KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

EU-Abgeordnete wollen für Motorräder, Mopeds und Quads strengere Grenzwerte

Montag 12. Dezember 2011 von birdfish

Der EU-Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz hat sich dafür ausgesprochen, strengere Grenzwerte für den Schadstoffausstoß von Mopeds, Motorrädern und Quads einzuführen.

Grenzwerte für Motorräder geplant
Strengere Emissionsgrenzwerte für Motorräder geplant – Foto: R.B. / Pixelio

Damit sie umweltfreundlicher fahren, soll für Mopeds und Motorroller ab 2016 die Euro-3-Abgasnorm gelten, sagte der Berichterstatter Wim van de Camp (EVP, Niederlande). 2016 treten auch die Euro-4 und Euro-5-Norm für schwerere Motorräder in Kraft, die heute schon der Euro-3-Norm unterliegen. 2020 ist die noch strengere Euro-6-Norm geplant.

Zudem verabschiedeten die Mitglieder des Binnenmarktausschusses vergangene Woche neue Regeln, um Sicherheit von Zweirädern zu verbessern. Der Resolutionsentwurf wird zunächst dem EU-Rat vorgelegt, bevor er zur ersten Lesung ins Europäische Parlament geht.

Quelle: DNR

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Fatal: Energie-Verschwendungsminister hat sich bei Effizienzrichtlinie durchgesetzt

Donnerstag 24. November 2011 von birdfish

„Die verabschiedete Position der Bundesregierung zur geplanten EU-Energieeffizienzrichtlinie ist ein fatales Signal für Energiesparen und Klimaschutz – besonders im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Durban.

Energieeffizienz fängt im Kleinen an
Energieeffizienz fängt im Kleinen an – Foto: Dagmar Struß

Denn sie zeigt, dass Ideologie vor Klimaschutz geht“, erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Das Umwelt- und das Wirtschaftsministerium haben sich diese Woche mit dem Bundeskanzleramt auf eine gemeinsame Verhandlungslinie zur EU-Richtlinie verständigt. Aus Sicht des NABU würde die von Energiekommissar Oettinger vorgelegte Richtlinie dadurch weitgehend wirkungslos.

„Offenbar hat sich Energie-Verschwendungsminister Rösler weitgehend durchgesetzt: Dort, wo EU-Energiekommissar Oettinger verbindliche Ziele und Maßnahmen aufgeschrieben hat, sollen künftig nur noch unverbindliche Empfehlungen stehen. So wird das nichts mit Energiesparen und Energiewende“, so Tschimpke. „Zudem verabschiedet sich die Regierung von dem Effizienzziel, das die EU auf deutsche Initiative hin beschlossen hatte – im Jahr 2007, als Frau Merkel noch Klimakanzlerin war“. Geht es nach der Bundesregierung, sollen weder die Energieeinsparziele noch die Effizienzaufträge für Energieversorger verbindlich vorgegeben werden. Gerade mit Letzterem könnten neue Effizienzdienstleistungen entstehen und die Verbraucher finanziell enorm entlastet werden. „Mit ihrer Haltung wendet sich die Bundesregierung gegen Klimaschutz, Wachstum und Beschäftigung“, kritisiert der NABU-Präsident.

Das Herzstück des Richtlinienentwurfs ist Artikel 6. Er beinhaltet die Aufgabe für Energieversorger, Verbrauchern verstärkt Angebote für Energieeinsparungen zu unterbreiten. Allein in Deutschland könnten Wirtschaft und Haushalte nach neuesten Berechnungen des Instituts für Energie- und Umweltfragen Heidelberg damit in 2020 um 25 Milliarden Euro jährlich entlastet werden.

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EU-Kommission führt Diskussion über die effizientere Wassernutzung in Gebäuden

Montag 21. November 2011 von birdfish

Die Europäische Kommission hat eine Diskussion über die effizientere Nutzung von Wasser in Gebäuden eröffnet.

Kostbares Trinkwasser
Kostbares Trinkwasser – Foto: Maren Beßler / Pixelio

Der Grund ist die Zunahme der Wasserverknappung und Trockenheit in immer mehr Regionen Europas, welche durch den Klimawandel, den Bevölkerungsanstieg und den dadurch steigende Wasser-verbrauch verstärkt werden. Außerdem wird laut der Europäischen Kommission in Europa weiterhin 20 Prozent des Wassers durch ineffiziente Nutzung verschwendet. Mit 44 Prozent des gesamten Wassersverbrauchs ist die Energie Produktion der höchste Verbraucher. Im Vergleich dazu wird für die öffentliche Wasserversorgung 21 Prozent gebraucht. Die aktuelle Konsultation der Kommission bezieht sich auf den Hauptverbrauch der öffentlichen Wasserversorgung, und zwar auf den Wasserverbrauch in Gebäuden. 73 Prozent werden hierbei in Wohnhäusern verbraucht. Den größten Teil in den Wohnhäusern verbraucht die meisten EU-BürgerInnen durch duschen, baden und andere Hygienemaßnahmen. Jeder EU-Bürger verbraucht durchschnittlich 160 Liter Wasser pro Tag. Die Konsultation soll helfen, weitere Informationen über den Wasserbrauch in Gebäuden in der EU zu bekommen. Außerdem werden Vorschläge zur sinnvollen Reduzierung gesucht. Sie endet am 8.2.2012. Die Ergebnisse sollen in die „Blaupause Wasser“ einfließen, die EU-Umweltkommissar Janez Potocnik Ende 2012 veröffentlichen will.

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30 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr weniger: BUND Stromsparkampagne “Gib mir 10!”

Montag 21. November 2011 von birdfish

Anlässlich des des Weltklimagipfels von Durban (28.11. bis 9.12.2011) hat der BUND eine neue Kampagne gestartet.

Kampagne Gib mir 10

Unter dem Motto “Gib mir Zehn!” will der Bund für Umwelt und Naturschutz erreichen, dass der Stromverbrauch in Deutschland um zehn Prozent verringert wird. Derzeit sei der Stromverbrauch hierzulande für fast die Hälfte der CO2-Emissionen verantwortlich. Wenn im Jahr 2020 im Vergleich zu 2008 ein Zehntel weniger Strom benötigt werde, ließen sich jährlich rund 30 Millionen Tonnen des Klimagases CO2 vermeiden, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Weiger forderte die Bundesregierung auf, das Stromsparen stärker als bisher auf der politischen Ebene zu fördern. Der BUND fordert unter anderem die schnelle Einführung eines sogenannten “Top-Runner-Programms”, das nach japanischem Vorbild Strom sparende Elektrogeräte zum Standard erhebt und damit Strom fressende Geräte vom Markt verdrängt.

Um das nationale Klimaziel einer CO2-Minderung von 40 Prozent im Vergleich zu 1990 bis 2020 erreichen zu können, seien weitere gesetzliche Maßnahmen zum Stromsparen erforderlich. Dazu gehöre die Umsetzung der von EU-Energiekommissar Günther Oettinger vorgeschlagenen Effizienzrichtlinie. Vorgaben im öffentlichen Beschaffungswesen zum Einsatz sparsamster Techniken und der Auftrag an Energieunternehmen, Verbrauchern Anreize zum Stromsparen zu bieten, könnten die Ziele des “Top-Runner-Programms” entscheidend unterstützen, sagte der BUND-Vorsitzende. Bislang stelle sich die Bundesregierung jedoch gegen entsprechende Vorschläge aus Brüssel.

“Mehr Energieeffizienz ist eine Win-Win-Situation für alle. Die Verbraucher freuen sich über die Ersparnisse auf ihrer Stromrechnung, Unternehmen sichern mit innovativen Produkten Arbeitsplätze und nicht zuletzt belasten viele Millionen Tonnen Treibhausgase weniger die Atmosphäre. Zum kommenden Weltklimagipfel in Südafrika wäre dies ein wichtiges Zeichen”, sagte Weiger.


Hintergrundpapier von BUND und Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zum “Top-Runner-Programm” (PDF)

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Partikelfilter-Nachrüstung für Diesel-Fahrzeuge wird 2012 wieder gefördert

Donnerstag 17. November 2011 von birdfish

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat grünes Licht für die Förderung der Nachrüstung mit Partikelfiltern im Jahr 2012 gegeben.

Abgase einsparen
Foto: Kurt Bouda / Pixelio

Im Haushaltsjahr 2012 stehen für das Programm 30 Millionen Euro zur Verfügung. Damit können rund 90.000 Nachrüstungen gefördert werden.

Bundesumweltminister Röttgen: „Die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen trägt dazu bei, dass der gesundheitsschädliche Partikelausstoß sinkt und die Luftqualität insbesondere in den Innenstädten verbessert wird. So können die von der EU zum Schutz von Umwelt und Gesundheit vorgegebenen Luftqualitätsgrenzwerte für Partikel besser eingehalten werden.“ Nachgerüstete Fahrzeuge erhalten eine günstigere Umweltplakette und können, je nach Plakette und Ausgestaltung der Umweltzone, auch weiterhin in Umweltzonen einfahren.

Gefördert wird die Nachrüstung von Diesel-Pkw und von zur Güterbeförderung genutzten Diesel-Kraftfahrzeugen mit einer zulässigen Gesamtmasse bis zu 3,5 Tonnen (leichte Nutzfahrzeuge). Halter dieser Fahrzeuge können für die Nachrüstung ihres Fahrzeuges mit einem Partikelfilter 330 Euro Barzuschuss vom Staat erhalten.

Das Förderprogramm soll unmittelbar nach Inkrafttreten des Haushaltsgesetzes 2012 am 1. Januar 2012 wirksam werden. Die Förderrichtlinie wird sich eng an die Förderrichtlinie des Förderprogramms 2010 anlehnen und spätestens Anfang des Jahres 2012 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Eine rückwirkende Förderung für Nachrüstungen, die im Jahr 2011 vorgenommen wurden, ist aus haushaltsrechtlichen Gründen nicht möglich. Die verwaltungsmäßige Abwicklung des Förderprogramms übernimmt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

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EU-Energieeffizienzrichtlinie: Einigung der Bundesregierung steht weiterhin aus

Montag 14. November 2011 von birdfish

Nur wenige Tage vor dem Treffen der Energieminister in Brüssel steht eine Einigung der Bundesregierung zur EU-Energieeffizienzrichtlinie weiterhin aus.

Energieeffizienz durch Haussanierung
Energieeffizienz durch Häusersanierung – Foto: Rainer Sturm / Pixelio

Streitpunkt zwischen den Ministerien ist Artikel 6. Er soll einen Markt für Energiedienstleistungen schaffen. Das Wirtschaftsministerium will ihn ersatzlos streichen.

Bei dem Anreizsystem handelt es sich um das Herzstück der Richtlinie, das die höchsten Energieeinsparungen und starke Wirtschaftsimpulse bringen würde. Die Idee: Energieverteiler oder -einzelhandel erhalten einen Effizienz-Auftrag. Sie müssen Angebote machen, mit denen Haushalte und Wirtschaft Energie sparen. Sie sollen Verbraucher dabei unterstützen, alte Kühlschränke oder undichte Fenster auszutauschen und Unternehmen helfen, Effizienzpotenziale bei Anlagen und Prozessen zu erschließen. Die Größe des Effizienz-Auftrags entspricht 1,5% der Energiemenge, die im Vorjahr verkauft wurde. Das System existiert bereits in mehreren EU-Staaten, darunter Italien, Dänemark, Frankreich und Großbritannien.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke kritisierte die Blockade des Wirtschaftsministeriums scharf: „Ausgerechnet der deutsche Wirtschaftsminister torpediert das Instrument, das erstmals einen Markt für Energieeffizienz schaffen würde.” Bundesminister Rösler verhindere damit, dass Verbraucher und Wirtschaft von Kosten durch Energieimporte von bis zu 50 Milliarden Euro jährlich entlastet würden.

Während in Deutschland ungewiss ist, wie die Bundesregierung entscheiden wird, hat die polnische Ratspräsidentschaft erste Vorschläge für eine Positionierung der Mitgliedsstaaten unterbreitet. So sollen Energieversorger, die weniger als 200 Gigawatt jährlich verkaufen und unter 50 Angestellte haben, vom Effizienz-Auftrag ausgenommen werden. Auch an anderen Stellen wollen die Mitgliedstaaten schwächere Vorgaben. Die Sanierungsquote von drei Prozent soll sich nicht auf alle öffentlichen Gebäude, sondern nur noch auf zentrale Regierungsgebäude beziehen.

Impulse für mehr Energieeffizienz könnten aus dem EU-Parlament kommen. Claude Turmes, Berichterstatter für den Industrieausschuss,  tritt dafür ein, dass Staaten nicht nur öffentliche Gebäude sanieren, sondern im gesamten Gebäudebestand Energie sparen. Bis 2050 soll der Energieverbrauch um 80% gegenüber 2010 sinken. Dabei sollen die EU-Länder Sorge tragen, dass Mietern keine finanziellen Nachteile entstehen und Kommunen bei der Sanierungsaufgabe unterstützt werden.

Auch verbindliche Energiesparziele sollen nach der Ansicht von Turmes früher kommen. Die EU-Kommission hatte verbindliche Zielvorgaben immer wieder hinausgezögert und zuletzt davon abgesehen, diese vorzuschlagen. Erst 2014 soll geprüft werden, ob die Mitgliedstaaten auf dem richtigen Weg sind, um dann gegebenenfalls nachzubessern. Eine endgültige Einigung zwischen EU-Ministerrat und EU-Parlament ist im kommenden Jahr vorgesehen. 2013 würde die Umsetzung in Deutschland folgen.

Quelle DNR

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Mit emissionsarmem Holz heizen: Klima und Wälder schonen mit dem Blauen Engel

Dienstag 8. November 2011 von birdfish

Pünktlich zur Heizsaison stehen viele Hausbesitzer und Betreiber von Heizanlagen oder größeren Kesseln vor der Entscheidung, ob sich ein Austausch lohnt.

Holz im Sägewerk
Holz im Sägewerk – Foto: hauku / Pixelio

Bei der Frage nach einem umweltfreundlichen und ressourcenschonenden Brennstoff, der Erdöl oder Erdgas ersetzen kann, steht Holz weit oben auf der Skala der möglichen Alternativen – emissionsarme Brennmaterialien sind dabei vor allem Holzhackschnitzel und Holzpellets.

Damit jedoch die Klimaschutzbemühungen nicht durch den Raubbau an unseren Wäldern untergraben werden oder unnötig Schadstoffe in die Atmosphäre gelangen, müssen Holzbrennstoffe nachhaltig gewonnen, emissionsarm getrocknet und effizient genutzt werden. Auch sollten sie möglichst kurze Transportwege zurücklegen.

Diese und weitere Kriterien, die gemeinsam mit dem IFEU Heidelberg erarbeitet wurden, stellt das Öko-Institut im Rahmen der Kennzeichnung nachhaltig erzeugter Holzhackschnitzel und Holzpellets mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ vor. „Holzprodukte mit dem Blauen Engel müssen aus einer nachweisbar nachhaltigen Forstwirtschaft stammen“, erklärt Jens Gröger Projektleiter am Öko-Institut, die Vorteile gegenüber herkömmlichen Hackschnitzeln und Pellets. „Wer also künftig mit diesen Materialien heizt, trägt dazu bei, dass Wälder nachhaltiger bewirtschaftet werden.“

Strenge Vorgaben für eine nachhaltige Holzwirtschaft

Der Blaue Engel wird nur an Holzbrennstoffe aus Wäldern vergeben, die mindestens den FSC-, PEFC- oder den Naturland-Kriterien entsprechen. Diese Siegel sind bereits seit vielen Jahren erfolgreich für Forstprodukte eingeführt. Ihre Kriterien werden nun erstmals auch auf Holzhackschnitzel und Pellets angewendet. Zusätzlich müssen Nachhaltigkeitsanforderungen zum Schutz arten- und kohlenstoffreicher Flächen eingehalten werden, die in der EU für Biokraftstoffe gelten. Der Blaue Engel für Holzhackschnitzel und Pellets stellt zudem sicher, dass für ihre Herstellung nur Reststoffe aus Sägewerken, Holz aus so genannten Kurzumtriebsplantagen (schnellwachsende Bäume) oder Hölzer mit einem Durchmesser von mehr als sieben Zentimeter aus kontinuierlich bewaldeten Flächen verwendet werden. Damit verbleiben dünnere Äste im Wald und sichern dessen biologische Vielfalt und den natürlichen Nährstoffkreislauf.

Um das Umweltzeichen zu erhalten, ist zudem der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln zur Ertragssteigerung im Wald verboten. Außerdem dürfen nur chemisch unbehandelte Hölzer beispielsweise aus der Möbelproduktion oder Sägewerken zum Einsatz kommen. Der Hersteller ist verpflichtet, die Holzherkunft lückenlos zu dokumentieren.

CO2-Emissionen während des Transports transparent auszeichnen

Hackschnitzel und Pellets verbrennen als biogene Brennstoffe praktisch CO2-frei. Werden sie jedoch über weite Entfernungen bis zum Einsatzort transportiert, müssen die entsprechenden Treibhausgasemissionen in die Gesamtbilanz einbezogenen werden. Der Blaue Engel macht dies transparent: In den Produktinformationen müssen Hersteller die Transportemissionen ausweisen.
Verbraucherinnen und Verbraucher können damit direkten Einfluss auf die Herkunft der Bioenergie nehmen und einen konkreten Beitrag zum Umweltschutz leisten.

„Im internationalen Jahr der Wälder ist es besonders wichtig, darüber zu informieren, welche Lösungen Klima- und Waldschutz verbinden“, betont Gröger. „Holzhackschnitzel und Holzpellets als Bioenergie zum Heizen können eine solche Lösung sein, wenn sie die entsprechenden Bedingungen erfüllen.“ Neben dem Anbau und Transport macht der Blaue Engel auch bei der Trocknung der Hölzer Vorgaben für den Einsatz von erneuerbaren Energien, zur Energieeffizienz und zur Minimierung der Feinstaubbelastung.

PROSA – Methode für die Kriterienentwicklung für Umweltkennzeichnung

Für die Ableitung von Vergabekriterien für das Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ prüft das Öko-Institut gemäß ISO 14024, welche Umweltauswirkungen für die potenzielle Vergabe eines Klimaschutz-Umweltzeichens relevant sind. Neben dem Energieverbrauch und dem Treibhausgasausstoß werden weitere wichtige Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte analysiert wie die umweltgerechte Produktion, die Schadstofffreiheit, der Gesundheits- und Arbeitsschutz, die Reparaturfreundlichkeit oder die Recyclingfähigkeit.

Grundlage für die Kriterienentwicklung ist jeweils eine Nachhaltigkeitsanalyse mit der vom Öko-Institut entwickelten Methode PROSA (Product Sustainability Assessment). Ausgehend von einer Marktanalyse beinhaltet PROSA eine vereinfachte Ökobilanz an repräsentativen Produkten, die Berechnung typischer Lebenszykluskosten und eine Nutzenanalyse der Produktgruppe. Entlang des Produktlebensweges werden Nachhaltigkeitsaspekte untersucht, die besonderen Hot-Spots des Produktes identifiziert und daraus Vergabekriterien abgeleitet.

Weitere Informationen

Studie „PROSA – Technisch getrocknete Holzhackschnitzel / Holzpellets“ für die Entwicklung von Kriterien für das Umweltzeichen für klimarelevante Produkte und Dienstleistungen (PDF)

Informationen zur Vergabegrundlage der Produktgruppe RAL-UZ 153 – Holzhackschnitzel / Holzpellets des Blauen Engels

Informationen zum Blauen Engel mit dem Zusatz „Schützt das Klima“ und nachhaltigen Konsum auf der Website des Öko-Instituts

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2010: rund 127 Gigawattstunden Strom verloren – Windgas kann Verlust stoppen

Freitag 7. Oktober 2011 von birdfish

Weil die Leitungen in Deutschland nicht genügend ausgebaut sind, passt ein zunehmender Teil von Ökostrom nicht mehr ins Stromnetz.

Windgas macht Windenergie effektiver
Windgas macht Windenergie effektiver – Foto: Dagmar Struß

Wie Greenpeace Energy jetzt bekannt gab, gingen nach neuesten Zahlen der Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr rund 127 Gigawattstunden Strom verloren.

Bei dem verloren gegangenen Strom handelt es sich größtenteils um Windstrom. Laut Greenpeace Energy hätte der Strom im Wert von 30 Millionen Euro ausgereicht, um mehr als 30.000 Haushalte über ein Jahr hinweg zu versorgen.

Angesichts des überlasteten Stromnetzes setzt Greenpeace Energy auf Windgas. “Windgas ist entscheidend für das Gelingen der Energiewende in Deutschland”. erklärt Astrid Kleinkönig, Marketingleiterin bei Greenpeace Energy. “Die Technik ermöglicht, dass wir uns in Zukunft vollständig aus Erneuerbaren Energien versorgen.” Deswegen prüft Greenpeace Energy derzeit Standorte für die nötige Infrastruktur. Für den Aufbau der Windgas-Technologie ist in dem neuen Tarif proWindgas ein Aufschlag enthalten.

Nachfrage nach erneuerbaren Energien steigt
Für diesen Tarif haben sich bislang 3.000 Kunden angemeldet und den entsprechenden Vertrag unterschrieben. Die Nachfrage übertrifft auch bei Greenpeace Energy die Erwartungen. Wie die Energiegenossenschaft bekannt gab, laufe das erst im Juli gestartete Gasangebot besser als erwartet. Nun seien die Prognosen nach oben korrigiert worden: Bis zum Jahresende sollen 5.000 Kunden proWindgas beziehen.

Ab dem 1. Oktober werden die proWindgas-Kunden zunächst mit Erdgas beliefert. Zum neuen Jahr soll dann schrittweise ein wachsender Anteil Windgas beigemischt werden. Bei diesem Gas handelt es sich um ein erneuerbares Gas, das aus überschüssigem Windstrom gewonnen wird. Es entsteht durch die Umwandlung in Wasserstoff, der ins Erdgasnetz eingespeist wird. Das Gasnetz wird so zum Langzeitspeicher für erneuerbare Energien.

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