. DNR-Präsident Hubert Weinzierl und Michael Müller, für Klimafragen zuständiges Präsidiumsmitglied im DNR und Bundesvorsitzender der Naturfreunde, sagten dazu: „Für den dramatischen Klimawandel sind auch viele der Unternehmen verantwortlich, die sich jetzt als grüne Vorreiter hinstellen. Banken, die mit grünen Fonds werben, haben sich in den letzten Jahren als die Herren der Welt aufgespielt und mit ihrem Diktat zur möglichst kurzfristigen Steigerung der Gewinne die Welt an den Rand des Abgrunds gebracht.“

„Siemens, AEG, VW, RWE oder E.on, um nur einige Unternehmen zu nennen, tun jetzt so, als würden sie die Welt vor einem Klimakollaps bewahren. Bei den meisten können die Umwelt- und Naturschutzverbände nur sagen: Ausgerechnet die! Die Brandstifter haben Feuerwehruniformen angezogen, aber auch die Streichhölzer noch in den Taschen. Greenwashing ist noch lange kein Klimaschutz.“

Nach Auffassung des DNR gehe es vielen Unternehmen häufig nur um neue lukrative Geschäftsfelder, nicht aber um Klimaschutz. Sie wollten an den ökologischen Märkten teilhaben, aber die alten Felder nicht räumen. Besonders deutlich werde das bei der Energieversorgung. Die großen Energiekonzerne würden gerne von den erneuerbaren Energien profitieren, aber gleichzeitig dicke Gewinne mit der Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken machen wollen. Das sei doppelbödig und habe mit Klimaschutz nichts zu tun.

Hubert Weinzierl: „Klimaschutz wird es nur geben, wenn es zu einer grundlegenden Reform von Wirtschaft und Gesellschaft kommt. Wir müssen lernen, Grenzen zu beachten und zu einer globalen Kreislaufwirtschaft zu kommen.“

Michael Müller: „ Die Wirtschaft muss grün werden, aber dafür muss sie den alten Wachstumsgedanken überwinden und zu mehr Demokratie und zu wirklichen Innovationen kommen. Davon ist sie weit entfernt.“


LichtBlick

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Deutsche zeigen nur mäßiges Interesse an nachhaltigem Palmöl gegen den Urwaldtod

Mittwoch 9. Dezember 2009 von birdfish

Die deutsche Wirtschaft muss mehr Verantwortungsbewusstsein zeigen.

Palmölfrüchte
Palmölfrüchte – (c) Alain Compost / WWF

Der World Wide Fund for Nature (WWF) und der Verband der ölsaaten-verarbeitenden Industrie (OVID) fordern im Rahmen der Europäischen Konferenz „Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Zertifizierungssystemen“ Handel und Industrie auf, mehr Verantwortung für Klimaschutz zu zeigen und konsequent nachhaltiges Palmöl einzusetzen.

Derzeit stehen 1,2 Mio. Tonnen nach den Kriterien des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) zertifiziertes Palmöl zur Verfügung. Davon sind bislang 320.000 Tonnen verkauft; der Rest wartet in Tanklagern auf Käufer. „Besonders Deutschland hat Nachholbedarf, wie unsere jüngste Umfrage zur Verwendung von nachhaltigem Palmöl in Europa zeigt“, erklärt Martina Fleckenstein, Leiterin EU-Politik & Landwirtschaft beim WWF, am Rande der Konferenz „Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Zertifizierungssystemen“, die heute in Berlin stattfindet. Während in Großbritannien und der Schweiz bereits eine Reihe großer Unternehmen zertifiziertes Palmöl einsetzen, haben sich in Deutschland nur sehr wenige Firmen entschieden, zertifiziertes Palmöl zu verwenden.

„Wer Klimaschutz fordert, muss auch dafür sorgen, dass kein tropischer Regenwald gerodet wird und konsequent nachhaltig produziertes Palmöl nachfragen“, so Petra Sprick, Geschäftsführerin von OVID. Palmöl steht ganz oben auf der Liste der kontrovers diskutierten Agrarrohstoffe. Das Öl ist ein wichtiger Rohstoff für die Nahrungsmittelindustrie, die Olechemie und wird als nachwachsender Rohstoff vermehrt im Energiebereich eingesetzt. Die Erträge der Ölpalme sind extrem hoch und bieten damit eine Chance sowohl für nachhaltige Lebensmittel und oleochemische Produkte – wie Waschmittel und Cremes – als auch für klimafreundliche Energieproduktion. Dafür müsse jedoch sicher gestellt werden, dass beim Anbau der Ölpalmen Umwelt- und Sozialkriterien berücksichtigt und Regenwaldflächen sowie Torfmoore vor einem unkontrollierten Ausbau von Ölpalmplantagen geschützt werden. Durch die Trockenlegung von Mooren und die Rodung von Wäldern werden u. a. große Mengen an Treibhausgasemissionen freigesetzt. Vor diesem Hintergrund sind Zertifizierungssysteme zu einem der wichtigsten Instrumente zur Verhinderung von unkontrollierten Abholzungen und Landnutzungsänderungen geworden.

Der RSPO wurde vom WWF gemeinsam mit Unternehmen des Palmölsektors, Lebensmittelkonzernen, Banken sowie Vertretern der Zivilgesellschaft ins Leben gerufen, um eine nachhaltige Landwirtschaft zu unterstützen, die dazu beiträgt, dass weniger Wälder gerodet, vorhandene Biodiversität erhalten bleibt sowie Kleinbauern, Landrechte und Arbeitnehmerrechte respektiert werden. Im November 2008 wurde die erste Schiffsladung mit nach den Kriterien des RSPO zertifiziertem Palmöl nach Europa geliefert. Ein Grund für die geringe Nachfrage ist sicherlich, dass Handel und Wirtschaft die höheren Kosten scheuen, die durch den nachhaltigen Anbau entstehen und einen Anreiz für die Landwirte vor Ort darstellen. Ein weiterer Grund könnte aber auch darin liegen, dass gesetzlich ab dem 1. Juli 2010 nur für den Bereich Bioenergie ein Nachhaltigkeitszertifikat vorgeschrieben ist, um eine Förderung zu erhalten. Für andere Verwendungsbereiche – etwa Lebensmittel und oleochemische Produkte – gibt es bislang keine Verpflichtung, Nachhaltigkeitskriterien einzuhalten.

Greenpeace

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Führende Klima- und Politikberater der Bundesregierung mahnen eindringlich einen erfolgreichen Abschluss der Konferenz an

Freitag 20. November 2009 von birdfish

Der Klimagipfel rückt näher.

Energieeffizienz schafft Arbeitsplätze
Klimaschutz schafft Arbeitsplätze, auch wenn andere Staaten nicht mitziehen – (c) Dagmar Struß

Kurz vor dem Start der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen mahnen führende Klima- und Politikberater der Bundesregierung eindringlich einen erfolgreichen Abschluss der Konferenz an. Die Folgen des Klimawandels träten deutlicher in Erscheinung als noch vor wenigen Jahren erwartet. Die Menschheit brauche ein ambitioniertes Kioto-Folgeabkommen mit klaren und verbindlichen Klimagasminderungszielen.

Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes sagte: „Neben Rettungspaketen für Banken oder Autobauer braucht die Welt einen Rettungsschirm für das Weltklima. Kopenhagen muss mehr bringen als reine Absichtserklärungen. Ich bin zuversichtlich, dass das mit genügend politischem Willen klappen wird; abgerechnet wird am letzten Tag der Konferenz, bis dahin ist eine Einigung möglich. Kopenhagen muss alle wesentlichen Bestandteile eines Abkommens festlegen: vertragsfest, nicht mehr verhandelbar und naturwissenschaftlich begründet. Faule Kompromisse darf es nicht geben, denn ein aus dem Ruder gelaufenes Klimasystem kann die Menschheit in seinen ökologischen, ökonomischen und sozialen Konsequenzen nicht mehr einfangen. Wir dürfen uns in Kopenhagen deshalb nicht nochmals vertagen. Die Klimakrise nimmt keine Rücksicht darauf, wenn wir unseren Zeitplan nicht einhalten!“

Die aktuelle Entwicklung vieler Komponenten des Klimasystems liegt am oberen Rand der Projektionen des Weltklimarates IPCC von 2007 oder geht darüber hinaus. Dies gilt auch für den weltweiten Anstieg beim Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2). Die Auswirkungen der Finanzkrise werden diesen Trend nicht brechen. Mit der Anreicherung von CO2 und weiterer Treibhausgase in der Atmosphäre schwinden jedoch die Chancen, die Erwärmung auf ein beherrschbares Maß zu begrenzen. „Die Hinweise aus der Wissenschaft häufen sich, dass sich die Menschheit bedenklich nahe an kritische Kipppunkte im Klimasystem heranbewegt, selbst bei einer Erderwärmung unter zwei Grad Celsius. Die Politik muss sich in Kopenhagen endlich ihrer Verantwortung stellen und das Risiko gefährlichen Klimawandels begrenzen. Alles andere wäre eine politische Bankrotterklärung“, sagt Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung.

Jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass der Menschheit nur noch ein begrenztes Budget an CO2-Emissionen zur Verfügung steht, wenn die kritische Grenze von zwei Grad Celsius über vorindustriellem Niveau nicht überschritten werden soll. Für eine Zwei-Drittel-Chance, das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten, dürften insgesamt nur noch 750 Milliarden Tonnen CO2 aus fossilen Quellen in die Atmosphäre gelangen. Ausgehend von heutigen Emissionen wäre dieses Budget bereits in 25 Jahren ausgeschöpft. Übersetzt in Reduktionsziele müsste der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen bis 2050 um deutlich mehr als die Hälfte gegenüber 1990 reduziert werden. Die Industrieländer wären gefordert, ihre Emissionen sogar um mindestens 80 Prozent zu senken. Diese Ziele sind realistisch nur zu erreichen, wenn die Trendumkehr der globalen Treibhausgasemissionen vor 2020 erfolgt. Selbst wenn die Emissionen ab 2015 sinken würden, bedeutete dies eine notwendige Emissionsminderung von fünf Prozent pro Jahr. Zum Vergleich: Das Kioto-Protokoll verlangte von den Industrienationen eine Minderung in der gleichen Größenordnung, allerdings binnen zwanzig Jahren.

Die Summe unambitionierter nationaler Angebote zur Emissionsminderung wird physikalisch nicht ausreichen, um die Zwei-Grad-Linie zu halten. „Als Orientierung sollte eine Obergrenze für die bis zum Jahr 2050 global noch verbleibende Gesamtemissionsmenge an Kohlendioxid vereinbart werden, die in fairer Weise und nach Bevölkerungszahl auf die einzelnen Länder zu verteilen wäre“, sagt Dirk Messner, stellvertretender Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen. „In jedem Fall muss in Kopenhagen die Verabschiedung von Alibizielen vermieden werden“, so Messner weiter.

„Dabei drängt die Zeit. Noch ist es möglich, die Weichen richtig zu stellen. Die Technologien stehen bereit“, sagt Manfred Fischedick, Vizepräsident und kommissarischer Leiter des Wuppertal Instituts, und verdeutlicht: „Vor allem durch den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien und der Ausschöpfung von Energieeffizienzpotenzialen können global und national die anzustrebenden Minderungsziele erreicht werden.“ Dass wirksamer Klimaschutz bei unverzüglichem Handeln und finanzierbar und volkswirtschaftlich unumgänglich sei, werde durch eine Vielzahl an Studien belegt, darunter eine kürzlich von vier europäischen Forschungsinstituten vorgelegte Studie (“RECIPE“) oder der World Energy Outlook 2009 der Internationalen Energieagentur. Deutschland als Innovations- und Technologiestandort könnte von einer derartigen Entwicklung ganz massiv profitieren. „Dafür“, so Fischedick weiter, „müssen wir es schaffen, eine Blaupause für eine nachhaltige und klimaverträgliche Industriegesellschaft zu entwickeln, verbunden mit einem Transformationsprozess zu nachhaltigen Konsum- und Lebensstilen.“ Um die hierfür notwendige Dynamik zu erzeugen, könne dies auch bedeuten, dass die EU im Fall eines Scheiterns der Verhandlungen allein noch weiter voran gehen muss und ihre bisher an das engagierte Handeln anderer Staaten gebundene Zusage, die Emissionen gegenüber 1990 um 30 Prozent zu reduzieren, trotzdem umsetzt. Dafür sprächen auch die Berechnungen der Klimaökonomie, die konkret zeigen, dass Europa von einer Vorreiterrolle durch geringe Klimaschutzkosten profitieren würde, auch wenn andere Länder erst später nachzögen.

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Ölsand-Abbau setzt riesige Mengen von Treibhausgasen frei und verursacht Krebs

Donnerstag 17. September 2009 von birdfish

Greenpeace-Aktivisten aus Kanada, den USA und Frankreich protestieren jetzt gegen den Abbau von klimaschädlichem Ölsand bei FortMcMurray in der kanadischen Provinz Alberta.

Ölsand-Abbau
Der Ölsand wird in Alberta, Kanada im Tagebau gewonnen.
- Foto: Jiri Rezac / Greenpeace

In einem Bergbaubetrieb des Erdölkonzerns Shell-Albion befestigten die Aktivisten ein Riesenbanner mit der Botschaft Tar Sands: Climate Crime (Ölsand: Klimaverbrechen). Mit einer Kletteraktion an einem Schaufelradbagger stoppten sie den Ölsand-Abbau. Das Herauslösen des sandgebundenen Öls setzt gigantische Mengen an Treibhausgasen frei, die im Widerspruch zu Kanadas Reduktionsverpflichtungen im Rahmen des Kyoto-Protokolls stehen. Wenige Wochen vor der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen fordert Greenpeace einen Ausstieg aus dem Ölsand-Abbau in Kanada.

“Der kanadische Ölsand-Abbau ist das größte industrielle Projekt des Planeten”, sagt Christoph Lieven, Greenpeace-Sprecher in Hamburg. “Eine Fläche von der Größe Englands wird hier verwüstet, als Abfallprodukt entstehen riesige Giftseen mit einer tödlichen Mischung aus Arsen, Quecksilber und anderen Chemikalien. Die größten Ölkonzerne und Banken profitieren hier von einer Umweltzerstörung apokalyptischen Ausmaßes. Diese industrielle Katastrophe muss gestoppt werden.”

Der Ölsand-Abbau wurde erst in den letzten Jahren durch die zur Neige gehenden Ölquellen und die anhaltend hohen Ölpreise lukrativ. Alle großen Erdölkonzerne wie Shell, BP, ExxonMobile, Total, Suncor, Syncrude und StatoilHydro investieren in die Ölgewinnung in Westkanada. Aktuell werden täglich 1,2 Millionen Barrel Öl mit hohem Energieeinsatz gefördert. Pro Barrel gewonnenen Öls werden 62 bis 176 Kilogramm CO2 freigesetzt – das sind drei bis fünf Mal so viel schädliche Klimagase wie bei der konventionellen Ölförderung.

Auf der kommenden UN-Klimakonferenz in Kopenhagen soll ein Nachfolge-Abkommen für das auslaufende Kyoto-Protokoll beschlossen werden. Durch die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls hat sich Kanada verpflichtet, seine Treibhausgas-Emissionen bis 2012 im Vergleich zu 1990 um sechs Prozent zu senken. Mit dem Ölsand-Abbau hat sich das Land von dieser Zielmarke jedoch weit entfernt. Nach wissenschaftlichen Schätzungen wird der zunehmende Ölsand-Abbau ab dem Jahr 2020 für über 40 Prozent der CO2-Emissionen in Kanada verantwortlich sein.

Hier sehen Sie einen Bericht, der auch von der betroffenen Bevölkerung handelt. Bereits junge Menschen erkranken dort seit einigen Jahren zunehmend an Krebs. Den Ureinwohnern wird die Nahrungsgrundlage entzogen, denn die mutierten und schadstoffbelasteten Fische aus dem Fluss sind durch den Ölsand-Abbau gesundheitsgefährdend geworden.


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Sozialwissenschaftliche Aspekte der erneuerbaren Energien als Infosammlung

Samstag 1. August 2009 von birdfish

GESIS ist eine Einrichtung, die sozialwissenschaftliche Daten unter dem Dach des Leibniz-Instituts auswertet und anwenderfreundlich zur Verfügung stellt.

Umstrittene Biomasse Raps
Umstrittene Biomasse Raps – (c) Hermann / Pixelio

Diese Einrichtung hat nun in ihrer Fachinformationsreihe “Recherche Spezial” die sozialwissenschaftlichen Aspekte der regenerativen Energiegewinnung und deren Auswirkungen auf Wirtschaft, Politik und Gesellschaft thematisiert.

Im Zeichen von Klimaerwärmung und Verknappung der Erdölressourcen zeigt sich zunehmend die Notwendigkeit, den Energiebedarf aus nachhaltigen, sich erneuernden Quellen zu beziehen. Neben Sonnenkraft werden auch Windenergie, Wasserkraft, Biomasse und Erdwärme genutzt, um Strom zu erzeugen. In der Bundesrepublik Deutschland lag Ende März 2009 der Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamtenergiegewinnnung bei rund 10 Prozent. Doch trotz hoher Investitionskosten und technischer Schwierigkeiten beim Stromtransport nimmt die Menge der regenerativ gewonnenen Energie rasch zu. Denn der Einsatz erneuerbarer Energien bietet ökologisch wertvolles Potential, um die schädlichen Folgeerscheinungen der fossilen Energiegewinnung zu verhindern, wie beispielsweise den Ausstoß großer Mengen von Kohlendioxid, das zur Erwärmung der Erdatmosphäre beiträgt.

Ganz ohne Nachteile ist jedoch der Einsatz der regenerativen Energiegewinnung nicht. So wirft die Erzeugung von nutzbarer Biomasse Probleme auf, dazu gehören extensiver Landverbrauch, der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel sowie die Reduzierung der Artenvielfalt.

Die Vorteile, so gesis, scheinen bislang jedoch zu überwiegen. So könnten nach Studien des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit bis zum Jahre 2020 über 400.000 Menschen in Deutschland im Bereich Erneuerbare Energien beschäftigt sein. Damit wächst der Sektor der regenerativen Energiegewinnung auf lange Sicht zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor heran.

Quellen der Informationen für die Publikation sind die GESIS-Datenbanken SOLIS und SOFIS und die sechs englischsprachigen sozialwissenschaftlichen Datenbanken des Herstellers Cambridge Scientific Abstracts.

Das Infoblatt “Recherche Spezial” soll einen Überblick zu aktuellen sozialwissenschaftlichen Literatur- und Forschungsnachweisen rund um das Thema erneuerbare Energien bieten (PDF).

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Tck tck tck: es ist an der Zeit zu Handeln! Kopenhagen muss Kehrtwende einläuten

Montag 8. Juni 2009 von birdfish

Die laufenden UN-Klimaverhandlungen in Bonn bieten ein Bild des Stillstands. Weder sind die Industrieländer bereit, ihren Ausstoß von Treibhausgasen verbindlich und vor allem ausreichend zu reduzieren, noch wollen sie die Entwicklungsländer beim Klimaschutz angemessen unterstützen.

Act Now - Zeit zu Handeln
Act Now – Zeit zu Handeln -

(c) Ingwer Hansen

Wenn sich bis zur Kopenhagen-Konferenz nicht mehr bewegt, dann wird das weitreichende Folgen für die ganze Welt, für Nord und Süd, für unsere Kinder und Kindeskinder haben.

Hunderte Millionen Menschen werden in den Entwicklungsländern ihre Lebensgrundlagen verlieren, wie sich mit einer Studie der Organisation Oxfam nachweisen lässt. Demnach wird in den kommenden sechs Jahren die Zahl der durch den Klimawandel in Not geratenen Menschen auf jährlich 375 Millionen steigen.

Deutsche Städte besitzen im Gegensatz zu den Entwicklungsländern wenigstens die Mittel, sich für die drohenden Katastrophen zu wappnen, was ja bereits viele tun – z.B. Lübeck, wo bereits heute ein Maßnahmenplan gegen die kommenden Sturmfluten und den generellen Anstieg des Meeresspiegels auf den Weg gebracht wird.

Es kann bei den Verhandlungen nicht mehr darum gehen, wer wem welche Zugeständnisse macht, was die Industrie dazu meint und ob das alles nach der Finanzkrise finanzierbar ist.
Wenn hier keine generelle Kehrtwende großen Ausmaßes beschlossen wird, dann wird das nicht nur soziale sondern auch verheerende wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen, die in keinem Verhältnis stehen werden zu der heutigen Diskussion.

Die Zeit drängt gewaltig. Das visualisierten Hunderte von Klimaaktivisten am Wochenende in den Bonner Rheinauen, nah dem Verhandlungsgeschehen. Von dem Aktionskünstler John Quigley wurde ein Luftbild mit mehr als 500 Menschenkörpern inszeniert. Diese bildeten ein riesiges Ausrufezeichen mit der Botschaft an die Klimakonferenz-Teilnehmer “Yes you can” – Schluss mit Zögern,  Tck tck tck – es ist an der Zeit, jetzt muss gehandelt werden!

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Ökologisch-sozialer Durchbruch durch Kopenhagener Klimaabkommen möglich

Mittwoch 3. Juni 2009 von birdfish

Wie wirkt sich die Finanzkrise bisher auf die Bestrebungen der Finanzindustrie aus, ökologische und soziale Faktoren besser in ihre Investitionsentscheidungen zu integrieren?

Germanwatch Logo

Und welche Auswirkungen werden für die Zukunft erwartet? Das sind die Schlüsselfragen einer aktuellen
Studie, die Germanwatch jetzt gemeinsam mit dem Consultingunternehmen onValues in Bonn – anlässlich der Klimavorverhandlungen – vorgestellt hat.
Diese zeigt, dass der Finanzmarkt das angestrebte UN-Klimaabkommen in Kopenhagen Ende des Jahres als Kipp-Punkt für den weiteren Ausbau nachhaltiger Investitionen betrachtet – besonders im Umwelt- und Klimabereich.

“Ein ambitioniertes Klimaabkommen in Kopenhagen wird ein deutliches Signal an den Finanzmarkt senden, um einen Durchbruch von grünen und sozialverträglichen Produkten und Konzepten auszulösen. Allerdings könnte ein Scheitern der Verhandlungen in Kombination mit der derzeitigen Finanzkrise das Interesse für nachhaltige Anlageprodukte auch für eine lange Zeit auf Eis legen”, so Ivo Knoepfel von onValues und Autor der Studie.

In den vergangenen Jahren sind Investitionsmöglichkeiten etwa in Energieeffizienz, Erneuerbare Energien oder andere klimafreundliche Dienstleistungen und Produkte für Finanzmarktakteure sowie private Akteure interessanter geworden. Dennoch ist dies ein recht junger Markt und daher auch besonders anfällig für starke Marktveränderungen, wie sie von der jetzigen Finanzkrise ausgelöst werden. Bereits jetzt werden vereinzelt Nachhaltigkeitsabteilungen bei Banken verkleinert und die Analyse von nachhaltigen Anlageentscheidungen an externe Dienstleister ausgelagert.
Auch Rentenfonds reduzieren ihre Anteile in nachhaltige Investitionen. Abhängig davon, wie lange die Finanzkrise noch anhält, könnte es zu noch drastischeren Einschnitten kommen, warnt Knoepfel, vor allem, wenn der Markt in einen “Überlebensmodus” verfalle, bei dem nur noch in gängige Kapitalklassen investiert würde, ohne ökologische und sozial gerechte Investitionen zu berücksichtigen.

Die Trends zeigen jedoch, dass grüne Investitionen in Erneuerbare Energien und Klimaschutztechnologien in der Finanzkrise im Vergleich geringer in den Ländern an Fahrt verloren haben, in denen es unterstützende politische Rahmenbedingungen, wie das deutsche Erneuerbare Energien-Gesetz, gibt.
Christoph Bals, Klimaexperte und politischer Geschäftsführer bei Germanwatch, sieht in einem ambitionierten Klimaabkommen Ende dieses Jahres eine große Chance dafür, dass solche erfolgreichen nationalen Maßnahmen auf internationale Ebene übertragen werden. “Wer sich vor künftig hohen Energiepreisen sichern will, wer zukunftssichere Arbeitsplätze mitten in der Wirtschaftskrise schaffen will, wer die schlimmsten Folgen des Klimawandels vermeiden will, der wird jetzt in großem Maße in Energieeffizienz und Erneuerbare Energien und die notwendige Infrastruktur investieren.”, so Bals. Die Finanzindustrie wartet auf frischen Wind aus Kopenhagen, der für einen erneuten Auftrieb von zukunftsfähigen Investments sorgen könne, so Bals.

Die Studie “Observed and expected impacts of the current financial crisis on the investment industry’s consideration of ESG and climate-related issues” (engl. / PDF)

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Germanwatch: Chance auf ambitioniertes Abkommen in Bonn nicht verschenken

Dienstag 2. Juni 2009 von birdfish

Bei den gestern in Bonn begonnenen UN-Klimaverhandlungen muss sich zeigen, wie ernst es den Industrieländern in Sachen Klimaschutz ist.

Klimapolitik
(c) Rainer Sturm / Pixelio

Deutschland und die Europäische Union müssen deutlich machen, dass sie den Klimaschutz nicht durch die Finanz- und Wirtschaftskrise hinten anstehen lassen. “Es ist gerade an diesem Punkt der Verhandlungen entscheidend, dass die Industrienationen klar zeigen, dass sie ein großes globales Finanz- und Technologiepaket unterstützen, um die Wirtschaftkrise, die Klimakrise und die drohende Energiepreiskrise gemeinsam zu bekämpfen“, erklärt Christoph Bals, politischer Geschäftsführer von Germanwatch.

Nach Monaten der Ideensammlung liegen nun erstmals zwei Verhandlungstexte vor, die die Grundlage der Verhandlungen bis zum UN-Klimagipfel in Kopenhagen bilden. Damit liegen die wichtigsten Optionen auf dem Tisch, wie die gemeinsame Vision, die Klimaschutzverpflichtungen der
Industrieländer und die Klimaschutzprogramme der Schwellenländer aussehen könnten. Anders als beim Kyoto-Protokoll wird die Anpassung an den Klimawandel in den verletzlichen Entwicklungsländern und kleinen Inselstaaten eine sehr starke Rolle spielen.

Vom Ausmaß der finanziellen und technologischen Unterstützung der Industrieländer für Klimaschutz, Anpassung und Schutz des Regenwaldes an den Klimawandel in den Schwellen- und Entwicklungsländern soll abhängen, inwieweit diese Länder Zusagen für eigene Klimaschutzleistungen machen. “Wenn die Industrieländer sich auch bei der Bonner Verhandlungsrunde mit Zusagen zurückhalten, drohen sie damit zum Bremsklotz für die weiteren
Verhandlungen zu werden. Nach unserer Einschätzung sind für die Transformation der Schwellen- und Entwicklungsländer hin zu CO2-armen Entwicklungspfaden 115 Milliarden Euro jährliche Unterstützung durch die Industrieländer notwendig”, so Bals.

“Bisher ist die Politik der Industriestaaten nicht auf dem richtigen Gleis. Auch Deutschland und die EU waren bisher nicht bereit zu zeigen, in welcher Größenordnung sie die Technologie- und Finanzkooperation unterstützen wollen”, so Klaus Milke, Vorstandsvorsitzender von Germanwatch. “Damit droht der vermeintliche Vorreiter zu einem der Bremsklötze der Verhandlungen zu werden.”

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