Mittwoch 18. November 2009 von birdfish
NRO-Bündnis ruft zu entschlossener und global gerechter Klimapolitik auf.
Seit Jahren fällt kaum Regen in Afar, Äthiopien. Das einst fruchtbare Land hat sich in eine karge Wüste verwandelt – die Menschen finden weder Weideflächen noch ausreichend Wasser für ihre Viehherden. Viele haben in der Dürre alles Vieh verloren. Lebensmittel werden knapp – und wegen der hohen Preise unerschwinglich. – (c) Nick Danziger / Oxfam
Je sichtbarer die Auswirkungen des Klimawandels in den armen Ländern zu Tage treten – zunehmende Dürren, Überschwemmungen, Trinkwassermangel, Ernteausfälle und Unwetterkatastrophen – desto klarer wird, dass ambitionierte Klimapolitik eine Frage der globalen Gerechtigkeit ist.
18 Tage vor Kopenhagen fordern die Organisationen Brot für die Welt, Evangelischer Entwicklungsdienst, Germanwatch, Heinrich-Böll-Stiftung, Misereor, Oxfam Deutschland und Welthungerhilfe die Bundesregierung auf, sich in Kopenhagen für ein wirklich ambitioniertes und rechtlich verbindliches Klima-Abkommen einzusetzen. “Deutschland und die anderen Industrieländer müssen als Hauptverursacher des Klimawandels die Menschen in den armen Ländern bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels und bei einer klimafreundlichen Entwicklung angemessen unterstützen. Ein Scheitern von Kopenhagen wäre fatal – für die Menschen in Entwicklungsländern”, erklärten die Organisationen auf einer Pressekonferenz zur gemeinsamen Fachkonferenz “Countdown to Copenhagen” in Berlin. Insbesondere die ärmsten Entwicklungsländer würden ausbaden, was maßgeblich die Industrieländer verursacht haben. Zwar steigen die Emissionen derzeit vor allem in den Schwellenländern, jedoch sind drei Viertel des seit der Industrialisierung ausgestoßenen Kohlendioxids auf die reichen Länder zurück zu führen.
Negusu A. Woldemedhin, Direktor des Ethiopian Forum for Environment: “Die Kosten der Untätigkeit für den Klimaschutz sind für die Menschen in den Entwicklungsländern extrem hoch. Bauern und Viehhalter in ganz Afrika bezahlen den Klimawandel teuer, mit zunehmenden Nöten und Todesfällen. Das Sozialgefüge löst sich auf.
Die USA reagieren weder rechtzeitig noch verantwortungsvoll auf die globale Klimakrise. Die EU handelt zwar, aber nicht entschlossen genug und nicht im nötigen Ausmaß. Die Länder, die historisch in der Verantwortung stehen, müssen eine führende Rolle einnehmen statt abzuwarten. Einige reiche Länder können es sich vielleicht erlauben einen Klimavertrag zu verzögern, weil wir Menschen in den armen Länder es sind, die die Kosten tragen müssen. Die Industrieländer sollten verantwortungsvoll und unverzüglich reagieren, um den Kohlenstoff-Krieg, der die Schwachen und Unschuldigen umbringt, zu beenden: Wo sind eure Demokratie und Moral geblieben?”
Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung: “Kopenhagen bietet eine Chance für einen ambitionierten, gerechten und rechtlich bindenden neuen und globalen Klimavertrag, die nicht verstreichen darf. Was bislang an Zielen zur Reduktion von Emissionen auf dem Tisch liegt, ist weit davon entfernt, das 2-Grad-Ziel zu schaffen. Bei der Klimafinanzierung sieht es noch düsterer aus. Die Industrieländer blockieren einen fairen Deal. Die EU muss endlich ihren fairen Anteil auf den Tisch legen. Kopenhagen ist kein Selbstläufer. Nur mit Vorreitern könnte noch ein Durchbruch gelingen. Kanzlerin Merkel und die politischen Entscheidungsträger aller Parteien sind gefragt, die Jahrhundertaufgabe Klimaschutz ernst zu nehmen und für Mehrheiten für eine klimagerechte Politik zu kämpfen.”
Christoph Bals, politischer Geschäftsführer von Germanwatch: “Kopenhagen muss einen Schub an Dynamik erzeugen. Denn die letztlich entscheidende Gerechtigkeitsfrage ist nicht, wer wie viel Klimaschutz schultern muss, sondern wer eine faire Chance hat, an der vor uns liegenden technologischen Revolution teilzuhaben.”

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Mittwoch 11. November 2009 von birdfish
Rund sechzig Nobelpreisträger fordern die Regierungschefs der Welt auf, sich umgehend auf ein tragfähiges Klimaabkommen zu einigen.
Prinz Charles mit Teilnehmern des Nobelpreisträgersymposiums im St. James’s Palace im Mai 2009 – (c) George Bodnar
Ein solcher Vertrag müsse dem Ausmaß und der Dringlichkeit der sich bereits heute abzeichnenden sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Krisen gerecht werden, heißt es in einem entsprechenden Memorandum. Entschlossene politische Führung sei jetzt nötiger denn je. Zu den Unterzeichnern des Memorandums gehören unter anderem die Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow, seine Heiligkeit der Dalai Lama und Mohammed el-Baradei, Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, sowie die Literaturnobelpreisträger Doris Lessing, John Coetzee und Wole Soyinka.
Das Memorandum, das im Frühjahr dieses Jahres im Rahmen eines Nobelpreisträgersymposiums unter der Schirmherrschaft des britischen Thronfolgers Prinz Charles entstand, richtet sich im Vorlauf des UN-Klimagipfels im Dezember in Kopenhagen an politische Entscheidungsträger in aller Welt. Die Unterzeichner rufen Politik und Wissenschaft auf, gemeinsam mit Industrie und Zivilgesellschaft die historische Chance von Kopenhagen zu nutzen, die bisherige kohlenstoffintensive Wirtschaftsweise durch eine nachhaltige und gerechtere zu ersetzen.
Rund zwanzig Nobelpreisträger verschiedenster Disziplinen hatten sich im vergangenen Mai im St. James’s Palace in London mit einer Expertengruppe aus führenden Wissenschaftlern und hochrangigen Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und Politik getroffen, um über die wirksamsten Strategien zur Bewältigung der Klima- und Nachhaltigkeitskrise zu beraten. Zu den Teilnehmern gehörte auch der Energieminister der Vereinigten Staaten und Physik-Nobelpreisträger Steven Chu. Mittlerweile haben zahlreiche weitere Nobelpreisträger das Memorandum unterzeichnet, darunter auch deutsche Preisträger wie Harald zur Hausen oder Gerhard Ertl.
„Kaum eine andere Initiative zur Klima- und Nachhaltigkeitsproblematik dürfte über eine ähnliche intellektuelle Schlagkraft verfügen wie dieses Memorandum”, sagt Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Der weit verbreitete Glaube in Industrie- und Schwellenländern, ein ambitioniertes Klimaabkommen wäre ein Verlustgeschäft, sei nicht nur irrig, sondern drohe eine notwendige Einigung in Kopenhagen zu gefährden. „Es ist unerlässlich, dass in einer solch kritischen Situation unabhängige Größen der Wissenschaft ihre Stimme erheben”, so Schellnhuber.
Hideke Shirakawa, Nobelpreisträger für Chemie, hofft, dass das Memorandum den Sorgen der Menschen weltweit angemessen Ausdruck verleiht. Er glaube, dass sich nicht nur Wissenschaftler, sondern auch viele andere Menschen Sorgen um den Klimawandel machten. Der Großteil der Menschheit habe aber nicht die Möglichkeit, sich öffentlich Gehör zu verschaffen. „Ich hoffe, dass das St. James’s Palace Memorandum eine starke Stimme hat und hilft, die Weltgemeinschaft zu vereinen und zu bewegen“, sagt er.
Das Nobelpreisträgersymposium im St. James’s Palace ist Teil einer interdisziplinären Symposiumsreihe zur Globalen Nachhaltigkeit, die im Oktober 2007 von Hans Joachim Schellnhuber, dem Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, in Potsdam ins Leben gerufen wurde. Schirmherrin der damaligen Veranstaltung war Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das diesjährige Treffen wurde gemeinsam vom University of Cambridge Programme for Sustainability Leadership (CPSL) und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung veranstaltet. Das St. James’s Palace Memorandum knüpft an das Potsdam-Memorandum an, welches auf dem ersten Nobelpreisträgertreffen verabschiedet wurde, und stützt sich auf jüngste wissenschaftliche Erkenntnisse der Forschung zum Klimawandel.
St. James’s Palace Memorandum sowie Liste der Unterzeichner (PDF)
Website des St. James’s Palace Nobelpreisträger-Symposiums
Website des Interdisziplinären Symposiums “Global Sustainability – A Nobel Cause”
Prince’s Rainforests Project
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Freitag 16. Oktober 2009 von birdfish
Für deutsche Kinderbücher stirbt Tropenwald. Das hat die Untersuchung „Tropenwaldzerstörung für Kinderbücher – Eine Analyse des Buchmarktes in Deutschland“ des WWF ergeben.
Protest gegen Kinderbücher aus Tropenholz – (c) Stefan Streit / WWF
Die Ergebnisse wurden diese Woche auf einer Pressekonferenz in Frankfurt vorgelegt. Bei 19 von 51 getesteten Kinderbüchern wurden Anteile von Tropenholz nachgewiesen. Dazu gehören unter anderem so bekannte Titel wie „Benjamin Blümchen – Komm mit mir durch den Tag!“, „Felix bei den Kindern dieser Welt“ und „Bodobär auf der Ritterburg“. Insgesamt hat der WWF Titel von 13 Verlagen positiv gestestet, darunter die Branchengrößen Bertelsmann, Esslinger aus der Klett-Gruppe und Pattloch aus der Verlagsgruppe Droemer Knaur (ihrerseits eine Tochtergesellschaft der Verlagsgruppe Holtzbrinck und Weltbild).
Mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion vor dem Messegelände hat der WWF zeitgleich auf die Risiken im deutschen Buchmarkt aufmerksam gemacht. Unter dem Motto „Kein Kahlschlag für Kinderbücher“ seilten sich Artisten in Orang-Utan Kostümen im Frankfurter Großstadtdschungel vom Kastor-Hochhaus ab.
„Bücher aus Tropenholz-Raubbau tragen zum Artensterben und zum Klimawandel bei, da für ihre Herstellung Wälder zerstört werden, die Lebensraum zahlreicher Arten und gigantische Kohlenstoffspeicher zugleich sind“, so WWF-Waldexpertin Nina Griesshammer. „Die nachgewiesenen Hölzer wie Shorea oder Rhizophora kommen in aller Regel nicht in extra angelegten Plantagen, sondern fast ausschließlich in tropischen Natur- und Urwäldern vor. Für die positiv auf Tropenholz getesteten Bücher, so der logische Schluss, muss natürlicher Tropenwald abgeholzt worden sein“.
Immer mehr in Deutschland verkaufte Bücher werden im Ausland produziert, vor allem in China. Insgesamt kommen inzwischen 34,4 % der deutschen Buchimporte aus China, was einer Menge von über 41.000 Tonnen Papier entspricht. Bei diesen Produkten ist das Risiko häufig groß, dass Raubbauholz verarbeitet wurde. Die chinesische Papierindustrie spielt mittlerweile die dominierende Rolle im Welthandel mit Zellstoff, dem Ausgangsstoff für Papier. Knapp 17 % des weltweit gehandelten Zellstoffs wird nach China exportiert. Fast 50 % der Zellstoffexporte Indonesiens, für deren Herstellung bekanntermaßen seit Jahren großflächig Tropenwälder vernichtet werden, gehen nach China.
Einer der bedeutenden Akteure in der chinesischen Papierproduktion ist der indonesische Großkonzern Sinar Mas Group (SMG). Über diverse Tochterfirmen wie etwa Asia Pulp and Paper (APP) liefert er in großem Stil Zellstoff und Papier nach China und ist selbst als Buchproduzent aktiv. APP ist der weltweit drittgrößte Hersteller von Zellstoff und Papier und verantwortlich für die Abholzung immenser Flächen tropischen Regenwaldes in Indonesien. Allein in der Provinz Riau auf der indonesischen Insel Sumatra gehen 40 % des gesamten Waldverlusts auf das Konto von APP und seinen Zulieferern. Derzeit steht APP massiv in der Kritik, weil sich der Konzern um eine Nutzungsgenehmigung mitten in einem Orang-Utan-Schutzprojekt auf Sumatra im Bukit Tigapuluh Nationalpark bemüht.
„Weil immer mehr der in Deutschland gekauften Bücher im Ausland und insbesondere in China produziert werden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass durch den Kauf von Büchern in Deutschland Tropenwälder wie etwa in Indonesien zerstört werden. „Ausgerechnet Kinderbuchverlage sind mit verantwortlich dafür, dass die Lebensgrundlage der nachfolgenden Generationen zerstört wird“, so Johannes Zahnen, Papierexperte des WWF Deutschland.
Der WWF fordert als Konsequenz aus seinen Analysen die Verlage zu einer Selbstverpflichtung auf, entweder Recyclingpapier oder glaubwürdig zertifiziertes Frischfaserapier aus verantwortungsvoller Waldbewirtschaftung zu nutzen. Nach Ansicht des WWF und anderer Umweltverbände wird dies derzeit nur durch das internationale Zertifikat FSC (Forest Stewardship Council) gewährleistet.
„Wir fordern die Verlage auf, ihren Beitrag dazu zu leisten, den Raubbau an den Wäldern zu stoppen“, so Johannes Zahnen. „Die Verlage haben die Marktmacht, die Papierindustrie zu beeinflussen und die Entwicklung neuer umweltfreundlicher Druckpapiere einzuleiten“.
Der globale Papierkonsum wächst seit Jahren kontinuierlich. Seit 1960 hat er sich vervierfacht. Inzwischen wird etwa die Hälfte des weltweit kommerziell eingeschlagenen Holzes zu Papierprodukten verarbeitet. 10% der Weltbevölkerung, nämlich Westeuropa und Nordamerika, verbrauchen mehr als die Hälfte des weltweiten Papiers.
Tropenwaldzerstörung für Kinderbücher – Eine Analyse des Buchmarktes in Deutschland (PDF)
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Mittwoch 16. September 2009 von birdfish
Nach Ansicht des NABU ist die Automobilindustrie bei der Entwicklung Sprit sparender Modelle immer noch zu zögerlich.
(c) Rainer Sturm / Pixelio
Auf der gestern begonnenen Automobilmesse IAA in Frankfurt am Main sollen vor allem Sport- und abgespeckte Geländewagen die Aufmerksamkeit der Kundschaft auf sich ziehen.
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Die meisten Premieren belegen leider, dass die Hersteller noch nicht aus ihrer Haut können oder wollen und – Wirtschaftskrise hin, Klimakrise her – munter noch schnellere, stärkere und klimaschädliche Modelle auf den Markt werfen. Deshalb ist es wichtig, dass die Politik der Industrie klare Vorgaben macht, wie der Klimagasausstoß gesenkt wird.“ Viele Modelle zeigen, wie einfach der Verbrauch deutlich reduziert werden kann. Verantwortlich dafür sei aber weniger die Einsicht der Konzerne, sondern die Kohlendioxid-Vorgaben der Europäischen Union. Darüber könne auch die Vielzahl an Prototypen mit Elektroantrieb nicht hinwegtäuschen. „Beim Elektroauto werden viele Nebelkerzen geworfen. Ein Auto wird nicht allein zum Klimaschützer, wenn der Verbrennungs- durch einen Elektromotor ausgetauscht wird. Es muss vor allem mit Ökostrom betrieben werden“, forderte Miller. Ohne PS-Abrüstung und den Bau kleinerer und leichterer Modelle werde das Elektroauto eine Wunschmaschine bleiben.
NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger: „Ein zwei Tonnen schweres Gelände- oder Oberklasseauto mit Elektromotor wäre wie Sprintweltrekordler Usain Bolt mit Wanderschuhen: absurd und chancenlos!“
Die Umweltbilanz allein müsse darüber entscheiden, ob es Kaufanreize gebe oder nicht. Der NABU lehnt durch Steuergelder finanzierte Zuschüsse für Elektroautos genauso ab, wie neuerliche Forderungen nach staatlicher Unterstützung für die bereits totgesagte Brennstoffzelle mit Wasserstoffantrieb. „Die neue Bundesregierung sollte einen gestaffelten Bonus für besonders effiziente Fahrzeuge mit einem Kohlendioxid-Ausstoß von weniger als 90 Gramm pro Kilometer sowie einen Verschmutzungsaufschlag für Wagen einführen, die mehr als 200 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen“, so Oeliger.
Elektro- und Wasserstoffautos können bis 2020 keinen wesentlichen Beitrag zur Senkung der Kohlendioxid-Emissionen leisten. Um die Klimaziele zu erreichen, muss der Hebel bei Autos angesetzt werden, die heute und in den nächsten Jahren zu kaufen sind.
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Donnerstag 10. September 2009 von birdfish
Die ökologischen Zugpferde der deutschen Holzbranche gehen immer konsequenter den Weg der verantwortungsvollen Holzbeschaffung.
Holzbranche soll beim Einkauf die FSC-Brille aufsetzen – (c) Dirk Baumbach / WWF
Allerdings folgt die große Mehrheit noch immer nicht dem Trend FSC (Forest Stewardship Council). Zu diesem gemischten Ergebnis kommt die diesjährige Unternehmensbefragung des WWF, die jetzt auf der Gartenmöbelmesse „spoga“ in Köln vorgestellt wurde. Rund 180 Betriebe wie Baumärkte oder Versandhändler waren zum sechsten Mal seit 2003 gebeten worden, Angaben zu ihrem Holzsortiment zu machen.
Die Studie wurde am Rande eines WWF-Events vor dem Messeeingang vorgestellt. Mit einer überdimensionalen Brille mit FSC-Logo begrüßte der WWF die Besucher der „spoga“ am Messeeingang Süd und rief Unternehmen auf, den Zugpferden der Branche zu folgen und endlich auch die „FSC-Brille“ aufzusetzen und ihre Einkäufe für die nächste Saison darauf auszurichten.
Wie aus dem Ranking hervorgeht, bieten die Unternehmen, die der WWF als „vorbildlich“ oder „auf einem guten Weg“ einschätzt, zusammen rund 3800 Holzartikel aus FSC an. Das entspricht einem Plus von 20 Prozent gegenüber 2007. „Vor allem bei Gartenmöbeln gibt es einen eindeutigen Trend hin zu FSC“, so Johannes Zahnen, Holzexperte beim WWF Deutschland. „Die Unternehmen, die auf FSC setzen, leisten nicht nur einen Beitrag im Kampf gegen kriminellen Holzhandel, Raubbau an den Regenwäldern und für soziale Gerechtigkeit; sie sichern sich auch langfristig Marktanteile“.
Allerdings sind es nach wie vor erst 18 Unternehmen, die der WWF in seinem Ranking als „vorbildlich“ oder „auf einem guten Weg“ einstuft. Lediglich zwei Unternehmen (Garvida und Landmann-Peiga) schätzt der WWF als vorbildlich ein, da sie nahezu ausschließlich Produkte aus FSC-Holz anbieten. 16 Unternehmen sind „auf einem guten Weg“, darunter die großen Baumärkte Hornbach, Max Bahr, OBI und Praktiker. Bei 17 Unternehmen sieht der WWF in seinem Ranking Nachholbedarf. Allerdings setzen sich auch diese Firmen mit dem Thema nachhaltige Waldbewirtschaftung auseinander und bieten FSC-zertifizierte Produkte an.
„Da sich 145 Betriebe gar nicht erst an der Befragung beteiligt haben, gehen wir davon aus, dass für die meisten von ihnen verantwortungsvolle Holzbeschaffung leider immer noch kein Thema ist“, so Johannes Zahnen. „Wir würden uns wünschen, dass diese Unternehmen einsehen, dass sie auf dem Holzweg sind: ökologisch und betriebswirtschaftlich“.
Vor allem im Internet werden oft Tropenholz-Gartenmöbel ohne FSC-Zertifikat aus den Urwäldern Südamerikas und Südost-Asiens bedenkenlos und in großem Stil gehandelt. Allein Indonesien ist durch die gnadenlose Waldvernichtung zum drittgrößten CO2 Emittent der Welt geworden, Orang-Utans haben kaum noch eine Überlebenschance. Aktuellste Entwaldungszahlen des WWF für Indonesien haben kürzlich die Dramatik aufgezeigt. Bis zum Jahr 2020, so der Trend, werden beispielsweise die Tieflandregenwälder Borneos weitgehend abgeholzt sein. Verantwortungsbewusste Firmen haben gegenüber ihren skrupellosen Konkurrenten das Nachsehen, weil Produkte mit illegalem Hintergrund in der Regel billiger sind. Da viele Unternehmen nicht freiwillig auf Nachhaltigkeit beim Holzimport achten, fordert der WWF einen politischen Rahmen.
„Die Europäische Union muss endlich die lange angekündigte Verordnung zum Verbot von Holzimporten mit illegalem Hintergrund verabschieden. Wichtig dabei ist, dass wir eine Verordnung bekommen, dessen Inhalte auch dazu geeignet sind, eine Verbesserung herbeizuführen. Wir dürfen jetzt nicht noch mehr Zeit verlieren“, fordert Johannes Zahnen.
Kunden können sich vor dem Kauf von Holzprodukten aus dubiosen Quellen und der damit verbundenen Vernichtung wertvoller Wälder schon heute schützen, indem sie auf das FSC-Siegel achten.
Diese Ranking-Tabelle gibt Aufschluss darüber, wer bereits vorwiegend FSC-Produkte verwendet und welche schwarzen Schafe gar nicht erst an der Befragung teilgenommen haben. (PDF)
Eingehende Informationen über das FSC-Siegel finden Sie hier.
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Donnerstag 18. Juni 2009 von birdfish
Die Akademien der Wissenschaften der G8+5 Staaten haben eine gemeinsame Stellungnahme zum Klimawandel und zur globalen Energie-Technologie abgegeben.

Im Vorfeld der UN Klimawandel-Konferenz im Dezember 2009 in Kopenhagen drängen sie u.a. auf die Anwendung neuester Technologien zur Einsparung von Energie und zur rapiden Steigerung der Nutzung erneuerbarer Energien. Bereits seit dem Gipfeltreffen 2005 in Gleneagles erarbeiten die nationalen Akademien der G8+5-Staaten jedes Jahr wissenschaftsbasierte Stellungnahmen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen. Deutschland wird im Kreis der nationalen Akademien der Wissenschaften durch die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina vertreten.
Der Klimawandel und eine nachhaltige Energieversorgung sind entscheidende Herausforderungen für die Zukunft der Menschheit. Es ist unerläßlich, dass sich die Politiker und Politikerinnen der Welt in den UNFCCC-Verhandlungen* im Dezember in Kopenhagen auf Emissionsreduktionen einigen, die zur Bekämpfung der negativen Folgen des von Menschen verursachten Klimawandels notwendig sind. Ebenso ist ein Abkommen über Maßnahmen erforderlich, die sicherstellen, dass eine grundlegende Energieversorgung allen Menschen auf der Welt zugänglich ist.
Diese globalen Herausforderungen erfordern Lösungen die flexibel und vielfältig genug sind, um den Anforderungen einer Vielfalt von besonderen Energiequellen und -Sicherheitslagen gerecht zu werden.
Die Verminderung der Forcierung des Klimawandels durch den Menschen
Der Vierte Sachstandsbericht zum Klimawandel des IPCC (Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen) vom Jahr 2007 hatte festgestellt, dass eine umfangreiche und baldige Reduzierung in der Emission von Treibhausgasen, vor allem von CO2, notwendig ist, um den Anstieg der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre aufzuhalten und zu verhindern, dass sie einen inakzeptablen Grad erreicht. Der Klimawandel vollzieht sich jedoch noch rascher als damals angenommen; die globalen CO2-Emissionen haben seit dem Jahr 2000 die höchsten Vorhersagen überstiegen, das arktische Meereis ist schneller geschmolzen als vorausberechnet, und der Anstieg des Meeresspiegels hat sich beschleunigt. Rückwirkungen im Klimasystem könnten dazu führen, dass es zu viel schnelleren Klima-Veränderungen kommt.
Es steht außer Frage, dass Sofortmaßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels notwendig sind. So würde zum Beispiel die Beschränkung des Anstiegs der Erderwärmung auf 2°C eine extrem schnelle, weltweite Implementierung aller augenblicklich zugänglichen CO2-armen Technologien erfordern. Die G8+5-Staaten sollten den Übergang zu einer energieeffizienten und kohlenstoffarmen Weltwirtschaft anführen und Mitigations- und Adaptationstechnologien durch Innovation, Forschung und Entwicklung fördern. Sich die neuen Technologien nutzbar zu machen, wird einer sehr großen wissenschaftlichen Anstrengung und – um die Annahme neuer Technologien zu beschleunigen – der Politikinitiativen bedürfen. Die Notwendigkeit, Lösungen zum Problem des Klimawandels zu finden, stellt eine enorme, aber bisher nicht wahrgenommene Chance zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und zur Ankurbelung von neuen und sich entwickelnden Märkten dar. Die Innovationen für Energieeffizienz und eine CO2-arme Welt sollten eine wichtige Rolle in den Bemühungen um den Wiederaufbau der Weltwirtschaft spielen.
Anpassung an den Klimawandel
In dem Ausmaß, in dem die Auswirkungen des Klimawandels immer deutlicher erkannt werden, steigt auch die Bedeutung von Investitionen in Adaptations-Technologien; diese müssen dringend weiter angehoben werden. Der Wissens- und Technologie-Transfer in Entwicklungsländer muss ebenfalls beschleunigt werden. Die wichtigsten Forschungsbereiche sind vor allem: Die Widerstandsfähigkeit städtischer und ländlicher Infrastruktur und von Naturgebieten (inklusive Wassereinzugs- und Küstengebieten), die Verbesserung von Nahrungsmittelproduktion und Ernteerträgen, und Technologien und Methoden zum Wasserschutz.
Die Energie-Agenda
Fossile Brennstoffe werden in nächster Zukunft die vorherrschende Energiequelle bleiben, um Energie-Armut zu überwinden und die anwachsende Nachfrage nach Energie zu befriedigen. Ihre Nutzung muss im Einklang mit dem Ziel der Verminderung des von Menschen verursachten Klimawandels stehen. Die andauernde Verbesserung des Nutzungsgrads und der Emissions-Standards ist unverzichtbar in der Produktion und Verwendung fossiler Brennstoffe.
Ökonomisch realisierbare CO2-arme Energietechnologien könnten zur Wiederbelebung und Nachhaltigkeit der globalen Wirtschaft beitragen. Die Diversifizierung von Energiequellen kann auch die Sprunghaftigkeit der Märkte für fossile Brennstoffe abschwächen und Energie-Verfügbarkeit und -Sicherheit erhöhen.
Eine CO2-arme Wirtschaft braucht integrierte Systeme, globale Kooperation und abgestimmte Maßnahmen, unter anderem:
- Sehr schnelle und umfassende Energiesparmaßnahmen, im Besonderen in der Industrie, im Transportwesen und in Bauplanung, -konstruktion und -betrieb. Dafür werden erforderlich sein: die Entwicklung und Anwendung von existierenden und neuen Technologien, politische Instrumentarien, Überprüfungs- und Zertifizierungsprozesse und Bewusstseinsbildung der Öffentlichkeit. Energiesparen und Energieeffizienz sollten kurzfristig eine vordringliche Priorität sein;
- Ein vereinbartes internationales Programm, um CO2-Einfang und -Speicherung (CCS) zu entwickeln und anzuwenden. Ebenso die Prüfung möglicher Standards für CCS, mit dem Ziel, CCS in so vielen Kohlekraftwerken wie möglich einzuführen;
- Rapide Steigerung der Anwendung von erneuerbaren Energietechnologien und auch der Investitionen in solche Energien. Das sind Windenergie, Geothermalenergie, Solarenergie, Biotreibstoffe und Wellenenergie. Es ist wichtig, dass Standards und Zertifikate für die nachhaltige Anwendung dieser Technologien entwickelt werden;
- Gesicherter Zugang zu angemessenen Beständen an Erdgas und die Förderung der Verbreitung von effizienten Erdgastechnologien;
- Entwicklung und Anwendung von innovativen Technologien in der Energieherstellung, -übertragung, -speicherung und -verteilungsstruktur und
- Entwicklung von Atomkraftwerken, die betriebssicher und abgeschirmt sind und welche die sichere langfristige Handhabung und Entsorgung des Abfalls garantieren. Für die Entwicklung der nächsten Generation von Kernkraftwerken und die Reduzierung der Proliferationsgefahr ist internationale Kooperation unverzichtbar.
Empfehlungen
In Anbetracht der entscheidenden Rolle, die CO2-arme Systeme für die Ermöglichung einer nachhaltigen Weltwirtschaft spielen, müssen die G8+5-Staaten alle Möglichkeiten nutzen, um die gleichzeitige Arbeit an Klima- und Wirtschafts-Agenda zu koordinieren und eine globale Zusammenarbeit zu schaffen.
Die Nationalen Akademien appellieren deshalb an alle Regierungen:
- In den UNFCCC-Verhandlungen in Kopenhagen ein langfristiges globales Ziel zu vereinbaren und sich auf ein kurzfristiges Emissionsreduzierungs-Soll zu einigen, das eine Reduktion der globalen Emissionen von etwa 50% (des Ausstoßes von 1990) bis zum Jahr 2050 sicherstellt.
- Die internationale Grundlagenforschung über Erdklima, Kohlenstoffarmut, klimaresistente Technologien auszuweiten und ebenso die Forschung zur Stärkung der Belastbarkeit natürlicher Systeme gegenüber dem Klimawandel zu intensivieren.
- Die gemeinsamen strategischen Prioritäten für die Entwicklung und Anwendung umweltnachhaltiger Technologien in den Bereichen Klimawandel-Anpassung und -Abschwächung festzulegen.
- Bei der Einführung von CO2 -niedrigen und klimaresistenten Infrastrukturen und Technologien zusammenzuarbeiten und ebenso bei der Implementierung von Anreizen zu Innovation. Solche Anreize können durch den Gebrauch von wirtschaftlichen und regulativen Instrumenten gesetzt werden und dienen der Beschleunigung der Übernahme von sauberen “grünen” Technologien.
- Den Zugang von Entwicklungsländern zu jenen Technologien zu ermöglichen und zu unterstützen, die nötig sind, um eine nachhaltige CO2-niedrige Zukunft zu garantieren.
- Die Entwicklung, Durchführung und Anwendung von ökonomisch effizientem und technisch sicherem CO2-Einfang zu verfolgen und die Festsetzung von CO2-Einfang-Standards anzustreben.
Eine internationale Zusammenarbeit zur betriebssicheren und geschützten Atomkraft-Kapazität und zur sicheren Entsorgung von radioaktiven Abfällen und der Reduzierung des Risikos der Nuklear-Proliferation zu leisten.
- Die Investitionen in die Entwicklung und Anwendung von Adaptations-Technologien wesentlich zu erhöhen, besonders für die am meisten gefährdeten Länder.
Im Verfolg dieser Agenda werden Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit unbedingt notwendig sein. Wir müssen auf die gegenwärtige Begeisterung und Engagement der jüngeren Generation aufbauen.
* United Nations Framework Convention on Climate Change, d.h. die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen.
Unterzeichner der Erklärung:
Für die G8-Staaten: Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, Deutschland; Académie des sciences, Frankreich; The Royal Society, Großbritannien; Accademia Nazionale dei Lincei, Italien; Science Council of Japan, Japan; RSC, The Academies of Arts, Humanities and Sciences of Canada, Kanada; Russian Academy of Sciences, Russland; National Academy of Sciences, USA.
Für die fünf Schwellenländer: Academia Brasileira de Ciéncias, Brasilien; Chinese Academy of Sciences, China; Indian National Science Academy, Indien; Academia Mexicana de Ciencias, Mexiko; Academy of Science of South Africa, Südafrika.

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Mittwoch 22. April 2009 von birdfish
Ziel des Projektes “SUGAR” (Submarine Gashydrat-Lagerstätten: Erkundung, Abbau und Transport) ist es, Methan aus Gashydrat-Lagerstätten am Meeresboden zu fördern und dort zugleich klimaschädliches Kohlendioxid einzulagern.
(c) Fraunhofer Institut
Das Projekt wurde im Sommer 2008 von den Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und für Bildung und Forschung (BMBF) bewilligt. Unter Leitung des Kieler Leibniz Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) entwickeln 30 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft mit einem Mitteleinsatz von ca. 13 Mio. Euro neue Technologien, um Erdgas (Methan) aus Methanhydraten im Meeresboden zu gewinnen und Kohlendioxid (CO2) aus Kraftwerken und anderen industriellen Anlagen sicher im Meeresboden zu speichern. Durch den Austausch von Methan gegen Kohlendioxid soll eine nachhaltige Energieversorgung unterstützt werden. Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT koordiniert hierbei die numerische Simulation der technologischen Ansätze und der Lagerstättensituation.
Methanhydrat, oft als Energiequelle der Zukunft bezeichnet, besteht aus Methan, das in gefrorenem Wasser eingelagert ist. Die Wassermoleküle umschließen dabei das Methan vollständig. Ein Kubikmeter des Hydrats kann rund 164 Kubikmeter Methan binden. Das Material entsteht, wenn Bakterien im Sedimenten am Meeresboden in Tiefen von bis zu drei Kilometern organische Substanzen zerlegen. Das dabei entstehende Methan wandert zunächst nach oben. In der Nähe der Oberfläche ist es dann kalt genug – unter zehn Grad Celsius-, so dass sich bei Drücken ab 30 Bar Gashydrate bilden. Fraunhofer UMSICHT in Oberhausen hat diese Versuchsbedingungen im Labor nachgebildet und Methanhydrat hergestellt, das von Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Annette Schavan während ihres Besuchs am BMBF-Stand auf der Hannover-Messe entzündet wurde.
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Montag 20. April 2009 von birdfish
Was hat Joghurt mit Lithium-Ionen-Batterien zu tun?
(c) michael hirschka / Pixelio
Wissenschaftler vom Institut für Physikalische Chemie der Universität Münster um Prof. Dr. Martin Winter haben eine neue Batterie mit umweltfreundlicheren Inhaltsstoffen entwickelt, die auch in Lebensmitteln eingesetzt werden - zum Beispiel in Joghurt. Diese neue Entwicklung präsentieren die Forscher jetzt auf der Hannover-Messe.
Ziel der münsterschen Forscher ist die Weiterentwicklung der herkömmlichen Batterietechnologie in automobiltaugliche Lithium-Groß-Batterien. “Die Inhaltsstoffe sind dabei der Schlüssel”, betont Dr. Gerhard Hörpel, Experte für Batteriematerialentwicklung. Der Durchbruch für die Wissenschaftler bei ihrer Suche nach umweltfreundlicheren Materialien kam durch die völlig unkonventionelle Herangehensweise: Bei der Wahl der Inhaltsstoffe für die Batterien haben die Forscher Anleihen bei der Verarbeitung von Lebensmitteln gemacht. Sie ersetzen nun die herkömmlichen Binder aus fluorierten Kunststoffen, die die Elektrodenmaterialpulver auf den Stromableiterfolien fixieren, durch eine Zelluloseverbindung, die zum Beispiel auch in Joghurt für die richtige Konsistenz sorgt.
Die Vorteile des “Joghurt-Materials” in Batterien liegen auf der Hand: “Die Lithium-Ionen-Batterien können energieeffizienter hergestellt werden, sie produzieren dabei weniger Emissionen, und schließlich lassen sie sich später besser recyceln”, sagt Hörpel. Sein Kollege Dr. Stefano Passerini hat dafür einen passenden Slogan geprägt: “Towards a greener Future.”
Die Batterien sollen durch ihren Einsatz in Elektroautos den Fahrkomfort verbessern, vor allem aber die Energieeffizienz und Klimafreundlichkeit steigern. “Wir wollen Lithium-Ionen-Batterien für den Einsatz im Auto entwickeln. Diese Batterien haben dreimal soviel Energiepotential wie herkömmliche Autobatterien. Das würde zumindest für den Pendlerverkehr reichen, zumal, wenn man das Auto beim Parken an der Steckdose auflädt”, so Prof. Dr. Martin Winter, Experte für Lithium-Ionen-Technologie.
Zu sehen auf der Hannovermesse, Firmengemeinschaftsstand NRW, Halle 13 C 68.
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