Montag 26. Juli 2010 von birdfish
Fahrer von Pkw mit alternativen Antrieben denken weniger an die Umwelt als an den eigenen Geldbeutel.
Prof. Dr. Doris Kortus-Schultes und Ingo Olschewski im Kreise der Master-Studierenden. Im Vordergrund: das Hybrid-Auto der Hochschule Niederrhein.
Sie entscheiden sich aus Gründen der Kostenersparnis für ein Fahrzeug mit alternativer Antriebstechnik und nehmen die Schonung der Umwelt als positive Begleiterscheinung gerne in Kauf. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Kompetenzzentrums Frau und Auto an der Hochschule Niederrhein.
Studenten des Masterstudiengangs „Strategisches Marketing“ unter der Leitung von Professor Dr. Doris Kortus-Schultes befragten für die Studie 16 Fahrer von Autos mit alternativer Antriebstechnik. Nach diesen Fokusgruppen-Interviews machten die Studierenden vier verschiedene Motivationsstränge bei den Befragten aus: die bereits genannte Kostenersparnis („die rational Orientierten“), die Schonung der Umwelt („die ökologisch Interessierten“), die Begeisterung für moderne Technik („die Innovativen“) und das Interesse an Dynamik und Sportlichkeit („die junge Zielgruppe“).
Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Umwälzungen auf dem Automobilmarkt ist die Studie besonders wertvoll. In den nächsten Jahren werden nahezu alle namhaften Automobilhersteller Elektro-Fahrzeuge auf den Markt bringen und dabei vor der Frage stehen, wer die Käufer dieser Autos sein werden. Um das herauszufinden, ist die Industrie auf Nutzerprofile ihrer potenziellen Kunden angewiesen. Und diese Profile liefern die Studenten der Hochschule Niederrhein jetzt am Beispiel der sehr kleinen Gruppe von Autofahrern, die bereits alternative Antriebe nutzen.
„Die Autoindustrie steht vor der Frage: Welche Kunden sprechen wir bei der Einführung der Elektroautos an? Da ist diese Art von Nutzerakzeptanzforschung sehr wertvoll“, sagt Doris Kortus-Schultes, Leiterin des Kompetenzzentrums Frau und Auto an der Hochschule Niederrhein. Nicht nur die Industrie sei brennend an den Ergebnissen der Studie interessiert, auch das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung habe die Studie bereits angefordert. Kooperationspartner Ingo Olschewski von der Forschungsgesellschaft Kraftfahrtwesen Aachen, ordnet dem Thema der Studie eine hohe zukünftige Relevanz zu: „Sie liefert wichtige Erkenntnisse zu den aktuellen strukturellen Veränderungen in der Automobilindustrie aufgrund der zunehmenden Elektrifizierung des Antriebstrangs.“
Denn auch das ist ein Ergebnis der Studie: Die Hybrid-Technik, die auf dem Zusammenspiel von konventionellen Verbrennungsmotoren und Kraftstofftank sowie einem Elektromotor und zugehöriger Batterie beruht, wurde von den befragten Fahrern eher negativ bewertet. Wer kostengünstig fahren möchte und dafür keine Einschränkungen in punkto Reichweite oder Geschwindigkeit in Kauf nehmen möchte, steigt auf Gasantrieb um. Vorausgesetzt, die vorherige Kosten-Nutzen-Analyse hat dies nahe gelegt. Sie sind eben vor allem rational orientiert, die Fahrer von Autos mit alternativer Antriebstechnik.
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Mittwoch 23. Juni 2010 von birdfish
In einer sehr knappen Entscheidung hat das schwedische Parlament den Bau von neuen Atomkraftwerken genehmigt.
Das AKW Forsmark in Schweden – Foto: Linus Svensson / Greenpeace
174 Abgeordnete stimmten für die Gesetzesvorlage, 172 dagegen. “Diese Entscheidung ist ein großer Fehler”, sagt Ludvig Tillman, Energie Experte von Greenpeace Schweden. “Sie wirft das Land weit zurück. Massive Kosten, das Risiko eines Nuklear-Unfalls und Atommüll, der noch nicht entsorgt werden kann, erwarten uns.”
“Wir haben die Abstimmung verloren.” Die schwedischen Greenpeace-Aktivisten sind enttäuscht. Sie konnten mit ihren Aktionen nicht verhindern, dass Schweden einen sehr mutigen Schritt revidiert. Nach einer Volksabstimmung 1980 hatte der Reichstag den Ausstieg aus der Atomkraft und damit jeden Neubau von Atomkraftwerken verboten. Dieses Verbot gilt seit gestern nicht mehr. Wird nun einer der zehn Reaktoren in den Kraftwerken Forsmark, Oskarshamn und Ringhals stillgelegt, darf ein neuer gebaut werden. Vattenfall, E.on und Fortum, ein finnischer Betreiber von Atomanlagen in Schweden, zeigen sich über das Ergebnis der Abstimmung erfreut. Die Mehrheit der Bevölkerung wollte Umfragen zu Folge am Atomausstieg festhalten.
“Es ist mehr nötig als eine Abstimmung im Parlament, um ein Atomkraftwerk zu bauen”, sagt Ludvig Tillman. “In den Ländern, in denen neue Reaktoren gebaut werden ist zu sehen, dass die Anlagen extrem teuer sind und es im Bau zu großen Verzögerungen kommt. Schuld sind technische Probleme und Inkompetenz der Atomindustrie. Es ist noch nicht zu spät für Schweden wieder Vernunft anzunehmen. Greenpeace wird sich weiter jedem Schritt hin zu neuen Atomkraftwerken entgegenstellen.”
Im September wird das schwedische Parlament neu gewählt. Sollte es einen Regierungswechsel geben will Mona Sahlin, sozialdemokratische Oppositionschefin, den Beschluss für neue Atomanlagen wieder aufheben.
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Montag 26. April 2010 von birdfish
Viele Unternehmen in Deutschland sind willens, nachhaltige Konzepte im Betrieb zu verwirklichen, jedoch fehlt für die konkrete Umsetzung häufig das nötige Wissen um Kosten und Know-how.
Wie sieht nachhaltige Bürogestaltung aus? – (c) Kurt Michel / Pixelio
Dies zeigen die Ergebnisse der vom Fraunhofer IAO durchgeführten Online-Befragung “Green Office”. Die Diskussion um den Klimawandel reißt nicht ab, immer mehr Menschen beschäftigen sich mit Fragen zur Reduktion des CO2-Ausstoßes und zur Nachhaltigkeit. Nicht nur der Umwelt zuliebe sind Unternehmen verstärkt gefordert, diesem Thema zu begegnen und konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um nachhaltige Technologien und Konzepte in ihrem Betrieb zu verwirklichen. Die Herausforderung dabei besteht darin, ökologische, ökonomische und soziale Interessen gleichsam zu berücksichtigen.
Eine Bestandsaufnahme, ob und in welchem Ausmaß deutsche Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit in ihrem Betrieb bereits umgesetzt haben, legt das Fraunhofer IAO auf Basis der Ergebnisse der Online-Befragung “Green Office” vor, an der sich im Zeitraum von Mai bis Oktober 2009 über 250 Unternehmen beteiligt haben. Zielgruppe der im Rahmen des Verbundprojekts Office21® durchgeführten Befragung waren Unternehmen der deutschen Wirtschaft, aber auch Organisationen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie aus dem öffentlichen Dienst.
Der Schwerpunkt der Umfrage lag auf der grundsätzlichen Einstellung zum Thema Nachhaltigkeit und auf den konkreten Maßnahmen speziell im Bereich der Bürogestaltung. Der Grad der Investitionsbereitschaft wurde in der Umfrage ebenso untersucht wie die Beweggründe und mögliche Hemmnisse.
Die Studienergebnisse zeigen, dass die befragten Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit durchweg als wichtig oder sehr wichtig erachten. Das gilt nicht nur für die grundsätzliche ökologische Orientierung ihrer Organisation sowie ihrer Produkte und Dienstleistungen, sondern vor allem auch für den Aspekt einer nachhaltigen Gestaltung von Büroumgebungen. Als Hauptmotiv für die Einführung von Maßnahmen zur Steigerung der Nachhaltigkeit geben die Befragten Imagesteigerungen, Kosteneinsparungen und den tatsächlichen Beitrag zur Schonung der Umwelt an.
Dennoch besteht eine große Diskrepanz zwischen dem geäußerten Stellenwert und den tatsächlich ergriffenen Maßnahmen. Vor allem die Unsicherheit über den Investitionsaufwand und das mangelnde Know-how in der Entwicklung nachhaltiger Lösungen hindern Unternehmen laut Befragung an der Umsetzung. Dies lässt darauf schließen, dass in den Unternehmen einerseits noch große Potenziale bestehen, um die eigene Nachhaltigkeit zu steigern. Andererseits eröffnen nachhaltige Konzepte, Produkte und Beratungsdienstleistungen hohe Marktpotenziale, denn deutsche Unternehmen nehmen höhere Kosten für ökologisch orientierte Maßnahmen im Vergleich zu konventionellen Lösungen in Kauf.
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Freitag 5. März 2010 von birdfish
Nach Auffassung von Seas of Risk muss die Europäische Kommission ganz klare Kriterien vorschlagen, die den guten ökologischen Zustand der Meere definieren.
EU muss ökologisch gesunde Meere definieren – (c) Ingwer Hansen
Der Zustand soll auf Grundlage von elf sogenannten Deskriptoren bewertet werden, zum Beispiel Stand der Artenvielfalt oder menschliche Einflüsse wie Fischen oder Meeresverschmutzung. Eine solche detaillierte Auflistung von Kennwörtern soll es den Mitgliedstaaten erleichtern, Maßnahmen zur Umsetzung der Meeresstrategie zu ergreifen, wie der Informationsdienst ENDS Daily berichtet.
Die Meeresschutzorganisation SAR befürchtet, dass die Kriterien, die die Europäische Kommission entwickelt, nicht verbindlich genug sind. Zudem hätten die Mitgliedstaaten zu viel Spielraum, wie sie den guten ökologischen Zustand ihrer Meere definieren können. Bis 2012 müssen die EU-Länder anhand der Kriterien die Qualität ihrer Meeresgewässer bestimmen, bis 2020 habe sie Zeit Ziele zur Verbesserung zu beschließen.
Seas at Risk Website (engl.)
Die europäische Meeresstrategierichtlinie von 2008 (PDF, engl.)
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Mittwoch 17. Februar 2010 von birdfish
Eine Untersuchung der Kfz-Zulassungen zeigt, dass die Umweltprämie des Jahres 2009 Potenziale für weitere CO2-Einsparungen im Autoverkehr mit sich gebracht hat.
CO2-Einsparpotenziale vorhanden – (c) Rainer Sturm / Pixelio
Gleichzeitig wird aber auch klar, dass Politik, Wirtschaft und Verbraucher noch mehr tun können, um einen Beitrag zur CO2-Reduktion im Straßenverkehr zu leisten. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung des Centrums für Evaluation (CEval) der Universität des Saarlandes. In der Studie wurden die Kfz-Zulassungen der Jahre 2008 und 2009 untersucht. Die Studie ist im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) entstanden.
Der Vergleich der in den Monaten Januar bis Juli der Jahre 2008 und 2009 neu zugelassenen Autos zeigt, dass neben einem längerfristigen Trend zum Kauf kleinerer Autos insbesondere die Sondereinflüsse Wirtschaftskrise und die sogenannte Abwrackprämie dazu geführt haben, dass die durchschnittliche CO2-Emission um sieben Prozent gesunken ist.
Ein vertiefter Blick auf die Pkw-Klassen, die von der Abwrackprämie am meisten profitiert haben, macht allerdings deutlich, welches Potenzial an CO2-Ersparnis der technische Fortschritt darüber hinaus ermöglicht hätte. Während der Verkehrsclub Deutschland (VCD) beispielsweise für die Kompaktklasse einen CO2-Ausstoß von maximal 120 Gramm pro Kilometer empfiehlt, lagen 2009 78 Prozent der im untersuchten Zeitraum zugelassenen Kompaktwagen deutlich über diesem Grenzwert.
Dies bedeutet einerseits, dass Politik und Wirtschaft mehr tun sollten, um den Absatz besonders umweltfreundlicher Pkw zu forcieren. Dazu gehört neben der Steuer- und Förderpolitik auch die Information der Verbraucher in Werbung und Verkauf.
Andererseits sind auch die Verbraucher aufgerufen, ihrem in aktuellen Umfragen geäußerten Klimabewusstsein Taten folgen zu lassen. Schließlich haben sie nicht nur durch ihre Kaufentscheidung, sondern auch durch ihr Nutzverhalten die Möglichkeit, ihre persönliche CO2-Bilanz zu beeinflussen. So wird beispielsweise die Menge CO2, die bei der Herstellung eines Kompaktwagens freigesetzt wird, bei einer jährlichen Fahrleistung von 5000 Kilometern über die Lebensdauer des Wagens verdoppelt, bei 15000 Kilometern Laufleistung pro Jahr aber bereits verfünffacht.
Viele Angebote der Verbraucherzentralen, des VCD und einer Reihe weiterer Verbände unterstützen Verbraucher, die sich möglichst umweltbewusst fortbewegen möchten. Unter Federführung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes werden sie im Rahmen des vom Bundesumweltministerium geförderten Projekts “für mich. für dich. fürs klima.” mit zahlreichen Aktionen und Beratungen über Einsparmöglichkeiten informiert.
Verbraucherportal zum Klimaschutz
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Freitag 6. November 2009 von birdfish
Eine neue Infratest-Umfrage beschäftigt sich mit Merkels Engagement bei den Klimaverhandlungen.
Angela Merkel – (c) ℵ / Wikipedia
Angesichts der kritischen Situation bei den UN-Klimaverhandlungen möchte die Mehrheit der Deutschen größeres persönliches Engagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel, um die Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen zum Erfolg zu führen.
Nach einer aktuellen repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der Kampagne KlimakanzlerIn gesucht wollen 90 Prozent der wahlberechtigten Deutschen, dass Angela Merkel im Dezember persönlich am entscheidenden UN-Klimagipfel in Kopenhagen teilnimmt. Unter den Anhängern von CDU/CSU wollen sogar 95 Prozent, dass die Kanzlerin dem Beispiel des britischen Premiers Gordon Brown folgt, der eine Gipfelteilnahme bereits angekündigt hat. Zudem sind 82 Prozent der Deutschen der Meinung, dass Angela Merkels Ansehen steigt, würde sie eine führende Rolle beim Kampf gegen den Klimawandel einnehmen.
„US-Präsident Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel müssen jetzt Kopenhagen zur Chefsache machen und beide zum Gipfel fahren,“ sagte Avaaz-Sprecher Julius van de Laar.
„Die Bundeskanzlerin kann die USA nur für mehr Engagement im Klimaschutz gewinnen, wenn sie mit gutem Beispiel vorangeht,“ sagte Christoph Bals, politischer Geschäftsführer von Germanwatch, einem Mitglied bei KlimakanzlerIn gesucht. „Sie muss deutlich machen, dass die EU die längst zugesagten Gelder für die internationale Armutsbekämpfung nicht noch einmal für den Klimaschutz versprechen wird.“
Infratest Dimap Umfrageergebnisse finden Sie hier (pdf)
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Freitag 30. Oktober 2009 von birdfish
Die Mehrheit der Palmöl nutzenden Unternehmen in Europa kauft kein zertifiziertes Palmöl aus umweltverträglichem Anbau, obwohl dieses in großen Mengen auf dem Markt erhältlich ist.
Der Kauf von Palmöl aus Regenwaldrodung trägt Mitschuld am Klimawandel – (c) Peter Prokosch / WWF
So ein diese Woche veröffentlichter WWF-Bericht. Die „Palmöl Scorecards“ untersuchen erstmalig die Einkaufspolitik der 59 bekanntesten Händler und Hersteller in Europa, die Palmöl kaufen und in ihren Produkten nutzen. Sie wurden anlässlich des Treffens der weltgrößten Palmöl-Produzenten, Händler und Käufer, dem Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO) erstellt, der vom 2. bis 4. November in Kuala Lumpur stattfindet.
Zehn der 59 vom WWF befragten Unternehmen nutzen bereits nachhaltiges Palmöl, sind Mitglied im RSPO und überprüfen die Herkunft der von ihnen verwendeten Öle. „Diese Unternehmen zeigen, dass ein Umstieg auf nachhaltiges Palmöl machbar ist“, erklärt Martina Fleckenstein, Leiterin Agrarpolitik des WWF Deutschland. Allerdings sei auch bei diesen Top 10 noch Verbesserungspotential vorhanden. „Langfristig sollten die Unternehmen zu 100% auf zertifiziertes Palmöl umsteigen“, so Fleckenstein.
Zwölf der befragten Unternehmen erzielten in dem aktuellen Bericht Null Punkte. Sie unternehmen absolut nichts, um auf nachhaltiges Palmöl umzusteigen. „Es ist ein Armutszeugnis, dass bei diesen Unternehmen kein Interesse vorhanden ist, die Regenwaldrodung durch Palmöl-Anbau zu stoppen“, erklärt Martina Fleckenstein. Palmöl ist einer der wichtigsten Rohstoffe für die Produktion vieler Alltagsprodukte, darunter Margarine, Schokolade, Shampoo und Fertigbackwaren wie Pizza. Für den Anbau werden jedoch meist riesige tropische Waldflächen gerodet und zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten vernichtet. Die Rodung der Regenwälder sowie die Trockenlegung der Feuchtgebiete tragen außerdem zum Klimawandel bei.
Zertifiziertes Palmöl aus umweltverträglichem Anbau ist bereits seit November 2008 auf dem Markt, insgesamt mehr als eine Million Tonnen. Davon wurden bislang rund 19% (195.000 Tonnen) verkauft. „Mit dieser ersten Bestandsaufnahme wollen wir ein Problembewusstsein schaffen und die Nachfrage nach zertifiziertem Palmöl fördern“, so Martina Fleckenstein. Es gehe nicht darum, den Einsatz von Palmöl grundsätzlich zu verurteilen, da viele Länder auf die Produktion angewiesen seien. „Die Herstellung muss jedoch nachhaltig erfolgen und die Händler in Europa haben die Macht und die Verantwortung, das zu beeinflussen und so die Zerstörung des Regenwaldes zu stoppen“, so Fleckenstein.
Zur Methodik: Die „Palmöl-Scorecards“ wurden mit Hilfe eines zweistufigen Verfahrens innerhalb von sechs Monaten erstellt. In der ersten Phase wurde das Verhalten der Unternehmen anhand öffentlich zugänglicher Daten, wie Nachhaltigkeitsberichten, analysiert. Auf dieser Basis wurde eine erste Bewertung an die befragten Unternehmen geschickt. In einem zweiten Schritt konnten die Unternehmen bis Ende September 2009 darlegen, welche Schritte sie außerdem in Bezug auf nachhaltiges Palmöl eingeleitet haben. Die finale Bewertung setzt sich aus beiden Datenquellen zusammen. Der Ersatz von Palmöl durch andere pflanzliche Öle wurde in diese erste Bewertung nicht einbezogen. Die Palmöl-Scorecards werden alle zwei Jahre veröffentlicht. In die zukünftigen Bewertungen werden weitere Unternehmen und Kriterien mit einbezogen.
WWF-Bericht “WWF Palm Oil Buyers’ Scorecard 2009″ (PDF, engl.)
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Montag 19. Oktober 2009 von birdfish
Irgendwann soll der Anteil Erneuerbarer Energien 100 Prozent betragen. Da seien sich die Koalitionsparteien einig.
Auch im AKW Biblis ist das Sicherheitsproblem vorhanden – (c) setcookie / Pixelio
“Wir haben einen großen Schwerpunkt, und das ist ein wesentlicher Schwerpunkt, auf die regenerativen Energien gelegt.” so Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU).
Was sich zunächst positiv anhört wird jedoch zugleich relativiert mit der Botschaft, dass sich CDU und FDP auf längere Atom-Laufzeiten festgelegt haben. Mit dem beschwichtigenden Zusatz, dass die Atomkraft jedoch nur eine Übergangstechnologie sei. Ein Energiekonzept der Koalition soll es bereits geben, die geänderten Laufzeiten der maroden Atomkraftwerke wurde jedoch noch nicht fixiert. Die “Berliner Zeitung” will jedoch aus Koalitionskreisen erfahren haben, dass die Atommeiler 10 Jahre länger laufen sollen als seinerzeit festgelegt.
Obgleich die Aussage, dass Atomkraft für preiswerten Strom sorgt, durch zahlreiche, seriöse Studien widerlegt wurde und diverse Umfragen in der Bevölkerung bereits konstatierten, dass diese das Märchen vom Geldsparen durch Atomstrom nicht mehr glauben (gerade mal 4% glaubten daran nach einer Infratest-Umfrage im September), trotz allem wird in Berlin immer noch verkündet, dass die Laufzeitverlängerungen für einen günstigeren Strompreis sorgen werden. Klar ist jedoch, dass es Milliarden von Euro zusätzliche Gewinne gibt durch die längeren Laufzeiten. Geld, dass die Regierung gern abschöpfen würde.
Dass die Planungen für den Ausbau Erneuerbarer Energien bereits gut gediehen sind, das meint auch Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). Allerdings ergänzt sie auch, dass da einiges noch unter Finanzierungvorbehalt stünde. Die Solarförderung zum Beispiel.
Und schließlich überrascht die Koalition auch in der Endlagerfrage nicht. Trotz Bekanntwerdens, dass Gorleben niemals als Untersuchungsobjekt in Frage gekommen wäre. Trotz Bekanntwerdens, wie in Sachen Gorleben getrickst und gekungelt wurde, hält man am Standort fest. Aller Widerstände zum Trotz wollen Union und FDP Gorleben als Endlager weiter untersuchen lassen. Sie haben schließlich keine vorzeigbare Alternative.
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