KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

BUND startet Aktionsmonat: Im September bis 100 Euro für Kauf eines A++-Kühlgeräts

Donnerstag 2. September 2010 von birdfish

Anlässlich der Internationalen Funkausstellung IFA, die Ende dieser Woche in Berlin startet, fordert die Kampagne “energieeffizienz – jetzt” Maßnahmen zur Verbreitung effizienter Kühlgeräte.

Neue Kennzeichnung trägt zur Verwirrung bei
Neue Kennzeichnung trägt zur Verwirrung bei

Bei rund 30 Millionen veralteten Kühlgeräten in Deutschland wäre ein flächendeckender Austausch ineffizienter Geräte ein großer Beitrag für den Klimaschutz, von dem alle profitierten, so die Verbände. Ein sparsamer A++-Kühlschrank verbraucht nach Angaben der Initiatoren bis zu 50 Prozent weniger Strom als ein Gerät der A-Klasse. Um effiziente Geräte zu erkennen, fehle es jedoch an einer für Verbraucher eindeutigen Kennzeichnung. Erforderlich seien außerdem funktionierende umfassende Rücknahmesysteme für Altgeräte, so die Träger von “energieeffizienz – jetzt!”, das sind der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Deutsche Umwelthilfe (DUH), das Öko-Institut, der Bundesarbeitskreis für umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) und der Deutsche Naturschutzring (DNR).

Während des Aktionsmonats, den der BUND gemeinsam mit co2online und den Handelsketten MEDIMAX und ElectronicPartner: (EP) ausruft, wird Verbrauchern der Austausch ihrer stromfressenden Kühlschränke leicht gemacht. Vom 3. bis zum 30. September erhalten sie beim Kauf eines Kühlgerätes in den MEDIMAX-Filialen und bei EP-Markenhändlern gegen Gutschein einen Bonus von bis zu 100 Euro. Voraussetzung ist der Kauf eines besonders sparsamen A++-Gerätes eines Markenherstellers.

Christian Noll, BUND-Energieeffizienz-Experte: “Der Kauf sparsamer Kühlgeräte zahlt sich in jedem Fall aus. Dennoch schrecken Verbraucher oft vor den höheren Anschaffungskosten zurück. Damit veraltete und energiefressende Haushaltsgeräte schneller ausgetauscht werden, muss ein staatliches Markteinführungsprogramm für die effizientesten Geräte aufgelegt werden.”

“Dass die ‘Abwrackprämie’ für Stromfresser funktioniert, zeigen erfolgreiche Aktionen in den Niederlanden, Italien und Österreich”, sagte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen. Dort seien die Preise bei den effizientesten Geräten durch die hohe Nachfrage bereits gesunken. “Frühere Vorschläge für Effizienzprogramme aus dem Umwelt- und Wirtschaftsministerium müssen endlich umgesetzt werden, wenn Deutschland nicht Schlusslicht in Europa werden will.”

Dietlinde Quack, Leiterin der Verbraucher-Informationskampagne EcoTopTen am Öko-Institut e.V., kritisierte, dass Verbraucher nicht erkennen können, wie viel ein effizientes Gerät durch den geringeren Stromverbrauch an Folgekosten einspare. “Die Gesamtkosten, die über die Lebensdauer eines Gerätes entstehen, müssen beim Kauf ausgewiesen werden. Hier sollte die Bundesregierung nachbessern.” Auf der Internetseite www.ecotopten.de bietet das Öko-Institut eine Übersicht über die sparsamsten Kühl- und Gefriergeräte der Energieeffizienzklasse A++ – einschließlich der jährlichen Gesamtkosten im Vergleich zu marktüblichen, ineffizienteren Produkten.

Informationen zum Aktionsmonat des BUND

Hintergrund

Die effiziente Verwendung von Energie ist der Schlüssel für den Schutz von Klima und Rohstoffen. Weniger Energieverbrauch ist aber nicht nur mehr Klimaschutz, ein geringerer Verbrauch von Strom und Wärme entlastet auch entscheidend die Ausgaben – ob in Unternehmen oder in privaten Haushalten. Viele kleine Effizienzsteigerungen befördern Prozesse, die gegen wirtschaftliche Krisen und Umweltschäden wappnen: Wenn beispielsweise Deutschland effizient beleuchtet würde, könnten drei Großkraftwerke abgeschaltet werden. Und Energiesparlampen sind nur ein Baustein für eine energieeffiziente Zukunft.

Um die langjährigen Erfahrungen und das gesammelte Wissen von Umweltverbänden, Wissenschaft und Wirtschaft zusammenzuführen, haben der Deutsche Naturschutzring (DNR), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) mit dem Öko-Institut und dem Bundesarbeitskreis für umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) die Kampagne energieeffizienz – jetzt! gestartet. Einig in der Zielstellung arbeiten die Kampagnenmitglieder unabhängig voneinander an der umwelt- und klimaschonenden Nutzung von Energie in Haushalten und Unternehmen und tragen so gemeinsam zur gesamtgesellschaftlichen Anstrengung für mehr Energieeffizienz bei. Die Kampagne wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert.

Kampagne zur Energieeffizienz

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Glühlampenausstieg: Handlungsbedarf bei der Sammlung von Energiesparlampen

Mittwoch 1. September 2010 von birdfish

Die Sammlung und ordnungsgemäße Entsorgung quecksilberhaltiger Energiesparlampen bewegt sich in Deutschland weiter auf einem beklagenswert niedrigen Niveau.

Neue Regeln für Lampen ab 1. September
Neue Regeln für Lampen ab 1. September – Foto: Dagmar Struß

Daran haben Absichtserklärungen des Handels und der Lampenhersteller, in denen in der Vergangenheit der Auf- und Ausbau freiwilliger Rückgabemöglichkeiten angestrebt wurde, wenig geändert. Das ist das Ergebnis von insgesamt 124 Testbesuchen, die Mitarbeiter der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) im Vorfeld der bevorstehenden zweiten Stufe des EU-Glühlampenverbots aktuell in Bau- und Elektromärkten sowie Drogerien durchgeführt hat.

Die Testbesucher der DUH interessierten sich einerseits für das Informationsangebot der Verkaufsstellen, in denen die Kunden über die korrekte Entsorgung von quecksilberhaltigen Altlampen aufgeklärt werden. Anderseits ging es um die Bereitschaft des Handels, Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren auf freiwilliger Basis zurückzunehmen. „Das Ergebnis liegt selbst hinter unseren Befürchtungen zurück. Die bisherige Politik des Bundesumweltministeriums, auf Freiwilligkeit des Handels zu setzen, muss danach als gescheitert angesehen werden“, erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Nur zehn der besuchten Geschäfte (das entspricht acht Prozent) informierten am Verkaufsregal über die Entsorgungspflichten der Verbraucher und die Rückgabemöglichkeiten direkt im Markt oder bei den kommunalen Sammelstellen. Nur knapp jeder fünfte besuchte Händler (19 Prozent) bietet den Verbraucherinnen und Verbrauchern freiwillige Rückgabemöglichkeiten von Altlampen in Form von sichtbar aufgestellten Sammelbehältern.

Jährlich fallen in Deutschland rund 120 Millionen quecksilberhaltige, sogenannte Gasentladungslampen, zur Entsorgung an. Nur 35 Prozent davon werden getrennt gesammelt und ordnungsgemäß entsorgt. Betrachtet man die Sammelquote von ausgedienten Energiesparlampen aus Privathaushalten, sinkt sie sogar auf beschämend niedrige 10 bis 20 Prozent. Unter Federführung des Bundesumweltministeriums diskutieren seit über einem Jahr Handelsverbände und von Lampenherstellern beauftragte Rücknahme- und Recyclingsysteme für Altlampen, wie die Sammelquote von Altlampen in Deutschland erhöht werden kann. Ein wichtiger Aspekt dabei ist der freiwillige Ausbau der Rückgabemöglichkeiten von alten Energiesparlampen für Verbraucher im Handel. Vor einem halben Jahr wurde dazu eine gemeinsame Erklärung der Beteiligten veröffentlicht. „Es genügt nicht, wenn als Ergebnis dieser Initiative ganze 19 Prozent der Handelsbetriebe freiwillige Rückgabemöglichkeiten anbieten. Überall dort, wo die quecksilberhaltigen Energiesparlampen angeboten werden, müssen diese auch zurückgegeben werden können. Jetzt ist Umweltminister Röttgen am Zuge, eine gesetzliche Verpflichtung des Handels zur kostenlosen Rücknahme von Altlampen und Elektrokleingeräten zu erlassen. Mit dem Prinzip Freiwilligkeit kommen wir jedenfalls nicht weiter“, kommentierte Resch.

Die DUH fordert darüber hinaus Städte und Gemeinden auf, zusätzliche Altlampen-Annahmestellen einzurichten und alle kommunalen Sammelstellen für Altlampen zu öffnen. „In jeder Gasentladungslampe findet sich eine kleine Menge Quecksilber. Wir sollten uns in Deutschland vornehmen, mit Schweden gleichzuziehen und ebenfalls 80 Prozent der Altlampen zurück erhalten“, erläuterte Resch.

Bei den Testbesuchen der DUH gab auf gezieltes Nachfragen rund die Hälfte der Unternehmen an, dass sie im Prinzip alte Energiesparlampen zurücknähmen. Die tatsächliche Rücknahme dieser Märkte bzw. die ordnungsgemäße Entsorgung von in diesen Märkten gesammelten Altlampen ist aber in vielen Fällen unklar und zweifelhaft – oft fehlen schon gesonderte Sammelbehälter oder eine geeignete Rücklauflogistik. Die DUH-Mitarbeiter konnten unter anderem feststellen, dass Altlampen in einigen Märkten zusammen mit Altbatterien gesammelt wurden. In einem Fall entsorgte gar ein Baumarkt-Mitarbeiter Altlampen unmittelbar nach der Rücknahme in den Restmüll.

Ab dem Stichtag für die zweite Stufe des Glühlampenausstiegs am 1. September müssen die Lampenhersteller ihre Produkte europaweit genauer als bisher mit wesentlichen Daten kennzeichnen. Dabei muss auch der Quecksilbergehalt einer jeden Lampe angegeben werden. Die Verbraucherinformationen müssen auf der Verpackung sichtbar angegeben und auf frei zugänglichen Internetseiten bereitgestellt werden. „Mit den neuen Kennzeichnungspflichten wird es für die Verbraucherinnen und Verbraucher einfacher, hochwertige Energiesparlampen zu erkennen und aus dem breiten Angebot im Verkaufsregal die Besten zu wählen“, kommentierte Maria Elander, die Leiterin des Bereichs Kreislaufwirtschaft der DUH. Welche Energiesparlampe am besten geeignet ist, hängt von speziellen Kundenvorlieben, vor allem dem geplanten Einsatzbereich ab – ob sie im Innen- oder Außenbereich genutzt werden soll, ob sie häufig oder selten an- und ausgeschaltet wird, ob sie dimmbar sein soll oder ob ein warmes oder eher nüchternes Licht bevorzugt wird. Anhaltspunkte für gute Energiesparlampen sind eine lange Lebensdauer (mindestens 10.000 Stunden) und ein niedriger Quecksilbergehalt. Für die meisten Verbraucher ist auch wichtig, dass die Lampen schnell ihre volle Leuchtkraft erreichen, also eine kurze Anlaufzeit haben.

Hintergrund

Am 1. September 2010 greift die zweite Stufe des EU-weiten Glühlampenausstiegs. Die EG-Verordnung 244/2009 schreibt neue Ökodesign-Anforderungen für Lampen vor. Ab 1. September 2009 durften klare Glühlampen mit einer Leistung von mehr als 75 Watt sowie alle matten Glühlampen nicht mehr verkauft werden. Mit der zweiten Stufe fallen nun auch klare Glühlampen mit mehr als 60 Watt weg. In insgesamt vier Stufen bis 2012 werden alle ineffizienten Standardglühbirnen und konventionelle Halogenglühlampen aus den Verkaufsregalen verbannt. Die Verordnung soll zur Einhaltung der europäischen Energieeffizienz- und Klimaschutzziele beitragen. Die unter den EU-Staaten und mit dem Europaparlament abgestimmte Regelung dient der Verbesserung der Marktdurchdringung von energieeffizienten Beleuchtungstechniken und soll im Jahr 2020 zu einer Energieeinsparung von rund 39 Terawattstunden (Mrd. kWh) führen – das entspricht der Stromerzeugung von sieben modernen Kohle- oder vier großen Atomkraftwerken.

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Ohne sofortigen Ausbau der Stromnetze scheitert Ausbau Erneuerbarer Energien

Dienstag 31. August 2010 von birdfish

Die Erhöhung des Anteils der regenerativen Energie am Energiemix Deutschlands ist ausgemachte Sache.

Windenergie ist auf Ausbau des Stromnetzes angewiesen
Windenergie ist auf Ausbau des Stromnetzes angewiesen – Foto: Dagmar Struß

Eine Schlüsselfunktion kommt dabei der on- und offshore erzeugten Windenergie zu. Damit die Windenergie zum Verbraucher gelangen kann, muss das bestehende Stromnetz erheblich ausgebaut werden, sonst sind die ehrgeizigen energiepolitischen Ziele nicht zu erreichen, sagen Wissenschaftler der Universität Rostock. „Es muss möglichst sofort mit dem Ausbau der Übertragungsnetze, mit denen der Strom aus dem Norden in die südlichen Industriezentren und in die bevölkerungsreichen Regionen Deutschlands geleitet werden kann, begonnen werden“, erklärt Christian Ziems, Doktorand bei Prof. Dr. Harald Weber, Lehrstuhl für Elektrische Energieversorgung der Universität Rostock, der zu dem Thema seit Jahren forscht. Über den Verlauf der dazu erforderlichen Trassen gibt bereits die DENA-I-Studie Auskunft. „Wenn der Netzausbau in den nächsten fünf Jahren nicht voranschreitet und den bereits entstandenen Rückstand aufholt, dann können die Ziele der Bundesregierung nicht erfüllt werden“, prophezeit Ziems.

Die deutschen Übertragungsnetzbetreiber wie 50Hertz Transmission GmbH haben das Problem erkannt. „Es gibt aber massiven Widerstand in der Bevölkerung gegen den Freileitungsbau“, sagt Ziems. Und dass, obwohl die alternative unterirdische Kabeltechnologie um etwa das Zehnfache teurer wäre. „Da ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten.“

Die Bundesregierung will bis Ende September 2010 die Eckpunkte der deutschen Energiepolitik in einem Konzept vorlegen. Derzeit ist das Energieversorgungsnetz in Deutschland so konzipiert, dass man verbrauchernah in großen Kraftwerken Strom erzeugt. In Zukunft muss aber beispielsweise durch verbraucherferne Offshore-Windparks auf dem Meer über große Entfernungen die Energie zum Verbraucher geführt werden. „Solange es keine zusätzlichen Großspeichertechnologien gibt und die Einspeiseleistung der regenerativen Erzeugungsanlagen niedriger ist als der aktuelle Verbrauch, muss es zur Ausregelung der Windenergie konventionelle Kraftwerkstechnik als Übergangstechnologie ins regenerative Energiezeitalter geben“, sagt Ziems. Denn die Menschen und die Wirtschaft mit ihren Verbrauchsgewohnheiten sind das Maß aller Dinge für die Strombereitstellung und nicht der willkürlich einspeisende Wind.

Das Institut für Elektrische Energietechnik an der Universität Rostock unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Harald Weber geht davon aus, dass bis zum Jahr 2020 in Deutschland die Einspeisung von Windenergie an Land bis zu 37 Gigawatt und durch Offshoreanlagen auf See bis zu 14 Gigawatt betragen wird. Hierbei wird Mecklenburg-Vorpommern mit etwa 2,8 Gigawatt onshore und etwa 3,0 Gigawatt offshore zur Windeinspeisung beitragen. „In Mecklenburg-Vorpommern wird bei guten Windlagen mehr Energie erzeugt, als verbraucht wird“, sagt Weber. Da der Verbrauch in Mecklenburg-Vorpommern heute zwischen 400 und 1100 Megawatt schwankt und die Verbrauchszuwächse eher gering eingeschätzt werden, wird sich das Bundesland an windreichen Tagen zum Energie-Exporteur entwickeln. Mit den derzeit bestehenden Übertragungskapazitäten können die hohen Einspeisungen aus regenerativer Energie aber nicht abtransportiert werden. Für den Fall, dass das Netz nicht ausreiche, müssten dann Windkraftanlagen abgeschaltet werden. „Das wäre unter Umweltgesichtspunkten paradox”, so Prof. Weber, „denn jede Megawattstunde Windenergie – die einem 100-Liter-Tank Benzin entspricht – wird völlig CO2-frei erzeugt“.

Erneuerbare Energien aus Wind, Sonne, Wasserkraft oder Erdwärme tragen heute mit rund 16 Prozent zur Stromerzeugung in Deutschland bei. Bis 2050, so das ehrgeizige Ziel der Bundesregierung, soll Deutschland zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgt werden. Eine wichtige Rolle wird dabei die Windkraft spielen. Mecklenburg-Vorpommmern ist bundesweit der Vorreiter, da hier bereits 2009 die Hälfte des Stromverbrauchs regenerativ erzeugt wurde, auch wenn das Land zu den Bundesländern mit verhältnismäßig niedrigem Gesamtverbrauch zählt. In den fünf neuen Bundesländern befindet sich fast die Hälfte aller Windkraftanlagen Deutschlands.
Christian Ziems stören die vielen Windräder am weiten Mecklenburger Horizont nicht. „Für mich ist entscheidend, dass hier umweltfreundliche elektrische Energie erzeugt wird. Es entstehen keine CO2-Emissionen und es fällt kein radioaktiver Abfall an. Gute Vorzeichen für das Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern“. Ziems arbeitet an dem Forschungsprojekt zum Thema „Kraftwerksbetrieb bei Einspeisung von Windparks“ in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Technische Thermodynamik von Prof. Egon Hassel an der Universität Rostock.

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Studie vergleicht Niedrig-Energie-Szenarien – AKW Laufzeitverlängerungen sind unnötig

Freitag 27. August 2010 von birdfish

Heute werden der Bundesregierung  Szenarien für ein neues Energiekonzept vorgelegt.

Mittelkürzung bei energetischer Gebäudesanierung falscher Schritt
Mittelkürzung bei energetischer Gebäudesanierung falscher Schritt – Foto: Rainer Sturm / Pixelio

Dazu veröffentlichte die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch gestern eine Studie, die vier wichtige Niedrig-Energie-Szenarien für Deutschland untersucht.

Dabei handelt es sich um das “Leitszenario 2009″ im Auftrag des Bundesumweltministeriums, das “Szenario 3 der Energiezukunft 2050″ im Auftrag der Energieversorger EnBW, E.ON Energie, RWE Power und Vattenfall Europe, das “Modell Deutschland. Klimaschutz bis 2050″ im Auftrag von WWF Deutschland und der “Klimaschutz: Plan B 2050″ im Auftrag von Greenpeace Deutschland.

“Der Vergleich zeigt, dass drei der vier analysierten Szenarien die Verringerung der Treibhausgase in Deutschland um 80 bis 95 Prozent bis 2050 im Vergleich zu 1990 erreichen, und das ohne Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke und zu volkswirtschaftlich akzeptablen Kosten”, erklärt Jan Burck, Autor der Studie. Lediglich das von den vier großen Energiekonzernen in Auftrag gegebene Szenario der Forschungsstelle Energiewirtschaft stellt die Erreichbarkeit der angepeilten Reduktionsziele in Deutschland ohne Atomkraft in Frage.

Der Szenarienvergleich zeigt, dass die ambitionierten Klimaziele nur durch einen weiteren massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien und der dazu erforderlichen Stromnetze zu erreichen sind. Gleichzeitig werden umfangreiche Investitionen in Energieeffizienz benötigt. “Die aktuelle Kürzung der KfW Förderprogramme für energetische Gebäude-Sanierung ist leider genau der falsche Schritt”, bemängelt Burck. “Die Szenarien zeigen deutlich, dass ohne Fortschritte bei der Energieeffizienz die Umsteuerung wesentlich teuerer wird.”

“Sichere Stromversorgung und Kosten sind nicht das Problem. Aber es müssen jetzt die richtigen Weichen gestellt werden: Ausbau von Erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Stromnetz. Das neue Energiekonzept bietet die Chance. Doch diese muss auch ergriffen werden”, fasst Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch, zusammen.

Die Studie dient auch dazu, die angekündigten Szenarien der Bundesregierung besser analysieren zu können. “Mit dem Szenarienvergleich haben wir ein hervorragendes Instrument, um zu prüfen, ob zweifelhafte Grundannahmen der Bundesregierung die Ergebnisse der Szenarien besonders beeinflusst haben”, ergänzt Jan Burck.

Studie: “Welche Energie-Zukunft ist möglich?

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Energieeffizienz statt Laufzeitverlängerung: Zukunftsweisendes Energiekonzept fehlt

Donnerstag 26. August 2010 von birdfish

Energieeffizienz statt Laufzeitverlängerung: Umwelt-, Verbraucherverbände und Gewerkschaften fordern zukunftsweisendes Energiekonzept.

Finanzkürzungen bei Gebäudesanierungen sind kontraproduktiv
Finanzkürzungen bei Gebäudesanierungen sind kontraproduktiv – Foto: Viktor Mildenberger / Pixelio

Umwelt-, Verbraucherverbände und Gewerkschaften appellieren an die Bundesregierung, mit ihrem Energiekonzept endlich wirksame Maßnahmen Steigerung der Energieeffizienz auf den Weg zu bringen. Die im Sparpaket für 2011 angekündigte Milliarden-Kürzung bei der energetischen Gebäudesanierung müssten zurückgenommen werden. Nur so könne die Bundesregierung ihre Klimaschutzziele erreichen und wichtige Impulse für eine zukunftsfähige Energieversorgung setzen, so der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Deutsche Naturschutzring (DNR), der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der Deutsche Mieterbund (DMB) und die Industriegewerkschaften IG Metall und IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) bei einer Pressekonferenz heute in Berlin. Die verstärkte Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen würde die Energiekosten für Wirtschaft und Verbraucher deutlich senken und etwa 850 000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.

Insgesamt könnten im Strom- und Gebäudesektor durch die effizientere Nutzung von Energie bis zum Jahr 2020 jährlich rund 100 Millionen Tonnen CO2 vermieden werden. Dafür sei eine langfristige, angemessene Förderung energetischer Sanierungen im Gebäudebereich nötig. Zudem müsste mit dem Energiekonzept ein Energieeffizienzgesetz kommen, das ein verbindliches Einsparziel von mindestens zwei Prozent pro Jahr festsetze. Im Gesetz müsse unter anderem die zusätzliche Einrichtung eines Energieeffizienzfonds festgelegt werden, mit dem auch die Anschaffung energieeffizienter Haushaltsgeräte gefördert werden könne.

Klaus Brunsmeier, stellvertretender BUND-Vorsitzender: „Statt Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke müssen Energieeinsparungen Kern eines zukunftsfähigen Energiekonzeptes sein. Die Energiekonzerne hingegen interessiert vor allem, mit ihren alten abgeschriebenen Atomkraftwerken weiterhin Millionen zuverdienen.“

Der DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen kritisierte, dass die Bundesregierung bei der Energieeffizienz in Europa von Staaten wie Dänemark und Großbritannien abgehängt worden sei und hierzulande nicht einmal die EU-Vorgaben eingehalten würden. „Mit dem Energiegesamtkonzept muss Deutschland Vorreiter bei der Energieeffizienz werden“, forderte er.

Ein ambitioniertes Energieeffizienzgesetz könne wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz zum Job-Motor werden und langfristig Arbeitsplätze sichern, sagte Wolfgang Rhode, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. „Energieeffiziente Technologien werden im internationalen Innovationswettbewerb immer wichtiger. Gerade die Beschäftigung in der Metall- und Elektroindustrie kann davon profitieren“, so Rohde.

„Von Programmen im Effizienzbereich profitiert nicht nur der Klimaschutz, sondern auch die Verbraucher“, sagte Holger Krawinkel, Leiter des Fachbereichs Bauen, Energie, Umwelt des vzbv. „Zwar rechnet sich der Kauf effizienter Haushaltsgeräte trotz höherer Anschaffungskosten. Damit aber veraltete und energiefressende Haushaltsgeräte schneller ausgetauscht werden, soll ein Förderprogramm für die effizientesten Geräte aufgelegt werden“, verlangte Krawinkel. Außerdem müssten insgesamt mehr Mittel gezielt für Maßnahmen der Energieeffizienz, etwa zur Gebäudesanierung, eingesetzt werden.

Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbundes: „Die Energiekosten sind Preistreiber Nummer Eins bei den Wohnkosten. Eine Modernisierung des Gebäudebestandes ist unverzichtbar. Die Kosten dafür müssen über Förderprogramme abgefedert werden, damit sie nicht zu überzogenen Mietbelastungen führen. Der von der Bundesregierung im Sparpaket angekündigte Abbau der Zuschüsse für Gebäudesanierungen ist daher ein völlig falsches Signal und muss zurückgenommen werden.“

„Durch die geplante Kürzung bei den CO2-Gebäudesanierungsprogrammen werden über 100 000 Arbeitsplätze gerade im regionalen Handwerk gefährdet“, sagte Martin Mathes, Leiter der Abteilung Wirtschafts-, Bau- und Arbeitsmarktpolitik der IG BAU. „Will die Bundesregierung ihre klimapolitische Glaubwürdigkeit behalten und ein klima- und beschäftigungspolitisches Erfolgsprogramm nicht gefährden, dann muss sie die Streichungspläne ad acta legen“, so Mathes. Der von der KfW-Bank letzte Woche ausgesprochene Förderstopp für energetische Teilsanierungen und für Einzelmaßnahmen wie effiziente Heizungspumpen ab Anfang September sei ein weiterer Rückschritt.

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Moore und Torf – die effektivsten CO2-Speicher der Erde in Gefahr

Montag 23. August 2010 von birdfish

Allgemeines zu Moor und Torf

Moore sind nasse Lebensräume. Der ständige Wasserüberschuss aus Niederschlägen oder Mineralbodenwasser bedeutet einen Sauerstoffmangel und führt zu einem unvollständigen Abbau der pflanzlichen Reste, die als Torf abgelagert werden.

Sonnentau im Moor
Der geschützte Sonnentau wächst in Mooren – Foto: Dagmar Struß

Durch die Anhäufung von Torf wächst die Oberfläche von lebenden Mooren in die Höhe. Im Gegensatz zu Sümpfen  herrscht in Mooren eine permanente Wassersättigung. Gelegentliches Austrocknen führt in Sümpfen zu einem vollständigen Abbau der organischen Substanz zu Humus. In Mooren ist durch die permanente Wassersättigung dieser Abbau gehemmt, so dass Torf entstehen kann.

Quelle: Wikipedia – dort auch mehr Informationen über Entstehung und Vorkommen

Moor und Torf als CO2-Speicher

Moorgebiete sind gigantische Kohlenstoffspeicher: Sie beherbergen weltweit mindestens 550 Gigatonnen Kohlenstoff, obwohl sie nur drei Prozent der Landoberfläche bedecken. Zum Vergleich: Die gesamte globale Vegetation speichert nur 600 Gigatonnen, der Mensch emittiert etwa acht Gigatonnen Kohlenstoff pro Jahr durch Verbrennung fossiler Energieträger.

Quelle : KlimaCampus / Universität Hamburg

Moore in Gefahr

In Anbetracht dessen, welche Bedeutung die weltweiten Moore für den Klimaschutz besitzen, ist es eine Tragödie mit anzusehen, wie ein Moor nach dem anderen zerstört wird.

Ganz extrem betrifft die Zerstörung das Land Indonesien, wo Moore entwässert werden, m hier Palmölplantagen zu errichten.

Kleine Forschritte sind vorhanden. So verspricht seit kurzem das indonesische Forstministerium, zukünftig keine Genehmigungen für die Umwandlung von Torfwäldern in Plantagen zu vergeben. Das kümmert die Großkonzerne jedoch wenig. Insbesondere der Konzern Sinar Mas zerstört unvorstellbar große Moor- und Urwaldflächen und macht auch nicht halt vor Menschen und Tieren, die im Urwald leben.

Sinar Mas beliefert renommierte Firmen wie z.B. Burger King und Pizza Hut mit Palmöl. Hier war exemplarisch Nestlé in der Kritik, die dieses Palmöl u.a. für ihre Kitkat-Schokoriegel verwenden.  Diese nahmen die Kritik zuerst nicht ernst. Nach großen Verbraucher-Protesten handelten sie jedoch und rangen dem Palmöl-Belieferer ab, den nachhaltigen Anbau zu garantieren.

Genützt hat dieses nicht, denn die Zerstörungen durch Sinar Mas gehen weiter. Da der Konzern selbst massivem Druck ausgesetzt ist, hatte er eine unabhängige Untersuchung veranlasst, um die Anschuldigungen zu überprüfen, die vor allem von Greenpeace massiv erhoben werden. Als dieses Audit nun ergab, dass die Anschuldigungen der Wahrheit entsprechen, hat das Unternehmen die Ergebnisse manipuliert.

Einen schweren Schlag hatten nun die russischen Moore zu verkraften. Im Juli 2010 waren gerade Wissenschaftler der Uni Hamburg aufgebrochen, um die Klimaschutz-Relevanz der russischen Moore zu erforschen. Bereits wenige Tage später – im August 2010 – wüteten in Russland bereits  zahlreiche Brände, die nicht zu löschen waren und große Moorgebiete zerstörten.

Wiedervernässung und Renaturierung

In Deutschland erkennt man – nicht zuletzt durch steten Druck der Umweltverbände – immer mehr die Bedeutung der Moore für den Klimaschutz. So gibt es hier Projekte zur Wiedervernässung – z.B. am niedersächsischen Theikenmoor.

Deutschland unterstützt auch osteuropäische Länder bei der Wiedervernässung ihrer Moore. Das Bundesumweltministerium (BMU) finanziert z.B.  im Rahmen der Internationalen Klima-Initiative ein Modellprojekt zur großflächigen Moorrenaturierung in Belarus (Weißrussland).

Mehr Informationen zum Thema liefert auch das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin, für das die Untersuchung von Feuchtgebieten wie Mooren und Auenlandschaften einen wichtigen Schwerpunkt bildet.

Moore in Deutschland

Von einst etwa 500.000 Hektar Hochmoorfläche in Deutschland sind nur etwa 30.000 Hektar übrig geblieben. Moore erfüllen wichtige ökologische Funktionen. Durch ihr hohes Wasserspeicher-Vermögen sind sie sehr wichtig als natürlicher Hochwasserschutz und Grundwasserspeicher. Dank ihrer beträchtlichen Reinigungskraft sind Moore unverzichtbar für den Erhalt unserer Trinkwasservorräte. Sie leisten darüber hinaus auch einen großen Beitrag zum globalen Klimaschutz, da Moore enorme Mengen an Kohlenstoff speichern – weit mehr, als dies Wälder tun. Sie beherbergen außerdem eine Vielzahl von hoch spezialisierten Tier- und Pflanzenarten, darunter Torfmoose, Zwergbirke oder die Moosbeere, Libellenarten wie die Große Moosjungfer, zahllose Tagfalter wie der Hochmoor-Perlmutterfalter und den Hochmoor-Gelbling. Durch die fortschreitende Zerstörung ihres Lebensraumes sind sie jedoch zunehmend in ihrem Bestand bedroht. Da diese Arten an die oft sehr nährstoffarmen Bedingungen in den Moorgebieten angepasst sind, können sie nicht auf andere Standorte ausweichen.

In Anbetracht dessen, wie schnell der Klimawandel und der Verlust der Biodiversität voranschreiten, reichen die deutschen Maßnahmen bei weitem noch nicht aus. Umweltverbände fordern daher von der Bundesregierung ein Programm zur Renaturierung von Mooren.

Weiterführende Infos

Der NABU hat eine informative Website zum Moorschutz zusammen gestellt

Nach den verheerenden Bränden in Russland macht der NABU auf die alarmierenden Folgen für das Weltklima aufmerksam. Nach Schätzungen von Prof. Florian Siegert vom GeoBio-Center der Ludwig-Maximilians-Universität in München könnten allein durch die Torfbrände in Russland zwischen 30 und 100 Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid entstanden sein. Das entspricht in etwa vier bis zwölf Prozent der CO2-Jahresemission Deutschlands. Diese erste Auswertung basiert auf zunächst gering aufgelösten Satellitendaten. Um das gesamte Ausmaß der Katastrophe detailliert zu erfassen bedarf es dringend weiterer Forschung. Thomas Tennhardt, NABU-Vizepräsident und Leiter des Fachbereichs Internationales: „Die Torfbrände hatten nicht nur schlimme Auswirkungen für die Menschen und Tiere in der Region. Die Gefahr für das Klima wird durch die freigesetzten Rußpartikel noch verstärkt. Sie halten sich sehr lang in der Atmosphäre und können bis zur Arktis getragen werden, wo sie die Eisschmelze weiter beschleunigen.“

Wochenlang brannten im Umland von Moskau nicht nur Wälder, sondern auch Torfmoore. Die dadurch entstandene extreme Feinstaubbelastung kostete vermutlich Tausende von Menschen das Leben. Der dichte Qualm aus brennenden Mooren enthält große Mengen des äußerst gefährlichen Kohlenstoffmonoxids und klimaschädliches Kohlendioxid. Die daraus resultierende Schadstoffbelastung ist um ein Vielfaches höher als die aus brennenden Wäldern. Die russischen Torfmoore wurden seit den dreißiger Jahren flächendeckend für eine wirtschaftliche Nutzung trockengelegt. Um das Entstehen von Torfbränden künftig zu verhindern und die Funktionstüchtigkeit dieser Ökosysteme zu sichern, müssen die ehemaligen Torfmoore wieder vernässt werden.

Aus NABU-Sicht ist es daher notwendig, in den betroffenen Regionen in Russland ein Konzept zur Wiederherstellung der Moore zu starten. Dies schließt nicht zwangsläufig eine weitere Nutzung aus. Felix Grützmacher, NABU-Referent für Moorschutz: „In Deutschland zeigen solche Projekte bereits vielversprechende Ergebnisse. Bei der wirtschaftlichen Nutzung von zum Beispiel Schilf als Brenn- oder Baustoff kann der Boden nass bleiben und die Gefahr von Feuern ist gebannt. Dies wäre nicht nur ein Beitrag für den Klimaschutz, sondern hätte positive Effekte für viele Tier- und Pflanzenarten.

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Allianz pro Schiene

Mittwoch 18. August 2010 von birdfish

Die Allianz pro Schiene  wurde im Juni 2000 als gemeinnütziger Verein gegründet, um sich mit diesem Bündnis als Gegengewicht zur mächtigen Straßenlobby zu etablieren.

Allianz pro Schiene

Obwohl lange Zeit erheblich in den Straßenbau investiert worden ist, gehört der Stau auf deutschen Straßen zum Verkehrsalltag und schadet Mensch und Umwelt. Diese Situation wird sich angesichts des erwarteten Wachstums im Güterverkehr noch verschärfen. Hier will das Bündnis alternative und nachhaltige Mobilitätskonzepte aufzeigen.

Der Verein besteht aus 18 Mitgliedsverbänden aus dem Spektrum Umwelt, Gewerkschaften und Verbraucherverbände, darunter sogar zwei Automobilclubs. Er wird von 104 Fördermitgliedern aus der bahnnahen Wirtschaft finanziell unterstützt.

Schwerpunktthema des Schienenbündnisses sind die politischen Rahmenbedingungen für den Schienenverkehr. Hier macht sich der Verband besonders für den Abbau von Wettbewerbsnachteilen gegenüber dem Straßen- und Luftverkehr stark. In diesem Zusammenhang setzt man besonders auf Veranstaltungen sowie Lobby- und Medienarbeit.

Website der Allianz pro Schiene

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Lichtverschmutzung belastet die Natur – Klimaschutz durch effiziente Beleuchtung

Freitag 13. August 2010 von birdfish

In Deutschland verschwenden Städte und Gemeinden jedes Jahr drei bis vier Milliarden Kilowattstunden Strom für die öffentliche Beleuchtung von Straßen, Brücken und Plätzen.

Viel Licht am Potsdamer Platz
Viel Licht am Potsdamer Platz – Foto: beata wróbel / pixelio

„Die Modernisierung der Stadtbeleuchtung ist einer der wichtigsten Beiträge der Kommunen zum Klimaschutz. Durch intelligente Lichtplanung und Beleuchtungstechnik kann der Energieverbrauch um 30 bis 50 Prozent gesenkt und die klammen Haushalte vieler Städte von steigenden Kosten für Strom und Wartung entlastet werden“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Jede dritte Straßenlaterne sei mehr als 20 Jahre alt und gehöre damit eher ins Technikmuseum. Zudem machen europäische Anforderungen an die Energieeffizienz der Straßenbeleuchtung bis spätestens 2015 eine Umrüstung erforderlich.

Gleichzeitig entdecken immer mehr Kommunen in Deutschland Licht als attraktives Mittel, um das Stadtbild zu verschönern. Astronomen schätzen, dass das Ausmaß an künstlicher Beleuchtung in der Nacht durch immer mehr und vor allem hellere Lichtquellen jährlich in Deutschland um mehr als fünf Prozent zugenommen hat. „Vielerorts fällt das Licht aber nicht nur auf Straßen-, Rad- und Gehwege, sondern strahlt völlig ungenutzt in den Nachthimmel, in Schlafzimmerfenster und benachbarte Naturräume. Diese Lichtverschmutzung muss nicht sein“, so NABU-Energieexperte Elmar Große Ruse. „Gerade veraltete und schlecht konstruierte Lichtquellen werden häufig zu tödlichen Fallen für nachtaktive Insekten, Vögel und Fledermäuse.“

Der NABU fordert die Kommunen auf, den verschwenderischen und zum Teil völlig nutzlosen Einsatz von Licht zu begrenzen. Weniger sei mehr, müsse die zentrale Leitlinie für die nächtliche Beleuchtung lauten. Daher sollte auch die aus ökologischen Gründen unverzichtbare Dunkelheit in Naturräumen in der Stadt und im Umland erhalten bleiben. „Eine energetische und naturverträgliche Sanierung der Stadtbeleuchtung in Deutschland kann dazu beitragen, pro Jahr rund eine Million Tonnen an klimaschädlichen Kohlendioxid zu vermeiden und gleichzeitig die Licht- und Aufenthaltsqualität deutlich zu verbessern”, so Große Ruse.

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