KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Prof. Klaus Hasselmann vom MPI erringt für Klimaforschung einen wichtigen Preis

Mittwoch 20. Januar 2010 von birdfish

Prof. Dr. Klaus Hasselmann ist emeritierter Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie

Prof. Dr. Klaus Hasselmann
Prof. Dr. Klaus Hasselmann

Er wird nun mit dem Frontiers of Knowledge Award 2009 in der Kategorie Klimawandel der spanischen BBVA-Stiftung ausgezeichnet. Der mit 400 000 EUR dotierte Preis würdigt Prof. Hasselmanns bahnbrechenden Beitrag zum wissenschaftlichen und öffentlichen Verständnis des Klimawandels: Seine Forschungsmethoden belegten, dass der jüngste Verlauf der globalen Erwärmung vor allem auf das menschliche Handeln zurückzuführen ist.

Dank seiner hervorragenden Mathematikkenntnisse und seines großen Wissens über die grundlegenden System-Eigenschaften von Ozean, Atmosphäre und Land entwickelte Prof. Hasselmann eine “Fingerabdruck-Methode”, die den Einfluss von Naturphänomenen von den Auswirkungen vermehrter, durch den Menschen bedingter Treibhausgasproduktion trennte. Damit schuf er einen Meilenstein in der Wissenschaft: Erstmals ließ sich also zwischen dem Einfluss des Menschen und der Natur auf den beobachteten Klimawandel unterscheiden.

Prof. Hasselmanns Erkenntnisse waren Hauptbestandteil der neuesten Bewertungen (2007)der Arbeitsgruppe I des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) zum Einfluss des Menschen auf das Klima. Seinen fortwährenden Aktivitäten ist es zu verdanken, dass sich eine breit anerkannte Wissenschaftsgemeide zum Klimawandel geformt hat.

Von 1975 bis 1999 war Prof. Hasselmann Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg. Nach seinem Studium der Physik und Mathematik in Hamburg promovierte er 1957 in Göttingen. Er lehrte in der Zeit von 1961 bis 1972 an der Universität Hamburg, an der Scripps Institution of Oceanography und an der Woods Hole Oceanographic Institution in den USA. Seit 1999 arbeitet er als Emeritus im Max-Planck-Institut für Meteorologie. Prof. Hasselmann wurde mehrfach für seine bahnbrechenden Forschungsarbeiten ausgezeichnet, u.a. mit dem Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Jahr 1998. 2002 erhielt er die Vilhelm-Bjerknes-Medaille der Europäischen Geowissenschaftlichen Union.

Der BBVA Foundation Frontiers of Knowledge Award ist bestrebt, weltbeste Forschung und künstlerische Leistung anzuerkennen und zu fördern und kann als zweithöchster Geldpreis nach dem Nobelpreis angesehen werden: jährlich werden 3,2 Mio. Euro für wissenschaftliche und künstlerische Bereiche ausgeschüttet. Er ist der einzige Preis, der auch die Kategorie Klimawandel berücksichtigt. Die Preise werden in acht Kategorien vergeben mit einer Dotierung von 400 000 Euro pro Kategorie. Der Klimawandel-Preis soll sowohl Forschung auf diesem Gebiet als auch praktische Tätigkeiten und Initiativen im Wettlauf gegen den Klimawandel ehren, eines der wichtigen gesellschaftlichen Themen im 21. Jahrhundert. Er wurde zum ersten Mal 2008 an den amerikanischen Wissenschaftler Wallace S. Broecker verliehen.

Die spanische BBVA-Stiftung unterstützt Erkenntnisgewinn, wissenschaftliche Forschung und die Kulturförderung sowie die Vermittlung der Ergebnisse an die Gesellschaft. Diese Bemühungen fließen in Forschungsprojekte, in Bildung und Weiterbildung, Stipendien und Preise. Zu den von der Stiftung bevorzugten Aktivitätsbereichen gehören die Grundlagenforschung, Biomedizin, Ökologie und Schutz der biologischen Vielfalt, Sozialwissenschaften sowie Literatur und musikalisches Schaffen.

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Große Mehrheit der Deutschen will Merkel zum UN-Klimagipfel in Kopenhagen sehen

Freitag 6. November 2009 von birdfish

Eine neue Infratest-Umfrage beschäftigt sich mit Merkels Engagement bei den Klimaverhandlungen.

Angela Merkel
Angela Merkel – (c) ℵ / Wikipedia

Angesichts der kritischen Situation bei den UN-Klimaverhandlungen möchte die Mehrheit der Deutschen größeres persönliches Engagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel, um die Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen zum Erfolg zu führen.

Nach einer aktuellen repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der Kampagne KlimakanzlerIn gesucht wollen 90 Prozent der wahlberechtigten Deutschen, dass Angela Merkel im Dezember persönlich am entscheidenden UN-Klimagipfel in Kopenhagen teilnimmt. Unter den Anhängern von CDU/CSU wollen sogar 95 Prozent, dass die Kanzlerin dem Beispiel des britischen Premiers Gordon Brown folgt, der eine Gipfelteilnahme bereits angekündigt hat. Zudem sind 82 Prozent der Deutschen der Meinung, dass Angela Merkels Ansehen steigt, würde sie eine führende Rolle beim Kampf gegen den Klimawandel einnehmen.

„US-Präsident Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel müssen jetzt Kopenhagen zur Chefsache machen und beide zum Gipfel fahren,“ sagte Avaaz-Sprecher Julius van de Laar.

„Die Bundeskanzlerin kann die USA nur für mehr Engagement im Klimaschutz gewinnen, wenn sie mit gutem Beispiel vorangeht,“ sagte Christoph Bals, politischer Geschäftsführer von Germanwatch, einem Mitglied bei KlimakanzlerIn gesucht. „Sie muss deutlich machen, dass die EU die längst zugesagten Gelder für die internationale Armutsbekämpfung nicht noch einmal für den Klimaschutz versprechen wird.“

Infratest Dimap Umfrageergebnisse finden Sie hier (pdf)

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Malte Meinshausen (PIK) gewinnt Preis für Prognosenberechnung von CO2-Emissionen

Dienstag 3. November 2009 von birdfish

Malte Meinshausen, Wissenschaftler am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ist jetzt mit dem Nachwuchswissenschaftlerpreis 2009 des Landes Brandenburg geehrt worden.

Malte Meinshausen
Malte Meinshausen – (c) privat

Der seit 2007 jährlich vergebene Preis würdigt herausragende Leistungen junger Wissenschaftler. Der Forschergruppe um Meinshausen war es erstmalig gelungen umfassend zu berechnen, in welchem Umfang der Ausstoß von Treibhausgasen bis 2050 reduziert werden müsste, um die globale Erwärmung mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit unter zwei Grad Celsius zu halten.

Der 34-jährige Umweltwissenschaftler Dr. Malte Meinshausen arbeitet seit 2006 als Leiter der Forschungsgruppe PRIMAP („Potsdam Real-time Integrated Model for probabilistic Assessment of emissions Paths“) am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung an der Reduktion von Treibhausgasen. Der Laudator, Prof. Stock, zitierte aus einem der Jury vorliegenden Gutachten über die Arbeiten von Dr. Meinshausen: „Bisher war es in der Klimafolgenforschung nicht möglich, verschiedene Szenarien der Reduktion von Treibhausgasemissionen vergleichend und im Hinblick auf ad hoc definierte Begrenzungen der globalen Erwärmung sinnvoll zu quantifizieren. Erst die von Herrn Alan und Herrn Meinshausen gemeinsam publizierte Idee, dass die globale Erwärmung im Wesentlichen nur von der kumulativ emittierten Menge der Treibhausgase abhängen, hat zu einem neuen Ansatz und […] zu einem Durchbruch in dieser Sache geführt. Der daraus resultierende so genannte Budgetansatz wird in der internationalen Klimapolitik intensiv diskutiert.“

Weniger als ein Viertel der nachgewiesenen Vorkommen fossiler Brennstoffe kann bis zum Jahr 2050 noch verbrannt werden, wenn die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzt werden soll. Das geht aus einer Studie von Meinshausen hervor, die im April 2009 im Wissenschaftsmagazins “Nature” erschienen ist. Für diese Studie wurde erstmals berechnet, welche Menge Treibhausgase von heute bis zum Jahr 2050 in die Atmosphäre entlassen werden kann, ohne das Risiko einer Erwärmung von mehr als zwei Grad Celsius (2°C) über den vorindustriellen Wert zu stark zu erhöhen.

Website des Projektes PRIMAP (engl.)

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Entwicklungshilfe: Niebel (FDP) zerschlägt die Arbeit des Ministeriums nun von innen – Klimaschutzdialog leidet unter neuer Politik

Montag 2. November 2009 von birdfish

Der bisherige FDP-Generalsekretär Dirk Niebel ist nun Entwicklungshilfeminister.

Armut in Indien
Slums in Indien – 800 Mio. Inder leben in Armut – (c) Dieter Schütz / Pixelio

Vor kurzem machte er sich dafür stark, dass dieses Ministerium aufgelöst werde und ins Außenministerium eingegliedert. Dass Niebel Anfang des Jahres verhindern wolle, dass Entwicklungsländer aus dem Konjunkturpaket einen Teil erhalten, ist symptomatisch für seine Ablehnung der Entwickungshilfe von Grund auf. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass ein Aufschrei durch die Reihen derjeniger ging, die für eine solidarische Weltgemeinschaft arbeiten.

Die SPD sprach anlässlich Niebels Benennung von einem schlechten Scherz und äußerte die Befürchtung, dass Dirk Niebel kein Entwicklungs- sondern ein Abwicklungsminister sein würde, der lediglich seinem Chef Westerwelle im Auswärtigen Amt den Rücken freihalten und das Ministerium nur noch als Außenstelle des Auswärtigen Amtes führen solle.
Der SPD-Politiker Erhard Eppler, der von 1968 bis 1974 selbst als Entwicklungsminister fungierte, wurde ebenfalls deutlich, als er der “Rheinischen Post” gegenüber äußerte: “Die Ernennung eines Mannes, der zur Sache des Ministeriums noch nie etwas gesagt hat, wohl aber seine Abschaffung fordert, empfinde ich als grobe Missachtung der Mitarbeiter des Ministeriums und der Sache, für die es geschaffen wurde”.

VENRO, der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nicht-Regierungsorganisationen, begrüßte zwar verhalten, dass das Ministerium bestehen bleibt, Vorsitzende Claudia Warning hielt jedoch mit bedenken nicht hinter dem Berg. “Die Aufgabe des Ministeriums ist die weltweite Armutsbekämpfung und nicht die Außenwirtschaftsförderung. Wenn das nicht klar ist, nützt auch ein eigenständiges Ministerium nichts”, äußerte die Venro-Vorsitzende.

Um die Unkenrufe von allen Seiten gleich von Anfang an zu entkräften, erklärte Niebel im Rahmen seiner Antrittsrede: “Unser Haus wird keine Nebenaußenpolitik betreiben – aber natürlich die deutsche Außenpolitik unterstützen”. Seinen Mitarbeitern gegenüber äußerte er Verständnis dafür, dass sie seinen Antritt mit gemischten Gefühlen sehen würden. Und in der Tat war der Empfang der Ministeriumsmitarbeiter mehr als frostig.

Und das mit Recht, denn gleich die erste Initiative des Ministers war es zu erklären, dass jegliche Hilfen für China und Indien nun eingestellt werden. Schließlich handele es sich bei diesen Ländern um Wirtschaftsriesen, die keinerlei Hilfen mehr benötigten.

Claudia Warning, die als VENRO-Vorsitzende 118 private und kirchliche Entwicklungsorganisationen in Deutschland vertritt, wies unter anderem darauf hin, dass es allein in Indien 800 Millionen Arme gäbe und damit mehr als in ganz Afrika. Mit den deutschen Mitteln werden zur Zeit noch Mikrokreditprogramme finanziert, aber auch Impulse für den Ausbau von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Umweltschutz für Indien und China gegeben.

Die Grünen sprachen von einer populistischen Amtshandlung Niebels, die in der Sache falsch und in den Folgen verheerend sei. Die Aufkündigung der Entwicklungszusammenarbeit mit China sei kurzsichtig. Ausgerechnet im Jahr eines harten Ringens um ein zukünftiges Klimaschutzabkommen in Kopenhagen schlägt Niebel China die Tür seines Ministeriums brüsk vor der Nase zu.

Die umfassende Kooperation in allen Politikfeldern mit Schwellenländern ist bei der Lösung globaler Probleme – wie Klima-, Finanz- und Ernährungskrise – unersetzbar. Auch von China wird die Fortsetzung der Zusammenarbeit gewünscht. Es geht schon längst nicht mehr um “Hilfe” oder Armutsbekämpfung, sondern um maßgeschneiderte Projekte und Programme, um Dialog und Beratung. Der Schwerpunkt der deutschen Zusammenarbeit mit China liegt zu Recht im Umwelt- und Ressourcenschutz.

Deutschland verfügt über weltweit gefragtes Wissen bei der Lösung von Umweltproblemen, Energieeinsparung, Energieeffizienz und vor allem bei erneuerbaren Energien. Hier zu kooperieren ist eine sinnvolle Investition, die sich für alle Beteiligten auszahlt. Niebels arrogante erste Amtshandlung hat die entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit China gekappt. Der diplomatische Schaden ist weitaus größer, als es die cirka 70 Millionen Euro vermuten lassen.

Schon jetzt ist abzusehen, dass die schwarz-gelbe Koalition eine Politik auf den Weg bringt, die entwicklungspolitische Entscheidungen von Interessen der deutschen Wirtschaft abhängig macht.

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Grüne Jobs und Erneuerbare Energie können nach Infratest-Umfrage die Wahl entscheiden

Freitag 4. September 2009 von birdfish

Während sich Deutschland auf die Bundestagswahlen in  diesem Monat vorbereitet, könnte laut einer deutschlandweiten  Infratest-dimap-Umfrage der Klimawandel den Ausschlag geben.

Klimakanzler
Kampagne der Klima-Allianz zur Bundestagswahl

Die Studie  wurde von der neuen Kampagne “KlimakanzlerIn gesucht” in Auftrag gegeben. Mehr  als neun von zehn Wählern (92%) gaben an, dass der Aufbau einer  klimafreundlichen Wirtschaft mit Millionen neuer Arbeitsplätze wichtig für  ihre Wahlentscheidung sei – mehr als die Hälfte sagten sogar, dies sei sehr  wichtig.

“Klimawandel und grüne Jobs sind die vernachlässigten Themen dieser Wahl”,  sagte Ricken Patel, Direktor der globalen Kampagnenorganisation Avaaz.org,  bei der Vorstellung der Umfrage in Berlin. “Die Öffentlichkeit verlangt in  diesen kritischen Bereichen mehr von der Politik – und die Parteien, die  darauf nicht reagieren, könnten Millionen noch unentschiedene Wähler  verlieren.”

Fast vier von zehn Personen (39%), die momentan keine CDU/CSU-Unterstützer  sind, erwägen der Studie zufolge die Union zu wählen, falls Merkel grüne  Jobs, erneuerbare Energie und eine internationale Führungsrolle bei den  Klimaverhandlungen in Kopenhagen zu ihrem zentralen Wahlkampfthema macht.  Mehr als ein Drittel (35%) derer, die diese Aussage treffen, sind  gegenwärtig Unterstützer der SPD. Noch höher ist diese Zahl bei  Nicht-SPD-Unterstützern (41%), die angeben, sie würden die SPD favorisieren,  falls Steinmeier dies tue; diese Aussage gilt sogar für ein Fünftel (20%)  der CDU/CSU-Unterstützer. Diese Zahlen sind noch höher in der wichtigen  Gruppe der 18-29 Jährigen. Hier sagt ungefähr die Hälfte (47% derer, die  nicht die CDU/CSU unterstützen und 56% der Nicht-SPD-Unterstützer), dass  eine entschiedenere Klimapolitik ihre Wahlentscheidung beeinflussen würde.

“Ein entscheidender Teil der Bevölkerung ist als ‘Klimawähler’  einzuschätzen”, sagte  Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von  Germanwatch, der die Klima-Allianz vertrat. “Die jüngsten Landtagswahlen  haben gezeigt, wie knapp das Rennen zwischen möglichen Koalitionen werden  kann. Die Klimawähler können die Wahl entscheiden.”

Ganze 84% der Deutschen gaben an, dass der beste Weg zu langfristigem  Wachstum über eine  umweltfreundliche Wirtschaftspolitik und grüne Jobs  führe. Dass eine entschiedene Klimapolitik der Wirtschaft eher helfen als  schaden würde, hielten 62% der Befragten für richtig (gegenüber lediglich  14%, die zur gegenteiligen Ansicht neigten). Zudem nennt eine überwältigende  Mehrheit ‘erneuerbare Energien’ als bevorzugte Antwort auf Deutschlands  zukünftigen Energiebedarf – sogar 81% der Wähler sehen die Erneuerbaren als  die wichtigste Energielösung, verglichen mit nur 7% für Atomenergie, 4% für  Gas, 3% für Öl, und 2% für Kohle.

“Die Menschen verstehen: Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung laufen  nicht gegeneinander”, sagte Jürgen Maier, Geschäftsführer beim Forum Umwelt  und Entwicklung und Vertreter der Klima-Allianz. “Für die Wähler ist klar,  dass saubere Energie und klimafreundliche Politik der einzige Weg zu einem  nachhaltigen Wirtschaftswachstum ist.”

KlimakanzlerIn gesucht ist eine gemeinsame Kampagne von Die Klima-Allianz,  Avaaz.org und E3G. Die Klima-Allianz ist ein Zusammenschluss von über 100  Organisationen, einschließlich Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden. Die  Kampagne ruft die Kanzlerkandidaten auf, sich für Millionen neuer grüner  Jobs einzusetzen und sich zum verstärkten Ausbau Erneuerbarer Energien und  einer deutschen Führungsrolle bei den internationalen Klimaverhandlungen zu  bekennen.

Zur Website der Kampagne “KlimakanzlerIn gesucht”

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CO2 – ungefährlich wie Mineralwasser?

Montag 10. August 2009 von birdfish

Die Befürworter der CO2-Speicherung betonen stets, wie ungefährlich CO2 doch ist und dass das Problem des Aufruhrs in der Bevölkerung allein darin begründet läge, dass die Menschen darüber nicht aufgeklärt sind.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat diese Aussage auf die Spitze getrieben.

Anlässlich des BDI-Tages am 15. Juni 2009 vor der deutschen Industrie sagte die Bundeskanzlerin:

“Neulich habe ich bei einer Veranstaltung im Rahmen des Europawahlkampfs in Flensburg gesagt, man solle sich jetzt vor den Mineralwasserflaschen hüten, weil sich darin ja auch Kohlendioxid befinde. Aber mein Scherz ist an dieser Stelle wie immer nicht gut angekommen. Wenn aber die Menschen so denken, dann spricht es nur dafür, dass wir in Bildung noch mehr investieren müssen.”

Ungefährlich wie Mineralwasser?
Ungefährlich wie Mineralwasser? – (c) u.w. / Pixelio

Für die Kohleindustrie mag dies ein Schenkelklopfer gewesen sein. Für die Menschen, die in Nordfriesland besorgt für die Sicherheit der Bevölkerung eintreten, war dies ein doppelter Schlag ins Gesicht. Wird ihnen doch von der Kanzlerin nun auch noch unterstellt, sie seien ungebildet.

Wie es sich mit dem Einatmen des CO2 jenseits von Mineralwasserflaschen verhält, verrät z.B. eine eher unverdächtige Institution: das Landesamt für Umweltschutz in Sachsen-Anhalt, Fachbereich Immissionsüberwachung.

Hier wird CO2 folgendermaßen definiert:

CO2, Bestandteil der Ausatmungsluft (3% – 4%) und häufig fälschlicherweise als Kohlensäure bezeichnet, hat vor allem arbeitsmedizinische Bedeutung. In einem niederschlesischen Grubenrevier kamen 1930 durch “schwere Wetter” 150 Bergleute ums Leben. Unglücksfälle in Abwasserkanälen, beim Reinigen von Wasserleitungsrohren, in Gärkellern, in Getreidesilos u. ä. sind bekannt geworden.
Die CO2-Empfindlichkeit des Menschen ist sehr verschieden. Gesundheitsstörungen (Kopfschmerzen, Ohrensausen, Herzklopfen u. a.) treten beim Einatmen von Luft auf, deren CO2-Gehalt etwas über dem der Ausatmungsluft liegt (4% – 6%). Gewöhnung, besonders bei langsamer CO2-Zunahme, ist möglich. Höherer CO2 -Gehalt der Luft (8% – 10%) bewirkt rasch Atemnot, Bewußtlosigkeit, Atemstillstand. CO2-Konzentrationen um 12% sind sofort tödlich. CO2 zählt als Stickgas zu den Atemgiften. Die Wirkung beruht auf einer Störung der Sauerstoffversorgung. Eine brennende Kerze erlischt bei 8 – 10 Vol.-% CO2 in der Luft.

Stellt man sich vor, dass Massen hochkonzentrierten Kohlendioxids in einem nicht ausgereiften Verfahren zu Testzwecken in die Erde gepumpt werden, so sollte man für die Bevölkerung, die dort lebt und um mögliche Folgen bangt, mehr Verständnis aufbringen als Frau Merkel dies getan hat.

Weitere Gegenargumente zur CO2-Speicherung finden Sie hier!


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Angela Merkel soll von Asse Trinkwasser-Verseuchung schon 1996 gewusst haben

Mittwoch 5. August 2009 von birdfish

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war schon vor 13 Jahren über eine mögliche radioaktive Verseuchung des Trinkwassers durch das Atommüllager Asse II informiert.

Gorleben
Gorleben aus der Luft (von 1996) – (c) Martin Langer / Greenpeace

Dies geht aus einem Greenpeace vorliegenden Schreiben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) an das Bundesumweltministerium aus dem Jahr 1996 hervor. Die Untersuchungen des BfS zeigen auf, dass die Lagerung von Atommüll in Salzstöcken mit erheblichen Sicherheitsrisiken verbunden ist. So würde ein Voll-Laufen der Asse mit Wasser zu einer 100-fach über den zulässigen Grenzwerten liegenden Strahlenbelastung der Bevölkerung führen. Greenpeace fordert den Einsatz eines Untersuchungsausschusses im Bundestag, der prüft, inwieweit das Endlagerkonzept der Bundesrepublik durch diesen Behördenbericht nicht schon 1996 als gescheitert angesehen werden musste.

“Merkel ist eine Schlüsselfigur in der Endlagerpolitik und muss vor einen Bundestags-Ausschuss zitiert werden”, sagt Greenpeace-Atomexperte Mathias Edler. “Sie hat gewusst, dass die Lagerung von Atommüll in Salz nicht sicher ist. Asse und Morsleben hätten sofort dicht gemacht, der Ausbau des Salzstocks in Gorleben gestoppt werden müssen.”
Morgen beginnt in Hannover der Parlamentarische Untersuchungsausschuss auf Landesebene zu den Vorgängen in der Asse. Die CDU/FDP-Mehrheit verhindert in Niedersachsen jedoch eine Vorladung Angela Merkels.

Das BfS warnte bereits 1996 davor, dass “größere Schwierigkeiten” in der Asse das Konzept der Endlagerung von Atommüll in Salzbergwerken in Frage stellen könnten. Das Endlager Morsleben sei “nicht mehr zu halten” und das geplante Endlager für hochradioaktive Abfälle im niedersächsischen Salzstock Gorleben “gefährdet”.

Ungeachtet der Warnungen des BfS hat Angela Merkel als damalige Bundesumweltministerin noch im April 1998 die Betriebszeit von Morsleben um weitere fünf Jahre per Atomgesetzänderung verlängert. Erst eine von Greenpeace angestrengte Klage vor dem Oberverwaltungsgericht Magdeburg hat die weitere Einlagerung von Atommüll in der ehemaligen DDR-Deponie am 25. September 1998 gestoppt. Auch den Ausbau des Salzstocks Gorleben zum Endlager für hochradioaktive Abfälle hat sie durch eine Änderung des Atomgesetzes vorangetrieben.

“Weder die Möglichkeiten der Informationsbeschaffung, noch die finanziellen Mittel eines Untersuchungsauschusses auf Landesebene reichen aus, um einen Skandal dieser Tragweite aufzuklären. Alle drei Endlagerstandorte werden außerdem vom Bund betrieben. Also muss jetzt auch der Bundestag aufklären”, sagt Mathias Edler.

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SPD heimst das Lob des WWF ein für den Umweltfokus im neuen “Deutschland-Plan”

Mittwoch 5. August 2009 von birdfish

Frank-Walter Steinmeier, Kanzlerkandidat der SPD, stellte jetzt die Grundzüge seines “Deutschland-Plans” vor, von dessen Umsetzung er sich Millionen neuer Arbeitsplätze in Deutschland erhofft.

Frank-Walter Steinmeier
WWF lobt Umweltfokus in Steinmeiers Deutschland-Plan – (c) Armin Kübelbeck

Wesentliche Schwerpunkte dieses Plans sollen der sparsamere Einsatz von Energie und Rohstoffen sowie die Förderung grüner Schlüsseltechnologien sein.

Der WWF begrüßt, dass die SPD und ihr Kanzlerkandidat die Schaffung von Jobs durch Klima- und Umweltschutztechnologien in das Zentrum ihres politischen Wirkens stellen wollen. „Steinmeiers Vorstoß muss dazu führen, dass sich endlich alle Parteien dazu bekennen, die derzeitige Krise als Chance für den Durchbruch einer zukunftsfähigen Wirtschafts- und Klimapolitik zu nutzen. Entscheidend ist, dass der Klimaschutz eine große Chance bietet, die Wirtschaftskrise zu bewältigen. Diese Chance muss jetzt genutzt werden“, erklärt Alois Vedder, Leiter Politik beim WWF Deutschland. „Der angebliche Gegensatz von Ökonomie und Ökologie gehört schon lange in die Mottenkiste der Geschichte. Streitereien darüber, ob dieser Plan zur Vollbeschäftigung führt oder nicht und wer die dahinterliegende Idee zuerst gehabt hat, müssen jetzt zurückgestellt werden.”

Der WWF warnt aber auch davor, einzelne Elemente wie zum Beispiel den Ausbau der Elektromobilität unkritisch auf der Basis bestehender Energiestrukturen zu forcieren. „Unterm Strich muss immer die Ökobilanz stimmen. Der Ausbau der Elektromobilität auf der Basis von Strom aus ineffizienten Kohlekraftwerken ist zum Beispiel nicht die Lösung“, so Vedder. „Hier müssen intelligentere Konzepte her!“

Steinmeiers Deutschland-Plan zum Nachlesen

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