KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Staub-Wolken von geschmolzenen Arktis-Gletschern werden nach Europa getragen

Dienstag 23. Februar 2010 von birdfish

Wissenschaftler aus den USA haben festgestellt, dass Staub, der vermutlich durch die Eisschmelze in der Arktis entsteht, auch nach Nordeuropa gelangt.

Verstaubtes Auto
Wird Nordeuropa künftig durch Staubwolken heimgesucht? – (c) G / Pixelio

Die “Rosenstiel Schule”, Institut für Atmosphärische und Meereswissenschaften in der Universität von Miami, hat beobachtet, dass Wüstensand aus Afrika bis in die Karibik und die südlichen USA geweht wird und sich während der Sommermonate als dünner Staubfilm auf Häusern und Autos niederlässt.

Nun soll es laut Joseph M. Prospero von der Uni Miami neue Beweise dafür geben, dass ähnliche Staubstürme in der Arktis, die möglicherweise durch sich auflösende Gletscher verursacht werden, ähnliche Staubablagerungen in Nordeuropa und Nordamerika bringen.

“Unsere Forschung in Island hat gezeigt, dass die meisten Staub-Aufkommen dort in Verbindung mit Staub stehen, der von Ablagerungen stammt, die durch Gletscherschmelzen entstanden sind und durch synoptische Wetterereignisse in nördliche Breiten und nach Europa getragen werden können,” sagt Prospero, Professor der Rosenstiel Schule.

Satellitendaten haben große Staub-Wolken aufgezeigt, deren Ursprünge jedoch durch anhaltende Bewölkung schwer zu erkennen waren. Die Gletscher ziehen sich in Island seit Jahrzehnten zurück und diese Tendenz wird im Zuge des Klimawandels anhalten. Prospero sagt voraus, dass die Staub-Entwicklung von neuerlichen Eisschmelzen in Island und möglicherweise auch von Gletschern der Arktis in Zukunft zunehmen wird.

“Es ist noch viel Arbeit zu tun, um die grundlegenden Prozesse und Beziehungen zwischen Klima, Niederschlag und Staub-Transport verstehen zu können,” sagte Prospero. Eine große Notwendigkeit weiterer Forschung besteht auch darin zu erfassen, ob die zunehmenden Staub-Partikeln eine gesundheitliche Bedrohung für den Menschen darstellen.

Original-Meldung der Uni Miami

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Anpassungsstrategien weltweit – Beispiele für Maßnahmen als Pressespiegel

Freitag 12. Februar 2010 von birdfish

Der Klimawandel wird unsere Welt nachhaltig verändern.

Dürre in Afrika
Dürre und Überschwemmungen in den armen Ländern nehmen zu. – (c) Dieter Schütz / Pixelio

Während noch vielerorts am Ernst der bevorstehenden Veränderung gezweifelt wird, gibt es zahlreiche Staaten, Regionen und Städte auf der Welt, die über eine Legislaturperiode hinausdenken und Schutzmaßnahmen für die Zukunft ergreifen.

Während man sich in Deutschland z.B. zu Veränderungen in der Landwirtschaft oder Küstenschutz Gedanken macht, gibt es Staaten in der Welt, die der Klimawandel weit extremer zu schaffen macht. Einige sind durch Anstieg des Meeresspiegels vom Untergang bedroht, andere verlieren durch anhaltende Dürren ihre Ernährungsgrundlage.

Hier möchten wir einen Pressespiegel entstehen lassen, der über die deutschen Grenzen hinaus sieht und bemerkenswerte Maßnahmen zum Schutz gegen die Klimawandelfolgen dokumentiert.

Vorschläge hierzu werden gern entgegen genommen!


Singapurs Schutz vor den Fluten

Ein Damm staut das Wasser des Singapore River an seiner Mündung. So erhält die City ein einzigartiges Süsswasserreservoir und schützt sich vor dem steigenden Meeresspiegel.

Singapurs Wassermanagement gewinnt immer wieder internationale Preise, die Singapore International Water Week vom 28. Juni bis 2. Juli 2010 steht denn auch unter dem Motto: «Sauberes und erschwingliches Wasser». Beides ist in manchen südostasiatischen Metropolen eine unerreichbare Utopie.

Neue Zürcher Zeitung Online vom 07.02.2010


Stand 02/2010

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Reduktionsangebote von Industrieländern bei 2 Ausnahmen nicht mit 2°C Ziel vereinbar

Montag 8. Februar 2010 von birdfish

Bis zum 31. Januar haben mehr als fünfzig Nationen ihre Reduktionsziele an das Klimasekretariat der Vereinten Nationen gemeldet.

Den Malediven steht das Wasser bis zum Hals
Den Malediven steht das Wasser bis zum Hals – (c) H. Hoppe / Pixelio

Nur zwei von insgesamt zehn Reduktionsangeboten aus Industrieländern genügen jedoch dem Anspruch, die globale Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius gegenüber vorindustriellem Niveau zu begrenzen. Das ergeben neue Analysen mit dem von Ecofys, Climate Analytics und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung entwickelten Analyseinstrument „Climate Action Tracker“. Es zeigt, welche Länder welchen Anteil bei der weltweiten Verringerung von Kohlendioxid-Emissionen bereit sind zu leisten.

Insgesamt stehen die von den Vertragsstaaten bislang bei den UN eingereichten Reduktionsangebote nicht im Einklang mit dem in der Kopenhagen-Vereinbarung (Copenhagen Accord) erwähnten Zwei-Grad-Ziel. Das Plenum der UN-Klimakonferenz im vergangenen Dezember in Kopenhagen hatte die Vereinbarung lediglich zur Kenntnis genommen. Bliebe es bei den bisherigen Zugeständnissen, würde die globale Mitteltemperatur bis zum Ende des Jahrhunderts wahrscheinlich um mehr als drei Grad Celsius gegenüber vorindustrieller Zeit steigen.

Das Maß an Bereitschaft der wichtigsten Länder, Emissionen zu vermindern, hat sich im Vergleich zu den bereits in Kopenhagen vorliegenden Angeboten insgesamt nicht verändert.

Von den Industrieländern hat Russland seine Ambitionen leicht erhöht, während Kanada diese gesenkt hat. Von den Entwicklungs- und Schwellenländern hat keines seine Angebote verändert. Mexiko, das im kommenden November die nächste UN-Klimakonferenz ausrichten wird, hatte bis zum 31. Januar 2010 keinen Vorschlag eingereicht. Israel, Kasachstan, die Marshallinseln und Moldawien legten erstmals quantitative Ziele auf den Tisch. Jordanien, Äthiopien, Madagaskar, Marokko, der Kongo und Sierra Leone legten qualitative Vorschläge vor.

Die ehrgeizigsten Ziele haben sich die Malediven und Costa Rica gesetzt. Bis 2020 wollen sie klimaneutral werden. Ebenfalls weit oben auf der Skala bewegen sich Norwegen, Japan und Brasilien, die ihre Emissionen deutlich senken wollen. Im Mittelfeld befinden sich Schwellenländer wie Indien, Indonesien und Südkorea, die das Wachstum ihrer Kohlendioxid-Emissionen ab dem Jahr 2020 drosseln wollen. Als unzureichend in Bezug auf die Erreichung des Zwei-Grad-Ziels wird hingegen die Verpflichtung der Europäischen Union eingestuft, ihre Emissionen bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Ein Reduktionsziel von 30 Prozent hingegen würde die EU ins Mittelfeld rücken, was der Einstufung als „ausreichend“ nahekäme.

Chinas Angebot wird als „unzureichend“ bewertet, da es unterhalb dessen liegt, was nach der derzeitigen Klimaschutzpolitik des Landes zu erwarten gewesen wäre. Zwischen der Mitte und dem unteren Ende der Skala befinden sich die Vereinigten Staaten, deren Ziel ebenfalls als „unzureichend“ eingestuft wird. Am Ende der Skala sind Länder, darunter Russland, die noch kein Angebot für einen Pfad jenseits des „Business as usual“ vorgelegt haben.

Der „Climate Action Tracker“ macht die teils großen Unterschiede zwischen den Ländern hinsichtlich der Ambitioniertheit ihrer Reduktionsziele sichtbar.

Website des  “Climate Action Tracker” (engl.)

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Wechselwirkung Ozean und Atmosphäre bislang zu wenig für Klimamodelle erforscht

Donnerstag 28. Januar 2010 von birdfish

Die Kieler Universität liefert anhand ihrer Forschung zur Klimageschichte neue Erkenntnisse.

Bodenproben zeigen Klimageschichte
Paläoklimaforscher rekonstruieren die Vergangenheit des Klimas anhand von Bodenproben aus Tausenden Metern Tiefe. (c) Elfi Mollier-Vogel / CAU

Auf Einladung der renommierten Fachzeitschrift Nature Geoscience fassen Professor Ralph Schneider und Professorin Birgit Schneider, Institut für Geowissenschaften der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft”, in der aktuellen Ausgabe des Journals die jüngsten Ergebnisse weltweiter Forschungsarbeiten zum Klima der Vergangenheit zusammen und ziehen ein beunruhigendes Fazit: Das tatsächliche Ausmaß des zu erwartenden Klimawandels wird nach wie vor unterschätzt.

Die aktuelle Klimapolitik verfolgt das Ziel, die Erderwärmung bis zum Ende des 21. Jahrhunderts auf maximal zwei Grad zu beschränken, um die globalen Auswirkungen des Klimawandels noch beherrschen zu können. Nach Einschätzung des Weltklimarates (IPCC – Intergovernmental Panel on Climate Change) muss dafür die Konzentration an Kohlendioxid (CO2) in der Luft auf einen Wert von maximal 450 ppm (parts per million, Teilchen pro eine Million Luftteilchen) begrenzt werden. Heute liegt der Wert bereits bei 386 ppm und damit gut 100 ppm über dem Wert seit Beginn der Industrialisierung.

Neue wissenschaftliche Studien zeigen jetzt, dass es in der Erdgeschichte bereits im Pliozän vor fünf Millionen Jahren ein wesentlich wärmeres Klima als heute gegeben hat, obwohl gleichzeitig die CO2-Konzentrationen kaum höher lagen. “Diese Studien weisen deutlich darauf hin, dass der Klimawandel unterschätzt wird”, warnt Ralph Schneider. “Wir blicken in die Erdgeschichte zurück, um in die Zukunft zu sehen”, erläutert Schneider: “Dabei wird deutlich, dass in der Klimapolitik viel konsequenter gehandelt werden muss, damit die Erde als Lebensraum für den Menschen in der jetzigen Form erhalten bleibt.”

Grund für das deutlich wärmere Klima vor fünf Millionen Jahren sind Rückkopplungen zwischen einzelnen Komponenten des Klimasystems und zwar speziell dem Grönlandeis, der Vegetation in den hohen Breiten und dem Ozean, der große Mengen Kohlenstoff speichert. Das Abschmelzen des grönländischen Eisschildes führt dazu, dass weniger Sonnenlicht von der Erdoberfläche reflektiert wird. Gleichzeitig dehnen sich die Nadelwälder weit nach Norden aus. Beides führt dazu, dass die Erde mehr Sonnenlicht aufnimmt und sich die Atmosphäre erwärmt. Im Oberflächenwasser des Ozeans löst sich Kohlendioxid aus der Luft, welches über die Ozeanzirkulation in größere Tiefen transportiert und somit der Atmosphäre dauerhaft entzogen wird. Bei steigender Temperatur des Ozeans sinkt die Löslichkeit von Kohlenstoff im Wasser, so dass mehr Kohlenstoff in der Atmosphäre verbleibt und dort den Treibhauseffekt beschleunigt.

“Diese Wechselwirkung von Ozean und Atmosphäre wird den globalen Temperaturanstieg bereits innerhalb von etwa 100 Jahren verstärken”, verdeutlicht Birgit Schneider, die als Klimamodelliererin im Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft” eng mit Ralph Schneider zusammenarbeitet. “In den Klimamodellen, die dem IPCC zur Verfügung stehen, werden diese Rückkopplungsmechanismen bislang vernachlässigt”, so Birgit Schneider weiter.

Für die politischen Entscheidungen in den nächsten Jahren sind die Prozesse im Ozean zunächst bedeutender als die der Eisschilde, da hier die Veränderungen schneller wirken. Um herauszufinden, wie stark und wann sich eine geringere Kohlenstofflöslichkeit im Ozean auf das globale Klima auswirkt, entwickelt die Arbeitsgruppe im Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft” das computergestützte Klimamodell “Kiel Climate Model System” weiter. Auf dem Hochleistungsrechner an der CAU testen die Forscher, wie sich z.B. der Ozean in verschiedenen Klimaszenarien mit höheren Temperaturen und Kohlendioxidkonzentrationen verhält. Die Ergebnisse aus den Modellsimulationen vergleichen sie mit Daten aus Tiefseeablagerungen, die Aufschluss darüber geben, wie das Klimasystem in der Vergangenheit funktioniert hat. So sichern sie die Modellergebnisse ab.

“Die marine Paläoklimaforschung, die sich über Jahre hier an der Uni Kiel etabliert hat, liefert wichtige Impulse, um derzeitige Einschätzungen über Klimawandelprognosen deutlich zu präzisieren und damit die Basis für zukünftige Anpassungsmaßnahmen zu verbessern”, macht Ralph Schneider deutlich.

Originalarbeit

Schneider, B & R. Schneider: Palaeoclimate: Global warmth with little extra CO2, Nature Geoscience January 2010, Vol. 3, No. 1

Hintergrundinformation

Die Forschungsarbeiten werden finanziell unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft”) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (Projekt BioAcid).

Hier gibt es mehr Infos über die Arbeitsgruppe “Marine Klimaforschung” und hier über den Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft”.

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Meeresspiegelanstieg könnte verursachen, dass große Tiger-Population bald ausstirbt

Montag 25. Januar 2010 von birdfish

Eine der größten Tiger-Populationen der Welt könnte bis zum Ende des Jahrhunderts ausgestorben sein.

Indischer Tiger
Große Population des indischen Tigers könnte Aussterben – (c) Dieter Gutmann / WWF

Ihr Lebensraum, die Mangrovenwälder an der Küste von Bangladesch, ist nach den Ergebnissen einer vom WWF geleiteten Studie durch den vom Klimawandel verursachten Anstieg des Meeresspiegels bedroht.

„Wenn wir die Auswirkungen des Klimawandels nicht in den Griff bekommen, werden die Tiger in den Sundarbans nur mit Tauchausrüstung überleben können“, erklärt WWF-Tigerexperte Volker Homes. Auch wenn Tiger sowohl in den im Winter schneereichen Wäldern Russlands als auch im tropischen Regenwald überleben können. „Der von Wissenschaftlern prognostizierte Anstieg des Meeresspiegels würde die Anpassungsfähigkeit des Tigers mit sehr großer Wahrscheinlichkeit überstrapazieren“, so Homes.

Wenn nicht sofort Schutzmaßnahmen ergriffen werden, könnten die Mangroven-Wälder mit all ihren Naturschätzen, die Millionen Menschen ernähren, innerhalb der nächsten 50 bis 90 Jahre untergehen, so das Ergebnis der Studie, die im „Climatic Change“ Journal erschienen ist. Ein Anstieg des Meeresspiegels um 28 cm über den Stand des Jahres 2000 würde 96 Prozent des Tiger-Lebensraumes zerstören und die Population auf wenige Exemplare minimieren.

Tiger sind weltweit bereits durch Wilderei und die Abholzung der Wälder bedroht. Ihr Verbreitungsgebiet ist im letzten Jahrzehnt um 40 Prozent geschrumpft. „Tiger werden für ihr Fell gejagt, ihre Knochen werden illegal für die traditionelle asiatische Medizin genutzt und jetzt werden sie auch noch von den Auswirkungen des Klimawandels bedroht“, so Homes. „Wir befürchten, dass diese Vielzahl an Bedrohungen die majestätische Raubkatze an den Rand des Aussterbens bringen wird.“

Die Sundarbans sind die größten, zusammenhängenden Mangrovenwälder der Erde. Das UNESCO Weltnaturerbe verläuft entlang der Mündung des Ganges in Indien und Bangladesch. Sie sind nicht nur die Heimat für rund 200 Tiger, sondern auch für zahlreiche Arten von Reptilien, Fischen, Vögeln und Säugetieren.

Nach dem chinesischen Kalender beginnt am 14. Februar 2010 das „Jahr des Tigers“. Weltweit gibt es nur noch rund 3200 Tiger in der Wildnis. Die Umweltschutzorganisation hat sich das Ziel gesetzt, die Bestandszahl des Tigers in seinen wichtigsten Verbreitungsregionen bis zum Jahr 2022 zu verdoppeln.

Die Studie zu den Mangrovenwäldern Bangladeschs (PDF, engl.)

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Kritik an Weltklimarat – Himalaya-Prognose war offenbar nicht wissenschaftlich fundiert

Mittwoch 20. Januar 2010 von birdfish

Offenbar hat der Weltklimarat in seinem Bericht von 2007 eine Prognose durchgehen lassen, die sich im Nachhinein nicht als wissenschaftlich fundiert erwiesen hat.

Himalaya
Auch WWF übernahm wohl ungeprüft die Jahresangabe – (c) climateforlife.org

Dies teilte der IPCC jetzt in Genf mit.

Der indische Umweltminister Jairam Ramesh hatte dem Weltklimarat immer wieder unterstellt, dass die Aussage, der Himalaya-Gletscher sei bis 2035 verschwunden, nicht ausreichend belegt sei. Diese unangenehme Enthüllung ist unter anderem auch deshalb ärgerlich, weil der Zustand des Gletschers ja tatsächlich in einem besorniserregenden Zustand ist.

Dass nun in diesem Punkt dem UN-Gremium Schlamperei vorgeworfen wird, wird dazu führen, dass die Gegner der These, dass der Klimawandel menschengemacht ist, Wasser auf ihre Mühlen erhalten. Die dringlichen Ziele des Klimaschutzes könnten durch diese Nachlässigkeit in der Recherche ein Stück zurückgeworfen werden. Und das alles offenbar nur, weil man ungeprüft die Daten eines indischen Wissenschaftlers in den Bericht übernommen hatte. Dieser wiederum sagt, dass er zwar einen Zeitraum angedeutet habe, die Jahreszahl ihm aber von den Medien unterjubelt worden sei.

Es bleibt zu hoffen, dass künftig alle Daten und Fakten mehrfach wasserdicht gestaltet werden, um sich im Nachhinein nicht nochmals kontraproduktiv auszuwirken.

Eine solche Schlamperei ist ein Schlag ins Gesicht für all diejenigen, die weltweit für den Klimaschutz arbeiten. Sie müssen künftig noch mehr Kraft aufbringen, sich gegen Vorurteile und Kapital einzusetzen.

Hier die heutige Pressemitteilung des IPCC (PDF, engl.)

Hier der Bericht der Tagesschau zum Thema

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Folge des Klimawandels: Landhebung in Patagonien wegen Abnahme der Gletscher

Donnerstag 24. Dezember 2009 von birdfish

Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden haben am Südlichen Patagonischen Eisfeld eine starke Hebung der Erdkruste gemessen.

Bergmassiv Fitz Roy wächst
Der Fitz Roy in Argentinien wird durch schmelzende Gletscher ‘wachsen’ – (c) Judith / Pixelio

Gemeinsam mit Fachkollegen aus Chile und den USA konnten sie nachweisen, dass diese Hebung das Ergebnis einer sich beschleunigenden Abnahme des Eises ist. Das Südliche Patagonische Eisfeld ist mit 13.000 Quadratkilometern nach der Antarktis die zweitgrößte Eismasse auf der Südhalbkugel.

“Hier kommen zwei Faktoren zusammen”, erläutert der Projektleiter Prof. Reinhard Dietrich vom Institut für Planetare Geodäsie der TU Dresden. “Zum einen die Abnahme des Eises, die nach der kleinen Eiszeit vor etwa 120 Jahren begann und jetzt einen jährlichen Massenverlust von 30 Gigatonnen, das heißt etwa 30 Kubikkilometern, erreicht hat. Dieser zunehmende Schwund des Eises geht eindeutig mit dem Klimawandel in den letzten Jahrzehnten einher. Zum anderen besitzen Lithosphäre und Erdmantel dort die Eigenschaft, Massenänderungen an der Erdoberfläche besonders schnell zu kompensieren, was insbesondere durch eine geringe Viskosität des Erdmantels hervorgerufen wird.”

Es ist unter dem Begriff  “Glazialisostasie” bekannt, dass der Auf- und Abbau großer Eismassen zu Senkungen und Hebungen der darunterliegenden Erdkruste führt. Die in Patagonien mittels GPS bestimmte Rate von 39 mm/Jahr ist die größte glazialisostatische Hebungsrate, die bisher weltweit gemessen wurde. Darüber berichten die Forscher in der Fachzeitschrift “Earth and Planetary Science Letters”.
“Wir werden diese Untersuchungen fortsetzen”, so Prof. Dietrich. “Unsere Modellrechnungen zeigen, dass in einigen Bereichen sogar Hebungsraten von
50 mm/Jahr zu erwarten sind. Das bedeutet beispielsweise, dass die Gipfelhöhen so bekannter Berggruppen der Südanden wie Torres del Paine oder Fitzroy derzeit innerhalb von 20 bis 30 Jahren jeweils um einen Meter zunehmen.”

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Traumschiffe lassen die Arktis schmelzen

Sonntag 6. Dezember 2009 von birdfish

Gestern begann die Jungfernfahrt der „Oasis of the Seas“, dem weltgrößten Passagierschiff.

Kreuzfahrt-Riesen als Klimakiller
Kreuzfahrt-Riesen als Klimakiller – (c) Bernd Sterzl / Pixelio

Aus diesem Anlass hat der NABU an die wachsende Kreuzfahrtindustrie appelliert, die klimaschädlichen Emissionen ihrer Mega-Liner schnell und umfassend zu reduzieren.

Vor allem die Ruß- und Schwefelabgase seien inakzeptabel hoch. „Die weißen Traumschiffe selbst neuester Generation blasen tonnenweise schwarze Rußpartikel in die Atmosphäre“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Bis heute dürfen Schiffskraftstoffe auf Hoher See mehr als tausendfach so viele Schadstoffe ausstoßen wie Kraftstoffe für Lkw.“

Hintergrund für den Appell an die Kreuzfahrtunternehmen ist die wissenschaftliche Erkenntnis, dass Rußpartikel eine erhebliche Klimawirkung haben und insbesondere in der Arktis zu einer rasanten Eisschmelze beitragen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass rund 40 Prozent der Erwärmung in der Arktis auf das Konto der Rußpartikel gehen. „Für die Kreuzfahrtreedereien ist das Rußproblem eine unbequeme Wahrheit, denn das Saubermann-Image der weißen Traumschiffe steht auf dem Spiel“, sagte Miller. Eine Rußreduzierung habe auch bedeutende Vorteile für den Gesundheitsschutz in Häfen und an Küsten, denn die Gefährdung durch Ruß für den menschlichen Organismus sei schon lange erwiesen.

„Wer eine Kreuzfahrt bucht, soll offensichtlich nicht an Umweltverschmutzung, Klimawandel oder Krebs erregende Abgase erinnert werden“, vermutet NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger. Jedoch produziere das Schweröl, das die Kreuz- und Frachtschiffe auf See einsetzen, besonders viel Ruß. Aus NABU-Sicht ist daher die schnellste und technisch einfachste Maßnahme zur Rußreduzierung die Verwendung von schwefelarmen Schiffsdiesel, so dass künftig auch Partikelfilter an Bord eingesetzt werden können. „Damit wird eine Kreuzfahrt nur wenige Euro teurer, der Schutz von Klima und Gesundheit ist jedoch unschätzbar hoch“, erklärte Oeliger. Ferner sollten Häfen für „Rußschleudern“ höhere Hafengebühren verlangen als für Kreuzfahrtschiffe mit geringer Umweltbelastung, damit die Reeder schneller auf saubere Technologien umsteigen. Dieses System werde in Kalifornien bereits umgesetzt.

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