Donnerstag 11. März 2010 von birdfish
Das Centre for Sustainability Management (CSM) der Leuphana Universität Lüneburg hat in einer umfassenden Studie erstmals das Nachhaltigkeitsmanagement in der öffentlichen Verwaltung untersucht.
Nachhaltiges Bauen zahlt sich aus – (c) C. Nöhren / Pixelio
“Die Studie skizziert Ansatzpunkte zur Beantwortung der Frage, wie öffentliche Einrichtungen mit Nachhaltigkeitsmanagement weit reichende Wirkungen für das Gemeinwohl erzielen können”, erläutert Prof. Dr. Stefan Schaltegger, Leiter des CSM an der Leuphana. Beauftragt wurde das Lüneburger Forschungszentrum vom Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung.
Die Studie gibt nicht nur eine strukturierte Übersicht, sie benennt auch Herausforderungen, Handlungsfelder und Methoden zur Gestaltung eines Nachhaltigkeitsmanagements. Prof. Dr. Schaltegger ist überzeugt: “Die öffentliche Verwaltung von Bund, Ländern und Kommunen kann Vorreiter und Vorbild in Sachen nachhaltiger Entwicklung sein.” Zu den praktischen Beispielen für Methoden des Nachhaltigkeitsmanagements zählt etwa die Gestaltung einer nachhaltigkeitsgerechten Mobilität durch “klimaneutrale” Dienstreisen, umweltfreundliche Fahrzeugflotten oder gar die Vermeidung oder Reduzierung von Reisen überhaupt.
Handlungspotenzial sehen die Wissenschaftler des CSM auch beim Neu- oder Umbau öffentlicher Gebäude, denn auf diesem Gebiet könnten Innovationen angeregt und neue Standards gesetzt werden. Das Gebäude des Umweltamtes in Dessau zeige beispielsweise, dass energieeffizientes Bauen im öffentlichen Sektor durchaus möglich ist. Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt für ein Nachhaltigkeitsmanagement findet sich im Bereich Personal. Angebote in der Weiterbildung oder Ziel- und Leistungsvereinbarungen sollten Ansporn und schließlich Wegbereiter für eine gemeinsame Wertvorstellung der Nachhaltigkeitskultur sein. Besonders wichtig dabei sei das Vorleben des Nachhaltigkeitsgedankens durch Führungspersonal (Leadership).
In dem rund 200 Seiten umfassenden Nachschlagewerk werden neben bereits in der öffentlichen Verwaltung implementierten Methoden auch Maßnahmen vorgestellt, die bisher vorwiegend aus der Praxis von Wirtschaftsunternehmen bekannt sind.
Publikation “Nachhaltigkeitsmanagement in der öffentlichen Verwaltung. Herausforderungen, Handlungsfelder und Methoden” (PDF)
Kategorie: Forschung, Gruppen, Mensch, Politik, Ressourcen, Ressourcen sparen, Sensibilisierung, Städte, Veröffentlichungen, Öffentlichkeit |
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Montag 8. März 2010 von birdfish
Die EU-Kommission ist gegen rechtsverbindliche Nachhaltigkeitskriterien für Biomasse, die der Wärme- und Stromerzeugung dient.
In welchem Maße darf Wald als Biomasse dienen? – (c) Dagmar Struß
Dies ist die Hauptaussage eines Berichtes, den die EU-Kommission am 24. Februar dem EU-Parlament und Rat in Brüssel vorgelegt hat. Ihre Entscheidung stützt die EU-Kommission darauf, dass die Umweltrisiken bei der Energiegewinnung mit Biomasse in Europa nur gering seien. So würde Europa beispielsweise insgesamt keine Waldflächen verlieren. Die Untersuchungen haben ergeben, dass etwa 90 Prozent der Biomasse aus der Waldbewirtschaftung und aus Neben- und Abfallprodukten der Industrie stammen.
Dennoch empfiehlt die Kommission den Mitgliedstaaten, bestimmte Nachhaltigkeitskriterien einzuhalten. So soll beispielsweise die Nutzung von Biomasse aus der Umwandlung von alten Wäldern in Agrarland sowie aus Gebieten mit hoher Biodiversität, grundsätzlich verboten sein. Auch schlug die Kommission die Anwendung einer Methodologie zur Berechnung der Treibhausgasemissionen vor, damit die Energieproduktion aus Biomasse im Vergleich zu fossilen Energieträgern mindestens 35 Prozent Treibhausgase einspare. Für Neuanlagen soll der Prozentsatz dann bis 2018 bei 60 Prozent liegen.
2011 will die Kommission überprüfen, ob die Kriterien ausreichen, um die Risiken zu minimieren.
Mit dem Bericht kam die Kommission ihrer Verpflichtung aus der Richtlinie über Erneuerbare Energien nach, die Rat und Parlament Ende 2008 im Rahmen des Klima- und Energiepaketes verabschiedet hatten.
Ein Zusammenschluss von Umweltorganisationen kritisierte, dass die unterschiedliche Behandlung von Biomasse verkehrte Anreize und unfaire Wettbewerbsbedingungen schaffe. Denn Biomasse aus der Kraftstoffe gewonnen werden unterliegen bereits verbindlichen Kriterien. Vor allem aber unterlaufe die Kommission dadurch ihre eigenen Bemühungen zum Waldschutz, denn um langfristig den erwarteten Bedarf an Bioenergie zu decken, müsse die EU mit steigenden Importen rechnen.
Bericht der EU-Kommission (PDF, engl.)
Folgenabschätzung der EU-Kommission (PDF, engl.)
Brief der Umweltorganisationen (PDF, engl.)
Kategorie: EU, Energiearten, Forschung, Gesetze, Gruppen, Landwirtschaft, Politik, Ressourcen, Tiere und Pflanzen, Wirtschaft, Wälder, Öffentlichkeit |
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Freitag 26. Februar 2010 von birdfish
Der Hering zählt für die Nordseefischer traditionell zu den ganz wichtigen Arten.
Heringe – (c) Ernst Rose / Pixelio
Allein im letzten Jahr landeten deutsche Fischer rund 37.500 Tonnen dieser in großen Schwärmen auftretenden Fische an. In den 90er Jahren waren es noch deutlich weniger, die Bestände galten als überfischt. Forscher des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI) in Hamburg haben jetzt herausgefunden, dass die Bestandsschwankungen offenbar wesentlich stärker als bislang vermutet auf eine Kombination aus Fischereiaktivität und klimazyklischen Veränderungen im Nordatlantik zurückzuführen sind. Ein auf Nachhaltigkeit abzielendes Fischereimanagement wird sich daran orientieren müssen.
Die Bestände des Nordseeherings hatten sich von dem niedrigen Niveau Mitte der 1990er Jahre wieder gut erholt. Seit kurzem ist jedoch ein erneuter Rückgang der geschlechtsreifen Heringe zu beobachten. Die Produktion von Fischbeständen wird generell durch zwei Prozesse bestimmt: zum einen durch die Zunahme der Biomasse aufgrund von Wachstum, zum anderen durch die Erzeugung des Nachwuchses, auch Reproduktion oder Rekrutierung genannt. Beide Prozesse werden durch Veränderungen der Umwelt beeinflusst, die natürlichen oder menschlichen Ursprungs sein können (z. B. Klima, Strömungsverhältnisse, Fischerei).
Der allmählich stärker werdende Bestandsrückgang ist offenbar durch mehrere aufeinander folgende, sehr schwache Nachwuchsjahrgänge bedingt. Obwohl die vorhandenen Elterntiere genügend Eier produzieren, wachsen diese nicht in ausreichender Stückzahl über das Larvenstadium hinaus, sodass zu wenig Heringe bis zur Geschlechtsreife gelangen. Ein internationales Forscherteam um Dr. Joachim Gröger vom vTI-Institut für Seefischerei hat jetzt mit Hilfe mathematischer Modelle gezeigt, dass der Reproduktionserfolg des Nordseeherings von dem Zusammenwirken verschiedener Klimazyklen wesentlich mitbestimmt wird. Sie untersuchten dazu Datenreihen der so genannten Nordatlantischen Oszillation (NAO) und der Atlantischen Multi-Dekadischen Oszillation (AMO) aus den letzten 50 Jahren. Bei der NAO handelt es sich um zyklische Schwankungen des Druckverhältnisses zwischen dem Islandtief im Norden und dem Azorenhoch im Süden des Nordatlantiks, der AMO-Index beschreibt die zyklischen Temperaturveränderungen der Wasseroberfläche im Nordatlantik.
Danach sind niedrige Temperaturen der Wasseroberfläche im Winter, speziell im Februar, für den geringen Überlebenserfolg der Larven über das Dottersackstadium hinaus verantwortlich, wenn gleichzeitig die Nordatlantische Oszillation sehr niedrige Werte aufweist. Dies gilt unabhängig vom Fischereidruck auf die Elterntiere. Bei hohen Werten hingegen verliert sich der Zusammenhang zwischen Temperatur und Überlebenserfolg des Nachwuchses. Da sich die Effekte mit einer Verzögerung von 3 bis 5 Jahren auswirken, ist zu vermuten, dass sie nur indirekt auf die Heringslarven Einfluss nehmen, zum Beispiel über Veränderungen der Strömungsmuster, der Winddrift und die Verfügbarkeit geeigneter Nahrung. Ein sporadisch auftretender Kannibalismus dürfte ebenfalls letztlich klimatische Ursachen haben, da über die Änderungen in den Meeresströmungen die räumliche Überlappung von älteren Heringslarven mit erwachsenen Heringen beeinflusst wird.
Ihre Ergebnisse haben Joachim Gröger und Mitarbeiter jetzt im Fachblatt “ICES Journal of Marine Science” veröffentlicht. Sie konnten zum Beispiel statistisch nachweisen, dass der Rekrutierungseinbruch in den 1970er Jahren, anders als bisher angenommen, nicht allein durch Überfischung verursacht wurde, sondern durch eine Kombination von Klimaeinfluss und Überfischung. “Ein verantwortliches Fischereimanagement muss den Fischereidruck frühzeitig an derartige Umweltveränderungen anpassen”, folgert Gröger. “Auf diese Weise haben die Fischer die Chance, einen Bestandszusammenbruch wie in den 70er Jahren künftig verhindern zu können.”
Die Originalarbeit “Slave to the rhythm: how large-scale climate cycles trigger herring (Clupea harengus) regeneration in the North Sea” von Joachim P. Gröger, Gordon H. Kruse und Norbert Rohlf ist publiziert im ICES Journal of Marine Science (2009).
Kategorie: Anpassung, Elemente, Ernährung, Forschung, Gruppen, Mensch, Tiere und Pflanzen, Veröffentlichungen, Wasser, Wirtschaft, Öffentlichkeit |
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Dienstag 16. Februar 2010 von birdfish
Nach Vorstellungen der EU-Kommission sollen Biokraftstoffe, die aus Palmöl gewonnen werden, den Nachhaltigkeitskriterien der EU entsprechen.
Palmölplantage in Malaysia – Foto: Craig / Wikipedia
Biokraftstoffe aus tierischen und pflanzlichen Abfallprodukten könnten sogar als besonders positiv gewertet werden. Das geht aus einem inoffiziellen Entwurf der Kommission hervor, der Nachhaltigkeitskriterien für die Biokraftstoffe aus unterschiedlichen Quellen definieren soll. In der Erneuerbare-Energien-Richtlinie aus dem Jahr 2008 wurde zwar festgehalten, dass Biokraftstoffe in der EU nur unter Einhaltung bestimmter Nachhaltigkeitsregeln verwendet werden dürften. Kriterien wurden dafür aber nicht definiert.
Umweltorganisationen kritisierten den Entwurf der Kommission scharf. Friends of the Earth Europe sieht v.a. in der Akzeptanz von Palmölplantagen eine Einladung zur Zerstörung von Regenwäldern. Die Palmölproduktion sei nach Angaben der Vereinten Nationen heute schon die Hauptursache für die Vernichtung von Regenwäldern in Malaysien und Indonesien. Eine verstärkte europäische Nachfrage würde diese Situation noch verschlimmern. Die Organisation Transport & Environment führt weiter aus, dass auch die Bevorzugung von Abfällen bei der Bilanzierung der Biokraftstoffe falsche Anreize setzen würde. Wahrscheinlich würden tierische Fette zukünftig nicht mehr im Kosmetikbereich eingesetzt, sondern zu Biokraftstoffen verarbeitet. Die Kosmetikindustrie würden dann wiederum verstärkt auf Palmöl zurückgreifen, was die Zerstörung der Regenwälder abermals verstärken würde.
Kategorie: Artensterben, EU, Gesetze, Gruppen, Internationale ZA, Landwirtschaft, Politik, Tiere und Pflanzen, Verbraucher, Wirtschaft, Wälder, Öffentlichkeit |
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Freitag 12. Februar 2010 von birdfish
Der Klimawandel wird unsere Welt nachhaltig verändern.
Dürre und Überschwemmungen in den armen Ländern nehmen zu. – (c) Dieter Schütz / Pixelio
Während noch vielerorts am Ernst der bevorstehenden Veränderung gezweifelt wird, gibt es zahlreiche Staaten, Regionen und Städte auf der Welt, die über eine Legislaturperiode hinausdenken und Schutzmaßnahmen für die Zukunft ergreifen.
Während man sich in Deutschland z.B. zu Veränderungen in der Landwirtschaft oder Küstenschutz Gedanken macht, gibt es Staaten in der Welt, die der Klimawandel weit extremer zu schaffen macht. Einige sind durch Anstieg des Meeresspiegels vom Untergang bedroht, andere verlieren durch anhaltende Dürren ihre Ernährungsgrundlage.
Hier möchten wir einen Pressespiegel entstehen lassen, der über die deutschen Grenzen hinaus sieht und bemerkenswerte Maßnahmen zum Schutz gegen die Klimawandelfolgen dokumentiert.
Vorschläge hierzu werden gern entgegen genommen!
Singapurs Schutz vor den Fluten
Ein Damm staut das Wasser des Singapore River an seiner Mündung. So erhält die City ein einzigartiges Süsswasserreservoir und schützt sich vor dem steigenden Meeresspiegel.
Singapurs Wassermanagement gewinnt immer wieder internationale Preise, die Singapore International Water Week vom 28. Juni bis 2. Juli 2010 steht denn auch unter dem Motto: «Sauberes und erschwingliches Wasser». Beides ist in manchen südostasiatischen Metropolen eine unerreichbare Utopie.
Neue Zürcher Zeitung Online vom 07.02.2010
Stand 02/2010
Kategorie: Allgemeines |
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Donnerstag 11. Februar 2010 von birdfish
Trotz steigender Energiepreise sind viele Hauseigentümer zurückhaltend bei der energetischen Sanierung ihrer Gebäude.
Der Energie-Einspar-Faktor wird oft verkannt – (c) Viktor Mildenberger / Pixelio
So das Ergebnis einer Befragung von 1000 Ein- und Zweifamilienhausbesitzern, die das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) geleitet hat. Über 60 Prozent der befragten Gebäudesanierer sind der Ansicht, dass ihr Gebäude in einem guten Zustand sei und keine weiteren energetischen Maßnahmen erfordere. “Es ist dramatisch, wie viele Hausbesitzer ihre Lage verkennen”, so Dr. Immanuel Stieß vom ISOE. “Viele Energieeinsparpotenziale liegen schlicht aufgrund mangelnden Problembewusstseins brach. Das ist nicht nur schädlich fürs Klima, sondern belastet die Bewohner durch unnötig hohe Energiekosten.”
Das Wissenschaftlerteam befragte Eigenheimbesitzer, die in den letzten vier Jahren Sanierungsmaßnahmen an ihren Häusern durchgeführt hatten. Deutlich wird, dass wirtschaftliche Barrieren nicht der einzige Grund für geringe energetische Sanierungsraten sind. “Bisher wurde der Fokus stark auf finanzielle Förderung gelegt. Unsere Befragung zeigt nun, dass die Gebäudesanierungsprogramme zwar ein wichtiger Baustein sind. Doch sind sie allein nicht ausreichend, um den Energieverbrauch in den Haushalten zu reduzieren”, so Stieß weiter.
Vielmehr zeigt die Untersuchung, dass viele Hausbesitzer angesichts der zahlreichen Fragen, die eine energetische Sanierung aufwirft, abgeschreckt sind und untätig bleiben. In dem Forschungsprojekt “Energieeffiziente Sanierung von Eigenheimen” (Enef-Haus) wird daher erforscht, wie beispielsweise die Erstenergieberatung von Eigenheimern optimiert werden kann, um in höhere Sanierungsraten zu münden. Stieß: “Viele Hausbesitzer stehen einer professionellen Beratung positiv gegenüber. Von einem kompetenten Berater an die Hand genommen zu werden – vom Erstgespräch bis hin zur Investitionsentscheidung – erleichtert die Entscheidung für viele.”
Um mehr maßgeschneiderte Informationsangebote zu ermöglichen, haben die Forscher die Handlungsmotive und -hemmnisse der Eigenheimsanierer untersucht. Die Befragung zeigt, dass die aktivsten Sanierer in der Gruppe der 50- bis 70-Jährigen zu finden sind, während bei den 30- bis 50-Jährigen die Anteile deutlich geringer sind. Neben dem Alter unterscheiden sich die Hausbesitzer auch in Ihren Zielen und Einstellungen hinsichtlich der Sanierung sowie in der Art der durchgeführten Maßnahmen. Im Ergebnis präsentieren die Forscher eine Einteilung der Hausbesitzer in fünf Typen vom “desinteressiert Unwilligen” bis hin zum “überzeugten Energiesparer”.
“In Zukunft muss es verstärkt darum gehen, maßgeschneiderte Instrumente für diese unterschiedlichen Zielgruppen zu erstellen”, so Dr. Julika Weiß vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW). Daher wird das IÖW im Projekt Enef-Haus geeignete Beratungs- und Förderinstrumente für die identifizierten Sanierer-Typen ausarbeiten. “Denn mit Förderung per Gießkannenprinzip können energetisch anspruchsvolle Sanierungen nur schwer erreicht werden”, sagt Weiß.
Hier finden Sie die Studie “Handlungsmotive, -hemmnisse und Zielgruppen für eine energetische Gebäudesanierung” (PDF)
Hier finden Sie die Website des Projektes „ENEF-Haus – Energetische Modernisierung von Ein- und Zweifamilienhäusern”
Kategorie: Forschung, Gruppen, Ressourcen, Ressourcen sparen, Umfragen, Verbraucher, Veröffentlichungen, Wirtschaft, Öffentlichkeit |
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Montag 8. Februar 2010 von birdfish
Der IKEA-Konzern ist mit 267 Einrichtungshäusern in 26 Ländern und einem jährlichen Umsatz von mehr als 21,5 Milliarden Euro ganz groß im Geschäft.
Wälder in Borneo – (c) Alfred Patz / Pixelio
Deutschland ist mit über 45 Einrichtungshäusern der wichtigste Absatzmarkt des Konzerns. Das Erfolgsrezept von IKEA basiert auf einer strengen Preis- und Kostenkalkulation. Zum Sortiment des Unternehmens gehören nicht nur Möbel und Einrichtungsgegenstände, sondern auch Accessoires wie Kerzen und Teelichte.
Die Organisation “Rettet den Regenwald e.V.” berichtet nun, dass zu den Hauptbestandteilen von IKEAs Kerzen und Teelichten neben Paraffinen vor allem pflanzliches Wachs und Stearin zählen. Hinter diesen beiden Begriffen verbirgt sich meist Palmöl, das aktuell pro Tonne etwa 250 Euro günstiger ist als Paraffin und so niedrige Kerzenpreise in den Möbelhäusern erst möglich macht. IKEA verbraucht pro Jahr 32.000 Tonnen Palmöl in seiner Kerzenproduktion, für weitere Produkte kommen noch einmal 8.000 Tonnen hinzu. Der Großteil des Palmöls stammt aus Malaysia und Indonesien.
IKEA selbst ist sich der Problematik des Palmöls bewusst. Überraschend offen reagiert IKEA auf eine Anfrage von Rettet den Regenwald und gibt zu, dass man beim Palmöl keine Nachhaltigkeit garantieren könne. Leider führt dies (noch) nicht dazu, Palmöl als Rohstoff auszuschließen. IKEA beruft sich auf seine Mitgliedschaft beim Industriesiegel „Runder Tisch für Nachhaltiges Palmöl (Roundtable on Sustainable Palm Oil, RSPO)“. Doch der RSPO ist reiner Etikettenschwindel, der weder Umweltschutz noch soziale Standards garantiert. In der Vergangenheit hat Rettet den Regenwald dies bereits nachgewiesen.
Mit seiner Marktposition hat IKEA die Möglichkeit, ein wichtiges Zeichen gegen die Verwendung von Palmöl zu setzen. Es gibt keinen Grund, am Palmöl festzuhalten. Doch bislang scheint in dem Unternehmen kein tieferes Problembewusstsein zu existieren. Dem Wissen, welche Folgen die Verwendung von Palmöl für die Anbaugebiete hat, lässt IKEA bislang keine Taten folgen.
Hier können Sie sich am Protest beteiligen und einen Appell an IKEA senden.
Kategorie: Entwicklungsländer, Gruppen, Sensibilisierung, Tiere und Pflanzen, Verbraucher, Wirtschaft, Wälder, Öffentlichkeit |
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Freitag 22. Januar 2010 von birdfish
Der WWF Deutschland begrüßt die heutige Anerkennung des „International Sustainability and Carbon Certification“ (ISCC).
Biomasse Raps – (c) Hermann / Pixelio
Das ISCC ist eines der ersten marktreifen Zertifizierungssysteme, das übergreifend für alle Agrarrohstoffe angewendet werden kann. Es sei ein wichtiger Schritt für die Erfüllung der deutschen Nachhaltigkeitsverordnungen für flüssige Biomasse und Biokraftstoffe.
„Ab sofort kann die Nachhaltigkeit von Produkten besser ausgewiesen werden“, erklärt Martina Fleckenstein, Leiterin Agrarpolitik des WWF Deutschland. „Vor allem die ökologischen und sozialen Aspekte bei der Herstellung von Biokraftstoff für den Tank oder flüssiger Biomasse für die Stromproduktion sind mit dem ISCC-Kriterienkatalog nachvollziehbar.“ Entlang der gesamten Wertschöpfungskette würden auch die Treibhausgasemissionen bilanziert und in dem Zertifikat mit aufgeführt. Dies ermögliche eine fundierte Aussage über die tatsächliche Klimafreundlichkeit einzelner Produkte, die eine Entscheidung über das Für und Wider der Bioenergienutzung stark beeinflussen.
Der WWF sieht den entscheidenden Vorteil des ISCC gegenüber anderen Zertifizierungssystemen in der Anwendbarkeit auf jegliche Formen von Biomasse. Damit ist die Grundlage für die Zertifizierung aller Agrarrohstoffe und nicht nur der Biomasse für energetische Zwecke gelegt. Spätestens ab dem 01. Juli 2010 müssen Unternehmen, die entweder eine Vergütung im Rahmen des EEG oder eine Anrechnung auf die Biokraftstoffquote erreichen wollen, die Nachhaltigkeit ihrer Rohstoffe mit Hilfe von Nachhaltigkeitsnachweisen dokumentieren.
Kategorie: Gesetze, Gruppen, Landwirtschaft, Politik, Sensibilisierung, Tiere und Pflanzen, Verbraucher, Veröffentlichungen, Wirtschaft, Öffentlichkeit |
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