Freitag 21. Januar 2011 von birdfish
Die Europäische Umweltagentur (EEA) hat eine Studie zur Bodenversiegelung in Europa veröffentlicht.
Helsinki – weniger Versiegelung pro Einwohner – Foto: Birgit Winter / Pixelio
Die hierfür ausgewerteten Satellitenbilder zeigen, dass in europäischen Städten der Versiegelungsgrad der Böden wie auch der Anteil versiegelter Böden pro Einwohner sehr unterschiedlich ausfällt.
Der Studie nach weist zum Beispiel Helsinki mit seinen rund einer Millionen Einwohnern und seinem weitläufigen Stadtgebiet relativ gering verdichtete Böden auf. Der Versiegelungsanteil pro Einwohner ist daher zwar hoch, doch können die Böden infolge des in weiten Teilen geringen und nur partiell hohen Versiegelungsgrades ihre ökosystemaren Funktionen eingeschränkt noch wahrnehmen. Die 1-Millionenstadt Sofia ist hingegen deutlich kompakter bebaut, so dass der Versiegelungsanteil pro Einwohner geringer, aber der Versiegelungsgrad der Böden insgesamt höher ist als in Helsinki.
Die Wissenschaftler machen in der Studie deutlich, dass ein geringer Anteil versiegelter Böden pro Einwohner und somit eine kompakte Bebauung zwar sinnvoll ist, da so der ökologische Fußabdruck pro Einwohner reduziert wird. Dennoch können dicht versiegelte Böden dazu führen, dass sie ihre wichtigen ökosystemaren Funktionen, beispielsweise zur Verbesserung des Mikroklimas, der Wasserreinhaltung und -speicherung, nicht erfüllen kann. Vor dem Hintergrund klimawandelbedingter steigender Temperaturen und zunehmender Wetterextreme fordern die Wissenschaftler ein intelligentes Siedlungsmanagement in Städten. Bodenversiegelung müsse überall dort, wo sie nicht erforderlich sei, beispielsweise auf Parkplätzen und öffentlichen Plätzen, reduziert und zugleich Grünflächen und der städtische Baumbestand deutlich ausgeweitet werden.
Die Studie und weiterführende Informationen finden Sie auf der EEA-Website
Die Europäische Umweltagentur (EEA) hat eine Studie zur Bodenversiegelung in Europa veröffentlicht. Die hierfür ausgewerteten Satellitenbilder zeigen, dass in europäischen Städten der Versiegelungsgrad der Böden wie auch der Anteil versiegelter Böden pro Einwohner sehr unterschiedlich ausfällt.
Der Studie nach weist zum Beispiel Helsinki mit seinen rund einer Millionen Einwohnern und seinem weitläufigen Stadtgebiet relativ gering verdichtete Böden auf. Der Versiegelungsanteil pro Einwohner ist daher zwar hoch, doch können die Böden infolge des in weiten Teilen geringen und nur partiell hohen Versiegelungsgrades ihre ökosystemaren Funktionen eingeschränkt noch wahrnehmen. Die 1-Millionenstadt Sofia ist hingegen deutlich kompakter bebaut, so dass der Versiegelungsanteil pro Einwohner geringer, aber der Versiegelungsgrad der Böden insgesamt höher ist als in Helsinki.
Die Wissenschaftler machen in der Studie deutlich, dass ein geringer Anteil versiegelter Böden pro Einwohner und somit eine kompakte Bebauung zwar sinnvoll ist, da so der ökologische Fußabdruck pro Einwohner reduziert wird. Dennoch können dicht versiegelte Böden dazu führen, dass sie ihre wichtigen ökosystemaren Funktionen, beispielsweise zur Verbesserung des Mikroklimas, der Wasserreinhaltung und -speicherung, nicht erfüllen kann. Vor dem Hintergrund klimawandelbedingter steigender Temperaturen und zunehmender Wetterextreme fordern die Wissenschaftler ein intelligentes Siedlungsmanagement in Städten. Bodenversiegelung müsse überall dort, wo sie nicht erforderlich sei, beispielsweise auf Parkplätzen und öffentlichen Plätzen, reduziert und zugleich Grünflächen und der städtische Baumbestand deutlich ausgeweitet werden. [jgl]
Studie und weiterführende Informationen:
EEA-Seite
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Mittwoch 5. Januar 2011 von birdfish
Die EU-Parlamentarier haben sich für ein bindendes Energieeffizienzziel von 20 Prozent ausgesprochen.
Sanierung öffentlicher Gebäude macht großen Anteil besserer Energieeffizienz aus – Foto: Dieter Schütz / Pixelio
Damit senden sie ein starkes Signal an die Kommission, die bisher unschlüssig ist, ob das Effizienzziel im Energieeffizienzaktionsplan (EEAP) verbindlich gemacht werden soll. Auch die europäischen Staats- und Regierungschefs werden beim Energie-Gipfel am 4. Februar über Effizienz beraten. Das Energieeinsparziel ist das einzige der 20-20-20-Ziele, bei dem die EU nicht auf gutem Wege ist, es zu erreichen. Während die Ziele zu CO2-Reduktionen und erneuerbaren Energien durch Entscheidungen und Richtlinien verbindlich gemacht wurden, blieb es bisher bei Energieeffizienz bei der politischen Willensbekundung.
Deutsche Abgeordnete der Linken, Grünen und SPD stimmten geschlossen für das verbindliche Effizienzziel, aus den Reihen der deutschen Liberalen stimmte nur ein Abgeordneter gegen die Verbindlichkeit, während die deutschen Christdemokraten mit zwei Ausnahmen geschlossen dagegen stimmten.
Umweltgruppen begrüßten das Abstimmungsergebnis. Der Generalsekretär des Umweltdachverbands Europäisches Umweltbüro (EEB) John Hontelez betonte, dass durch verbindliche Ziele Planungssicherheit hergestellt wird. Diese sei notwendig, um Finanzierung, Innovation und Politikwandel anzutreiben.
Neben der Verbindlichkeit des Effizienzziels forderten die Parlamentarier eine Schwerpunktsetzung auf Gebäudeeffizienz. Der öffentliche Sektor solle dabei die Führung übernehmen und öffentliche Gebäude wie Schulen auf ihr Einsparpotenzial hin prüfen. Die EU-Institutionen sollten mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Gebäude kosteneffektiv so sanieren, dass diese künftig eine CO2-Bilanz von praktisch Null aufwiesen.
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Freitag 15. Oktober 2010 von birdfish
Das Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung sowie Ecofys haben eine neue Studie zum Energiebedarf herausgebracht.
Die Forschung empfiehlt der Politik Investitionen in energiesparende Programme – Foto: Rainer Sturm / Pixelio
Die Europäische Union muss dieser Studie zufolge ihre Maßnahmen zur effizienten Nutzung von Energie verdreifachen, wenn sie wie geplant in den kommenden zehn Jahren den Energiebedarf um 20 Prozent reduzieren will. Geschieht dies, können europäische Verbraucher und Unternehmen jährlich 78 Milliarden Euro bis 2020 sparen – das wäre eine durchschnittliche Ersparnis von 380 Euro pro Haushalt im Jahr 2020.
Zurzeit liegt die Europäische Union jedoch bei ihren – bisher unverbindlichen – Zielen zur Erreichung einer höheren Energieeffizienz deutlich zurück. Die momentane EU-Politik liefert nur ein Drittel der potenziellen kostengünstigen Sparmaßnahmen. Die Studie des Fraunhofer ISI kommt zu dem Schluss, dass eine verbindliche Zielsetzung für die Energieeffizienz ähnlich der bereits bestehenden 20 Prozent-Ziele zur CO2-Emissionsverringerung oder dem Ausbau erneuerbarer Energien eine deutlich höhere Dynamik schaffen würde, um auch die Energienachfrage um 20 Prozent bis 2020 zu reduzieren. Zusätzlich würde eine solche verbindliche Zielsetzung Europas weitere Ziele stärken, den Einsatz erneuerbarer Energien voranzutreiben, die CO2-Emission zu senken und dafür notwendige Energieinfrastrukturen zu schaffen. „Werden alle Ziele bis 2020 umgesetzt, verringert sich auch die Abhängigkeit Europas von Energiequellen außerhalb Europas, was wiederum eine sichere und kostengünstigere Energieversorgung in der Zukunft bedeutet“, so Dr. Wolfgang Eichhammer, Projektleiter am Fraunhofer ISI.
Dafür müssen jedoch die politischen Rahmenbedingungen an die gestellten Anforderungen angepasst werden, empfiehlt die Studie. Zunächst sollte eine einheitliche Methode zur Definition des Energieeffizienzziels eingeführt werden. „Der Zielfortschritt sollte gut messbar sein, um nicht, wie im Rahmen der Energieeffizienz- und Energiedienstleistungsrichtlinie, zu langen methodischen Diskussionen zu führen. Des Weiteren sollte man auf dem bestehenden Instrumentarium der Effizienzrichtlinie aufsetzen und deren bisherige Mängel beheben. Insbesondere muss ein verbindliches Ziel die Aktivitäten der Mitgliedsstaaten stärken“, schlägt Dr. Wolfgang Eichhammer vor. Dies trifft auch für Deutschland zu, das in seinem kürzlich veröffentlichten Energiekonzept der Energieeffizienz einen hohen Stellenwert einräumt. Investitionen in energiesparende Programme und Maßnahmen sollten noch mehr gefördert und entsprechende Anreize dafür geschaffen werden. Ebenso muss die Energiewirtschaft in die Anschubfinanzierung dieser Investitionen einbezogen werden, wie in der Richtlinie bereits angelegt.
Mit wirksamen Energiesparmaßnahmen wird nicht nur der CO2-Ausstoß verringert. Auch auf die Wirtschaft haben die Maßnahmen eine positive Wirkung. Die Europäische Union kann dadurch jährlich Milliarden Euro einsparen. „Energieeffizienz ist entscheidend für den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Zukunft. Die EU hat noch ein großes, bislang ungenutztes Potenzial an Maßnahmen, das es auszuschöpfen gilt, um kosteneffiziente Energieeinsparungen durchzusetzen und die Klimaschutzziele zu erreichen. Mit unserer Studie leisten wir einen konstruktiven Beitrag zu den laufenden Beratungen über die Zukunft der EU-Energieeffizienz-Politik”, so Dr. Wolfgang Eichhammer.
Studie “Energy Savings 2020″ (engl.)
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Mittwoch 29. September 2010 von birdfish
Das neue Energiekonzept hat nach Einschätzung von Germanwatch gegenüber dem Entwurf, den Umwelt- und Wirtschaftsministerium vorgelegt hatten, deutlich an Substanz verloren.
Selbst das CO2-Gebäudesanierungsprogramm wurde unter allgemeinen Finanzierungsvorbehalt gestellt – Foto: Rainer Sturm / Pixelio
Zwar sei die Bundesregierung bei den Zielen für Energieeffizienz und Erneuerbare Energien ambitioniert. Sie strebe jetzt sogar bis 2050 einen Rückgang der Treibhausgas-Emissionen um 80 bis 95 Prozent, nicht nur um 80 Prozent an. Dies stehe aber zum einen im Widerspruch zur beschlossenen Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke und Subventionen für “effiziente” Kohlekraftwerke, wodurch ein großes Investitionshemmnis für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz aufgebaut wurde. Zum anderen hat die Bundesregierung die Ankündigung von Maßnahmen an zentralen Stellen, vor allem beim Verkehr und bei den Gebäuden, deutlich abgeschwächt. An 36 Stellen, an denen keine Einigkeit erreicht wurde, vergibt sie Prüfaufträge.
“Das Konzept ist gegenüber dem Entwurf ein Schritt zurück statt nach vorne. Die Bundesregierung hat eklatante Widersprüche ihres Konzepts nicht aufgelöst. Neue sind hinzugekommen. Bundesrat und Bundestag sollten im Gesetzgebungsverfahren gerade in den Bereichen Verkehr und Gebäude nachsteuern. Die Debatte um das Energiekonzept ist mit dem heutigen Tag nicht zu Ende, sie geht jetzt erst richtig los”, erklärt Brick Medak, Referent für deutsche Klima- und Energiepolitik bei Germanwatch. “Die Ziele, die die Bundesregierung vorlegt, sind bisher nicht durch entsprechende Maßnahmen und Gelder gedeckt.”
Nach der Analyse von Germanwatch hat die Regierung im Gebäudebereich alle konkreten Zahlen etwa zur Aufstockung von Marktanreizprogrammen für den Einsatz Erneuerbarer Energien wieder gestrichen. Die Aufstockung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms hat sie unter einen allgemeinen Finanzierungsvorbehalt gestellt. Zugleich wurde die Strafzahlung (Malus) bei Nichterreichen der Ziele gestrichen. Auch die bisher mit 200 Millionen Euro pro Jahr angekündigte Aufstockung der Nationalen Klimaschutzinitiative bleibt jetzt offen. “Ohne das notwendige Geld, wird es nicht den notwendigen Klimaschutz geben”, kommentiert Medak. Ähnlich sehe es im Verkehrsbereich aus: Die Ankündigung, sich auf europäischer Ebene für “ambitionierte CO2-Grenzwerte für Neufahrzeuge einzusetzen”, wurde ebenso gestrichen wie das Ziel, die durchschnittlichen CO2-Emissionen von neu zugelassenen Autos von heute rund 160 Gramm pro Kilometer auf 35 Gramm im Jahr 2040 zu senken.
Aus Sicht von Germanwatch bedeutet die Laufzeitverlängerung einen bedenklichen Wettbewerbsnachteil der Stadtwerke und anderer Investoren gegenüber den großen Energieversorgern. Dass man dem ausgerechnet entgegnen will, indem die Wettbewerber anders als die großen Energieversorgungsunternehmen sich für Subventionen für besonders effiziente Kohlekraftwerke bewerben können, sei klimapolitisch kontraproduktiv. In der Zukunft gebaute Kohlekraftwerke würden auch 2050 noch laufen. Das sei mit der dann angepeilten 80- bis 95-prozentigen Treibhausgas-Reduktion nicht vereinbar.
An der wichtigen Vorrangregelung für die Einspeisung von Erneuerbarem Strom will die Bundesregierung ausdrücklich festhalten. Gleichzeitig prüft sie aber einige Maßnahmen wie die Einführung von Marktprämien oder von Elementen der Mengensteuerung, die zu einer Abschaffung der Vorrangregelung “durch die Hintertür” führen können. Wenn das geschieht, befürchtet Germanwatch das Ende des dynamischen Ausbaus von Erneuerbaren Energien in Deutschland.
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Donnerstag 16. September 2010 von birdfish
Bei der Abwasserbehandlung lassen sich nach einer Studie des Umweltbundesamtes (UBA) große Mengen an Kohlendioxid einsparen.
Investitionen in kommunale Klimaanlagen sollen Klima und Haushaltkasse schonen – Foto: Dieter Schütz / Pixelio
Durch Energieeffizienz-Maßnahmen sowie durch verbesserte Eigenenergieerzeugung lässt sich der Kohlendioxid-Ausstoß der Abwasserbehandlung in Deutschland um bis zu 40 Prozent senken. „Mit moderner Umwelttechnik können Abwasserbehandlungsanlagen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Höhere Energieeffizienz und eine stärkere Nutzung von Klärgasen sind die Schlüssel für eine klimaverträgliche Abwassertechnologie“, erklärte UBA-Präsident Jochen Flasbarth.
Abwasserbehandlungsanlagen sind für 20 Prozent des Energiebedarfs in deutschen Städten und Gemeinden verantwortlich. Sie benötigen fast 4.400 Gigawattstunden (GWh/a) Strom pro Jahr und sind damit der größte Einzelenergieverbraucher vor Schulen, Krankenhäusern und anderen kommunalen Einrichtungen. Anders ausgedrückt: Die Jahresleistung eines modernen Kohlekraftwerks wird nur für das Betreiben von Abwasserbehandlungsanlagen benötigt. Pro Jahr entstehen so rund drei Millionen Tonnen des Klimagases Kohlendioxid. Dieser Energiebedarf lässt sich um über 20 Prozent senken. Darüber hinaus kann die Eigenenergieerzeugung der Abwasseranlagen im Betrieb verdoppelt bis vervierfacht werden. Damit könnten etwa 900 GWh Strom pro Jahr eingespart und somit rund 600.000 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen vermieden werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Steigerung der Energieeffizienz auf kommunalen Kläranlagen“ die im Auftrag des UBA erstellt wurde.
Die Studie untersucht die Wechselwirkungen von Energieoptimierung und Anlagenbetrieb und zeigt geeignete Ansatzpunkte zur Energieeffizienzsteigerung auf. Dabei vergleicht sie etablierte Verfahren mit neuer Technik und beschreibt vielversprechende Ansatzpunkte für eine energetische Optimierung besonders bei der Belüftung des Abwassers und bei der Behandlung des Klärschlamms. Zudem weist sie nach: Auch die Energiegewinnung ist für einen energieeffizienten Betrieb der Kläranlagen bedeutend. „Gelingt es, Klärgas besser zu gewinnen und zu verwerten, ließe sich die Stromerzeugung durch kommunale Kläranlagen nahezu verdoppeln. Auch dadurch ließen sich rund 600.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen“, so Jochen Flasbarth.
Der neue Förderschwerpunkt „Energieeffiziente Abwasseranlagen“ bereichert das Umweltinnovationsprogramm des Bundesumweltministeriums. Gefördert werden innovative Konzepte zur Energieoptimierung und zum Ressourcenschutz in der Abwasserbehandlung. Das fängt an beim Abwassertransport in der Kanalisation und geht über die Behandlung des Abwassers bis hin zur Einleitung in die Gewässer. Weitere Aspekte sind die Abwärmenutzung im Kanalnetz, die Stromeinsparung und Energieerzeugung in Kläranlagen, die Erhöhung der Energieeffizienz sowie die Rückgewinnung von Rohstoffen aus dem Abwasser und dem Klärschlamm.
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Mittwoch 21. Juli 2010 von birdfish
Deutschland braucht eine zielstrebigere Sanierungspolitik, um die Modernisierung von Eigenheimen anzukurbeln, so eine jetzt veröffentlichte Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW).
Energieeffizienz durch Gebäudesanierung – (c) Rainer Sturm / Pixelio
Die Wissenschaftler des Forschungsprojektes Enef-Haus fordern von der Politik ambitioniertere Standards und eine gezieltere Förderung von Maßnahmen mit hohem Energieeinsparpotenzial. Darüber hinaus sei es an der Zeit, über ergänzende Finanzierungsmodelle wie einen Energieeffizienzfonds oder die Förderung der Sanierung als Altersvorsorge nachzudenken, um Liquiditätsengpässe im Bereich der Eigenheimsanierung zu verhindern.
„Deutschland steckt im Sanierungsstau“, so Thomas Vogelpohl, Wissenschaftler am IÖW und Koautor der Studie «Politische Instrumente zur Erhöhung der energetischen Sanierungsquote bei Eigenheimen». „Die Anreize und Anforderungen, die die Politik für eine energetische Sanierung vorgibt, reichen nicht aus“, so der Energieexperte weiter. „Um die klimapolitischen Ziele erreichen zu können, ist die energetische Gebäudesanierung von herausragender Bedeutung.“
In der Studie sind die Forscher der Frage nachgegangen, welche politischen Stellschrauben verändert werden müssen, um die energetische Sanierungsquote bei Eigenheimen zu erhöhen. Die Forschungsergebnisse zeigen nun: Weder wird bisher zielgerichtet auf die Hemmnisse von Eigenheimbesitzern eingegangen, noch sind die politischen Instrumente ausreichend auf die zentralen Einsparpotenziale wie Dämmung von Dach und Außenwänden ausgerichtet.
Was die rechtlichen Vorgaben betrifft, sei neben der Höhe der Standards vor allem wichtig, dass die Anforderungen zum richtigen Zeitpunkt greifen. Die Forscher empfehlen, insbesondere Neueigentümer stärker in die Pflicht zu nehmen. So könnte bei einer Eigentumsübertragung ein ganzes Maßnahmenbündel greifen, wie z. B. eine verpflichtende Energieberatung oder die verbindliche Vorgabe zentraler Modernisierungsmaßnahmen entsprechend ihrer technischen und wirtschaftlichen Realisierbarkeit. Vogelpohl: „Zum einen könnte damit verhindert werden, dass dieser Sanierungsanlass ungenutzt bleibt, und zum anderen könnte eine wirkungsvollere Vollzugskontrolle gewährleistet werden.“
In Bezug auf die Förderprogramme von Sanierungsmaßnahmen empfehlen die Wissenschaftler, die Mittel zielgerichteter bereitzustellen. Zwar würden die Fördertöpfe derzeit voll ausgeschöpft, jedoch handele es sich dabei häufig um Basismaßnahmen mit geringem Einsparpotenzial. Zudem sei es wichtig, soziale Kriterien bei der Förderung stärker zu berücksichtigen, damit auch finanziell schwächere Eigenheimbesitzer in die Lage versetzt werden, energetisch anspruchsvolle Sanierungen stemmen zu können.
Um in Zeiten knapper Haushaltskassen die dafür notwendigen zusätzlichen Finanzmittel freizusetzen und die Beständigkeit der Förderprogramme zu gewährleisten, schlagen die Experten verschiedene ergänzende Finanzierungsinstrumente vor. Eine Option stelle hier die Einrichtung eines Energieeffizienzfonds dar, der über einen Aufschlag auf die Energiesteuer finanziert werden könnte. „Dies würde gleichzeitig die Energiekosten erhöhen und Effizienzmaßnahmen somit doppelt attraktiv machen“, so Stefan Zundel, Professor an der Hochschule Lausitz und Projektleiter von Enef-Haus. „Aber auch eine Erweiterung des Eigenheimrentengesetzes um die Möglichkeit der energetischen Sanierung als Altersvorsorge sowie eine Ausweitung des Energie-Contractings stellen vielversprechende Ansatzpunkte dar, um die Liquiditätsbremse im Bereich der Eigenheimsanierung zu lockern.“
Im Projekt Enef-Haus untersucht das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) gemeinsam mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) und der Hochschule Lausitz im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, wie die energetische Sanierungsquote von Ein- und Zweifamilienhäusern erhöht werden kann. Die vorliegende Studie stellt einen zentralen Baustein eines integrierten Kommunikations- und Politikansatzes dar, der durch eine Analyse der kommunikativen Marketing- und Energieberatungsansätze ergänzt wird.
Studie: “Politische Instrumente zur Erhöhung der energetischen Sanierungsquote bei Eigenheimen” (PDF)
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Dienstag 20. Juli 2010 von birdfish
Solaranlagen sind eine Investition in die Umwelt. Aber auch in den eigenen Geldbeutel.
Dächer für Solarenergie pachten und verpachten liegt im Trend – Foto: Dagmar Struß
Der sauber erzeugte Strom erfreut sich immer größerer Beliebtheit, vor allem, weil Betreiber durch die Einspeisevergütung der Bundesregierung für 20 Jahre von einem beträchtlichen Zusatzeinkommen profitieren können. Das gilt auch noch nach der Senkung der Einspeisevergütung.
Aber was tun, wenn man kein eigenes Dach hat bzw. nicht über die finanziellen Mittel verfügt, um sein Dach mit einer Photovoltaikanlage zu bebauen? Die einfachste Lösung ist wie meistens die praktikabelste: Flächenbesitzer, die sich keine eigene Anlage leisten können, verpachten ihr Dach an Investoren, die wiederum kein eigenes Dach haben.
Das Prinzip ist nicht neu – Mobilfunkanbieter pachten bereits Flächen für ihre Funkmasten und vergüten die Besitzer für ihre Dienste.
Neu ist jedoch das Prinzip der Dachbörsen.
Dachbörsen geben Flächenverpächtern die Möglichkeit, ihre Dächer kostenlos zu präsentieren. Die Investoren können über die jeweiligen Plattformen mit ihnen in Kontakt treten. Eine aussagekräftige Präsentation der Flächen hilft den Investoren bei der Auswahl und spart beiden Parteien viel Zeit. Flächenbesitzer können bereits online interessante Angebote und Investoren auswählen – Investoren sehen auf den ersten Blick, ob ein Projekt für sie in Frage kommen könnte.
Aber wer investiert eigentlich in fremde Dächer?
Ein Zusatzeinkommen und ein gutes Gewissen – das hat man sicherlich nicht bei allen Geldanlagen. Die Investition in eine Photovoltaikanlage schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Gleichzeitig ist sie sehr sicher und rentabel. Damit ist diese Geldanlage nicht nur für Firmen interessant – auch viele Privatleute entschließen sich, von der Photovoltaik zu profitieren und pachten gerne kleinere Dächer.
Und warum sollte ich mein Dach verpachten?
Die Frage ist berechtigt – schließlich ist eine eigene Solaranlage lukrativer. Beziehe ich doch dadurch die komplette Einspeisevergütung und nicht nur die anteilige Pacht. Trotzdem ist die Verpachtung gerade für Besitzer großer Flächen eine attraktive Alternative. Besitzer von Reithallen, Ställen oder anderen Hallen verfügen oft nicht über die finanziellen Mittel, die vielen 1.000 m² zu bebauen. Die Pacht der Investoren ist dann natürlich günstiger, als die Dächer vollständig leer stehen zu lassen.
Flächenbesitzer können aber auch auf ihre Pacht verzichten und sich stattdessen ihr Dach vom Investor renovieren lassen. Gerade Besitzer älterer Häuser greifen gerne auf dieses Modell zurück.
Weitere Informationen zu Dachbörsen finden Sie unter www.sonnen-gaertner.de oder in diesem Artikel
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Mittwoch 30. Juni 2010 von birdfish
Zu einer der bundesweit klimafreundlichsten Kommunen will sich die Landeshauptstadt München entwickeln.
München will Vorzeigestadt sein – Foto: H. E. Balling / pixelio.de
Mit dem von Bürgermeister Hep Monatzeder angestoßenen und unter Federführung des Referats für Gesundheit und Umwelt erarbeiteten Projekt „Integriertes Handlungsprogramm Klimaschutz in München“ (IHKM), das jetzt vom Stadtrat beschlossen wurde, will die Landeshauptstadt klimapolitischen Herausforderungen langfristig begegnen und die CO2-Emissionen in München drastisch reduzieren. Koordiniert wird das IHKM vom Referat für Gesundheit und Umwelt. In einem ersten Schritt sollen zwischen 2010 und 2012 in der Landeshauptstadt insgesamt mehr als 500.000 Tonnen CO2 eingespart werden. „Das ist ehrgeizig, aber nicht unmöglich. Zumal wir trotz der schwierigen Haushaltslage die dafür notwendigen Ressourcen vom Stadtrat bewilligt bekommen haben“, sagte Hep Monatzeder.
Ziel des Handlungsprogramms:
Ziel ist, wie bereits am 17. Dezember 2008 vom Stadtrat beschlossen, die CO2-Emissionen in München pro Kopf alle fünf Jahre um zehn Prozent zu reduzieren. Bis spätestens 2030 sollen die CO2-Emissionen pro Kopf in der Landeshauptstadt gegenüber 1990 halbiert und so jährlich 3,15 Tonnen pro Einwohnerin und Einwohner eingespart werden. Zum Vergleich: Das letzte CO2 – Monitoring bezifferte für das Jahr 2006 einen CO2-Ausstoß von 7,1 Tonnen pro Einwohnerin und Einwohner. „Die Landeshauptstadt muss mit gutem Beispiel vorangehen, um alle für den Klimaschutz mit ins Boot zu holen“, so Joachim Lorenz, Referent für Gesundheit und Umwelt. Die Vorhaben, die im IHKM aufgelistet sind, sollen nun von der Stadtverwaltung und städtischen Beteiligungsgesellschaften in den kommenden Jahren umgesetzt werden.
Weitere Informationen entnimmt man dem Mitteilungsblatt der Stadt (PDF, ab Seite 4)
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