KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Ban Ki-Moon gründet für UN ein High-Level Panel zum Thema globale Nachhaltigkeit

Freitag 20. August 2010 von birdfish

Generalsekretär der UN, Ban Ki-Moon, hat jetzt ein High-Level Panel zum Thema globale Nachhaltigkeit ins Leben gerufen.

Armut in asiatischen Großstädten
Wohnen auf der Straße. Klimawandel verschärft Armut in asiatischen Großstädten – (c) qayyaq / Pixelio

Es soll die Situation armer Menschen verbessern und dabei die Problematik der Klimaveränderung berücksichtigen und eine umweltfreundliche Wirtschaftsentwicklung sicherstellen.

Ban gab den 21 Mitgliedern, die sich aus Vertretern von Regierungen, dem privaten Sektor und der Zivilgesellschaft reicher und armer Länder zusammensetzen, die Anweisung, in größeren Dimensionen als bisher zu denken, da die Zeit der beschränkten Agenden und einseitigen Betrachtung vorbei sei. Dabei gelte es, ein kohlenstoffarmes Wachstum zu fördern, die Folgen des Klimawandels einzudämmen und sich den Herausforderungen von Armut, Hunger, Wasser- sowie Energiesicherheit zu stellen.

Das Panel soll praktische Lösungen erarbeiten, die in institutionelle und finanzielle Abkommen einfließen. Ende 2011 soll das Panel in Vorbereitung auf die jährliche Klimarahmenkonvention (UNFCCC) und die für 2012 geplante UN Konferenz für Nachhaltige Entwicklung seinen abschließenden Bericht vorlegen.

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Kooperation mit Mongolei – Klimawandel hat hier bereits deutliche Spuren hinterlassen

Dienstag 17. August 2010 von birdfish

Endlose Weiten unter blauem Himmel und hier und da mal eine Jurte; so zeigen viele Fotos die Mongolei.

Klimawandelfolgen in der Mongolei
Klimawandelfolgen in der Mongolei – Foto: Bernhard Stribrny / BIK-F

Doch der Eindruck unversehrter Natur trügt: Permafrostböden tauen, Wasserkreisläufe verändern sich und Waldbrände vernichten ganze Landstriche. Der Klimawandel macht sich in dem zentralasiatischen Land deutlich bemerkbar. Dem will die mongolische Regierung durch ein gezieltes Umweltmanagement und externes Know-how entgegenwirken. Nachdem der Umweltminister des Landes im März das Frankfurter Biodiversität und Klimaforschungszentrum (BiK-F) besucht hatte, waren jetzt vier Wissenschaftler in der Mongolei und haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.
Von Ulaanbaatar aus fuhren die BiK-F-Forscher in die östlich der Hauptstadt gelegene Provinz Khentii, die als Dschingis Kahns Heimat gilt. Während die Gruppe aus deutschen und mongolischen Wissenschaftlern des „Institute of Meteorology and Hydrology“ (IMH) tagsüber die vom Klimawandel betroffenen Gebiete besichtigte, wurden abends bei der traditionellen Nomadensuppe Pläne geschmiedet. Zurück in Frankfurt sagte Rüdiger Wittig, Mitglied des BiK-F-Leitungsgremiums und Professor für Ökologie und Geobotanik an der Goethe-Universität Frankfurt: „Wir werden mit Unterstützung der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) ein bereits vorhandenes Camp zu einem Forschungsstützpunkt mit Wetterstation ausbauen.“

Schon jetzt liegt der durchschnittliche Temperaturanstieg in Zentralasien über dem globalen Mittel. Während die Klimaveränderung im Süden der Mongolei zur Ausdehnung der Wüste führt, verschieben sich die Vegetationszonen auch im Norden des Landes. Die ursprünglichen Taigawälder lichten sich. Erhöhte Durchschnittstemperaturen und saisonale Veränderungen bei den Niederschlägen führen vermehrt zu Waldbränden und wirken sich negativ auf die ohnehin kurzen Vegetationsperioden aus. Die Wälder haben kaum Gelegenheit, sich zu verjüngen, wobei der Bestand an Bäumen vermehrt von Schädlingen befallen und geschwächt wird. Das System ist aus der Balance. Legaler und illegaler Holzeinschlag tragen ein Übriges zur Gefährdung des Lebensraums vieler Tiere und Pflanzen bei.

Die BiK-F-Wissenschaftler wollen nun eine Strategie zur Stabilisierung des Wald- und Steppenökosystem in der Provinz Khentii entwickeln. Zur Umsetzung des Abkommens mit dem mongolischen „Centre of Climate-Environment Research“ steht nach Aussagen der Forscher zunächst eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Tier- und Pflanzenarten und der Klimaveränderungen an. „Wir müssen wissen, was sich in der hoch sensiblen Übergangsregion zwischen Steppe und Taiga durch den Klimawandel verändert. Dazu brauchen wir geologisch-bodenkundliche Basisinformationen und Klimadaten“, erklärt Prof. Bernhard Stribrny. Eine weitere wichtige Maßnahme ist nach Auffassung des Senckenberg-Wissenschaftlers und Leiters der BiK-F-Transferstelle die genaue Analyse der Wechselwirkungen, die sich aus dem Zusammenspiel zwischen Arten und Lebensraum ergeben. Die ermittelten Daten sollen in Modellierungen eingehen und als Basis für Handlungsempfehlungen dienen.

Obwohl Tiere und Pflanzen gut an das für die geografische Lage charakteristisch trockene und raue Kontinentalklima der Mongolei angepasst sind, wirken sich die Veränderungen des Lebensraums fatal auf die biologische Vielfalt aus. Nicht nur die für die Taigawälder typischen Säuger wie Elche, Bären und Hirsche sind bedroht, auch Reptilien, Vögel und Insekten sowie für das Land wichtige Weidepflanzen. Die mongolischen Steppen- und Waldökosysteme reagieren empfindlich. Schon kleine Veränderungen können weitreichende Folgen nach sich ziehen. Davon betroffen ist nicht nur die Ökologie, sondern auch die Ökonomie: Schon allein die Forstwirtschaft bekommt die Auswirkungen des Klimawandels bereits deutlich zu spüren. Zudem lebt rund ein Drittel der Mongolen als Nomaden von Rindern, Schafen, Kamelen und Ziegen und ist somit direkt von natürlichen Ressourcen abhängig. Die Klimaveränderungen gefährden also auch ihre Existenz.

Schon in den 1990er Jahren hat die mongolische Regierung Steppen und weite Bereiche der ursprünglichen Wälder unter besonderen Schutz gestellt. Insgesamt 48 Naturschutzgebiete wurden eingerichtet. Eine “Strictly Protected Area“ liegt in der Provinz Khentii, wo das Biodiversität und Klima Forschungszentrum die Forschungsstation einrichten wird.

Weitere konkrete Maßnahmen zum Schutz der gefährdeten Ökosysteme wollen die Partner schon im November 2010 abstimmen. Dazu findet eine Klimakonferenz in der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar statt. Darüber hinaus sieht das kürzlich unterzeichnete Memorandum of Understanding den Austausch junger Wissenschaftler vor. Im Sommer 2011 haben deutsche Studenten im Rahmen einer größeren Exkursion die Chance, im Field Camp vor Ort an der Bestandsaufnahme der Pflanzen mitzuwirken und können so auch Land und Leute kennenlernen. Zwei mongolische Studenten sind spontan mit nach Frankfurt gekommen. Weitere junge Nachwuchswissenschaftler aus der Mongolei sollen an der Universität Frankfurt ausgebildet werden und können mehrere Monate lang Messtechniken und Klimamodellierungen trainieren.

Die vereinbarten Forschungsarbeiten sollen einen Beitrag zum Erhalt der Wald- und Steppenökosysteme auf dem Hochplateau der nördlichen Mongolei liefern und verhindern, dass das Naturparadies zum ökologischen Krisengebiet wird. Das geschieht auch vor dem Hintergrund, dass die ausgedehnten Steppenlandschaften und Taigawälder der Mongolei, einschließlich der Permafrostböden, wichtige Faktoren für die Entwicklung des globalen Klimas, insbesondere in der nördlichen Hemisphäre, darstellen.

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UN-Klimaverhandlungen müssen mit dem Tempo des Klimawandels mithalten

Samstag 7. August 2010 von birdfish

Zum Ende der UN-Vorbereitungskonferenz für den nächsten Klimagipfel in Cancún wird sichtbar, dass das Tempo der Klimaverhandlungen nicht mit dem der Zunahme von Wetterextremen mithält.

Christoph Bals / Germanwatch
Christoph Bals: ‘Von den USA werden nun klare Aussagen erwartet’ – Foto: Germanwatch

“Die Häufung von Wetterextremen mit Überschwemmungen in Pakistan, extremer Hitze und Waldbränden in Russland sowie großen Dürren und Überschwemmungen in China zeigt, wie dringlich entschiedenes Handeln ist. Doch von dieser Dringlichkeit ist bei den Klimaverhandlungen wenig zu spüren”, so Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch.

“Bisher bestehen viele Verhandler noch auf Extrempositionen und suchen nicht nach Kompromissen. Die Kluft zwischen dem, was derzeit passiert und dem, was als Ergebnis angestrebt wird, ist noch allzu groß”, erklärt Bals. Beim Klimagipfel in Cancún sollen im Dezember erste Arbeitspakete verabschiedet werden: In den Bereichen Anpassung, Regenwaldschutz, Technologie und für einen Klimafonds. Zugleich sollen die Verhandler ein Mandat erhalten, um ein Jahr später in Südafrika ein rechtlich verbindliches Abkommen mit Klima- und Finanzzielen für Industrieländer und verbindlichen Aktionsplänen für Schwellenländer zu erreichen. “Dieser Zeitplan ist in Frage gestellt, wenn ab jetzt nicht wesentlich konstruktiver verhandelt wird”, sagt Bals weiter.

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Schwierige UN-Klimaverhandlungen nach Scheitern des Klimagesetzes in den USA

Dienstag 3. August 2010 von birdfish

Unter veränderten Vorzeichen begann gestern in Bonn eine neue Runde der UN-Klimaverhandlungen.

Christoph Bals / Germanwatch
Christoph Bals: ‘Von den USA werden nun klare Aussagen erwartet’ – Foto: Germanwatch

Zum einen kann das erwartete Klima- und Energiegesetz bis zum Klimagipfel in Cancún Ende des Jahres nicht im US-Senat verabschiedet werden. Damit fehlt in den USA auch die notwendige Umsetzungsstrategie für die in Kopenhagen zugesagten Reduktionsziele der CO2-Emissionen. Es ist unklar, wie die amerikanische Regierung diese jetzt umsetzen will. Zum anderen stellt sich die Frage, ob die EU und China angesichts der weiter sichtbar werdenden Politikunfähigkeit der USA in den kommenden Monaten eine Führungsrolle im internationalen Klimaschutz übernehmen.

“Es ist ein positives Signal, dass die US-Verhandlungsleitung bei informellen Vortreffen in Mexiko und Bonn deutlich gemacht hat, dass sie weiter zu ihren Versprechen von Kopenhagen steht. Die internationale Gemeinschaft erwartet nun klare Aussagen, wie das umgesetzt werden soll”, kommentiert Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. So müsste die US-Regierung auch deutlich machen, wie sie ohne eine geregelte Versteigerung von Emissionsrechten ihren Anteil am internationalen Klimaschutz tragen will. Bis 2020 soll die internationale Finanzierung auf 100 Milliarden Dollar ansteigen.

“Die EU sollte mit China den Dialog suchen, um gemeinsam auch ohne Unterstützung aus den USA die notwendige Dynamik im internationalen Klimaschutz erzeugen zu können. Die USA und China könnten von einer internationalen Investitionswelle in Energieeffizienz und Erneuerbare Energien stark profitieren. Eine gemeinsame politische Führungsrolle der EU und China könnte auch den Klimaverhandlungen einen neuen Schub bringen”, so Bals weiter.

Erneuerbare Energien spielen weltweit verstärkt eine wichtige Rolle für die Energiegewinnung. Ihre Vorreiterrolle bei erneuerbaren Technologien könnten sowohl die EU als auch China nutzen, um die neuen Rahmenbedingungen des Klimaschutzes zu gestalten. “Zunehmende Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern, immer mehr Arbeitsplätze, der Aufbau von Zukunftsindustrien – all das spricht für eine deutliche Führungsrolle beim Energieumbau. Der drohende Klimawandel zeigt, dass wir dabei keine Zeit zu verlieren haben”, erklärt Bals.

In dieser Woche wird in Bonn darüber verhandelt, welche Aktionspakete in Cancún beschlossen werden sollen und ob bis Ende 2012 in Südafrika ein neues Abkommen angestrebt wird. Im Einzelnen ringen die etwa 190 Staaten über Klimaschutzziele der Industrieländer, Klimaschutzaktivitäten der Entwicklungsländer, die Weiterentwicklung des Emissionshandels, die Ausgestaltung eines neuen Klimaschutzfonds sowie neue Institutionen für die Anpassung an den Klimawandel.

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USA verschiebt geplantes Klimagesetz: Dramatischer Rückschlag für Klimaschutz

Dienstag 27. Juli 2010 von birdfish

Zur Verschiebung des Klima- und Energiegesetzes im US-Senat meint Regine Günther, Leiterin Klima- und Energiepolitik des WWF Deutschland:

Regine Günther verurteilt Stillstand in US-Klimapolitik
Regine Günther verurteilt Stillstand in US-Klimapolitik – Foto: Bernd Lammel / WWF

„Für den Klimaschutz ist das ein dramatischer Rückschlag. Die USA sind einer der Hauptverursacher des Klimawandels und der US-amerikanische Senat ist unfähig, die notwendigen Energie- und Klimaschutzgesetze endlich auf den Weg zu bringen. Das ist mehr als unverantwortlich. Das Versagen des US-Senates ist gerade angesichts der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko umso unverständlicher. Präsident Obama muss noch vor der nächsten Klimakonferenz im mexikanischen Cancun im Dezember diesen Jahres erklären, dass er zumindest die in Kopenhagen zugesagten Emissionsreduktionen von 3 Prozent gegenüber 1990 bis 2020 erreichen wird. Dafür müssen alle Möglichkeiten der amerikanischen Umweltschutzbehörde (EPA) zur Treibhausgas-Reduktion ausgeschöpft werden. Andere Länder dürfen sich durch die unrühmlich Rolle der USA nicht davon abhalten lassen, ihren Einsatz gegen den Klimawandel zu verstärken. Die EU müssen ihr Klimaschutzziel bedingungslos auf 30 Prozent erhöhen. China hat angekündigt, an der Einführung eines Emissionshandelssystem zu arbeiten. Das ist ein richtiges Signal.“

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Haushaltsentwurf der Bundesregierung gefährdet Glaubwürdigkeit Deutschlands

Donnerstag 15. Juli 2010 von birdfish

Dem Haushaltsentwurf der Bundesregierung fehlen die kurzfristigen Finanzmittel, die Bundeskanzlerin Angela Merkel vor der Klimakonferenz in Kopenhagen den armen Ländern in den Jahren 2010 bis 2012 versprochen hatte.

Armut in Afrika
Entwicklungsländer warten vergeblich auf die von Merkel versprochenen Mittel – (c) Lothar Henke / Pixelio

Im sogenannten “Copenhagen Accord” verpflichteten sich die Industrieländer, kurzfristig insgesamt 30 Milliarden US-Dollar für Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern bereitzustellen. Deutschland sagte dabei 1,26 Milliarden Euro bis 2012 zu – dies entspricht 420 Millionen Euro jährlich. Davon waren zuletzt lediglich 70 Millionen Euro “neue und zusätzliche” Mittel übrig geblieben, die nicht bereits an anderer Stelle versprochen wurden. Auch diese sollen nun endgültig unter den Tisch fallen.

“Die Bundesregierung gefährdet die Glaubwürdigkeit Deutschlands”, erklärt Klaus Milke, Vorstandsvorsitzender von Germanwatch. “In der Vergangenheit war auf klimarelevante Finanzzusagen Deutschlands weitgehend Verlass. Doch dieses Kapitel scheint die Bundesregierung unter Führung Angela Merkels mit dem Streichen der letzten frischen Klimagelder nun beenden zu wollen.” Dass dies ausgerechnet in einer Zeit passieren soll, wo der Klimawandel erst recht dringendes Handeln und die UN-Klimaverhandlungen mehr denn je den Aufbau von Vertrauen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern benötigen, sei nicht akzeptabel.

Klaus Milke weiter: “Dabei weisen Investitionen in Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern den Weg in ein kohlenstoffarmes Energie- und Wirtschaftssystem. Bei dieser weitreichenden Transformation kann gerade Deutschlands Industrie im Bereich Erneuerbarer Energien und Energieeffizienz einen wesentlichen Beitrag leisten. Somit stärkt das ‘frische Geld’ für globales Klimainvestment auch die Zukunftsfähigkeit Deutschlands.” Das erforderliche Geld ließe sich problemlos durch die Verringerung klimaschädlicher Subventionen gegenfinanzieren.

Der Haushaltsentwurf kommt nun ins parlamentarische Verfahren. Germanwatch fordert die Parlamentarier der Regierungsfraktionen auf, mehr klima- und wirtschaftspolitischen Weitblick zu zeigen als die Regierung und die Streichung nicht zu akzeptieren.

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Anpassungsfonds bewilligte erstmalig konkrete Projekte für Entwicklungsländer

Donnerstag 24. Juni 2010 von birdfish

In Bonn tagte jetzt der UN-Anpassungsfonds, der erstmalig Entwürfe für konkrete Projekte zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels in Entwicklungsländern bewilligte.

Klimawandel verschärft Armut
Klimawandel verschärft Armut in Entwicklungsländern – (c) qayyaq / Pixelio

Der UN-Anpassungsfonds im Rahmen des Kyoto-Protokolls wurde ins Leben gerufen, um Entwicklungsländer, die besonders anfällig für die negativen Auswirkungen des Klimawandels sind, bei der Finanzierung von Anpassungsprojekten und -programmen zu unterstützen. Der jetzige Beschluss läutet die konkrete Umsetzungsphase dieses innovativen internationalen Fonds ein, der seinen Hauptsitz in Bonn haben wird.

Dazu Sven Harmeling, Referent für Klima und Entwicklung bei Germanwatch: “Viele Menschen in Entwicklungsländern befinden sich bereits heute an der Frontlinie der Auswirkungen des Klimawandels. Dass der Anpassungsfonds nun konkrete Projekte zum Schutz vor diesen Folgen finanzieren kann, ist daher ein wichtiger Schritt.” Besonders hervorzuheben sei hierbei die Initiative des Senegal. Das “Centre de Suivie Ecologique” (CSE) wurde bisher als einzige nationale Umsetzungsinstitution eines Entwicklungslandes vom Steuerungsgremium des Anpassungsfonds akkreditiert. Auch das Konzept des vom CSE eingereichten Projektes zum Schutz vor dem Meeresspiegelanstieg wurde nun angenommen. Darüber hinaus wurden drei weitere Konzeptvorschläge für Projekte angenommen, die allerdings alle durch das UN-Entwicklungsprogramm umgesetzt werden.

“Den Entwicklungsländern muss dabei geholfen werden, ihre eigenen Fähigkeiten zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels aufzubauen. Es ist wichtig, dass die Länder die Anpassung an den Klimawandel selber vorantreiben. Das setzt aber voraus, dass nicht nur multilaterale Institutionen wie Weltbank oder das UN-Entwicklungsprogramm UNDP, sondern eben nationale Umsetzungsinstitutionen direkten Zugang zu den Fonds bekommen”, erklärt Harmeling weiter. Senegal sei hier der Pionier und habe die gesetzten Standards erreicht.

Das Steuerungsgremium des Fonds würdigte bei seiner Sitzung in Bonn zudem, dass Spanien, Deutschland und Schweden als erste Länder angekündigt haben, als Teil der beim Klimagipfel in Kopenhagen versprochenen Kurzfristfinanzierung den Fonds mit Millionenbeträgen zu unterstützen. “Es wäre ein fatales Signal und ausgesprochen unfair für die vom Klimawandel betroffenen Menschen, würde Deutschland seine in Kopenhagen gemachten Versprechen für die nächsten Jahre jetzt in den Haushaltsverhandlungen des Bundes wieder einkassieren”, so Sven Harmeling.

Germanwatch verfolgt die Entwicklung des Anpassungsfonds seit seiner Gründung bei der Klimakonferenz in Bali 2007 in Zusammenarbeit mit dem Entwicklungshilfswerk Brot für die Welt.

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Klimaverhandlungen: Werden Deutsche zu Finanzzusagen von Kopenhagen stehen?

Montag 14. Juni 2010 von birdfish

Bei den zu Ende gegangenen UN-Klimaverhandlungen wurde auf technischer Ebene der Weg frei gemacht für politische Fortschritte im internationalen Klimaschutz.

Wälder in Borneo
Schutz des Regenwaldes muss Teil des Abkommens sein – Foto: Alfred Patz / Pixelio

Ganz zum Schluss wurde der Entwurf für einen – allerdings in einigen wichtigen Punkten noch umstrittenen – Verhandlungstext präsentiert, der den Weg bahnen könnte für ein neues Klimaschutzabkommen.

“Jetzt wird klar, wie internationaler Fortschritt im Klimaschutz aussehen könnte. Verhandlungspakete zum Schutz des Regenwaldes, zur Unterstützung der vom Klimawandel besonders betroffenen Regionen sowie zu Technologiekooperationen könnten Ende des Jahres in Mexiko beschlossen werden. Zugleich könnte dort das Mandat erteilt werden für ein umfassendes, rechtlich verbindliches Abkommen ein Jahr später in Südafrika. Dieses könnte die zentralen Fragen der Reduktionsziele und der notwendigen großen Investitionspakete für Klimaschutz und Anpassung regeln. Der Rio-Plus-20 Gipfel im Jahr 2012 könnte die internationalen Klimaverhandlungen dann um eine weltweite Rahmensetzung für grünes Wachstum ergänzen”, kommentierte Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch.

Nachdem die technische Verhandlungsebene den Weg frei gemacht hat, liegt der Ball nun bei der großen Politik. Setzt die G20 ein Signal für Klimafortschritt? Akzeptiert die EU ein 30prozentiges Reduktionsziel bis 2020? Setzen die EU und andere Industrieländer die in Kopenhagen versprochenen Investitionspakete für Klimaschutz und Anpassung auf die Schiene? “Die Glaubwürdigkeit Deutschlands steht bei den für die nächsten Tage geplanten Gesprächen zwischen Finanzminister Schäuble, Entwicklungsminister Niebel und Umweltminister Röttgen auf dem Spiel: Steht Deutschland zu den Finanzzusagen, die Grundlage des Kompromisses in Kopenhagen waren?”, so Bals.

Erfreulich war in Bonn, dass hinter den Kulissen auch Bewegung in das Verhältnis zwischen der EU und China kam. “Ein Durchbruch wäre es, wenn die EU und China gemeinsam das Signal aussenden, dass sie sich auch ohne große Fortschritte in den USA bewegen. Das würde zeigen, dass sie sowohl einen gefährlichen Klimawandel vermeiden und gleichzeitig die Nase vorn haben wollen beim wirtschaftlichen Wettrennen zu einem emissionsarmen Wohlstandsmodell”, ergänzte Sven Harmeling, Experte für Klima und Entwicklung bei Germanwatch.

Kategorie: Allgemeines, Anpassung, Artensterben, EU, Energiearten, Entwicklungsländer, Erneuerbare Energien, Ernährung, Gesetze, Gruppen, Internationale ZA, Konferenzen-Events, Mensch, Politik, Prognosen, Ressourcen, Sensibilisierung, Tiere und Pflanzen, Veröffentlichungen, Wirtschaft, Wälder, Öffentlichkeit | Keine Kommentare »