KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Utopia.de

Dienstag 18. Mai 2010 von birdfish

Die Online-Community Utopia möchte ihren Teil dazu leisten, die Welt zu einem nachhaltigen Umdenken zu bewegen.

Nach IPCC-Daten bleiben der Menschheit nur noch fünf bis zehn Jahre, um eine Klimakatastrophe zu verhindern. Utopia sieht die Zeit davonlaufen, ohne dass der Klimaschutz oberste Priorität auf der politischen Agenda wäre. Daher möchte man Menschen zusammenbringen, die gemeinsam in Richtung Nachhaltigkeit aufbrechen und die Welt verändern wollen.

Utopia will dazu beitragen, dass Millionen Menschen ihr Konsumverhalten und ihren Lebensstil nachhaltig  verändern. Dass sie bewusster entscheiden und mit jedem Kauf umweltfreundliche Produkte und faire Arbeitsbedingungen in aller Welt unterstützen.
Gemeinsam will man einen starken Impuls in Richtung Unternehmen setzen, dass es richtig und wichtig ist, ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltig zu handeln. Utopia will den Dialogprozess über das Thema Nachhaltigkeit zwischen allen gesellschaftlichen Akteuren fördern und zu einem Motor des „grünen Wirtschaftswunders“ werden.

www.utopia.de

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Die globale Online-Konferenz KLIMA 2010 zum Management von Wasserressourcen

Montag 12. April 2010 von birdfish

Der Bundesumweltminister, Norbert Röttgen, hat die Schirmherrschaft für die weltweite globale Online-Konferenz KLIMA 2010 übernommen.

Klima 2010 Konferenz

Der Bundesumweltminister unterstützt damit die globale Klimawandel-Informationsveranstaltung, die einen wertvollen Beitrag leistet, die globale Diskussion über die Fortschritte des Klimaschutzes zu fördern. Konferenzschwerpunkt in 2010 ist “Klimawandel und das nachhaltige Management von Wasserressourcen”. Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Behörden, Nichtregierungsorganisationen und interessierte Bürger sind aufgerufen, noch bis zum 15. April 2010 Beiträge einzureichen.

Die bereits zum dritten Mal in Folge stattfindende weltweite Online-Klimakonferenz KLIMA 2010 findet ausschließlich im Internet statt. Auf den Websites www.klima2010.net (deutsche Seite) und www.climate2010.net (internationale Seite) können sich Forscher, Unternehmen, Behörden und die interessierte Öffentlichkeit vom 1. bis 7. November 2010 über den Klimawandel austauschen. Beiträge zur Online-Klimakonferenz können noch bis zum 15. April 2010 eingereicht werden. Sämtliche Beiträge werden von den Koordinatoren nach wissenschaftlichen Kriterien geprüft.

“Dass wir den deutschen Bundesumweltminister als Schirmherren für KLIMA 2010 gewinnen konnten, spricht für die zunehmende Bedeutung internetbasierter Klimakonferenzen”, freut sich Professor Walter Leal, der Leiter der Tagung. Gerade Entwicklungsländer seien durch den Klimawandel stark gefährdet und müssen große Anpassungsleistungen vollbringen. “Daher besteht besonders in den Entwicklungsländern immer noch großer Bedarf an Zugang zu Klimawissen, um sich auf zukünftige klimatische Einflüsse bestmöglich einzustellen” so Professor Leal.

Schwerpunkt der 7-tägigen Konferenz ist in diesem Jahr das Thema “Der Klimawandel und das nachhaltige Management von Wasserressourcen”. Renommierte Partner der Konferenz sind das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), der Weltklimarat (IPCC), die Welternährungsorganisation, das Sahara and Sahel Observatory, die Global Water Partnership (GWP) und weitere globale Organisationen. Als Medienpartner unterstützen die WELT Gruppe, NDR Info sowie Comment:Visions die interaktive Konferenz.

Veranstalter der Konferenz ist das Forschungs- und Transferzentrum “Applications of Life Sciences” (FTZ-ALS) der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Das FTZ-ALS wurde im August 2007 gegründet und wird von Professor Walter Leal geleitet. Es bietet lokale, nationale und internationale projektbezogene Lösungsansätze auf dem Gebiet der Life Sciences sowie bei übergeordneten Themen wie Energie, Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

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Forscher: Manchmal sorgen die Weidetiere für eine Reduzierung von Treibhausgasen

Freitag 9. April 2010 von birdfish

Lachgasemissionen, vor allem aus der Landwirtschaft, tragen wesentlich zum anthropogenen Treibhauseffekt bei.

Auswirkungen von Beweidung auf Entstehung von Lachgas
Studie in der Mongolei: Auswirkungen von Beweidung auf Entstehung von Lachgas. (c) KIT

Im Gegensatz zu bisherigen Annahmen führt die Viehhaltung in Steppen- und Präriegebieten jedoch nicht zu erhöhten Lachgasemissionen. Im Gegenteil: Sie reduziert die Abgabe von Lachgas an die Atmosphäre. Dies ermittelten Forscher des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Umweltforschung (IMK- IFU) des KIT bei Untersuchungen in China. Die Ergebnisse des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts veröffentlichte jetzt die Fachzeitschrift “Nature”.

Nach Kohlendioxid (CO2) und Methan gehört Lachgas (N2O) zu den Hauptverursachern des Klimawandels. Ein Kilogramm N2O ist rund 300 mal treibhauswirksamer als die gleiche Menge CO2. Vom Menschen verursachte Emissionen des Spurengases entstehen zu rund 60 Prozent in der Landwirtschaft, zum Beispiel beim mikrobiellen Abbau der stickstoffhaltigen Exkremente weidender Schafe oder Rinder im Erdreich. Bisher gingen Wissenschaftler deshalb davon aus, dass auch die Haltung großer Viehbestände in Steppen- und Präriegebieten zur stetig wachsenden Lachgaskonzentration in der Atmosphäre beiträgt – entsprechende Kalkulationen flossen in die Berichte des als Weltklimarat bekannten Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC).

“Ein großer Irrtum”, sagt Professor Klaus Butterbach-Bahl vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Bereich Atmosphärische Umweltforschung (IMK-IFU) des KIT in Garmisch-Partenkirchen. “Tatsächlich emittieren nicht zur Viehhaltung genutzte Flächen auf Jahressicht größere Mengen an Lachgas als beweidete Steppenflächen”. Dies ermittelten die Wissenschaftler gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in der Inneren Mongolei, China. Über ein gesamtes Jahr unterhielten sie in dem menschenleeren, im Winter bis zu -40 Grad Celsius kalten Steppengebiet mehrere Messstationen. Unterstützung kam von Wissenschaftlern der Chinese Academy of Sciences und dem schottischen Centre for Ecology and Hydrology in Midlothian.

“Bisherige Kurzzeituntersuchungen übersehen, dass die Abgabe bedeutender Lachgas-Mengen aus Steppenböden an die Atmosphäre ein natürlicher Prozess ist und ein Großteil der natürlichen Lachgas-Emissionen auf die Tauperiode im Frühjahr entfallen”, erklärt Butterbach-Bahl die neuen Ergebnisse. Die Viehhaltung bewirkt, dass genau diese Emissionen deutlich zurückgehen. Die durch Beweidung verringerte Grashöhe hat zur Folge, dass Schnee leichter vom Wind weitertransportiert wird und somit die Schneehöhe niedriger bleibt als bei unbeweideten Grasflächen. Einerseits sind beweidete Böden dadurch im langen und kalten Winter schlechter isoliert und daher um bis zu 10 Grad kälter. Andererseits bleiben beweidete Steppe-Böden durch die geringere Schneeauflage in der Tauperiode im März trockener. Kälte und Trockenheit hemmen dann mikrobielle Aktivitäten in der Tauperiode. Als Folge gibt das Erdreich bedeutend weniger Lachgas ab.

Emissionen um 72 Prozent überschätzt
Diese “Einsparungen” übersteigen deutlich die “normale” Stimulierung der Lachgasemissionen durch die Exkremente der Tiere – mit weitreichenden Folgen: Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass bisherige Berechnungen die Lachgasemissionen gewaltiger Flächen – etwa ein Fünftel der Gesamtfläche der Landmasse der gemäßigten Breiten sind Grasland – um rund 72 Prozent überschätzen.

Ein positives Signal für den Klimawandel sind die Ergebnisse jedoch nicht. Die stetig wachsende Lachgaskonzentration in der Atmosphäre ist ein Faktum. “Unsere Arbeit zeigt lediglich, dass noch viel Forschungsarbeit notwendig ist, um die Quellen für atmosphärisches Lachgas wirklich zu verstehen”, sagt Butterbach-Bahl. Auch die extensive Beweidung durch Vieh muss kein praktikabler Ansatz sein. Viehwirtschaft setzt in großen Mengen klimawirksames Methan frei, das die Studie nicht berücksichtigte. Dennoch weist die KIT-Studie einen Weg, um die Treibhausgasbilanz von Grassteppen zu verbessern: herbstliches Heumachen könnte die Grashöhe und somit die winterliche Schneehöhe genauso wie die Lachgas-Emissionen in der Tau-Periode verringern.

Originalpublikation:
Benjamin Wolf, Xunhua Zheng, Nicolas Brüggemann, Weiwei Chen, Michael Dannenmann, Xingguo Han, Mark A. Sutton, Honghui Wu, Zhisheng Yao, Klaus Butterbach-Bahl: “Grazing-induced reduction of natural nitrous oxide release from continental steppe” (Nature Ausgabe No. 7290 Vol. 464, page 881-884)

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Der Einfluss einer ruhenden Sonne würde die globale Erwärmung kaum abschwächen

Donnerstag 11. März 2010 von birdfish

Wirkung der Sonneneinstrahlung auf die Klimaerwärmung.

Sonne über gefrorenem Rheinarm
Sonne über gefrorenem Rheinarm – (c) Ingwer Hansen

Ein neues lang anhaltendes Minimum der Sonnenaktivität würde den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur aufgrund der vom Menschen verursachten Treibhausgas-Emissionen nur geringfügig verlangsamen. Nach einer neuen Studie von Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Magazins „Geophysical Research Letters“, würde die Erwärmung bis zum Ende dieses Jahrhunderts um höchstens 0,3 Grad Celsius geringer ausfallen, als nach Szenarien weiterhin zunehmender Emissionen zu erwarten ist. Der Temperaturanstieg würde damit um weniger als zehn Prozent vermindert.
„Die Vorstellung, dass es zu einer neuen Kleinen Eiszeit kommt, sollte die Sonne tatsächlich in eine lange Ruhephase eintreten, ist falsch“, sagt Georg Feulner, der Leitautor der Studie. „Ein neues großes Minimum der Sonnenaktivität würde die starke Erwärmung nicht verhindern, die bei unvermindertem Treibhausgas-Ausstoß zu erwarten ist“, so Feulner weiter.

Die Beobachtungen von Sonnenflecken, sichtbaren Anzeichen stärkerer Sonnenaktivität und höherer Strahlungsintensität, zeigen, dass sich die Sonne zurzeit in der tiefsten und längsten Ruhephase seit fast einem Jahrhundert befindet. Seit Beginn der Satellitenmessungen in den 1970 Jahren war die Sonnenstrahlung nie schwächer als zurzeit. Einige Solarphysiker nehmen an, dass dies den Beginn eines neuen großen Minimums der Sonnenaktivität, ähnlich dem Maunder-Minimum im späten 17. Jahrhundert, anzeigen könnte. Das Maunder-Minimum wird mit der so genannten Kleinen Eiszeit in Verbindung gebracht, zu der spürbar niedrigere Temperaturen herrschten.

Feulner und Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) haben nun den Effekt eines großen Minimums im 21. Jahrhundert mit einem gekoppelten Klimamodell untersucht, das die Ozeane, die Atmosphäre und die Landoberfläche abbildet. Die Forscher legten den Simulationen einen mittleren und einen starken Anstieg der Treibhausgas-Emissionen nach den Szenarien A1B und A2 des Weltklimarates IPCC zugrunde. Sie berücksichtigten auch Vulkanausbrüche, die nicht vorhersagbar sind, indem sie ebenso viele und so starke Eruptionen wie im 20. Jahrhundert zufällig über das 21. Jahrhundert verteilten.

Mit diesen Grundannahmen wurden drei unterschiedliche Entwicklungen der Sonnenaktivität simuliert: Einmal gingen die Forscher davon aus, dass sich der normale Elf-Jahres-Zyklus der Sonnenaktivität bis zum Jahr 2100 wiederholt und kein großes Minimum auftritt. In den zwei anderen Experimenten tritt die Sonne jeweils in ein Minimum ein, das bis zum Ende des Jahrhunderts anhält. Die Werte der Sonnenstrahlung wurden dazu um 0,08 Prozent beziehungsweise 0,25 Prozent geringer angesetzt als im Jahr 1950. Datenreihen legen nahe, dass die Sonnenstrahlung während des Maunder-Minimums etwa 0,08 Prozent unter dem Wert von 1950 lag.

Wird der Elf-Jahres-Zyklus der Sonnenaktivität bis 2100 fortgesetzt, ergeben die Simulationen einen Temperaturanstieg von 3,7 oder 4,5 Grad Celsius über den Referenzwert aus den Jahren 1961 bis 1990, je nach Emissionsszenario. Diese Ergebnisse stimmten gut mit neuen Projektionen überein, berichten die Forscher. Für ein neues großes Minimum mit einer Sonneneinstrahlung wie während des Maunder-Minimums ergibt sich nach beiden Emissionsszenarien ein um etwa 0,1 Grad Celsius geringerer Anstieg. Im Experiment mit der stärkeren Verminderung der Sonnenstrahlung um 0,25 Prozent beträgt die Minderung 0,26 Grad Celsius, ebenfalls in beiden Emissionsszenarien.

„Wahrscheinlich würde ein neues großes Minimum zu 0,1 bis 0,2 Grad Celsius geringeren Temperaturen im Jahr 2100 führen“, sagt Stefan Rahmstorf, Leiter des Forschungsbereichs Erdsystemanalyse am PIK. Sämtliche Unsicherheiten der Temperaturberechnungen, der wirkenden Kräfte und der Modelle ergeben den Faktor drei als maximalen Fehler. Der solare Kühlungseffekt würde also wahrscheinlich nicht mehr als 0,3 Grad Celsius betragen.

„Ein neues Maunder-Minimum der Sonnenaktivität könnte die globale Erwärmung aufgrund der vom Menschen verursachten Treibhausgas-Emissionen nicht ausgleichen“, schließen die Autoren. Zudem wäre jeder Abkühlungseffekt nur vorübergehend wirksam, da große Sonnenminima normalerweise nur einige Jahrzehnte bis maximal ein Jahrhundert andauern.

„Auch aktuelle Temperaturmessungen belegen, dass die Auswirkungen verminderter Sonnenaktivität auf das Klima sehr gering sind“, sagt Rahmstorf. Das derzeitige Minimum habe die globale Erwärmung nicht merklich gebremst. Über die vergangenen dreißig Jahre ist die Mitteltemperatur stetig um 0,16 Grad Celsius pro Jahrzehnt angestiegen. Laut der Messdaten von Bodenstationen des Goddard Institute for Space Studies der US-Weltraumbehörde Nasa ist das Jahr 2009 trotz des derzeitigen Sonnenminimums das zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen, übertroffen nur vom Jahr 2005. Auf der Südhalbkugel ist es bei weitem das wärmste. Der Januar des Jahres 2010 ist global der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen, nur der Januar 2007 war noch wärmer.

Originalpublikation:
Feulner, G., and S. Rahmstorf (2010), On the effect of a new grand minimum of solar activity on the future climate on Earth, Geophys. Res. Lett., 37, L05707, doi:10.1029/2010GL042710

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Klimaszenarien für deutsche Bundesländer stehen als ‘Klimaatlas’ online zur Verfügung

Mittwoch 3. März 2010 von birdfish

Der kalte Winter könnte vermuten lassen, der Klimawandel habe ausgesetzt.

Schleswig-Holstein bekommt mehr Regen
Schleswig-Holstein soll den größten Zuwachs an Niederschlägen erhalten – (c) Dagmar Struß

Langfristige Temperaturmessungen zeigen jedoch deutlich, dass der Trend zur Erwärmung in Deutschland ungebrochen ist. Wie regional unterschiedlich sich der Klimawandel künftig auswirken könnte, zeigt der Regionale Klimaatlas Deutschland, ein Produkt der Regionalen Klimabüros der Helmholtz-Gemeinschaft. Ab sofort sind im Internet zukünftige Klimaszenarien für die deutschen Bundesländer öffentlich abrufbar. Der Nutzer kann dabei verschiedene Klimaelemente wie beispielsweise Temperatur, Niederschlag und Wind auswählen und sich mögliche künftige Änderungen zu unterschiedlichen Jahreszeiten in verschiedenen Bundesländern anzeigen lassen.

“Die Helmholtz-Gemeinschaft hat die Klimaforschung deutlich verstärkt und untersucht in der Klimainitiative REKLIM insbesondere die regionalen Auswirkungen des globalen Klimawandels. Die vier Regionalen Klimabüros haben dabei den Auftrag, den aktuellen Stand der Forschung für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen so aufzubereiten, dass diese gut informiert Entscheidungen treffen können. Dies ist mit dem nun öffentlich einsehbaren Regionalen Klimaatlas gelungen”, sagt Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. “Der Klimaatlas richtet sich an die interessierte Öffentlichkeit sowie an Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft. Für Wissenschaftler steht alternativ eine Darstellung für Modellnutzer zur Verfügung.”

Auch wenn es in Zukunft in ganz Deutschland wärmer wird, so können sich die Klimaveränderungen im Jahresdurchschnitt bis zum Jahr 2100 regional sehr unterschiedlich ausprägen. So scheint sich beispielsweise die zu erwartende Erwärmung im Jahresdurchschnitt bis Ende des 21. Jahrhunderts in Baden Württemberg mit 2,2 bis 6,3°C am stärksten auszuprägen. In Schleswig-Holstein hingegen kann die Erwärmung mit 2 bis 4,4° C zwar vergleichsweise schwächer ausfallen, jedoch weisen die Klimarechnungen darauf hin, dass die Einwohner Schleswig-Holsteins mit der bundesweit höchsten Niederschlagszunahme im Jahresdurchschnitt rechnen müssen. Die mitteldeutschen Bundesländer Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt befinden sich nicht nur geographisch in der Mitte Deutschlands, sondern auch hinsichtlich der zu erwartenden Klimaänderungen.

“Dies gibt jedoch keinen Anlass zur Entwarnung, da auch ein mittlerer zukünftiger Niederschlagsrückgang im Sommer bei der heute schon angespannten Lage zu großen Herausforderungen zum Beispiel in der Landwirtschaft führen wird.”, so Dr. Andreas Marx, Leiter des Mitteldeutschen Klimabüros am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ.

Der Erwärmungstrend wird sich auch in der kalten Jahreszeit bis zum Ende des Jahrhunderts in ganz Deutschland fortsetzen. Im Rahmen natürlicher Schwankungen kann es zwar auch in Zukunft kalte Winter geben, diese werden jedoch seltener. Die Klimarechnungen weisen außerdem auf eine flächendeckende Zunahme des Winterniederschlages hin. Wegen der höheren Temperaturen wird dieser jedoch wahrscheinlich größtenteils in Form von Regen fallen. Am stärksten können die Winterniederschläge bis Ende des Jahrhunderts in Bayern (bis zu 75%) und in Mecklenburg-Vorpommern (bis zu 63%) zunehmen. Zusätzlich können bis Ende des Jahrhunderts bundesweit die Sturmstärken zunehmen. Am stärksten betroffen ist auch hier Mecklenburg-Vorpommern, wo sich Stürme um bis zu 13% intensivieren können. “Ein Sturmtief, wie beispielsweise das Tief Daisy, welches im Januar an der deutschen Ostseeküste zum Teil schwere Sturmfluten und starken Seegang hervorgerufen hat, könnte bis Ende des Jahrhunderts noch um 10 bis 15 Stundenkilometer stärker ausfallen.”, so Dr. Insa Meinke, Leiterin des Norddeutschen Klimabüro am GKSS-Forschungszentrums Geesthacht.

Im Sommer ist bis Ende des Jahrhunderts bundesweit mit der stärksten Erwärmung zu rechnen. Parallel können sommerliche Niederschläge und Windgeschwindigkeiten innerhalb dieses Jahrhunderts in allen Bundesländern deutlich abnehmen. Es zeichnet sich ab, dass sich dieser Trend am stärksten in Baden-Württemberg vollzieht, hier kann je nach Entwicklung der Treibhausgasemissionen die sommerliche Erwärmung bis Ende des Jahrhunderts zwischen 2,7 und 8,9°C liegen. Der Sommerniederschlag kann in diesem Bundesland zwischen 18 und 51% abnehmen. Geringere Windgeschwindigkeiten können die Belastung von Mensch und Umwelt durch sommerliche Hitze zusätzlich weiter verstärken. “Bereits jetzt wird beobachtet, dass wärmeliebende Arten zunehmen, darunter auch Krankheitsüberträger wie Zecken, die in immer höheren Lagen aufgefunden werden. Andererseits werden sich die Wintersportgebiete in den Mittelgebirgen, dem Schwarzwald und den tieferen Lagen der Alpen daran anpassen müssen, dass gute Wintersportbedingungen seltener werden”, so Dr. Hans Schipper vom Süddeutschen Klimabüro am Karlsruher Institut für Technologie.

Entstehung, Datengrundlage und Weiterentwicklung

Der Regionale Klimaatlas Deutschland ist ein gemeinsames Produkt der Regionalen Klimabüros in der Helmholtz-Gemeinschaft und wird fortlaufend aktualisiert und weiterentwickelt.

Grundlage des Regionalen Klimaatlas Deutschland sind für Deutschland verfügbare Klimarechnungen, die mit dynamischen regionalen Klimarechenmodellen durchgeführt wurden. Hierzu zählen bisher folgende Klimarechenmodelle: COSMO-CLM, das gemeinschaftliche regionale Klimarechenmodell von über 30 internationalen Forschungseinrichtungen, sowie REMO, das regionale Klimarechenmodell des Max-Planck-Instituts für Meteorologie und das regionale Klimarechenmodell des Schwedischen Wetterdienstes, RCAO. In die regionalen Klimarechenmodelle sind jeweils Szenarien unterschiedlicher Treibhausgaskonzentrationen eingegangen, die vom UN-Weltklimarat IPCC erstellt wurden. Bisher sind insgesamt 12 verschiedene Klimarechnungen in den Klimaatlas eingegangen. Die räumliche Auflösung der einzelnen Klimarechnungen liegt derzeit zwischen 50 und 10 km. Die Auswertung ist für jedes Bundesland gebietsmittelweise erfolgt.

Innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft widmen sich die vier Regionalen Klimabüros Fragestellungen zum Klimawandel auf regionaler Ebene. Mit dem Climate Service Center wird in der Helmholtz-Gemeinschaft das zentrale Service-Netzwerk für die bundesweite Klimaberatung aufgebaut.

Der Regionale Klimaatlas für Deutschland

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Unternehmen wählen Zulieferer zunehmend aufgrund der CO2-Emissionen aus

Donnerstag 4. Februar 2010 von birdfish

Bei vielen Unternehmen entsteht ein nicht unerheblicher Anteil der gesamten CO2-Emissionen in der Lieferkette.

CO2-Speicher Wald(c) Ingwer Hansen

Um ihre CO2-Emissionen in der gesamten Produktionskette (indirekte CO2-Emissionen oder Scope 3-Emissionen) strategisch zu managen und zu reduzieren, besteht für produzierende Unternehmen zunehmend der Bedarf an belastbaren CO2-Emissionensdaten ihrer Lieferanten.

Die wichtigsten Ergebnisse sind:

  • 44 internationale Unternehmen und 710 Zulieferer nahmen in diesem Jahr am Supply Chain Programm teil. Unter den 44 teilnehmenden Konzernen sind 20 US-amerikanische, 18 europäische und 4 asiatische Unternehmen, dazu jeweils ein Konzern aus Brasilien und Australien. Es gibt bisher kein deutsches Unternehmen, das an dem Programm teilnimmt. 90% der teilnehmenden Konzerne haben bereits konkrete Treibhausgasemissions- oder Energieeinsparungspläne etabliert. Das ist eine fast doppelt so hohe Quote wie bei allen Global 500 Unternehmen, die an das CDP berichten
  • Rücklaufquote verdoppelt: Ingesamt wurden 1.402 Zulieferer befragt. 51 % (710) der Zulieferer haben ihre CO2-Emissionen berichtet (2008: 27%). 43% der Antworten sind in der CDP-Datenbank öffentlich zugänglich.
  • Bedeutung von CO2-Emissionen als Auswahlkriterium nimmt zu: Bereits 6 % der teilnehmenden Konzerne sortieren schon heute Zulieferer aus, deren CO2-Management ungenügend ist. Hierbei spielen sowohl Kosteneinsparungen als auch strategische Überlegungen zur Positionierung als klimabewußtes Unternehmen gegenüber Investoren und Konsumenten eine Rolle. Mehr als die Hälfte (56 %) möchten daher in Zukunft Lieferanten nicht mehr beauftragen, wenn diese nicht nachweisen können, dass ihr CO2-Management bestimmten Kriterien genügt.
  • 56 % der Zulieferer, die am Supply Chain CDP teilgenommen haben, planen ihre CO2-Emissionen zu reduzieren oder ihren Energiebedarf zu senken. Nur 38% haben festgelegte CO2-Reduktions- oder Energiereduktionsziele. Diese liegen im Durchschnitt bei 3,6%. Das IPCC erachtet 3,8% für erforderlich um den gefährlichen Klimawandel zu stoppen. Betrachtet alle Zulieferer im Durchschnitt ergibt sich insgesamt ein Emissionsanstieg von 0,8%. Um diese Ziele zu erreichen, verfolgenden die Zulieferer verschiedene Ansätze. 72% verbessern die Energieeffizienz, 40% arbeiten an der Verbesserung von Produktionsprozessen und 22% geben an, erneuerbare Energien zu nutzen.

„Der CDP Supply Chain Project zeigt, dass das Bewußtsein für konsequentes CO2-Management auch in der Zulieferkette erheblich wächst. Damit wird es auch zum Faktor im Wettbewerb und Kunden und Kapital. Um so erstaunlicher ist es, daß sich bisher kein einziges deutsches Unternehmen als Mitglied am CDP Supply Chain Project beteiligt, kommentiert Caspar von Blomberg, Geschäftsführer des CDP Deutschland den Bericht.

Der WWF fordert Unternehmen und deren Zulieferer auf, sich absolute Reduktionsziele auch für indirekte Emissionen zu setzen. Nur wenn Unternehmen eine treibende Kraft bei Emissionsreduktionen sind, kann der gefährliche Klimawandel verhindert werden.

Das Carbon Disclosure Project (CDP)

Emissionsregister zu unternehmensbezogenen CO2-Emissionen

Das Carbon Disclosure Project (CDP) ist eine Initiative, die mehr Transparenz bei CO2-Emissionen von Unternehmen erreichen will. Die 475 Investoren, die weltweit hinter dem CDP stehen, fordern jährlich weltweit Unternehmen auf, ihre CO2-Emissionen und Strategien im Umgang mit dem Klimawandel offen zu legen.

Mehr Informationen zum Carbon Disclosure Project beim WWF

Der aktuelle Supply Chain Report (PDF, engl.)

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Kritik an Weltklimarat – Himalaya-Prognose war offenbar nicht wissenschaftlich fundiert

Mittwoch 20. Januar 2010 von birdfish

Offenbar hat der Weltklimarat in seinem Bericht von 2007 eine Prognose durchgehen lassen, die sich im Nachhinein nicht als wissenschaftlich fundiert erwiesen hat.

Himalaya
Auch WWF übernahm wohl ungeprüft die Jahresangabe – (c) climateforlife.org

Dies teilte der IPCC jetzt in Genf mit.

Der indische Umweltminister Jairam Ramesh hatte dem Weltklimarat immer wieder unterstellt, dass die Aussage, der Himalaya-Gletscher sei bis 2035 verschwunden, nicht ausreichend belegt sei. Diese unangenehme Enthüllung ist unter anderem auch deshalb ärgerlich, weil der Zustand des Gletschers ja tatsächlich in einem besorniserregenden Zustand ist.

Dass nun in diesem Punkt dem UN-Gremium Schlamperei vorgeworfen wird, wird dazu führen, dass die Gegner der These, dass der Klimawandel menschengemacht ist, Wasser auf ihre Mühlen erhalten. Die dringlichen Ziele des Klimaschutzes könnten durch diese Nachlässigkeit in der Recherche ein Stück zurückgeworfen werden. Und das alles offenbar nur, weil man ungeprüft die Daten eines indischen Wissenschaftlers in den Bericht übernommen hatte. Dieser wiederum sagt, dass er zwar einen Zeitraum angedeutet habe, die Jahreszahl ihm aber von den Medien unterjubelt worden sei.

Es bleibt zu hoffen, dass künftig alle Daten und Fakten mehrfach wasserdicht gestaltet werden, um sich im Nachhinein nicht nochmals kontraproduktiv auszuwirken.

Eine solche Schlamperei ist ein Schlag ins Gesicht für all diejenigen, die weltweit für den Klimaschutz arbeiten. Sie müssen künftig noch mehr Kraft aufbringen, sich gegen Vorurteile und Kapital einzusetzen.

Hier die heutige Pressemitteilung des IPCC (PDF, engl.)

Hier der Bericht der Tagesschau zum Thema

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Prof. Klaus Hasselmann vom MPI erringt für Klimaforschung einen wichtigen Preis

Mittwoch 20. Januar 2010 von birdfish

Prof. Dr. Klaus Hasselmann ist emeritierter Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie

Prof. Dr. Klaus Hasselmann
Prof. Dr. Klaus Hasselmann

Er wird nun mit dem Frontiers of Knowledge Award 2009 in der Kategorie Klimawandel der spanischen BBVA-Stiftung ausgezeichnet. Der mit 400 000 EUR dotierte Preis würdigt Prof. Hasselmanns bahnbrechenden Beitrag zum wissenschaftlichen und öffentlichen Verständnis des Klimawandels: Seine Forschungsmethoden belegten, dass der jüngste Verlauf der globalen Erwärmung vor allem auf das menschliche Handeln zurückzuführen ist.

Dank seiner hervorragenden Mathematikkenntnisse und seines großen Wissens über die grundlegenden System-Eigenschaften von Ozean, Atmosphäre und Land entwickelte Prof. Hasselmann eine “Fingerabdruck-Methode”, die den Einfluss von Naturphänomenen von den Auswirkungen vermehrter, durch den Menschen bedingter Treibhausgasproduktion trennte. Damit schuf er einen Meilenstein in der Wissenschaft: Erstmals ließ sich also zwischen dem Einfluss des Menschen und der Natur auf den beobachteten Klimawandel unterscheiden.

Prof. Hasselmanns Erkenntnisse waren Hauptbestandteil der neuesten Bewertungen (2007)der Arbeitsgruppe I des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) zum Einfluss des Menschen auf das Klima. Seinen fortwährenden Aktivitäten ist es zu verdanken, dass sich eine breit anerkannte Wissenschaftsgemeide zum Klimawandel geformt hat.

Von 1975 bis 1999 war Prof. Hasselmann Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg. Nach seinem Studium der Physik und Mathematik in Hamburg promovierte er 1957 in Göttingen. Er lehrte in der Zeit von 1961 bis 1972 an der Universität Hamburg, an der Scripps Institution of Oceanography und an der Woods Hole Oceanographic Institution in den USA. Seit 1999 arbeitet er als Emeritus im Max-Planck-Institut für Meteorologie. Prof. Hasselmann wurde mehrfach für seine bahnbrechenden Forschungsarbeiten ausgezeichnet, u.a. mit dem Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Jahr 1998. 2002 erhielt er die Vilhelm-Bjerknes-Medaille der Europäischen Geowissenschaftlichen Union.

Der BBVA Foundation Frontiers of Knowledge Award ist bestrebt, weltbeste Forschung und künstlerische Leistung anzuerkennen und zu fördern und kann als zweithöchster Geldpreis nach dem Nobelpreis angesehen werden: jährlich werden 3,2 Mio. Euro für wissenschaftliche und künstlerische Bereiche ausgeschüttet. Er ist der einzige Preis, der auch die Kategorie Klimawandel berücksichtigt. Die Preise werden in acht Kategorien vergeben mit einer Dotierung von 400 000 Euro pro Kategorie. Der Klimawandel-Preis soll sowohl Forschung auf diesem Gebiet als auch praktische Tätigkeiten und Initiativen im Wettlauf gegen den Klimawandel ehren, eines der wichtigen gesellschaftlichen Themen im 21. Jahrhundert. Er wurde zum ersten Mal 2008 an den amerikanischen Wissenschaftler Wallace S. Broecker verliehen.

Die spanische BBVA-Stiftung unterstützt Erkenntnisgewinn, wissenschaftliche Forschung und die Kulturförderung sowie die Vermittlung der Ergebnisse an die Gesellschaft. Diese Bemühungen fließen in Forschungsprojekte, in Bildung und Weiterbildung, Stipendien und Preise. Zu den von der Stiftung bevorzugten Aktivitätsbereichen gehören die Grundlagenforschung, Biomedizin, Ökologie und Schutz der biologischen Vielfalt, Sozialwissenschaften sowie Literatur und musikalisches Schaffen.

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