KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Brandenburg ist Spitze beim Ökolandbau – Niedersachsen bildet das Schlusslicht

Montag 30. August 2010 von birdfish

Der Deutsche Naturschutzring (DNR) hat an die Bundesländer und die Bundesregierung appelliert, den ökologischen Landbau stärker zu fördern.

Stiefkind Bodenschutz
Bodenschutz: Politik muss Anreize zum Umdenken schaffen – Foto: Bernd Boscolo / Pixelio

Ein vom DNR vorgelegtes Ranking zeigt Brandenburg mit einem Flächenanteil von 10,5% an der Landwirtschaftsfläche des Landes an der Spitze, gefolgt von Hessen mit 9,3%, dem Saarland mit 8,9% und Mecklenburg-Vorpommern mit 8,7%.

Trauriges Schlusslicht ist Niedersachsen mit einem Flächenanteil von lediglich 2,9%. Sachsen und Schleswig-Holstein mit 3,5% stehen nicht viel besser da. „Um so verhängnisvoller ist es daher, dass Schleswig-Holstein aus der Förderung des Ökolandbaus aussteigen will“, kritisierte Kornelie Blumenschein vom DNR-Präsidium und Vorsitzende der Ökolandbau-Vereinigung Gäa.

Der DNR verwies auf die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie die einen Anteil des Ökolandbaus von 20 bis 2010 vorsieht. Dieses Ziel wird mit einem durchschnittlichen Flächenanteil von lediglich 5,6% im Bundesgebiet klar verfehlt, monierte der DNR.

Der Nutzen des ökologischen Landbaus im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft besteht zum einen in positiven Effekten für die biologische Vielfalt. Neben der Ausstattung mit naturnahen und miteinander vernetzten Flächen ist vor allem eine naturschonende Bewirtschaftung von Bedeutung. Zum anderen enthalten Ökoprodukte bei verschiedenen Kulturen (wie Kohl, Salat, Tomaten oder Kartoffeln) gegenüber dem konventionellen Anbau deutlich höhere Gehalte an Antioxidantien, Vitaminen und bioaktiven Stoffen und nicht zuletzt profitiert auch das Klima vom Ökolandbau vor allem wegen des Verzichts auf synthetischen Dünger und des kleineren Viehbestandes je Fläche. Zudem kann ein ökologisch bewirtschafteter Boden mehr CO2 binden.DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen, Vorsitzender der Jury Ökologischer Landbau, wies auf die nationalen Angebotsengpässe bei einem weiter boomenden Ökomarkt hin. Eine wesentliche Ursache für die hohe Importquote von nahezu 50% sei die zu geringe Förderung der Ökologischen Landwirtschaft in Deutschland.

So habe sich der Förderstopp in zahlreichen Bundesländern in den Jahren 2005 und 2006 als schwerwiegender Fehler erwiesen. Die Förderprogramme seien zwar inzwischen wieder angelaufen, aber meistens auf niedrigerem Niveau.

Der DNR forderte daher von den Bundesländern eine deutliche Anhebung der Förderprämien und von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner eine deutliche Aufstockung der Mittel für das Bundesprogramm Ökolandbau.

Anteil Ökofläche an Landbaufläche des Bundeslandes in % 2009:

1. Brandenburg 10,5
2. Hessen 9,3
3. Saarland 8,9
4. Mecklenburg-Vorpommern 8,7
5. Stadtstaaten zusammen 7,5
6. Baden-Württemberg 7,0
7. Bayern 5,8
8. Rheinland-Pfalz 4,5
9. Thüringen 4,3
10. Nordrhein-Westfalen 4,2
11. Sachsen-Anhalt 4,2
12. Sachsen 3,5
13. Schleswig-Holstein 3,5
14. Niedersachsen 2,9

Durchschnittswert: 5,6

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Erneuerbare Energien in Zahlen und Fakten – BMU-Bericht über weltweite Entwicklung

Freitag 27. August 2010 von birdfish

Der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Endenergieverbrauch übertraf 2009 erstmals die 10-Prozent-Marke.

Anteil Erneuerbarer Energien steigt langsam
Anteil Erneuerbarer Energien steigt langsam – Foto: Jetti Kuhlemann / Pixelio

Dies ist eine der Quintessenzen der aktuellen Broschüre “Erneuerbare Energien in Zahlen”. Die Publikation des Bundesumweltministeriums dokumentiert das dynamische Wachstum der erneuerbaren Energien in Deutschland mit zahlreichen Fakten, Tabellen und Grafiken. Beleuchtet wird auch die Entwicklung in der Europäischen Union sowie weltweit. Die Daten basieren überwiegend auf Ergebnissen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien – Statistik (AGEE-STAT).

Die Fakten sprechen für sich: Wind, Biomasse, Wasser, Sonne und Erdwärme deckten 2009 bereits 16,3 % des deutschen Stromverbrauchs, bezogen auf den gesamten Verbrauch für Wärme, Strom und Kraftstoffe erreichten sie 10,4 Prozent. Auch für die wirtschaftliche Entwicklung werden Erneuerbare Energien immer wichtiger. Die Investitionen in Anlagen stiegen 2009 ungeachtet der Wirtschaftskrise auf ein Rekordhoch von mehr als 20 Milliarden Euro; die gesamte Wertschöpfung betrug 37,5 Milliarden Euro und lag somit um fast ein Viertel über dem Vorjahreswert. Rund 300.000 Menschen finden in den Branchen Beschäftigung.

Neben den aktuellen Zahlen und Fakten zeigt die Broschüre in Zeitreihen ab 1998 auch die historische Entwicklung sowie die politischen Rahmenbedingungen.

Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien – Statistik (AGEE-STAT)
Seit Februar 2004 erarbeitet die AGEE-Stat als ein unabhängiges Fachgremium im Auftrag des Bundesumweltministeriums, des Bundeswirtschaftsministeriums und des Bundeslandwirtschaftsministeriums Statistiken der erneuerbaren Energien. Gleichzeitig schafft sie die in diesem Bereich die Grundlagen für die nationalen und internationalen Berichtspflichten der Bundesregierung und stellt Daten für die allgemeine Informations- und Öffentlichkeitsarbeit bereit.

Broschüre “Erneuerbare Energien in Zahlen” sowie Grafiken und Tabellen zum Download

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Hochwasser: Die Renaturierung von Auen ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll

Freitag 20. August 2010 von birdfish

Die jüngsten Hochwasser an Neiße und Spree zeigen, dass Hochwasserschutzmaßnahmen weiter ein Thema bleiben werden.

Naturschutz ist Hochwasserschutz
Naturschutz ist Hochwasserschutz, der sich rechnet – Foto: Hanspeter Bolliger / Pixelio

Wie sich solch teure Maßnahmen, so gestalten lassen, dass Mensch und Natur optimal profitieren, zeigt eine gerade veröffentlichte Studie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). Wissenschaftler der TU Berlin konnten nachweisen, dass der Nutzen naturverträglicher Hochwasserschutzmaßnahmen die Kosten um den Faktor 3:1 überwiegt.

Naturverträgliche Hochwasserschutzmaßnahmen in Form von Deichrückverlegungen und Auenrenaturierungen rechnen sich damit auch volkswirtschaftlich: „Was für die Natur gut ist, zahlt sich so auch für die Bevölkerung aus“, kommentierte Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) das Ergebnis der Studie, die das Bundesamt in Auftrag gab. Bei traditionellen Kosten-Nutzen-Analysen schneiden Hochwasserschutzmaßnahmen, die auch dem Naturschutz zugute kommen, vergleichsweise schlecht ab, denn die Analysen betrachten nur die Hochwasser senkende Wirkung. Mit der vorliegenden Studie wurde eine Methodik erarbeitet, die auch die Wirkung der Auen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere, als Erholungsraum für die Menschen und als Filter für Schadstoffe und damit zusätzlich den ökonomischen Nutzen von verschiedenen Ökosystemfunktionen quantitativ erfasst. Ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 3:1 bedeutet, dass der monetäre Wert des ökologischen und ökonomischen Nutzens der Maßnahmen dreimal so hoch ist wie ihre Kosten.
In Anbetracht des zunehmenden Risikos von Schäden durch Überschwemmungen und des hohen Verlustes aktiver Auen in den vergangenen Jahrzehnten, stellt sich immer wieder die Frage, welche Hochwasserschutzmaßnahmen sinnvoll sind. Das Spektrum reicht von technisch geprägten Maßnahmen wie Deichbau und -sanierung bis hin zu Naturschutz fördernden Projekten wie Deichrückverlegungen, der Wiedergewinnung natürlicher Überschwemmungsflächen und einer Revitalisierung von Auen. Die Studie macht dabei deutlich, dass multifunktional ansetzende Maßnahmen, die neben dem Hochwasserschutz anderen Ökosystemfunktionen mit zugute kommen, auch volkswirtschaftlich gesehen einen höheren Nutzen bringen.
„Das Bundesamt für Naturschutz liefert mit der Studie ein Instrument, mit dem in Zukunft bei wasserbaulichen Entscheidungen auch die Ökosystemdienstleistungen quantifiziert berücksichtigt werden können“, sagte Beate Jessel. „Erweiterte Kosten-Nutzen-Analysen können bei Planungen, z. B. im Rahmen von Umweltverträglichkeitsprüfungen als Entscheidungshilfe für nachhaltige Lösungen dienen und für neue Transparenz sorgen“, erläuterte die BfN-Präsidentin.

Hintergrundinformationen

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie erarbeiteten die Wissenschaftler der TU Berlin das methodische Grundgerüst und wendeten dieses am Fallbeispiel Elbe an. Die Forscher wählten einen ökonomischen Ansatz, um das Nutzen-Kosten-Verhältnis naturverträglicher Maßnahmen an der Elbe einschätzen zu können. Ein Wert über 1 bescheinigt dabei einen volkswirtschaftlichen Mehrwert. Die umfangreichste der untersuchten Deichrückverlegungsvarianten, bei der rund 35.000 Hektar Überflutungsflächen an der Elbe zurück gewonnen werden, erreicht einen positiven Wert von 3,1. Ein solches Programm würde durchschnittliche jährliche Kosten von 18 Millionen Euro verursachen. Der ermittelte Nutzen beläuft sich auf das Dreifache und setzt sich unter anderem aus den vermiedenen Hochwasserschäden von im Durchschnitt 6 Millionen Euro pro Jahr und den eingesparten Kosten durch eine Verkürzung der zu unterhaltenden Deichlinie von 5 Millionen Euro pro Jahr zusammen. Hinzu kommen die Einsparungen für ansonsten an anderer Stelle erforderliche Maßnahmen zur Minderung der Nährstofffracht der Elbe (z. B. durch Nutzungseinschränkungen in der Landwirtschaft oder Steigerung der Reinigungsleistung von Kläranlagen), die zur Erreichung der festgelegten Ziele der Wasserrahmenrichtlinie erforderlich sind, in Höhe von 16 Millionen Euro pro Jahr. Ferner berücksichtigten die Forscher die Wertschätzung der Bevölkerung für den Erhalt von natürlichen Auenlandschaften, die mittels der Zahlungsbereitschaft erfasst wurde, mit einem jährlichen Wert von 30 Millionen Euro.

Die Resultate der Kosten-Nutzen-Analyse zeigen deutlich: Betrachtet man nur die Hochwasserschutzwirkung würden naturverträgliche Deichrückverlegungen ein negatives Nutzen-Kosten-Verhältnis aufweisen. Berücksichtigen Entscheidungsträger auch den zusätzlichen Nutzen, der sich aus der Naturschutz- und Gewässerschutzwirkung von Deichrückverlegungen ergibt, ist mit einem positiven Nutzen-Kosten-Verhältnis zu rechnen. Deichrückverlegungen sind dann nicht nur naturschutzfachlich, sondern auch volkswirtschaftlich sinnvoll. Es ist davon auszugehen, dass eine begrenzte Zahl technischer Schutzmaßnahmen mit starker Hochwasserschutzwirkung an ausgewählten Stellen kombiniert mit großflächigen Auenreaktivierungen mit ihren vielfältigen ökologischen Vorteilen zu einem besonders wirkungsvollen und ökonomisch effizienten Schutzprogramm führen. Mit der Wiederherstellung von naturnahen Auen kann somit in Deutschland ein effizienter Beitrag zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt geleistet werden.
Mit der Studie verdeutlicht das BfN in einem konkreten Anwendungsfall den ökonomischen Wert von Naturschutz. Das Untersuchungsergebnis unterstreicht dabei auch die zentrale Aussage des TEEB-Berichtes (The Economics of Ecosystems and Biodiversity), dass sich Naturschutz volkswirtschaftlich lohnt. Das internationale Forschungsprojekt ermittelte, dass die Schutzgebiete der Erde jährlich Ökosystemdienstleistungen im Wert von 4,4 – 5,2 Bio. USD erbringen, wohingegen jährlich nur Investitionen in Höhe von etwa 45 Mrd. USD für den Erhalt der Ökosysteme notwendig wären. Der Forderung des TEEB-Berichtes, dass Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen in Zukunft deshalb bei allen relevanten Entscheidungen systematisch in Kosten-Nutzen-Analysen einbezogen werden müssen, kommt das BfN mit der Studie „Ökonomische Bewertung naturverträglicher Hochwasservorsorge an der Elbe und ihren Nebenflüssen“ entgegen.

Bezugshinweis: Die Studie ist erschienen im Landwirtschaftsverlag in der BfN Schriftenreihe unter dem Titel „Ökonomische Bewertung naturverträglicher Hochwasservorsorge an der Elbe“. Naturschutz und Biologische Vielfalt Heft 89.
Bezug über: BfN-Schriftenvertrieb im Landwirtschaftsverlag, 48084 Münster, ISBN 978-3-7843-3989-4

Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Infos zum TEEB-Bericht

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Europäische Kommission veröffentlicht umweltpolitischen Fortschrittsbericht

Mittwoch 18. August 2010 von birdfish

Die EU-Kommission hat die Überprüfung der Umweltpolitik für das Jahr 2009 veröffentlicht.

Bedrohter Kiebitz: Großer Nachholbedarf der EU-Länder beim Schutz der Biodiversität
Bedrohter Kiebitz: Großer Nachholbedarf der EU-Länder beim Schutz der Biodiversität – Foto: Jala 7 / Pixelio

Der Bericht zeigt die Entwicklungen in der EU-Politik im vergangenen Jahr auf und beleuchtet die Umwelttrends sowie umweltpolitischen Leistungen in der EU und ihren Mitgliedstaaten.

Danach haben die Mitgliedstaaten im Bemühen um eine CO2-arme und ressourceneffiziente Wirtschaft viele grüne Initiativen in ihre Konjunkturprogramme eingebaut. Nachholbedarf sieht der Bericht insbesondere beim Kampf gegen den Verlust der biologischen Vielfalt sowie bei der Ressourceneffizienz.
Die Studie geht konkret auf die politischen Entwicklungen der vier Prioritäten des 6. Umweltaktionsprogramms ein. Im Bereich Klimawandel waren die letztjährigen Aktivitäten in der EU vor allem durch die Bemühungen geprägt, diesen abzuschwächen. Für die zweite Priorität, Natur und biologische Vielfalt, zeigt der Bericht die Notwendigkeit der effektiven Nutzung dieser Vielfalt und der Ökosystemleistungen. Gleichzeitig kommt er zu dem Ergebnis, dass es sich auch wirtschaftlich lohnt, in den Schutz von Ökosystemen zu investieren. Im Themenbereich Gesundheit und Umwelt hat die EU 2009 unter anderem mit der Umsetzung der Chemikalienvorschriften und der REACH-Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe auf verschiedenen Feldern Fortschritte erzielt. Im Bereich Abfall und natürliche Ressourcen, der vierten Priorität des 6. Umweltaktionsprogramms, hat die EU im vergangenen Jahr einen Maßnahmenkatalog für Nachhaltigkeit bei Verbrauch und Produktion entwickelt sowie ein Endkundenforum eingerichtet, um Maßnahmen für eine bessere Abfallbewirtschaftung praxisnah zu entwickeln. Über die vier Prioritäten hinaus, erläutert die Studie weitere Schlüsselthemen für 2010 und die folgenden Jahre.
Die jährliche Überprüfung der Umweltpolitik dient dazu, die neuesten Umwelttrends und politischen Entwicklungen in der EU und auf nationalem Niveau sowie den Fortschritt bei der Verwirklichung der wichtigsten Umweltziele der EU zu beurteilen.

Die Dateien zum Bericht (engl.) – Es lassen sich auch Daten zu den Ländern einzeln als PDF aufrufen.

Die Pressemeldung der EU-Kommission

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Hochwasserschutz an Neiße, Elbe, Oder und den Zuflüssen noch immer mangelhaft

Montag 9. August 2010 von birdfish

Hochwasser wird im Zuge des Klimawandel schon fast zur Normalität. Schutzmaßnahmen laufen nur unzureichend an.

Oder-Hochwasser
Oder-Hochwasser: Zeit zu Handeln – Foto: Rolf Handke / Pixelio

Zu den Gründen für die katastrophalen Folgen des gegenwärtigen Hochwassers in Sachsen gehört für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) unter anderem die zögerliche Umsetzung der nationalen und europäischen Hochwasserschutzgesetze seitens der Fluss-Anrainerstaaten. Trotz der Erfahrungen des Oder-Hochwassers von 1997 und der Jahrhundertflut an der Elbe 2002 würden noch immer viele Gebäude und Verkehrswege in potentielle Überflutungsgebiete hinein gebaut. Die Versiegelung der Böden, mangelnder Wald-, Wiesen und Moorschutz sowie die Einengung der Flüsse und Nebenflüsse durch Baumaßnahmen verhinderten die Zwischenspeicherung und Rückhaltung überschüssiger Wassermassen.

Zur Vorbeugung vor Überflutungen und für den ökologischen Hochwasserschutz werde nach wie vor zuwenig getan. Dies liege am mangelnden politischen Willen und am Druck der Bau- und Agrarlobby. Außerdem fehlten geeignete Strategien zur Anpassung an die wegen klimatischer Änderungen häufiger auftretenden extremen Hoch- oder Niedrigwasserstände der Flüsse. Grenzüberschreitende Strategien zur ökologischen Hochwasservorsorge seien ebenfalls die Ausnahme.

Winfried Lücking, BUND-Experte für Hochwasserschutz: “Den Flüssen mehr Raum geben, das war erklärte Absicht von Bundes- und Länderregierungen, als deren Spitzenpolitiker 1997 und 2002 in Gummistiefeln vor den gebrochenen Deichen standen. Die Deiche wurden erhöht, die Flüsse erhielten jedoch nur wenig zusätzlichen Raum, in den erneute Hochwasser ausweichen können. Inzwischen wurde den Flüssen vier Fünftel ihrer ursprünglichen Überschwemmungsfläche genommen. Zurückbekommen haben sie nicht einmal ein Hundertstel.”

Ein generelles Bauverbot in Flussauen und stärkere Restriktionen bei der landwirtschaftlichen Nutzung potentieller Überschwemmungsflächen hätten in Deutschland vor allem die Bundesländer blockiert. Den flussnahen Grünlandumbruch habe man sogar erleichtert. Lücking: “Hochwasserschutz darf sich nicht darin erschöpfen Stauwehre und Ablaufrinnen zu bauen oder Deiche zu erhöhen. Damit wird den Anwohnern zwar mehr Sicherheit suggeriert. Zugleich erhöht sich aber die Gefahr stärkerer und höherer Flutwellen am Unterlauf der Flüsse.” Eindrucksvoll belegt habe dies das Beispiel des am Wochenende auf polnischer Seite geborstenen Witka-Staudammes.

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Kein deutscher Raps mehr für Biodiesel ohne die Zertifizierung der Nachhaltigkeit

Mittwoch 4. August 2010 von birdfish

Ab dieser Ernte gelten für den Rapsanteil im Biodiesel für landwirte neue Regeln.

Neue Regeln für den Raps
Für den Raps gelten neue Regeln – Foto: Dagmar Struß

Die Rapsernte kann ab diesem Jahr nicht für die Herstellung von Biodiesel verwendet werden, wenn der produzierende Landwirt nicht vor der Auslieferung der Ware erklärt hat, dass er nachhaltig produziert.

Auch die Agrarhändler müssen tätig werden und sich nach der neuen Nachhaltigkeitsverordnung zertifizieren lassen.

Ohne den Markt für die Biodieselherstellung würden den Landwirten rund 60 Prozent ihres Raps-Absatzes wegbrechen, Tendenz 2010 steigend. „Wer als Landwirt keine Selbsterklärung abgibt und sich als Betrieb entlang der Herstellungskette nicht zertifizieren lässt, schießt damit wirtschaftlich ein Eigentor“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Mit Sorge haben die Produzenten von Biodiesel zur Kenntnis genommen, dass bisher nur wenige Landwirte eine Selbsterklärung abgegeben haben und sich nur ein verschwindend geringer Anteil der Agrarhändler zertifizieren ließ.

In der Folge befürchten die Biokraftstoffhersteller Lieferengpässe für zertifiziert nachhaltig hergestellten Raps.„Wer sich nicht allerspätestens jetzt um die Nachhaltigkeit kümmert, hat am Markt vorbei produziert und bleibt auf seiner Ware sitzen“, sagte Baumann.
Landwirte müssen zum Zeitpunkt der Lieferung des Rapses dem Agrarhändler eine Selbsterklärung übergeben. Der Agrarhändler muss spätestens bei der Auslieferung des fertigen Biodiesels durch den Biokraftstoffproduzenten an den Mineralölkonzern sein Zertifikat vorlegen. In Deutschland gibt es etwa 1500 dieser Agrarhändler. „Wir fordern die Landwirte und Agrarhändler dringend auf tätig zu werden, damit die Biokraftstoffindustrie den Markt mit nachhaltigem und zertifiziertem Biodiesel versorgen kann“, sagte Baumann.

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Alpine Ökosysteme besonders empfindlich bei Klimawandel und anderen Einflüssen

Mittwoch 4. August 2010 von birdfish

Der Klimawandel, die intensive Landwirtschaft, Infrastrukturausbau und Entwaldung setzen der Bergwelt besonders zu.

Stausee im Hochgebirge
Stausee im Hochgebirge – Foto: Erich Werner / Pixelio

Das hat die Europäische Umweltagentur EEA in einer Studie zu alpinen Ökosystemen herausgearbeitet.

“Reiche Biodiversität, aber immer verwundbarer” – so lautet das Fazit der EEA. Dabei seien die alpinen Ökosyteme hochgradig wichtig für die Regulierung von klimatischen Zyklen und dem Wasserhaushalt. Dennoch nähmen die Bedrohungen durch Landnutzung, Intensivierung der Landwirtschaft, den Bau neuer Straßen und Gebäude, nicht nachhaltige Ausbeutung der Naturschätze und die Klimaveränderungen immer mehr zu.

Berge und Alpen stellen 29 Prozent des Gebietes der EU. Rund 40 Prozent dieses Gebietes ist bewaldet. Durch die Höhen-, Temperatur- und Niederschlagsunterschiede bedingt ist die Artenvielfalt sehr reichhaltig. Auch die durch die schwierigere Bewirtschaftung weit extensiver genutzten landwirtschaftlichen Zonen seien artenreich – jegliche Änderung der Wirtschaftsform gefährdeten diesen Reichtum. Die Klimaerwärmung sei für die alpinen Arten besonders schwer zu ertragen, schon weil es kaum Ausweichmöglichkeiten gebe. Deshalb könnte beispielsweise die Hälfte aller Pflanzenarten bis 2100 ausgestorben sein, warnt die EEA. Die Zersiedelung der Landschaft durch Straßenbau tue sein Übriges dazu.

Die Studie ist Teil der EEA-Kampagne im Internationalen Jahr der Biodiversität, für das die in Kopenhagen ansässige Umweltagentur zehn Botschaften entwickelt. Die Studie über alpine Ökosysteme ist die achte in der Reihe.

EEA-Seite zur Ökosystem-Studie der Bergwelt (engl.)

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Burger King und Pizza Hut kaufen Palmöl, das aus Regenwaldzerstörung stammt

Dienstag 3. August 2010 von birdfish

Der Palmölgigant Sinar Mas zerstört weiter den indonesischen Regenwald.

Zerstörung geht weiter
Entgegen eigener Zusagen zerstört Sinar Mas weiter indonesischen Regenwald – Foto: Rante / Greenpeace

Die Verwüstung geht weiter. Ein neuer Greenpeace-Report deckt auf, wie Palmölgigant Sinar Mas entgegen der eigenen Zusagen weiter den indonesischen Regenwald vernichtet. Für seine Lügengeschichten ist Sinar Mas längst bekannt: Greenpeace weist dem Konzern seit Jahren illegale Rodungen von Torfland und hoch schützenswerten Waldgebieten nach.

Sinar Mas hatte seinen Kunden Anfang Februar dieses Jahres zugesagt, keine Regen- und Torfwälder mehr zu roden, um auf den Flächen Akazienholz oder Ölpalmen für seine Papier- und Palmölproduktion anzupflanzen. Der neue Greenpeace-Report “How Sinar Mas is expanding its Empires of Destruction” (Wie Sinar Mas sein Imperium der Zerstörung ausbaut) beweist das Gegenteil: “Wir haben Sinar Mas erneut auf frischer Tat ertappt”, sagt Oliver Salge, Waldexperte bei Greenpeace. “Noch nicht einmal die unzureichenden Versprechen des Unternehmens sind eingehalten worden.”

Der aktuelle Greenpeace-Report belegt mit neuen Fotos und Untersuchungen vor Ort, dass die Sinar Mas-Gruppe auf der Insel Borneo weiterhin Regenwald rodet. Davon betroffen sind auch die Lebensgebiete der bedrohten Orang-Utans: Der indonesische Wald speichert große Mengen an Kohlenstoff und schützt das weltweite Klima.

Zwei Bereiche innerhalb der Sinar-Mas-Gruppe führen die Zerstörung an: Zellstoff und Palmöl. Mitte Juli gab der Chef des Palmölbereichs in Interviews sogar zu, dass sein Unternehmen die Ölplantagen um eine weitere Million Hektar ausweiten will. Greenpeace hat mittlerweile eine ganze Reihe von Berichten vorgelegt, die das illegale Treiben des Konzerns aufdecken. Sinar Mas hatte daraufhin eine eigene Überprüfung der belasteten Konzessionen angekündigt. Die Ergebnisse sollten am 29. Juli auf einer Pressekonferenz vorgestellt werden, die dann aber kurzfristig auf August verschoben wurde.

In den vergangenen Monaten sind führende Unternehmen wie Unilever und Kraft den Greenpeace-Forderungen gefolgt und haben ihre Verträge mit Sinar Mas ausgesetzt. Auch Nestlé, der weltweit größte Lebensmittelhersteller, hat mittlerweile auf Druck von Greenpeace seine Geschäftsbeziehungen zu Sinar Mas auf Eis gelegt und erarbeitet aktuell höhere Nachhaltigkeitsstandards für seine Palmöl-Lieferkette. Andere Unternehmen wie Burger King und Pizza Hut müssen diesem Beispiel folgen, solange das Unternehmen weiterhin Regenwälder zerstört und so den Klimawandel beschleunigt. “Käufer der Palmöl- und Papierprodukte von Sinar Mas können nur zu einem Schluss kommen: Überdenken Sie Ihre Geschäftsbeziehungen zu Sinar Mas. Beteiligen Sie sich nicht an der Vernichtung des letzten Lebensraumes der Orang Utans”, betont Salge.

Greenpeace fordert Sinar Mas auf, den Einschlag zu stoppen. Damit wäre die Grundlage geschaffen, um über den künftigen Schutz und die Nutzung des Waldes in Indonesien zu diskutieren.

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