KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Mini-Blockheizkraftwerke werden wieder durch das Bundesumweltministerium gefördert

Donnerstag 19. Januar 2012 von birdfish

Das Bundesumweltministerium hat die neuen Richtlinien für die Förderung von Mini-KWK-Anlagen bis 20kW veröffentlicht. Das Förderprogramm wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) administriert. Ab 1. April 2012 können dort Anträge eingereicht werden.

Blockheizkraftwerk
Größeres Blockheizkraftwerk – Foto: meyertobi / Pixelio

Neue Mini-Blockheizkraftwerke bis 20kW in Bestandsbauten können nach dem Programm einen einmaligen Investitionszuschuss erhalten, der nach der elektrischen Leistung der Anlagen gestaffelt ist. So erhalten z.B. sehr kleine, für Ein- und Zweifamilienhäuser besonders geeignete Anlagen mit einer Leistung von 1kW 1.500€, große Anlagen mit 19kW hingegen 3.450€.

Voraussetzung für eine Förderung ist das Erfüllen anspruchsvoller Effizienzanforderungen der Anlagen: Die Anforderungen der EU-KWK-Richtlinie für Kleinstanlagen müssen deutlich übertroffen werden. Die Primärenergieeinsparung muss für Anlagen kleiner 10kW mindestens 15% und für Anlagen von 10kW bis einschließlich 20 kW mindestens 20% betragen.

Außerdem ist ein Gesamtjahresnutzungsgrad von mindestens 85 % einzuhalten.

Weitere Anforderungen sind u. a. das Vorhandensein

  • eines Wärmespeichers mit einem Energiegehalt von mindestens 1,6kWh pro installierte kW,
  • einer Steuerung und Regelung für eine wärme- und stromgeführte Betriebsweise inklusive eines intelligenten Wärmespeichermanagements
  • sowie eines Messsystems zur Bestimmung des aktuellen Strombedarfs (Smart Meter) für Anlagen ab 3kW.

KWK-Anlagen erreichen durch die Nutzung der bei der Stromerzeugung anfallenden Abwärme eine besonders hohe Brennstoffausnutzung und sind daher besonders klimafreundlich. Die Speicherung der Wärme ermöglicht die flexible Bereitstellung der gesicherten Leistung. Dadurch tragen die Anlagen auch zur Systemintegration fluktuierender erneuerbarer Energien bei.

Die Anlagen können überall dort eingesetzt werden, wo ein Wärmebedarf besteht, z.B. in Wohngebäuden sowie im Bereich Gewerbe, Handel, Dienstleistungen.

Um den Einsatz derartiger hocheffizienter Anlagen künftig in allen relevanten Anwendungsbereichen voranzubringen und systemgerecht zu nutzen, bedarf es gezielter wirtschaftlicher Anreize.

Die Potenziale sind riesig. So werden z.B. 26 Mio. Wohnungen mit ca. 17 Mio. Zentralheizungen versorgt. Nur ein Zehntel dieser Heizkessel entspricht dem Stand der Technik. 20% sind älter als 24 Jahre mit schlechten Wirkungsgraden unter 65%. Veraltete Heizungsanlagen durch ein hoch energieeffizientes Mini-BHKW zu ersetzen, schont das Klima und den Geldbeutel.

Fördervoraussetzung ist, dass die Anlagen in einer Liste enthalten sind, die auf der Homepage des BAFA veröffentlicht wurde. Dazu sollen in einer ersten Runde die entsprechenden Herstelleranmeldungen bis 15. Februar 2012 im BAFA vorliegen. Die Liste soll dann bis 15. März 2012 veröffentlicht werden.

Förderanträge können ab 1. April 2012 eingericht werden.

BAFA Homepage für nähere Infos


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Hängepartie um Gebäudesanierung beenden – Steuerrabatt nur für Energiespareffekte

Donnerstag 27. Oktober 2011 von birdfish

Das Kabinett hat sich entschieden, in Sachen Gebäudesanierung den Vermittlungsausschuss des Bundesrates anzurufen.

Energieeffizienz durch Gebäudesanierung
Energieeffizienz durch Gebäudesanierung – Foto: Rainer Sturm / Pixelio

„Jetzt gibt es endlich die Chance, die widersinnige Hängepartie um Steuerrabatte für die energetische Gebäudesanierung zwischen Bund und Ländern zu beenden“, kommentiert NABU-Präsident Olaf Tschimpke die  Kabinettsentscheidung.„Damit muss das Schwarze-Peter-Spiel zwischen Bund und Ländern endlich ein Ende haben“, fordert Tschimpke. „Nur eine schnelle Einigung im Vermittlungsausschuss kann die Verunsicherung der Hausbesitzer und damit den Sanierungs- und Investitionsstau auflösen“, mahnt Tschimpke.

Hauptstreitpunkte zwischen Bund und Ländern sind die Verteilung der Kosten der Steuerentlastung und eine gerechte Ausgestaltung der Förderung. Aus NABU-Sicht kommt es nun vor allem darauf an, an den geplanten ambitionierten Effizienzstandards festzuhalten. „Steuerrabatte sind der richtige Weg, die Sanierungsrate zu erhöhen“, erklärt der NABU-Präsident. „Aber zielführend sind die Maßnahmen nur, wenn sie auch an hohe energetische Effizienzstandards geknüpft sind.“ Zugleich müsse die Förderung gerecht gestaltet werden. „Dafür sollte der Steuerrabatt nicht wie geplant auf das zu versteuernde Einkommen, sondern anhand der tatsächlichen Steuerlast bemessen werden. Nur so werden hohe Einkommen nicht über Gebühr bevorteilt“, erklärt Tschimpke.

Der NABU teilt nicht die bisherige Sicht der Länder, dass allein der Bund die Kosten der steuerlichen Förderung tragen soll. „Gerade die regionale Wirtschaft und damit die Kommunen und Länder profitieren davon, wenn deutlich mehr Häuser energetisch saniert werden und die lokale Konjunktur für Handwerker, Dienstleistungen und Hersteller ankurbeln“, macht Tschimpke deutlich. So sei es widersinnig, wenn die Länder die Verhandlungen im Vermittlungsausschuss an diesem Punkt scheitern lassen. Der NABU drängt auf eine schnelle Einigung: „Was wir brauchen ist Planungs- und Investitionssicherheit für Hausbesitzer – und die gibt es nur mit einem schnellen Beschluss für einen Steuerrabatt.“

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Erstes Passivhaus-Hallenbad eröffnet: ein Vorbild für finanzschwache Gemeinden?

Dienstag 20. September 2011 von birdfish

Deutschlandweit werden zunehmend mehr Bäder geschlossen, weil die maroden Gemeindekassen die hohen Unterhaltskosten für Bäder einfach nicht mehr hergeben.

Passivhaus-Hallenbad
Passivhaus-Hallenbad in Lünen – Foto: Bädergesellschaft Lünen

Das hat zur Folge, dass Menschen zunehmend in größere Städte ziehen, weil die Infrastruktur in kleineren Gemeinden mehr und mehr abgebaut wird. Und es hat zudem zur Folge, dass immer weniger Kinder schwimmen lernen. Vielleicht kann ein neues Energiespar-Bad Vorbild sein, dass nachhaltiges Bauen sich für Städte in mehrfacher Hinsicht lohnt.

In Lünen ist jetzt eine Idee Wirklichkeit geworden. Im Beisein zahlreicher Ehrengäste eröffnete das Lippe-Bad in Lünen nach rund dreijähriger Planungs- und Bauphase als eines der ersten Passivhaus-Bäder Europas seine Pforten. Die neue Halle, in die auch ein ehemaliges Fernheizwerk integriert wurde, soll zukünftig 50 Prozent weniger Energie als ein normaler Neubau verbrauchen. Dr. Wulf Grimm, Abteilungsleiter Umwelttechnik der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), betonte anlässlich der Eröffnung, das Passivhaus-Bad solle „eine Initialzündung für weitere Bäder sein“. In den rund 3.500 Hallenbädern in Deutschland schlummere noch „ein enormes Energieeinsparpotenzial“, das durch das Lippe-Bad als „ökologisches Leuchtturmprojekt“ geweckt werden solle. Die DBU förderte die Planungsphase mit 125.000 Euro.

In Zusammenarbeit mit dem Passivhaus Institut (Darmstadt) hatte die Bädergesellschaft Lünen die Grundlagen zum Konzept entwickelt. Der Schwerpunkt liegt auf einer verbesserten Wärmedämmung an der Gebäudehülle und einer Dreifach-Verglasung. Dadurch sollen Wärmeverluste verringert und eine höhere Raumluftfeuchte ermöglicht werden. Grimm: „Beides sind entscheidende Voraussetzungen für die hohen Energieeinsparungen.“ Mit einer optimalen Dämmung könne die Luftfeuchtigkeit höher sein, ohne dass Wasser an der Fassade kondensiere. Das sorge auch für mehr Hygiene.

Alle Maßnahmen zusammen genommen sollen jährlich bis zu 193.000 Euro an Energiekosten sparen. Zum Gesamtprojekt gehöre neben dem Neubau auch die Umnutzung eines ehemaligen Fernheizwerkes, das konzeptionell in den Gesamtkomplex integriert worden sei. Es beherbergt ein 25 Meter langes Schwimmbecken und sei gleichwertig wie der Neubau gedämmt. Grimm zeigte sich erfreut: „Hier gelingt nicht nur ein Neubau nach Passivhausstandard. Auch die alte Infrastruktur wird aufgearbeitet und integriert.“ Für noch folgende Bauprojekte sollen die Ergebnisse aus Lünen aufbereitet werden. Eine Broschüre und Präsentationen auf Fachveranstaltungen seien geplant.

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Bundesbauministerium fördert Modellhäuser, die den ‘Plus-Energie-Standard’ erfüllen

Dienstag 30. August 2011 von birdfish

Das Bundesbauministerium hat ein neues Förderprogramm für Modellhäuser aufgelegt, die den sogenannten „Plus-Energie-Standard“ erfüllen.

Fördertopf für Plus-Energie-Häuser geöffnet
Fördertopf für Plus-Energie-Häuser geöffnet – Foto: Siegfried Baier / Pixelio

Dafür stehen zunächst im Jahr 2011 rund 1,2 Millionen Euro bereit.
Mit dem Förderprogramm für Energie-Plus-Häuser werden Bauherren unterstützt, die Gebäude errichten, die deutlich mehr Energie produzieren, als für deren Betrieb notwendig ist. Diese Energie soll insbesondere für die Elektromobilität zur Verfügung stehen.

Die Modellprojekte werden im Rahmen eines wissenschaftlichen Begleitprogramms ausgewertet. Mit den Ergebnissen soll das Energiemanagement von modernen Gebäuden verbessert und die notwendigen Komponenten für die energieeffiziente Gebäudehülle und die Nutzung erneuerbarer Energien fortentwickelt werden.
Das BMVBS wird im Rahmen dieses Netzwerkes ein eigenes Plus-Energie-Haus mit Elektrofahrzeugen bis Ende des Jahres als Forschungsobjekt und Schaustelle in Berlin errichten.

Die neue Fördermaßnahme richtet sich an alle Bauherren oder deren bevollmächtige Vertreter – z.B. Privatpersonen, Institutionen, Unternehmen. Gefördert werden zunächst ausschließlich Wohngebäude (Ein-, Zwei-, Reihen-, und Mehrfamilienhäuser), die in Deutschland errichtet werden. Die Gebäude sollen in der Lage sein, neben allen Funktionen des Hauses wie Heizung, Warmwasser, Beleuchtung oder Haushaltsstrom, Elektrofahrzeuge oder weitere externe Nutzer wie z.B. benachbarte Häuser zu bedienen. Sie sollen unter realen, das heißt bewohnten Bedingungen, getestet und evaluiert werden. Dazu wird den Bauherren jeweils eine Expertengruppe zur Seite gestellt. Die Forschungsergebnisse werden anschließend veröffentlicht. Dank der gewonnenen Erkenntnisse soll das Energiemanagement von modernen Gebäuden verbessert und die notwendigen Komponenten für die energieeffiziente Gebäudehülle und die Nutzung erneuerbarer Energien fortentwickelt werden.

Hier finden Sie die Antragsunterlagen (Auf der Startseite ganz unten)

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Keine Energiewende ohne Energieffizienz – Steueranreize für Gebäudesanierung geben

Dienstag 12. Juli 2011 von birdfish

Der Umweltverband NABU hat gemeinsam mit der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) und dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) das Scheitern des Gesetzes zur steuerlichen Förderung energetischer Gebäudesanierung im Bundesrat am Freitag scharf kritisiert.

Energieeffizienz durch Haussanierung
Energieeffizienz durch Häusersanierung – Foto: Rainer Sturm / Pixelio

Gemeinsam fordern sie Bundesregierung und Länder auf, sich in der Frage der Verteilung der Kosten schnell zu einigen. Ein Scheitern gefährdet aus Sicht der Verbände den Erfolg einer schnellen Energiewende. Die Verbände stimmen jedoch mit der Ansicht Länder überein, dass das Umwälzen der steuerlich förderfähigen Kosten auf den Mieter ausgeschlossen werden müsse.

Die Sicht der Länder, dass der Bund die alleinigen Kosten der steuerlichen Förderung zu tragen habe, teilen DENEFF, NABU und vzbv nicht. So profitiere gerade die regionale Wirtschaft und damit Kommunen und Länder durch eine erhöhte Nachfrage nach Produkten, Handwerk und Dienstleistungen zur energetischen Modernisierung von der energetischen Gebäudesanierung.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Ohne den Gebäudesektor sind die Klimaschutzziele der Bundesregierung nicht erreichbar. Eine echte Energiewende kann es nur geben, wenn die energetische Gebäudesanierung voran getrieben wird. Steuerliche Anreize sind zwar nur ein Baustein, dafür aber ein wesentlicher, um die Sanierungsrate im Gebäudebestand zu erhöhen. Eine alleinige Verdopplung der Sanierungsrate reicht jedoch nicht aus. Zielführend sind Maßnahmen nur dann, wenn sie an hohe Effizienzstandards geknüpft sind. Das gilt gerade auch für Einzelmaßnahmen. “

Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF): „Die steuerliche Förderung von Gebäudesanierungen kann einen echten Boom für sinnvolle Effizienzmaßnahmen auslösen. Die Blockadehaltung der Länder verspielt wichtige, wirtschaftspolitische Chancen. Jeder Steuercent, der mit der Förderung in heimische Wirtschaft und Beschäftigung investiert wird, würde uns dauerhaft unabhängig machen von teuer importierten Brennstoffen.“

Holger Krawinkel, Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Leiter des Fachbereichs Bauen, Energie, Umwelt: „Die steuerliche Förderung ist unabdingbar, um Eigenheimbesitzer und Kleinvermieter zu energieeffizienten Investitionen zu motivieren. Geförderte Maßnahmen dürfen nicht zu Mietsteigerungen führen, damit die Mieter unterm Strich von niedrigeren Heizkosten profitieren. Die Ausgaben für Strom, Öl und Gas machen bereits heute bei einkommensschwächeren Haushalten über 40 Prozent der Ausgaben aus.“

Ziel muss aus Sicht von DENEFF, NABU und vzbv der klimaneutrale Gebäudebestand sein – wie im Energiekonzept der Bundesregierung vorgesehen. Um dies wirtschaftlich und nachhaltig zu schaffen, müssen Energieeffizienzmaßnahmen und der Ausbau der erneuerbaren Energien parallel vorangetrieben werden. Die Energieeffizienz spielt eine ganz entscheidende Rolle für das Erreichen der Klimaschutzziele.

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Regierungsbeschlüsse zu Gebäudesanierung – Verbände meinen: grobe Richtung stimmt

Dienstag 14. Juni 2011 von birdfish

Die Verbände begrüßen generell die Regierungsbeschlüsse zur Gebäudesanierung, meinen aber, dass hier einiges noch verbesserungswürdeig ist, die ambitionierten Ziele zu erreichen.

Energieeffizienz durch Gebäudesanierung
CO2-Einsparungen durch Gebäudesanierung – Foto: Rainer Sturm / Pixelio
  • Umwelt- und Unternehmensverbände begrüßen Aufstockung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms und Einführung von Steueranreizen für Gebäudesanierung.
  • Höhe von 1,5 Mrd. für KfW-Programme reicht jedoch nicht aus, um die Sanierungsrate zu verdoppeln. Mind. 2 Mrd. sind notwendig
  • Sichere Mittelherkunft aus dem Energie- und Klimafonds bislang unklar
  • Anpassung der KfW-Förderprogramme könnte rund 300.000 Arbeitsplätze schaffen und sichern: 90% der Wertschöpfung entsteht durch regionale Betriebe des Mittelstands.
  • Durch KfW-Förderung und neue Steueranreize können jährlich bis zu 1,6 Mio. t CO2 eingespart werden.

Führende Unternehmens- und Umweltverbände fordern den Bundestag auf, den Beschluss der Bundesregierung zu unterstützen, das bewährte CO2-Gebäudesanierungsprogramm im kommenden Jahr fortzuführen. Im Vorjahr war das Programm noch auf 936 Mio. Euro gekürzt worden. 2012 sollen 1,5 Mrd. EUR aus dem Energie- und Klimafonds (EKF) bereitgestellt werden.

„Energetische Gebäudesanierung ist aktiver Klimaschutz“, sagt Eberhard Brandes, Vorstand der Umweltschutzorganisation WWF Deutschland. „Wir schaffen die Energiewende in Deutschland nur, wenn wir parallel zur Umstellung auf nachhaltige Energiequellen unseren Energieverbrauch drastisch reduzieren. Deshalb ist energetische Gebäudesanierung so überaus wichtig.“ Nach Ansicht des WWF gingen die Kabinettsbeschlüsse daher in die richtige Richtung. „Klar ist aber auch: Die geplanten Verbesserungen reichen noch nicht, um unsere Klimaziele zu erreichen“, so Brandes.

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB, sieht es ähnlich: „Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm leistet einen enormen Beitrag zur Erreichung der deutschen Klimaziele und zur Energiewende. Gleichzeitig sichert es rund 300.000 Arbeitsplätze im überwiegend mittelständisch geprägten Bau- und Ausbaugewerbe. Wir begrüßen daher ausdrücklich die Entscheidung der Bundesregierung, dieses überaus erfolgreiche Förderprogramm fortzuführen, weisen aber eindringlich darauf hin, dass mindestens 2 Mrd. für die geplante Verdopplung der Sanierungsrate notwendig sind  und  die Finanzierung aus dem Energie- und Klimafonds abgesichert sein muss“, so  Pakleppa. . „Für Investoren wie auch Unternehmen ist die Schaffung von Planungs- und Investitionssicherheit von herausragender Bedeutung. Dies ist nur bei einer langfristig angelegten, verlässlichen Förderkulisse der Fall. Daher ist der Beschluss der Bundesregierung ein Schritt in die richtige Richtung, den wir ausdrücklich begrüßen. Aus unserer Sicht gilt es jedoch, auch den Ersatzneubau in die Förderung einzubeziehen.“

Auch die Energieeffizienzbranche begrüßt die Pläne der Bundesregierung. „Die Effizienzbranche hat ein enormes wirtschaftliches Potenzial und kann zum wahren Job-Motor werden. Dafür müssen jetzt zuverlässige und ambitionierte Rahmenbedingungen geschaffen werden. Die Beschlüsse der Bundesregierung gehen in die richtige Richtung“, so Christian Noll, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF). „Wir begrüßen insbesondere die Entscheidung der Bundesregierung, Steueranreize für die Gebäudesanierung einzuführen. Damit wird ein aus Sicht der DENEFF sehr zielgenaues Anreizinstrument für Eigenheimbesitzer und Kleinvermieter geschaffen. Wünschenswert wäre allerdings, dass auch die Umsetzung durch einen professionellen Energiedienstleister, der Hausbesitzer kompetent unterstützt und begleitet, ermöglicht würde“, so Noll weiter.

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Neue kostengünstige Stromspeicher machen Privathaushalte mit Photovoltaik autark

Montag 30. Mai 2011 von birdfish

Eine neue Generation von Litium-Batterien könnte bald den Strom der heimischen Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach speichern und so Hausbesitzer zu autarken Stromerzeugern machen.

Neuer Stromspeicher macht Hausbesitzer/innen autark
Neuer Stromspeicher macht Hausbesitzer/innen autark – Foto: Dagmar Struß

Elektrochemiker und Elektroingenieure der TU München entwickeln Akkus aus Litiumtitanat und Litiumeisenphosphat, die extrem lange haltbar und damit kostengünstig sein werden. Das Projekt wird von der Stiftung Nagelschneider gefördert und wurde auf der Messe Intersolar Europe 2011 in München vom 8. – 10. Juni 2011 präsentiert.
Der Umstieg auf erneuerbare Energien wird unsere Stromnetze völlig verändern. Denn Strom aus Wind und Sonne ist nicht immer gleichmäßig verfügbar und kann nicht immer dort gewonnen werden, wo er gebraucht wird. Zum einen muss daher unser Stromnetz von einem Verteilernetz zu einem europäische konzipiertem Transportnetz umgebaut werden. Zum andern muss Strom gespeichert werden. Bisher geschieht dies in Pumpspeicherkraftwerken; an der Realisation von Druckspeicherkraftwerken wird intensiv geforscht. Eine Alternative als dezentraler Stromspeicher könnte eine neue Generation Litium-Batterien sein, die Litiumtitanat (LTO) für die Anode und Litiumeisenphosphat (LFP) für die Kathode nutzt.


Grünspar - Grünsparen statt schwarzärgern

An der TU München entwickeln derzeit Elektrochemiker und Elektroingenieure gemeinsam eine solche LTO-LFP-Batterie, die über extrem viele Ladezyklen haltbar sein soll und sich daher etwa als Stromspeicher von Fotovoltaikanlagen eignen könnte. An Versuchszellen wurde bereits eine Lebensdauer von 20.000 Zyklen ohne eine nennenswerte Veränderung der Kapazität nachgewiesen – bisher gebräuchliche Litiumionenbatterien zum Beispiel schaffen lediglich 1.000 bis 3.000 Zyklen.

Bislang sind LTO-LFP-Batterien noch wenig erforscht, da sie für Elektroautos zu groß und zu schwer wären. Da Anwendungen als Speicher für erneuerbare Energien meist jedoch keine hohen Anforderungen an die Energiedichte stellen, macht die Langlebigkeit von LTO-LFP-Batterien sie als Speicher sehr kostengünstig.

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Das erste weltweite Passiv-Hochhaus steht in Freiburg – Mieter ziehen jetzt ein

Dienstag 24. Mai 2011 von birdfish

Alte und neue Mieter ziehen nach 18 Monaten Sanierungszeit seit Ende April 2011 in das weltweit erste nach Passivhausstandard sanierte Hochhaus im Freiburger Stadtteil Weingarten.

Passivhochhaus: 90 sanierte Wohnungen
Passivhochhaus: 90 sanierte Wohnungen – Foto: Fraunhofer ISE

Der Primärenergiebedarf für Beheizung, Trinkwassererwärmung, Lüftung, Beleuchtung und Haushaltsstrom wurde um 40 Prozent gesenkt. Die Forschungen an dem Modellprojekt gehen weiter.

Im bewohnten Gebäude analysieren die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE über zwei Jahre den Energieverbrauch im realen Betrieb. Die Ergebnisse haben, wie das gesamte Projekt, Modellcharakter und sollen zukünftig in vergleichbare energetische Sanierungsvorhaben einfließen. Gemeinsam haben sich die Freiburger Stadtbau GmbH, die badenova WÄRMEPLUS und das Fraunhofer-Institut zum Ziel gesetzt, den Primärenergiebedarf des gesamten Stadtteils bis zum Jahr 2020 um 50 Prozent zu reduzieren.

Der Heizwärmebedarf des Hauses ist nach der Sanierung deutlich unter 20 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a) gesunken und mit dem eines neu gebauten Passivhauses vergleichbar. Der Heizwärmebedarf nach Sanierung liegt bei einem Fünftel des ursprünglichen Werts und wurde damit um 80 Prozent gesenkt.

Der Energieverbrauch des sanierten Gebäudes wird seit März 2011 vom Fraunhofer-Institut gemessen. Einzelne Geschosse werden dabei sehr detailliert erfasst (Warmwasserbedarf, Haushaltsstrom, Heizung, Fensterkontakte). Die Messungen werden zwei Jahre dauern, die Ergebnisse anonymisiert erfasst. Für die Senkung des Primärenergiebedarfs ist auch die Senkung des Haushaltstroms ausschlaggebend. Über die Verbrauchsentwicklung werden die Bewohner der „Messgeschosse“ ständig informiert. Die Wärmebereitstellung des Stadtteils Weingarten basiert auf Kraft-Kärme-Kopplung. Auf Grund der optimierten Gebäudedämmung sinkt der Bedarf und wird im Jahresverlauf gleichmäßiger. Der Einsatz gasbetriebener Kessel kann reduziert werden.
Über das Sanierungsprojekt »Weingarten 2020«

Der westliche Teil des 1965-1969 entstandenen Freiburger Stadtteils Weingarten wird im Zeitraum 2007 bis ca. 2020 in drei Abschnitten modernisiert. Der BINE Informationsdienst berichtete zuletzt im Januar 2011.
Das Areal, in dem rund 5.800 Menschen wohnen, umfasst eine Fläche von etwa 30 ha. Im Sanierungsgebiet sind vier Gebäudetypen mit rund 1.300 Wohnungen vorhanden: 16-geschossige Hochhäuser, acht und viergeschossige Mehrfamilienhäuser sowie einige Nichtwohngebäude. Als erstes von vier Hochhäusern wurde in rund eineinhalb Jahren das Gebäude in der Bugginger Straße 50 energetisch modernisiert. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie förderte das Hochhausprojekt im Rahmen der Forschungsinitiative „Energieeffiziente Stadt“.

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