KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

EU-Parlament stimmt für Lobbyregister – Einflussnahmen sollen öffentlich werden

Montag 16. Mai 2011 von birdfish

Die Mitglieder des Europaparlaments haben jetzt für ein gemeinsames Register von Parlament und Kommission für Lobbyisten und andere InteressenvertreterInnen gestimmt.

Vertreter der Autoindustrie sind in Brüssel stets präsent
Vertreter der Autoindustrie sind in Brüssel stets präsent. Foto: www.Foto-Fine-Art.de

Künftig sollen die Berichterstatter in einem Anhang auflisten, mit welchen Lobbyisten sie bei der Arbeit an einem Gesetz Kontakt hatten.

Damit soll gewährleistet werden, dass jedes EU-Gesetz eine Art “legislativen Fußabdruck” hat, der für Transparenz sorgen soll, wer das Gesetz mit beeinflusst hat. Da die Registrierung aber nicht verpflichtend sein soll, könnte das Transparenz-Register nicht so transparent sein, wie Nichtregierungsorganisationen fordern. Um eine Akkreditierung beim Europäischen Parlament zu erhalten, bleibe eine Registrierung aber “zwingend notwendig”.

Im neuen Transparenz-Register werden unter anderem die Anzahl der Einzelpersonen erfasst, die an Lobbytätigkeiten beteiligt sind, und die Höhe der EU-Mittel, die der registrierten Person oder Organisation zufließen. Die finanziellen Interessn müssen bei Änderungen und mindestens einmal jährlich aktualisiert werden.

Das gemeinsame Register soll ab Juni 2011 im Internet zugänglich sein.

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85% der Deutschen erwarten konsequenten Umstieg auf die Erneuerbaren Energien

Montag 3. Januar 2011 von birdfish

Eine Repräsentativumfrage für das Umweltbundesamt zeigt, dass fast zwei Drittel der Befragten meinen, dass der Staat mehr für den Umweltschutz tun solle.

Umweltbewusstsein 2010
Umweltbewusstsein 2010

61 Prozent sprechen sich für eine Vorreiterrolle Deutschlands in der internationalen Klimaschutzpolitik aus. Und 85 Prozent der Befragten stimmen dem Statement zu: „Wir brauchen einen konsequenten Umstieg auf erneuerbare Energien“. Ähnliche hohe Akzeptanzwerte erreicht das umweltpolitische Ziel „Erhöhung der Energieeffizienz“.
Große Beiträge des Staates – mittels strengerer Gesetze sowie Streichung umweltschädlicher Subventionen – erwarten rund drei Viertel. “Die Umfrage widerlegt Befürchtungen, dass die Finanzkrise den Umweltschutz in den Augen der Menschen in Deutschland weniger wichtig machen würde.“, sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth.
Hohe umweltpolitische Erwartungen richten die Befragten neben dem Staat vorrangig an die Wirtschaft: Große Beiträge zum Umwelt- und Klimaschutz können nach rund 90 Prozent der Befragten die Industrie und die Energieversorger leisten, in dem sie umweltfreundlicher produzieren. Dass die Automobilindustrie durch die Entwicklung umweltfreundlicher Autos viel tun kann, sehen rund 85 Prozent.

Eine Mehrheit der Befragten sieht auch Möglichkeiten selbst etwas für den Umweltschutz zu tun: Hier sehen im Bevölkerungsdurchschnitt zwischen 58 und 68 Prozent der Befragten die Chance durch umweltfreundliches Konsumverhalten oder weniger Autonutzung sowie weniger Flugreisen einen Beitrag zu leisten. Viele Bürgerinnen und Bürger sind in ihrem Verbraucherverhalten umweltbewusst: Zwei Drittel der Befragten kaufen nach eigener Aussage gezielt Produkte, welche die Umwelt möglichst wenig belasten. Über die Hälfte boykottiert Produkte von Firmen, welche sich nachweislich umweltschädlich verhalten. Das bekundete Umweltbewusstsein schlägt sich aber noch nicht durchgängig in einem entsprechenden Umweltverhalten nieder. So haben nur acht Prozent der Deutschen bislang auf Ökostrom gewechselt.

In der Umweltbewusstseinsstudie 2010 wird erneut das Milieumodell des Sinus-Instituts verwendet. Dabei zeigen sich teilweise erhebliche milieuspezifische Unterschiede im Umweltbewusstsein und -verhalten. Vor allem das Sozialökologische Milieu ist besonders und relativ konsistent umweltinteressiert. Die sozial benachteiligten, gelegentlich aber auch die eher konservativ eingestellten Milieus sehen zwar ebenfalls die Notwendigkeit und die Chancen von Umwelt- und Klimaschutz im allgemeinen recht deutlich, sind aber oft zurückhaltender im Hinblick auf umweltpolitische Forderungen und Handlungsbereitschaften. Generell sind unter Menschen mit niedrigeren Einkommen die Anteile der Befragten geringer, welche große Umweltschutz-Potenziale der Akteure sehen.

Auch beim Potenzial für kulturelle Innovationen in der Gesellschaft sind milieuspezifische Unterschiede festzustellen: Beispielsweise findet jeder vierte Autofahrer Car-Sharing attraktiv, darunter sind vor allem jüngere und gut gebildete Personen, Frauen und Westdeutsche. Auch würde die Hälfte der Bevölkerung die Möglichkeit begrüßen, Gegenstände des täglichen Bedarfs wie elektrische Haushaltsgeräte, Gartengeräte oder Renovierungsutensilien gegen Gebühr im unmittelbaren Wohnumfeld auszuleihen. Gut Gebildete und Personen mit höherem Einkommen sind hierbei deutlich stärker vertreten.

Ähnliche soziale Unterschiede zeigen sich auch beim Anteil an Engagierten im Umwelt- oder Naturschutz, der sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt hat: von vier Prozent in 2008 auf neun Prozent in der aktuellen Umfrage. Dabei sind Mitglieder von Umwelt- und Naturschutzverbänden häufig gut gebildet und verfügen über ein hohes Haushaltsnettoeinkommen.

Umweltbewusstseinsstudie 2010 zum Download (pdf)

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Umweltausblick: EU-Ressourcenverbrauch schwächt unsere Ökosysteme weltweit

Montag 6. Dezember 2010 von birdfish

Die Europäische Umweltagentur (EEA) hat ihren vierten Umweltzustandsbericht (SOER 2010) veröffentlicht.

Sinnvoller Umgang mit Ressourcen wäre notwendig
Sinnvoller Umgang mit Ressourcen wäre notwendig – Foto: Hermann / Pixelio

Ein Ergebnis: Ohne einen ganzheitlichen umweltpolitischen Ansatz ist eine ressourceneffiziente Wirtschaft nicht möglich.

Der SOER-2010-Bericht macht deutlich, dass der weltweite Bedarf an natürlichen Ressourcen für Nahrung, Kleidung, Wohnraum und Personenbeförderung rasant ansteigt. Dieser zunehmende Bedarf übe einen immer stärkeren Druck auf die Ökosysteme, Volkswirtschaften und den sozialen Zusammenhalt in Europa sowie der restlichen Welt aus, analysieren die AutorInnen. Durch die Gefährdung des ökologischen Gleichgewichts entstünden Instabilität und systemische Risiken für die Lebensräume von Natur und Menschen. Der SOER 2010 bestätige aber auch, “dass gute umweltpolitische Strategien die Umwelt Europas kontinuierlich verbessern, ohne dabei das Wachstumspotenzial zu schmälern”.

Nachholbedarf sieht die EEA beim Klimaschutz besonders im Bereich Verkehrszunahme, bei der Anpassung an den Klimawandel und beim Biodiversitätsschutz. So hätten intensivierte Landnutzung, der Verlust von Lebensräumen und die Überfischung verhindert, dass die EU ihr selbst gestecktes Ziel, den Artenverlust bis 2010 aufzuhalten, erreicht hat.

Zudem müsse die Preisgestaltung die Folgen der Ressourcennutzung mit einschließen. Um Europa zu einer ressourceneffizienten grünen Wirtschaft zu verhelfen, müssten “wirklich alle ökologischen Ressourcen – biologische Vielfalt, Boden, Kohlenstoff, Flüsse, Meere und die Luft, die wir atmen – gänzlich in die Produktion, den Verbrauch und globale handelspolitische Entscheidungen einbezogen werden”. dazu müssten Behörden, Unternehmen und die BürgerInnen zusammenarbeiten. Den naturkapitalbasierten Ansatz für den Aufbau einer “grünen Wirtschaft” könnten Instrumente wie die Raumplanung, eine Umweltsteuerreform, die Vermeidung von Verschmutzung sowie Vorsorge und die Bilanzierung aller Ressourcen unterstützen.

Alle fünf Jahre erarbeitet die EEA eine umfassende Bewertung vom Zustand der Umwelt in Europa und einen Ausblick für die Zukunft. Der Bericht besteht aus vier großen Teilen, 1) themenspezifische Bewertungen zentraler Umweltthemen (Klimawandel, biologische Vielfalt, Landnutzung, Luftverschmutzung, Meeresumwelt, Konsum, usw.) unter Angabe relevanter Fakten und Trends, 2) einer Bewertung globaler und für die europäische Umwelt relevanter Megatrends, 3) Länderbeiträge und 4) einem integrierten zusammenfassenden Bericht. Die Länderbeiträge sind hauptsächlich Selbstanalysen aus den 32 Mitgliedsländern der EEA und sechs weiteren Ländern, die mit der Agentur kooperieren.
Deutschlands Umweltbericht

Deutschlands Selbstanalyse sieht so aus: “Deutschland ist weltweit führend im Umwelt- und Klimaschutz. Das ist das Ergebnis des Umweltberichtes 2010, den das Bundeskabinett beschlossen hat”, hieß es am Tag der Veröffentlichung des SOER parallel aus dem Umweltministerium. Der Umweltbericht 2010 diene der periodischen Unterrichtung des Parlaments und der Öffentlichkeit über Umweltsituation und Umweltpolitik in Deutschland. Bundesumweltminister Norbert Röttgen hob besonders die umweltfreundliche Energieerzeugung und die Abfalltrennung hervor. Umweltschutz habe wachsende Bedeutung für die wirtschaftspolitische Entwicklung Deutschland. Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland seien im Umweltsektor beschäftigt.

In einem Interview  für die DNR-Monatszeitung “umwelt aktuell” hob eine Sprecherin der EEA hervor, dass die Zunahme des Flächenverbrauchs und des Verkehrs große Herausforderungen für Deutschland darstellten. Außerdem werde Deutschland dem weiterhin hohen Ressourcenbedarf sowie der zunehmenden Verknappung von Rohstoffen und Energieträgern mit umweltpolitischen Instrumenten und Maßnahmen begegnen müssen. Dazu müsse das Wirtschaftswachstum so vom Ressourcenverbrauch entkoppelt werden, dass die Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen absolut sinkt.

Aus dem SOER-2010-Bericht der Europäischen Umweltagentur:

Wichtigste Ergebnisse und Empfehlungen

Klimawandel: Die Europäische Union hat bei der Verringerung von Emissionen und dem Ausbau erneuerbarer Energien Fortschritte gemacht. 2009 lagen die Emissionen der EU-27 um 17 % unter dem Wert von 1990 und damit schon sehr nahe am Emissionsminderungsziel von 20 % bis 2020. Leider ist dieser positive Trend nicht in allen Sektoren zu verzeichnen. So stiegen die Emissionen der EU-27 aus dem Verkehr zwischen 1990 und 2008 um 24 %.

Anpassung an den Klimawandel: Auch wenn Europa alle seine Emissionsreduktionsziele erfüllt und die Staats- und Regierungschefs, die gerade auf dem internationalen Klimagipfel in Cancún (Mexiko) zusammengekommen sind, darin übereinstimmen, dass drastische Maßnahmen notwendig sind, muss sich Europa dennoch an die derzeitigen und künftig zu erwartenden Folgen des Klimawandels anpassen. Ein gewissenhafter Umgang mit den natürlichen Ressourcen kann uns bei der Bewältigung dieser Herausforderungen helfen.

Biologische Vielfalt, Ökosysteme und Gesundheit: Natura 2000, ein Netz von Schutzgebieten, das mittlerweile rund 18 % der EU-Landfläche abdeckt, hat zum Schutz gefährdeter Arten und zur Bewahrung von Grünflächen sowie Erholungsgebieten beigetragen. Die Rechtsvorschriften zur Luft- und Wasserqualität haben die Belastungen für die biologische Vielfalt und den Menschen verringert. Andererseits haben die intensivierte Landnutzung, der Verlust von Lebensräumen und die Überfischung jedoch verhindert, dass die EU ihr Ziel für den Erhalt der biologischen Vielfalt bis 2010 erreicht hat.

Integrierte Lösungen mit einer globalen Perspektive: Durch das Aufzeigen der zahlreichen Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Herausforderungen – ökologischer und anderer Natur – ermutigt uns der SOER-Bericht 2010 übergreifende Maßnahmen in verschiedenen politischen Bereichen zu ergreifen, um so schneller Besserungen zu erwirken und positive Nebenwirkungen zu maximieren (z. B. Minderung des Klimawandels und gleichzeitig Verbesserung der Luftqualität).

Ressourceneffizienz: Die Sicherung von Nahrung, Energie und Wasser ist von entscheidender Bedeutung für die Landnutzung, zumal sich die unterschiedlichen Bedarfe aufgrund steigender Nachfrage oftmals entgegenstehen (z. B. Nahrung, Futter und Kraftstoff). Bilanzierung und Preisgestaltung unter weitestgehender Berücksichtigung der Folgen unserer Ressourcennutzung sind notwendig, um Wirtschaft und Verbraucher auf den Weg einer optimierten Ressourceneffizienz zu bringen.

Bürgerbeteiligung: Die Politik allein kann Umwelttrends nicht stoppen oder umkehren. Wir müssen die Anzahl engagierter Bürgerinnen und Bürger, die bemüht sind, durch ihr Verhalten zum Umweltschutz beizutragen durch ihre Einbindung in Datenerhebungen und über soziale Medien erhöhen.

Der SOER-Bericht

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Klima-Verhandlungen in China beginnen – schon jetzt Skepsis über Erfolge in 2010

Montag 4. Oktober 2010 von birdfish

Heute beginnt in Tianjin (China) ein weiterer Abschnitt der weltweiten Klima-Verhandlungen zur Vorbereitung des Klimagipfels in Cancún.

Christiana Figueres
Christiana Figueres, Chefin des UN-Klimasekretariats – Foto: Eskinder Debebe / UN Photo

Was in Kopenhagen im vergangenen Dezember nicht gelang, soll Ende des Jahres in Mexiko geschafft werden: die Festlegung der Verpflichtungen von 37 Industriestaaten zur Reduzierung von Treibhausgasen, zur Verbesserung des Emissionshandels sowie zu einer nachhaltigen Land- und Fortwirtschaft.
In China soll nun eruiert werden, was in Cancún an Ergebnissen möglich sein wird und welche Kompromisse dafür noch erarbeitet werden müssten.

Des weiteren berät die AWG-LCA (ihr gehören 194 Vertragsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention UNFCCC an) über Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, Technologie- und Wissenstransfers. Schließlich geht es um die Finanzierung von Kompensionsmaßnahmen insbesondere für die am meisten vom Klimawandel betroffenen Länder der Erde.

Hochrangige Vertreter aus China für die Klimakonferenz bezweifelten bereits den großen Wurf in diesem Jahr und prognostizierten weitreichende Vereinbarungen erst für den Klimagipfel in 2011.

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Klimaversprechen der Bundesregierung wird von den Fraktionen der Koalition verwässert

Dienstag 9. März 2010 von birdfish

Germanwatch kritisiert, dass die Kopenhagen-Ankündigung  nur teilweise erfüllt wird.

Afrikanischer Bettler
Verschiebung der Gelder zwischen den Kostenstellen geht zulasten der Ärmsten – (c) Detlev Beutler / Pixelio

In nächtlicher Sitzung hat der  Haushaltsausschuss des Bundestages beschlossen, dass für die  internationale Klimafinanzierung bis 2012 jährlich durchschnittlich 420  Millionen bereitgestellt werden sollen. Germanwatch kritisiert, dass der  größte Teil dieser Gelder bereits vor Jahren schon einmal in anderem  Zusammenhang versprochen wurde. Damit wird das von der Bundeskanzlerin  in Kopenhagen gemachte Versprechen von neuen und zusätzlichen Mitteln  nur zu einem viel zu kleinen Teil eingelöst. Sah es bis gestern noch so  aus, als würde der komplette Betrag aus früher versprochenen Mitteln  bestehen, stellen die Koalitionsfraktionen nun zumindest 70 Millionen  Euro als neues Geld bereit.

Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch: “Die  Glaubwürdigkeit Deutschlands in der internationalen Klimapolitik hängt  auch an der Umsetzung des in Kopenhagen gemachten Versprechens: mehr  Klimaschutz in Schwellen- und Entwicklungsländern, mehr Finanzierung  durch die Industrieländer. Die Haushälter der Koalition haben nun  durchgesetzt, anders als vom BMU und BMZ gefordert, dass nur ein  geringer Teil wirklich zusätzliches Geld ist. Dies ist nicht das  gewünschte Signal für weltweit ernsthaften Klimaschutz. Das Recycling  alter Versprechen trägt nicht zur Vertrauensbildung mit den  Entwicklungsländern bei.”

So wird ein Großteil der 420 Millionen Euro für den Klimaschutz dadurch  erbracht, dass die unter großem Medienecho 2008 von Bundeskanzlerin  Angela Merkel angekündigten Gelder für den Artenschutz nun als Klimageld  verpackt werden. Nur teilweise konnte die Umwidmung abgewendet werden.

Christoph Bals kommentiert: “Wenn die ursprüngliche Planungen der  Haushälter durchgekommen wäre, wäre das die völlige Bloßstellung für die  Bundeskanzlerin gewesen. Weder die versprochene Zahl von 420 Millionen  Euro wäre eingehalten worden – es waren nur 350 Millionen angesetzt -  noch hätte auch nur ein Euro neues Geld auf dem Tisch gelegen. Es wäre  nur von der einen Klimatasche in die andere verschoben worden. Mit  diesen 70 Millionen Euro und den Mitteln aus der Versteigerung von  Emissionserlösen besteht nun zumindest ein gewisser Spielraum für die  Bundesregierung, vielversprechende Klimaschutz- und Anpassungsprojekte  in besonders progressiven Entwicklungsländern zusätzlich zu  unterstützen.” Dies sei gerade mit Blick auf die im Mai geplante und von  Deutschland initiierte internationale Ministerkonferenz strategisch von  zentraler Bedeutung.

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Yvo de Boer wirft nach Kopenhagen das Handtuch und wechselt in die Wirtschaft

Freitag 19. Februar 2010 von birdfish

Yvo de Boer, Exekutivsekretär der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC), hat angekündigt, zum 1. Juli zurück zu treten.

Yvo de Boer
Yvo de Boer – (c) Jan Golinski / UNFCCC

De Boer hat den Posten als Exekutivsekretär seit 2006. Seitdem hat er die weltweiten Klimaverhandlungen organisiert – zuletzt den gescheiterten Klimagipfel in Kopenhagen. Im Frühjahr hatte man noch Hoffnung für die Gespräche, insbesondere durch die neuerlichen Signale aus den USA. Im September befürchtete de Boer bereits, dass man beim seinerzeitigen Stand der Verhandlungen in Kopenhagen nur noch Eckpunkte festlegen könnte. Im Dezember platzte schließlich auch noch dies und heraus kam nur noch ein unverbindliches Papier. Für jemanden, der jahrelang intensivst an einem gehaltvollen Papier für den Klimaschutz gearbeitet hat, ein mehr als ernüchterndes Ergebnis.

Nun wird de Boer als “globaler Berater für Klima und Nachhaltigkeit” zu dem Consultingunternehmen KPMG wechseln und zudem mit Universitäten zusammenarbeiten. Der Niederländer begründete seinen Schritt auch mit der Aussage, dass die Politik nur Rahmenbedingungen setzen könne, jedoch nur die Wirtschaft wirklich etwas an den Klimazielen ändern könne. Er empfände seinen Wechsel in die Wirtschaft somit auch als Chance, auf dieser Seite etwas zu bewegen.

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Prof. Klaus Hasselmann vom MPI erringt für Klimaforschung einen wichtigen Preis

Mittwoch 20. Januar 2010 von birdfish

Prof. Dr. Klaus Hasselmann ist emeritierter Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie

Prof. Dr. Klaus Hasselmann
Prof. Dr. Klaus Hasselmann

Er wird nun mit dem Frontiers of Knowledge Award 2009 in der Kategorie Klimawandel der spanischen BBVA-Stiftung ausgezeichnet. Der mit 400 000 EUR dotierte Preis würdigt Prof. Hasselmanns bahnbrechenden Beitrag zum wissenschaftlichen und öffentlichen Verständnis des Klimawandels: Seine Forschungsmethoden belegten, dass der jüngste Verlauf der globalen Erwärmung vor allem auf das menschliche Handeln zurückzuführen ist.

Dank seiner hervorragenden Mathematikkenntnisse und seines großen Wissens über die grundlegenden System-Eigenschaften von Ozean, Atmosphäre und Land entwickelte Prof. Hasselmann eine “Fingerabdruck-Methode”, die den Einfluss von Naturphänomenen von den Auswirkungen vermehrter, durch den Menschen bedingter Treibhausgasproduktion trennte. Damit schuf er einen Meilenstein in der Wissenschaft: Erstmals ließ sich also zwischen dem Einfluss des Menschen und der Natur auf den beobachteten Klimawandel unterscheiden.

Prof. Hasselmanns Erkenntnisse waren Hauptbestandteil der neuesten Bewertungen (2007)der Arbeitsgruppe I des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) zum Einfluss des Menschen auf das Klima. Seinen fortwährenden Aktivitäten ist es zu verdanken, dass sich eine breit anerkannte Wissenschaftsgemeide zum Klimawandel geformt hat.

Von 1975 bis 1999 war Prof. Hasselmann Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg. Nach seinem Studium der Physik und Mathematik in Hamburg promovierte er 1957 in Göttingen. Er lehrte in der Zeit von 1961 bis 1972 an der Universität Hamburg, an der Scripps Institution of Oceanography und an der Woods Hole Oceanographic Institution in den USA. Seit 1999 arbeitet er als Emeritus im Max-Planck-Institut für Meteorologie. Prof. Hasselmann wurde mehrfach für seine bahnbrechenden Forschungsarbeiten ausgezeichnet, u.a. mit dem Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Jahr 1998. 2002 erhielt er die Vilhelm-Bjerknes-Medaille der Europäischen Geowissenschaftlichen Union.

Der BBVA Foundation Frontiers of Knowledge Award ist bestrebt, weltbeste Forschung und künstlerische Leistung anzuerkennen und zu fördern und kann als zweithöchster Geldpreis nach dem Nobelpreis angesehen werden: jährlich werden 3,2 Mio. Euro für wissenschaftliche und künstlerische Bereiche ausgeschüttet. Er ist der einzige Preis, der auch die Kategorie Klimawandel berücksichtigt. Die Preise werden in acht Kategorien vergeben mit einer Dotierung von 400 000 Euro pro Kategorie. Der Klimawandel-Preis soll sowohl Forschung auf diesem Gebiet als auch praktische Tätigkeiten und Initiativen im Wettlauf gegen den Klimawandel ehren, eines der wichtigen gesellschaftlichen Themen im 21. Jahrhundert. Er wurde zum ersten Mal 2008 an den amerikanischen Wissenschaftler Wallace S. Broecker verliehen.

Die spanische BBVA-Stiftung unterstützt Erkenntnisgewinn, wissenschaftliche Forschung und die Kulturförderung sowie die Vermittlung der Ergebnisse an die Gesellschaft. Diese Bemühungen fließen in Forschungsprojekte, in Bildung und Weiterbildung, Stipendien und Preise. Zu den von der Stiftung bevorzugten Aktivitätsbereichen gehören die Grundlagenforschung, Biomedizin, Ökologie und Schutz der biologischen Vielfalt, Sozialwissenschaften sowie Literatur und musikalisches Schaffen.

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Große Mehrheit der Deutschen will Merkel zum UN-Klimagipfel in Kopenhagen sehen

Freitag 6. November 2009 von birdfish

Eine neue Infratest-Umfrage beschäftigt sich mit Merkels Engagement bei den Klimaverhandlungen.

Angela Merkel
Angela Merkel – (c) ℵ / Wikipedia

Angesichts der kritischen Situation bei den UN-Klimaverhandlungen möchte die Mehrheit der Deutschen größeres persönliches Engagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel, um die Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen zum Erfolg zu führen.

Nach einer aktuellen repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der Kampagne KlimakanzlerIn gesucht wollen 90 Prozent der wahlberechtigten Deutschen, dass Angela Merkel im Dezember persönlich am entscheidenden UN-Klimagipfel in Kopenhagen teilnimmt. Unter den Anhängern von CDU/CSU wollen sogar 95 Prozent, dass die Kanzlerin dem Beispiel des britischen Premiers Gordon Brown folgt, der eine Gipfelteilnahme bereits angekündigt hat. Zudem sind 82 Prozent der Deutschen der Meinung, dass Angela Merkels Ansehen steigt, würde sie eine führende Rolle beim Kampf gegen den Klimawandel einnehmen.

„US-Präsident Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel müssen jetzt Kopenhagen zur Chefsache machen und beide zum Gipfel fahren,“ sagte Avaaz-Sprecher Julius van de Laar.

„Die Bundeskanzlerin kann die USA nur für mehr Engagement im Klimaschutz gewinnen, wenn sie mit gutem Beispiel vorangeht,“ sagte Christoph Bals, politischer Geschäftsführer von Germanwatch, einem Mitglied bei KlimakanzlerIn gesucht. „Sie muss deutlich machen, dass die EU die längst zugesagten Gelder für die internationale Armutsbekämpfung nicht noch einmal für den Klimaschutz versprechen wird.“

Infratest Dimap Umfrageergebnisse finden Sie hier (pdf)

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