Mittwoch 21. Juli 2010 von birdfish
Deutschland braucht eine zielstrebigere Sanierungspolitik, um die Modernisierung von Eigenheimen anzukurbeln, so eine jetzt veröffentlichte Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW).
Energieeffizienz durch Gebäudesanierung – (c) Rainer Sturm / Pixelio
Die Wissenschaftler des Forschungsprojektes Enef-Haus fordern von der Politik ambitioniertere Standards und eine gezieltere Förderung von Maßnahmen mit hohem Energieeinsparpotenzial. Darüber hinaus sei es an der Zeit, über ergänzende Finanzierungsmodelle wie einen Energieeffizienzfonds oder die Förderung der Sanierung als Altersvorsorge nachzudenken, um Liquiditätsengpässe im Bereich der Eigenheimsanierung zu verhindern.
„Deutschland steckt im Sanierungsstau“, so Thomas Vogelpohl, Wissenschaftler am IÖW und Koautor der Studie «Politische Instrumente zur Erhöhung der energetischen Sanierungsquote bei Eigenheimen». „Die Anreize und Anforderungen, die die Politik für eine energetische Sanierung vorgibt, reichen nicht aus“, so der Energieexperte weiter. „Um die klimapolitischen Ziele erreichen zu können, ist die energetische Gebäudesanierung von herausragender Bedeutung.“
In der Studie sind die Forscher der Frage nachgegangen, welche politischen Stellschrauben verändert werden müssen, um die energetische Sanierungsquote bei Eigenheimen zu erhöhen. Die Forschungsergebnisse zeigen nun: Weder wird bisher zielgerichtet auf die Hemmnisse von Eigenheimbesitzern eingegangen, noch sind die politischen Instrumente ausreichend auf die zentralen Einsparpotenziale wie Dämmung von Dach und Außenwänden ausgerichtet.
Was die rechtlichen Vorgaben betrifft, sei neben der Höhe der Standards vor allem wichtig, dass die Anforderungen zum richtigen Zeitpunkt greifen. Die Forscher empfehlen, insbesondere Neueigentümer stärker in die Pflicht zu nehmen. So könnte bei einer Eigentumsübertragung ein ganzes Maßnahmenbündel greifen, wie z. B. eine verpflichtende Energieberatung oder die verbindliche Vorgabe zentraler Modernisierungsmaßnahmen entsprechend ihrer technischen und wirtschaftlichen Realisierbarkeit. Vogelpohl: „Zum einen könnte damit verhindert werden, dass dieser Sanierungsanlass ungenutzt bleibt, und zum anderen könnte eine wirkungsvollere Vollzugskontrolle gewährleistet werden.“
In Bezug auf die Förderprogramme von Sanierungsmaßnahmen empfehlen die Wissenschaftler, die Mittel zielgerichteter bereitzustellen. Zwar würden die Fördertöpfe derzeit voll ausgeschöpft, jedoch handele es sich dabei häufig um Basismaßnahmen mit geringem Einsparpotenzial. Zudem sei es wichtig, soziale Kriterien bei der Förderung stärker zu berücksichtigen, damit auch finanziell schwächere Eigenheimbesitzer in die Lage versetzt werden, energetisch anspruchsvolle Sanierungen stemmen zu können.
Um in Zeiten knapper Haushaltskassen die dafür notwendigen zusätzlichen Finanzmittel freizusetzen und die Beständigkeit der Förderprogramme zu gewährleisten, schlagen die Experten verschiedene ergänzende Finanzierungsinstrumente vor. Eine Option stelle hier die Einrichtung eines Energieeffizienzfonds dar, der über einen Aufschlag auf die Energiesteuer finanziert werden könnte. „Dies würde gleichzeitig die Energiekosten erhöhen und Effizienzmaßnahmen somit doppelt attraktiv machen“, so Stefan Zundel, Professor an der Hochschule Lausitz und Projektleiter von Enef-Haus. „Aber auch eine Erweiterung des Eigenheimrentengesetzes um die Möglichkeit der energetischen Sanierung als Altersvorsorge sowie eine Ausweitung des Energie-Contractings stellen vielversprechende Ansatzpunkte dar, um die Liquiditätsbremse im Bereich der Eigenheimsanierung zu lockern.“
Im Projekt Enef-Haus untersucht das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) gemeinsam mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) und der Hochschule Lausitz im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, wie die energetische Sanierungsquote von Ein- und Zweifamilienhäusern erhöht werden kann. Die vorliegende Studie stellt einen zentralen Baustein eines integrierten Kommunikations- und Politikansatzes dar, der durch eine Analyse der kommunikativen Marketing- und Energieberatungsansätze ergänzt wird.
Studie: “Politische Instrumente zur Erhöhung der energetischen Sanierungsquote bei Eigenheimen” (PDF)
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Dienstag 20. Juli 2010 von birdfish
Solaranlagen sind eine Investition in die Umwelt. Aber auch in den eigenen Geldbeutel.
Dächer für Solarenergie pachten und verpachten liegt im Trend – Foto: Dagmar Struß
Der sauber erzeugte Strom erfreut sich immer größerer Beliebtheit, vor allem, weil Betreiber durch die Einspeisevergütung der Bundesregierung für 20 Jahre von einem beträchtlichen Zusatzeinkommen profitieren können. Das gilt auch noch nach der Senkung der Einspeisevergütung.
Aber was tun, wenn man kein eigenes Dach hat bzw. nicht über die finanziellen Mittel verfügt, um sein Dach mit einer Photovoltaikanlage zu bebauen? Die einfachste Lösung ist wie meistens die praktikabelste: Flächenbesitzer, die sich keine eigene Anlage leisten können, verpachten ihr Dach an Investoren, die wiederum kein eigenes Dach haben.
Das Prinzip ist nicht neu – Mobilfunkanbieter pachten bereits Flächen für ihre Funkmasten und vergüten die Besitzer für ihre Dienste.
Neu ist jedoch das Prinzip der Dachbörsen.
Dachbörsen geben Flächenverpächtern die Möglichkeit, ihre Dächer kostenlos zu präsentieren. Die Investoren können über die jeweiligen Plattformen mit ihnen in Kontakt treten. Eine aussagekräftige Präsentation der Flächen hilft den Investoren bei der Auswahl und spart beiden Parteien viel Zeit. Flächenbesitzer können bereits online interessante Angebote und Investoren auswählen – Investoren sehen auf den ersten Blick, ob ein Projekt für sie in Frage kommen könnte.
Aber wer investiert eigentlich in fremde Dächer?
Ein Zusatzeinkommen und ein gutes Gewissen – das hat man sicherlich nicht bei allen Geldanlagen. Die Investition in eine Photovoltaikanlage schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Gleichzeitig ist sie sehr sicher und rentabel. Damit ist diese Geldanlage nicht nur für Firmen interessant – auch viele Privatleute entschließen sich, von der Photovoltaik zu profitieren und pachten gerne kleinere Dächer.
Und warum sollte ich mein Dach verpachten?
Die Frage ist berechtigt – schließlich ist eine eigene Solaranlage lukrativer. Beziehe ich doch dadurch die komplette Einspeisevergütung und nicht nur die anteilige Pacht. Trotzdem ist die Verpachtung gerade für Besitzer großer Flächen eine attraktive Alternative. Besitzer von Reithallen, Ställen oder anderen Hallen verfügen oft nicht über die finanziellen Mittel, die vielen 1.000 m² zu bebauen. Die Pacht der Investoren ist dann natürlich günstiger, als die Dächer vollständig leer stehen zu lassen.
Flächenbesitzer können aber auch auf ihre Pacht verzichten und sich stattdessen ihr Dach vom Investor renovieren lassen. Gerade Besitzer älterer Häuser greifen gerne auf dieses Modell zurück.
Weitere Informationen zu Dachbörsen finden Sie unter www.sonnen-gaertner.de oder in diesem Artikel
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Mittwoch 30. Juni 2010 von birdfish
Zu einer der bundesweit klimafreundlichsten Kommunen will sich die Landeshauptstadt München entwickeln.
München will Vorzeigestadt sein – Foto: H. E. Balling / pixelio.de
Mit dem von Bürgermeister Hep Monatzeder angestoßenen und unter Federführung des Referats für Gesundheit und Umwelt erarbeiteten Projekt „Integriertes Handlungsprogramm Klimaschutz in München“ (IHKM), das jetzt vom Stadtrat beschlossen wurde, will die Landeshauptstadt klimapolitischen Herausforderungen langfristig begegnen und die CO2-Emissionen in München drastisch reduzieren. Koordiniert wird das IHKM vom Referat für Gesundheit und Umwelt. In einem ersten Schritt sollen zwischen 2010 und 2012 in der Landeshauptstadt insgesamt mehr als 500.000 Tonnen CO2 eingespart werden. „Das ist ehrgeizig, aber nicht unmöglich. Zumal wir trotz der schwierigen Haushaltslage die dafür notwendigen Ressourcen vom Stadtrat bewilligt bekommen haben“, sagte Hep Monatzeder.
Ziel des Handlungsprogramms:
Ziel ist, wie bereits am 17. Dezember 2008 vom Stadtrat beschlossen, die CO2-Emissionen in München pro Kopf alle fünf Jahre um zehn Prozent zu reduzieren. Bis spätestens 2030 sollen die CO2-Emissionen pro Kopf in der Landeshauptstadt gegenüber 1990 halbiert und so jährlich 3,15 Tonnen pro Einwohnerin und Einwohner eingespart werden. Zum Vergleich: Das letzte CO2 – Monitoring bezifferte für das Jahr 2006 einen CO2-Ausstoß von 7,1 Tonnen pro Einwohnerin und Einwohner. „Die Landeshauptstadt muss mit gutem Beispiel vorangehen, um alle für den Klimaschutz mit ins Boot zu holen“, so Joachim Lorenz, Referent für Gesundheit und Umwelt. Die Vorhaben, die im IHKM aufgelistet sind, sollen nun von der Stadtverwaltung und städtischen Beteiligungsgesellschaften in den kommenden Jahren umgesetzt werden.
Weitere Informationen entnimmt man dem Mitteilungsblatt der Stadt (PDF, ab Seite 4)
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Donnerstag 3. Juni 2010 von birdfish
Im Hamburg House auf der Expo in Shanghai ist eine publikumswirksame Ausstellung zum Klimawandel zu sehen.
Besuch des Hamburg House am Klimaglobus
Unter dem Motto „Mit Wissen zum Handeln“ präsentiert sich eine interessante Ausstellung vom Climate Service Center und den Hamburger Klimaforschungseinrichtungen.
Highlights der Klimaausstellung im so genannten „Hamburg House“ sind eine eigens für die Weltausstellung durchgeführte Klimasimulation, die einen Blick in die Zukunft von Shanghai und Hamburg wagt, sowie ein interaktiver Globus, auf dem verschiedene Klimaszenarien in Jahresschritten bis zum Jahr 2100 zu sehen sind.
Die wissenschaftlichen Daten für diese weltweiten dreidimensionalen Klimasimulationen stammen von 20 verschiedenen Computermodellen und wurden von Mitarbeitern des Deutschen Klimarechenzentrums (DKRZ) visualisiert. Verschiedene Medieninstallationen, Schautafeln und ein Infokiosk ermöglichen darüber hinaus dem chinesischen und dem internationalen Publikum, sich ausführlich zu Fragen rund um das Klimathema und über die aktuelle Klimaforschung in Hamburg zu informieren.
Entwickelt wurde dieses Projekt für die Weltausstellung, die in diesem Jahr unter dem Motto steht „Better City, Better Life“ (Bessere Stadt, besseres Leben), als Gemeinschaftsproduktion der Hamburger Klimaforschungseinrichtungen. Daran beteiligt waren das am GKSS-Forschungszentrum Geesthacht neu gegründete Climate Service Center, die Hamburger Niederlassung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sowie die im Exzellenzcluster CliSAP (Integrated Climate System Analysis and Prediction) tätigen Forschungsinstitute der Universität Hamburg wie das Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M), das Deutsche Klimarechenzentrum, das GKSS-Forschungszentrum Geesthacht mit seinem Institut für Küstenforschung und dem Norddeutschen Klimabüro.
Mit vereinten Kräften arbeiten diese in der Metropolregion Hamburg ansässigen wissenschaftlichen Institutionen daran, das Klima zu erforschen, zu analysieren und zu dokumentieren sowie die Öffentlichkeit darüber zu informieren.
Mit einem Symposium zum Thema „Vom Klimawandel zum Erdsystem-Management“ wird die Klimaausstellung im Hamburg House in Shanghai am 2. Juni um 14:00 Uhr offiziell eröffnet. Redner sind unter anderem: Martin Claußen, Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie und CliSAP-Leiter, Guy Brasseur, Direktor des Climate Service Centers, sowie führende chinesische Klimaforscher.
Das Hamburg House bietet einen idealen Rahmen für eine Klimaausstellung. Es ist das erste zertifizierte Passivhaus-Neubauprojekt in China und setzt damit einen Standard für klimafreundliches Bauen in der Region. Erreicht wird dieser Standard unter anderem durch eine hochgedämmte, luftdichte Gebäudehülle mit gezielt gesetzten Öffnungen und Verschattungselementen. Die Energieversorgung wird über Erdwärme, Erdkälte und Sonnenenergie sichergestellt.
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Donnerstag 3. Juni 2010 von birdfish
Der ForschungsVerbund Erneuerbare Energien hat jetzt einen Tagungsband “Themen 2009 – Forschen für globale Märkte erneuerbarer Energien” herausgegeben.
Hierin zeigen Wissenschaftler, mit welchen Technologien eine nachhaltige Energieversorgung für Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländer geleistet werden kann und welche gemeinsamen Forschungsanstrengungen dafür noch notwendig sind.
Die Energiefrage stellt sich global und braucht daher auch globale Lösungsstrategien. Aber nicht alle Technologien und Vorgehensweisen der westlichen Industrieländer sind eins zu eins auf andere Länder übertragbar.
Unterschiede bei Art und Ausbau der Netze erfordern andere technische Lösungen, damit zum Beispiel Windenergie in die Stromnetze der verschiedenen Länder integriert werden kann. Klimatische Unterschiede bieten Chancen für neue Techniken wie beispielsweise konzentrierende Photovoltaik oder solarthermische Kraftwerke, die hohe direkte Sonneneinstrahlung benötigen. Die verschiedenen wirtschaftlichen und politischen Systeme der Anwenderländer bedingen andere Fördermaßnahmen und neu zu schaffende Strukturen für die Zusammenarbeit in Forschung und Wirtschaft.
Die Broschüre zeigt wie an verschiedene Klimate angepasst energieeffizient gebaut werden kann, wie eine weltweite Elektrifizierung möglich wird und wie chemische Energiespeicher die Fluktuation der Erneuerbaren ausgleichen und jederzeit eine zuverlässige Energieversorgung ermöglichen.
Der Tagungsband stellt die neusten Forschungsergebnisse in gut verständlicher Sprache mit vielen erklärenden Grafiken und Fotos vor.
Hier finden Sie die Publikation “Themen 2009 – Forschen für globale Märkte erneuerbarer Energien” zum Bestellen oder Herunterladen.
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Donnerstag 27. Mai 2010 von birdfish
Das EU-Parlament hat jetzt die Neufassung der europäischen Gebäuderichtlinie verabschiedet. Eine informelle Einigung hatten Parlament und Ministerrat bereits November 2009 getroffen.
Ab 2021 nur noch “Fast-Null-Gebäude” – Foto: Dagmar Struß
Die Richtlinie sieht vor, dass Neubauten ab dem 31.12.2020 nur noch als „Fast-Null-Energie-Gebäude“ gebaut werden dürfen, also nur noch sehr wenig Energie verbrauchen und diese zum großem Teil aus erneuerbaren Energien decken sollen. Öffentliche Bauten müssen die Auflage schon zwei Jahre früher erfüllen.
Neubauten machen jedoch nur rund ein Prozent der Gebäude aus. Klimaschützer zeigten sich deshalb enttäuscht, dass das enorme Energieeinsparpotenzial im Gebäudebereich weitgehend ungenutzt bleibt: Altbauten müssen Effizienzauflagen nur einhalten, wenn eine größere Renovierung anstehe.
Maßnahmen, die die energetische Sanierung vorantreiben könnten, strichen die Regierungen fast ausnahmslos. Die Mitgliedstaaten, allen voran Deutschland, widersetzten sich den Vorschlägen des EU-Parlaments, dass der öffentliche Sektor eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der Empfehlungen des Energieausweises einnehmen müsse. Auch die Forderung nach finanziellen und steuerlichen Anreizen für Investitionen in energieeffiziente Gebäude fiel den Verhandlungen zum Opfer.
Eurace und die Grünen forderten deshalb weitere Schritte. “Die Kommission sollte im Rahmen des EU-Energieeffizienzaktionsplans bis Jahresende eine Gebäudestrategie vorlegen”, so der Abgeordnete Claude Turmes. Diese sollte Mitgliedstaaten bei der Umsetzung der neuen Regeln unterstützen, finanzielle Instrumente für energetische Sanierung schaffen und Forschung in kosteneffizienzte Nullenergiehäuser stimulieren.
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Mittwoch 19. Mai 2010 von birdfish
13 Solarverbände aus ganz Europa haben eine umfangreiche Datenbank ins Internet gestellt, die über bürokratische Barrieren bei der Realisierung von Photovoltaik-Projekten in Europa informiert.
Nachhaltiges Bauen zahlt sich aus – (c) C. Nöhren / Pixelio
Das vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) initiierte und koordinierte Projekt, an dem weitere zwölf nationale Partnerverbände, der europäische Photovoltaikverband EPIA und das Beratungsunternehmen eclareon beteiligt sind, wird im Rahmen des Intelligent Energy Europe Programm der Europäischen Union gefördert. Heute werden die Ergebnisse der intensiven Recherche veröffentlicht. Untersucht wurden rechtlich-administrative Anforderungen durch Behörden und Netzbetreiber in zwölf EU-Ländern.
Obwohl viele Länder das Potenzial der Solarenergie mittlerweile erkannt haben und Markteinführungsstrategien und Förderprogramme implementieren, laufen administrative Prozesse und Genehmigungsverfahren in vielen EU-Staaten noch nicht rund. Wie die Datenbank aufzeigt, machen bei der Planung einer kleinen Photovoltaik-Dachanlage in Deutschland die Kosten, die durch Anforderungen von Behörden und Netzbetreibern ausgelöst werden, nur durchschnittlich 7 Prozent an der Projektplanung (ohne die Kosten für die Hardware) aus. In Spanien oder Griechenland beispielsweise liegt der Anteil der durch Bürokratie verursachten Kosten hingegen zwischen 23 und 39 Prozent der Projektplanungskosten. Ein optimales Ausschöpfen des Potenzials der Energiequelle Sonne ist bisher wegen bürokratischer Hemmnisse nicht möglich.
„Attraktive Förderkonditionen und eine hohe Sonneneinstrahlung alleine reichen nicht aus, um die Nutzung der Solarenergie erfolgreich voranzutreiben. Organisatorische und rechtliche Rahmenbedingungen müssen ebenfalls stimmen. Die meisten EU-Länder haben zwar inzwischen das attraktive deutsche Fördermodell zum Ausbau Erneuerbarer Energien übernommen, die Projektumsetzung scheitert jedoch nicht selten an bürokratischen Barrieren. Das Projekt PV LEGAL hat sich zum Ziel gesetzt, diese Barrieren europaweit abzubauen“, sagt Carsten Körnig, Geschäftsführer des BSW-Solar.
Die PV LEGAL Datenbank stellt eine Vielzahl von Informationen für die drei Marktsegmente der kleinen PV-Anlagen auf Wohngebäuden, mittleren PV-Anlagen auf kommerziellen Gebäuden und PV-Freiflächenanlagen zur Verfügung. Für jedes Segment wurden die Projektschritte identifiziert und detailliert mit Informationen zu Dauer, Wartezeiten und rechtlich-administrativen Kosten der Verfahren beschrieben. So stellt die PV LEGAL Datenbank ein wertvolles Werkzeug für Marktakteure und Entscheidungsträger dar, da sie eine detaillierte Situationsanalyse über bestehende administrative Hemmnisse bei der PV-Anlagenplanung bietet.
In einen nächsten Schritt werden die Projektpartner auf Grundlage der Datenbank nun Verbesserungsvorschläge für Entscheidungsträger und Netzbetreiber entwickeln um relevanten Akteuren konkrete Entscheidungsvorlagen und Best-Practice-Beispiele an die Hand zu geben und die Barrieren im Land abzubauen.
Zugang zur PV LEGAL Datenbank
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Montag 17. Mai 2010 von birdfish
Der Deutsche Naturschutzring (DNR) fordert Bundesregierung und Regierungsfraktionen auf, den überraschenden Stopp des Marktanreizprogramms zurückzunehmen.
Investitionen von Hausbesitzern gehen nach Förderungsstopp wieder zurück – (c) Dagmar Struß
Das Programm galt der Förderung von Solarthermie, Pelletsheizungen und umweltgerechten Wärmepumpen.
Die Forderung des DNR gelte ebenso für den Stopp der Klimaschutzinitiative des Bundes zur Förderung kommunaler Klimaschutzprogramme. Die Bundesregierung stelle den Klimaschutz in öffentlichen Reden als zentrale Zukunftsaufgabe heraus, baue gleichzeitig aber die Förderung erneuerbarer Energien ab. “Der Widerspruch zwischen Reden und Handeln wird größer. Nach der überzogenen Kürzung der Einspeisevergütung für Photovoltaik stellt das Ende der mit 350 Millionen ausgestatteten Förderprogramme einen neuen Tiefpunkt im Klimaschutz dar”, sagte DNR-Präsident Hubert Weinzierl.
Das abrupte Ende der Förderung im Klimaschutz wirke sich auch ökonomisch höchst nachteilig aus. Die dadurch angestoßenen Investitionen von Hausbesitzern und Kommunen seien achtmal so groß wie die Unterstützungszahlungen gewesen. Zudem brauche die Wirtschaft in der gegenwärtigen Krise positive Signale, um ökologische Zukunftsmärkte auszubauen. Die Bundesregierung mache genau das Gegenteil. Das Vertrauen der Hausbesitzer in die Versprechungen der Bundesregierung sei tief enttäuscht worden. Viele hätten in erneuerbare Wärmesysteme mit höheren Kosten investiert. Da die Auszahlung der Fördermittel erst nach dem Einbau der Heizsysteme erfolgte, gingen alle leer aus, die derzeit eine Anlage einbauen oder bestellt haben.
Im Klimaschutz besonders engagierte Kommunen würden durch den Wegfall der Förderung entscheidend zurückgeworfen. Als freiwillige Maßnahmen könnten Aktivitäten der Kommunen im Klimaschutz bei ihrer derzeitigen völlig desolaten finanziellen Lage ohne Unterstützung von außen nicht mehr realisiert werden. Wie eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 40 Prozent bis 2020 bei einer solchen Politik erreicht werden könne, sei rätselhaft. Offensichtlich habe sich die Bundesregierung von einem wirksamen Klimaschutz verabschiedet.
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