KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Neue Imagestudie 2010: Hamburger Bürger wollen Ausbau von Erneuerbaren Energien

Mittwoch 27. Oktober 2010 von birdfish

Vor Beginn des Umwelthauptstadt-Jahres 2011 erhält die Hamburger Politik Aufwind in Sachen Klimaschutz und erneuerbare Energien.

Hamburger wollen mehr Erneuerbare Energien und auch dafür zahlen
Hamburger wollen mehr Erneuerbare Energien und auch mehr dafür zahlen – Foto: Dagmar Struß

In einer repräsentativen Studie des Competence Center für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (CC4E) der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) bekannten sich 87 Prozent der Hamburger zum unbedingten Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Studie wurde von Prof. Werner Beba im Juni / Juli 2010 im Rahmen eines studentischen Projekts realisiert und jetzt ausgewertet.
Insgesamt wurden für diese Studie 400 Bürger/innen befragt. 92 Prozent der Bürger halten die Klimaschonung und die Verringerung des CO2-Ausstoßes für die bedeutendste Eigenschaft der erneuerbaren Energien. Vor dem Hintergrund der aktuellen Kernkraft-Debatte ist maßgeblich, dass 86 Prozent der Hamburger die erneuerbaren Energien als Energiequellen mit geringen Gefahren und Risiken sehen. Dass erneuerbare Energien einen Beitrag zur Energieversorgung leisten können, halten 83 Prozent der Befragten für realistisch – eine Bestätigung der energiepolitischen Ziele der Bundesregierung.

Wirtschaftskraft der erneuerbaren Energien: 76 Prozent sagen, dass diese Branche neue Arbeitsplätze schafft – eine wichtige Aussage vor dem Hintergrund des neu gegründeten Clusters Erneuerbare Energien in Hamburg. Wind- und Solarenergie werden als die zentralen und bedeutendsten Energieträger angesehen. Hierfür wünschen sich die Bürger auch die stärkste Förderung (88 beziehungsweise 94 Prozent).

Fast 70 Prozent der Bürger wären bereit, mehr Geld für Energie aus erneuerbaren Quellen zu zahlen, falls der Anteil erneuerbarer Energien deutlich steigt. 25 Prozent der Befragten würden bis 5 Euro pro Monat zusätzlich bezahlen, weitere 25 Prozent sogar bis zu 10 Euro. Sogar 20 Euro mehr, würden weitere 16 Prozent der Hamburger monatlich ausgeben wollen.

“Allerdings zeichnen sich auch deutliche Informationsdefizite bei den Bürgern ab, die es zu beseitigen gilt, wenn der Ausbau der Erneuerbaren gemeinsam mit den Bürgern und deren Unterstützung realisiert werden soll. Die Bedeutung der Solarenergie wird meist hinsichtlich der Arbeitsmarkt-Potenziale sowie des Beitrags zur Energieversorgung überschätzt.”, sagt Prof. Werner Beba. Zwar fühlen sich 67 Prozent der Befragten über erneuerbare Energien gut informiert, 30 bis 80 Prozent halten sich bei einzelnen Energiearten für nicht informiert. Die Studie zeigt ferner: Besonders große Informationsdefizite sind bei Bioenergie und Geothermie feststellbar. In Hinblick auf die genannte Zahlungsbereitschaft der Bürger, zeigt die Studie, dass insbesondere der Informationsstand eine wichtige Rolle spielt. Befragte, die sich bereits aktiv informiert haben, wären zu fast 70 Prozent bereit, Mehrzahlungen zwischen 5 und 20 Euro zu leisten. Aber auch weniger gut informierte Bürger wären zu knapp 60 Prozent bereit, mehr zu bezahlen in der Höhe von 5 Euro.

Competence Center für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (CC4E) der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

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25. September 2010: deutschlandweiter Tag der Energie im Wissenschaftsjahr 2010

Freitag 24. September 2010 von birdfish

Am Tag der Energie (25.09.2010) öffnen 500 Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Museen und Unternehmen in ganz Deutschland ihre Pforten.

Die Eisblockwette in Berlin
Die Eisblockwette ist eines der zentralen Ereignisse in Berlin am 25.09.- Foto: BmBF

Besonders Kinder und Jugendliche können viel über die heutige und künftige Nutzung der Energie erfahren – beim Experimentieren und in Gesprächen mit Expertinnen und Experten, bei Museumsführungen, Kraftwerksbesichtigungen, Kinoabenden und der „langen Nacht der Wissenschaft“, bei Vorträgen, Bürgerforen, Experimenten, interaktiven Ausstellungen und Schülerlaboren.

„Überall in Deutschland wird für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung geforscht. Wir haben ganz klar das Ziel vor Augen, das Zeitalter der erneuerbaren Energien zu erreichen und damit die Versorgung unseres Landes weltweit zur umweltverträglichsten und effizientesten zu machen“, sagte Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung im Vorfeld des bundesweiten Tages der Energie.

In Kooperation mit dem 37. real-BERLIN-Marathon und dem Wissenschaftsjahr Berlin findet in der Hauptstadt ein besonderer Höhepunkt statt: Auf dem Potsdamer Platz wird der Eisblock enthüllt, der dort seit einem Monat gut gedämmt in einer lilafarbenen Box steht. Damit wird auch die Wette aufgelöst, an der sich Bürgerinnen und Bürger seit Ende August beteiligen konnten: Wie viel Eis ist noch übrig? Darüber hinaus öffnen Stationen der Ausstellung „Entdeckungen 2010: Energie“ der Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertreffen und der Mainau GmbH. Von der Energiegewinnung aus Biomasse bis zur Solarenergie zeigt die BMBF-geförderte Ausstellung, die im Sommer dieses Jahres bereits die Besucher der Mainau begeisterte, woher die Energie der Zukunft kommt. Um Solarenergie geht es sowohl beim BMBF-VDE-Wettbewerb „SolarMobil Deutschland“, bei dem 40 Schülerteams mit selbstgebauten Solarfahrzeugen gegeneinander antreten, als auch im VDE-Schülerlabor „E-LAB Live“, in dem Jugendliche Solarkugeln löten. Bei einem Rundgang kann man eine „Energiereise“ bei der Mitmachausstellung ScienceStation von Wissenschaft im Dialog und der Deutschen Bahn unternehmen und einen Überblick über das Thema Energie für Kinder in der Ausstellung des größten französischen Energieforschungszentrums CEA bekommen.
Staatssekretär Schütte übergibt gemeinsam mit dem E.On-Vorstand Prof. Klaus-Dieter Maubach in Berlin die Solarforschungspreise des E.ON Research Award 2010 und trifft sich mit hochrangigen brasilianischen Wissenschaftlern im Rahmen des deutsch-brasilianischen Wissenschaftsjahres.

Einen Blick hinter die Kulissen der Energieforschung gewährt das Karlsruher Institut für Technologie (KIT): Ein Modell zeigt, wie aus Stroh, Holzresten oder Zuckerrohrabfällen Kraftstoff gemacht wird. Das Programm aus Live-Experimenten, Institutsbesichtigungen, Vorträgen und zahlreichen Mitmachaktionen – wie einer Forscher-Rallye für Kinder und Jugendliche – wird durch die Ehrung der Sieger des großen KIT-Energiequiz gekrönt.
Kindern und Familien wird in Bonn einiges geboten: So lädt Schulen ans Netz e.V. in das Deutsche Museum Bonn ein, wo Forschernachwuchs nicht nur lernt und bastelt, sondern in der „Energie-Schmiede“ eine „Energie-Skulptur“ erschaffen wird. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft richtet ebenfalls in Bonn einen Gesprächsabend mit namhaften Expertinnen und Experten zu Energiepolitik und Energieforschungsansätzen aus.

In Baden-Württemberg öffnen 14 Kraftwerken der EnBW ihre Tore und führen ihren Besuchern vor, wie aus Wasser, Geothermie, Sonne, Kohle oder Kernkraft Strom und Fernwärme gewonnen wird.

Im Wissenschaftspark Potsdam-Golm zeigen zwei Max-Planck-Institute und andere Partner, woraus grüne Kohle besteht. Kleine Entdecker werden zum Beispiel an Mitmach-Stationen mit einem Wissenschaftler-Diplom ausgezeichnet.

Im Wissenschafts- und Technologiepark Berlin-Adlershof öffnen 26 Institute und Unternehmen ihre Labore und Produktionsstätten. Solarmodule selber herstellen, Elektrofahrzeuge auf Parcours testen, Laserblitze dirigieren, dies und mehr können Interessierte ausprobieren.

Der Tag der Energie ist der Höhepunkt im Wissenschaftsjahr 2010 – Die Zukunft der Ener-gie. Das Wissenschaftsjahr Energie ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, von Wissenschaft im Dialog und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Website zur Zukunft der Energie im Wissenschaftsjahr 2010

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EU-Datenbank zum Recht der Erneuerbaren Energien für 27 Länder kostenfrei abrufbar

Donnerstag 29. Oktober 2009 von birdfish

Die internationale Datenbank zum Erneuerbare Energien-Recht, RES LEGAL, stellt nun Informationen zu allen 27 EU-Ländern bereit.

Recht Erneuerbare Energien
(c) Ingwer Hansen

Mit der Aufnahme der Profile von Rumänien und Bulgarien wurde das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) initiierte und beauftragte Projekt vervollständigt. Alle Länderprofile liegen auf Deutsch und Englisch vor.

Eine zusätzlich geschaltete ebenfalls deutsch- und englischsprachige Hotline unter der Nummer +49-30-246 286-93 beantwortet Fragen zu den Förder- und Netzzugangsprofilen.

Seit ihrem Start vor rund einem Jahr haben bereits über 70.000 Besucher die Datenbank genutzt. Die Top 5 der aufgerufenen Länder sind Italien, Spanien, die Tschechische Republik, Frankreich und Deutschland.

RES-LEGAL.de bietet eine juristische Auswertung von Gesetzestexten, die im Original und überwiegend auch in englischer Übersetzung vorliegen. Dabei werden die Regelungen für Wind, Solar, Geothermie, Biomasse oder Wasserkraft im Detail aufgeführt. Die Daten sind nach Informationen zur Förderung, zum Netzzugang sowie zu den Gesetzestexten gegliedert. Eine Liste mit den Kontaktdaten von nationalen Experten rundet das Angebot ab. Ein Suchassistent unterstützt den Benutzer bei der Recherche.

Hier finden Sie die Datenbank RES LEGAL.

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Nachdem Frankreich zu lange auf Atomkraft gesetzt hat, will man nun endlich aufholen

Sonntag 16. August 2009 von birdfish

Anlässlich der Eröffnung eines Unternehmens, das der amerikanische Solarmodulhersteller First Solar finanziert, betonte der französische Umweltminister Borloo den französischen Willen zur Energiewende.

Französisches Atomkraftwerk
Franzosen haben zu lange auf Atomkraft gesetzt – (c) Gabi Schoenemann / Pixelio

Das ehrgeizige Ziel der französischen Regierung sei es laut Jean-Louis Borloo, Minister fur Ökologie und Energie, Frankreich zum Weltmarktführer im Bereich der erneuerbaren Energien zu machen. Er würdigte die Bedeutung von Solarkraft, Biomasse, Erdwärme und anderen Energien und wies darauf hin, dass ausländische Investitionen in Frankreich zwar schon ganz gut seien, die Entwicklung eigener Technologien jedoch noch besser. Eine Reihe bedeutender Forschungszentren des Landes (darunter auch das Zentrum für Atomenergie) hätten sich daher 2006 zusammengeschlossen, um diesen Bereich voran zu bringen.

Die “internationale Strategie” zur Förderung nichtfossiler Energien überlässt Borloo der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) und betont, dass diese von seiner ehemaligen Mitarbeiterin, Helene Pelosse, geleitet wird.

Selbstkritisch ist Borloo zudem der Meinung, dass Frankreich, das seine Politik fast vollständig auf die Kernenergie ausgerichtet und die anderen Energieformen auf das Notwendigste reduziert habe, seinen Rückstand nun wieder aufholen muss.

Quelle:
Die Französische Botschaft in Deutschland

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Klimapolitischer Stillstand: Wahlprogramm der CDU/CSU fordert Protest heraus

Montag 29. Juni 2009 von birdfish

Das Wahlprogramm der CDU/CSU lässt handfeste Aussagen zum Klimaschutz vermissen.

Proteste gegen CDU Wahlprogramm
Protest gegen das CDU/CSU-Wahlprogramm – (c) Delia Woehlert / WWF

Der WWF hat daher am gestrigen Sonntag vor dem Konrad-Adenauer-Haus gegen das frisch verabschiedete Programm der Konservativen protestiert. Aktivisten in Strahlenschutzanzügen und grauen Kohlekitteln haben einen großen Würfel mit einer düsteren Landschaft aus Atommeilern und Kohlekraftwerken und der Aufschrift “Mit der CDU/CSU kann der Klimaschutz einpacken!” aufgebaut.

“Den Wählern wird von CDU und CSU eine grüne Mogelpackung verkauft. Außen steht Klimaschutz drauf und innen wird an hochgefährlichen Atommeilern und besonders klimaschädlichen Kohlekraftwerken gebastelt”, erklärt Regine Günther, Leiterin Klima und Energie beim WWF. “Eine glaubwürdige und überzeugende Klima- und Energiepolitik sieht anders aus.”

Der von der CDU/CSU in ihrem Wahlprogramm geforderte Ausstieg aus dem Atomausstieg bringt vor allem den Stromkonzernen zusätzliche Milliardengewinne auf Kosten der Verbraucher und dem Klima gar nichts. Die Forderung von CDU und CSU nach einem massiven Neubau von Kohlekraftwerken steht im krassen Gegensatz zu den Klimazielen. Neueste Erkenntnisse der Klimaforscher lassen darauf schließen, dass die Industrieländer und damit auch Deutschland die Treibhausgasemissionen bis 2050 um mindestens 95 Prozent gegenüber 1990 senken müssen.

Solange die Technologie der Abscheidung und Speicherung von CO2 (CCS) nicht verfügbar ist, ist der Bau neuer Kohlekraftwerke klimapolitisch verantwortungslos. CDU/CSU planen im Wahlprogramm eine Subventionierung des Baus neuer Kohlekraftwerke aus Mitteln des Emissionshandels. “Das wäre der klimapolitische GAU. Die größten Klimakiller würden so aus Klimaschutzmitteln subventioniert”, erklärt Günther.

International wirbt Bundeskanzlerin Angela Merkel – wie jüngst in Gesprächen mit US-Präsident Barack Obama – für mehr Klimaschutz, während die Bundestagsfraktion von CDU und CSU konkrete Klimaschutzmaßnahmen in Deutschland behindert und damit die positiven Initiativen der eigenen Vorsitzenden untergräbt.

Aus dem Wahlprogramm:

“Wir wollen die Weichen stellen, dass Deutschland Weltmarktführer bei klimaschonenden Energieträgern und Klimaschutztechnologien in allen Bereichen wird. Hierzu gehören saubere Gas- und Kohlekraftwerke, aber auch die Forschung im Bereich der Erneuerbaren, der Kerntechnik und der Geothermie.”

Da es keine “sauberen” Kohlekraftwerke gibt, kann man aus dieser Aussage den Rückschluss ziehen, dass man nach der Wahl dann doch in die CO2-Speicherung einsteigen wird, um die vermeintlich sauberen Kraftwerke zu realisieren.

Somit würden sich die zahlreichen Unkenrufe aus allen Richtungen bewahrheiten, die der CDU Wählertäuschung vorwerfen in Bezug auf das vor der Wahl geblockte CCS-Gesetz.

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Gute Förderbedingungen für Geothermie

Montag 15. Juni 2009 von birdfish

Bis 2020 sollen in Deutschland mit Anlagen der Tiefen Geothermie etwa 280 Megawatt Leistung installiert und 1,8 Milliarden Kilowattstunden Strom sowie 8,2 Milliarden Kilowattstunden Wärme pro Jahr erzeugt werden.

Geothermie Bohrturm im Allgäu
Geothermie Bohrturm im Allgäu – (c) Oliver Brunner / Pixelio

Diesen positiven Blick in die Zukunft wirft die Bundesregierung in ihrem aktuellen “Bericht zur Geothermie”.
Die Nutzung der Tiefengeothermie kann und soll zukünftig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zu einer zukunftsfesten Energieversorgung leisten. Zur Umsetzung der Erdwärme-Projekte stehen seit 2009 etliche neue Instrumente zur Verfügung:

Seit 1. Januar 2009 gilt das neue Erneuerbare Energien-Gesetz. Die erhöhten Einspeisetarife und die Boni garantieren eine bessere Wirtschaftlichkeit für Geothermieprojekte. Die Förderung für Wärmeprojekte im Marktanreizprogramm, die Risikoabsicherung für Fündigkeit und Bohrrisiko sowie das Konjunkturprogramm der Bundesregierung erschließen den geothermischen Projekten weitere Finanzierungsmöglichkeiten.

Der Geothermie-Bundesverbund freut sich über die neuerliche Entwicklung und lobt die Bundesregierung. Diese hatte den Verband erst vor kurzem im Zuge der CCS-Gesetzgebung mit einer deutlichen Benachteiligung der Geothermie zugunsten der CO2-Speicherung brüskiert.

Geothermie-Bericht der Bundesregierung: “Bericht der Bundesregierung über ein Konzept zur Förderung, Entwicklung und Markteinführung von geothermischer Stromerzeugung und Wärmenutzung” (PDF)

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Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG)

Freitag 5. Juni 2009 von birdfish

Das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik ist ein eigenständiges Forschungsinstitut für angewandte Geowissenschaften mit geophysikalischer Ausrichtung.

Als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft wird es als Einrichtung von überregionaler Bedeutung von Bund und Ländern gemeinsam finanziert. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Aufgabe, Strukturen, Zustände und Prozesse im anthropogen beeinflussbaren Untergrund zu untersuchen sowie zur Lösung dieser Fragestellungen neue Gerätesysteme, Messmethoden und Interpretationsverfahren zu entwickeln.

Anfang Juni 2009 veröffentlichte das LIAG ein Geothermisches Informationssystem für Deutschland. Dieses zeigt geologische Strukturen und physikalische Parameter des Untergrunds, die für die Nutzung der tiefen Geothermie relevant sind und macht sie in der Online-Recherche verfügbar.

Website des Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG)

Geothermisches Informationssystem (GeotIS)

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Geothermie-Kraftwerk Unterhaching am Netz – Erdwärme-Projekt jetzt gestartet

Mittwoch 3. Juni 2009 von birdfish

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat gestern im Rahmen seiner Klimaschutzreise unter dem Motto “Arbeit–Umwelt–Innovation” das Geothermie-Kraftwerk in Unterhaching südlich von München eingeweiht.

Gabriel weiht Geothermie-Kraftwerk ein
Einweihung des Erdwärme-Kraftwerks – (c) Thomas Imo / phototek.net

“Dieses Projekt ist ein Beispiel dafür, wie mit innovativer Technologie die Potenziale der Geothermie für die Wärmeversorgung und Stromgewinnung genutzt werden können, auch wenn dafür zunächst eine ganze Reihe von Problemen gelöst werden mussten”, sagte Gabriel.

“Diese hochmoderne Anlage wird der geothermischen Stromerzeugung in Deutschland einen entscheidenden Schub verleihen. Sie zeigt, dass geothermische Systeme auch in Deutschland wirtschaftlich entwickelt werden können”, so Gabriel.

In Unterhaching wurde mit zwei Tiefbohrungen von über 3400 Metern ein Thermalwasserkreislauf geschaffen, der die Gemeinde Unterhaching schon seit Herbst 2007 mit Wärme versorgt. Nun gewinnt auch das innovative Kalina-Kraftwerk Strom aus der geothermischen Energie. Bei der erstmals in Deutschland eingesetzten Technologie wird als Arbeitsmedium ein Ammoniak-Wasser-Gemisch verwandt, um den Energiegehalt des heißen Wassers besonders effektiv zu nutzen.

“Die Wärmeversorgung und Stromerzeugung mit Geothermie-Kraftwerken bietet wirtschaftliche Perspektiven für eine saubere und ganzjährig verfügbare Energieversorgung. In Süddeutschland wird heißes Wasser aus der Tiefe schon in einigen Gemeinden für die Wärmeversorgung genutzt, so zum Beispiel in Erding und Unterschleißheim. Unterhaching hat aber mit der ganzheitlichen geothermischen Wärmeversorgung und Stromerzeugung ein Optimum bei der Nutzung der Ressource Geothermie erreicht”, betonte der Bundesumweltminister.

Nach dem Mitte Mai vom Bundeskabinett verabschiedeten Geothermie-Bericht sollen bis zum Jahr 2020 etwa 280 Megawatt Leistung zur geothermischen Stromerzeugung installiert sein, das Vierzigfache der gegenwärtig installierten Leistung. Bei einer Leistung von etwa 5 Megawatt pro Kraftwerk entspricht dies mehr als 50 Kraftwerken. Diese Kraftwerke haben das Potenzial, rund 1,8 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr zu erzeugen. Im Bereich der Wärmeerzeugung wird erwartet, dass 2020 insgesamt 8,2 Milliarden Kilowattstunden Wärme aus Anlagen der tiefen Geothermie erzeugt werden können. Nach 2020 wird mit einer Beschleunigung des Wachstums und einer installierten elektrischen Leistung von 850 Megawatt bis 2030 gerechnet.

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