Dienstag 9. März 2010 von birdfish
Die EU-Kommission hat ein Grünbuch zu Optionen zum Schutz der Wälder und zur Information über Waldressourcen und den Zustand von Wäldern verabschiedet.
CO2-Speicher Wald – (c) Ingwer Hansen
Die Kommission wird anhand der nun dazu gestarteten Konsultation entscheiden, ob auf EU Ebene weitere Initiativen erforderlich sind.
Das Grünbuch beschreibt die Herausforderungen der Wälder im Kampf gegen den Klimawandel, die zum Schutz der Wälder verfügbaren Instrumente, existierende Waldinformationssysteme und politische Optionen. Es ist Teil der Folgemaßnahmen zum “Weißbuch zum Europäischen Aktionsrahmen zur Anpassung an den Klimawandel” vom April 2009.
Zwar sind die Mitgliedstaaten für Forstpolitik zuständig, die Kommission will aber die Initiativen der Mitgliedstaaten mit einer europäischen Aktion aufwerten. Mehr als 40 Prozent der EU ist mit Wald bedeckt. Diese sichern Arbeitsplätze, Rohstoffe und erneuerbare Energien. Sie schützen Böden, regulieren die Wasserversorgung und erhalten die biologische Vielfalt. Klimatechnisch speichern wachsende Wälder Kohlendioxid. Zudem regulieren Wälder das örtliche und das regionale Wetter.
Das Grünbuch wird auf einer von der spanischen Ratspräsidentschaft am 06. Und 07. April in Valsain in Spanien organisierten Waldschutz-Konferenz erörtert. Bis zum 31. Juli 2010 können Interessierte auf der Webseite ‘Ihre Stimme in Europa’ Stellung dazu nehmen. Anlässlich dieser Konsultation veranstaltet die EU-Kommission auf der Grünen Woche am 3. Juni in Brüssel einen Workshop.
Weißbuch zum Europäischen Aktionsrahmen zur Anpassung an den Klimawandel vom April 2009 (PDF)
Konsultationen “Ihre Stimme in Europa”
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Montag 8. März 2010 von birdfish
Landwirtschaft, Fischerei, Tourismus, riesige Wirtschaftzweige sind auf eine intakte Natur angewiesen.
Arbeitsleistung der Bienen auf ca. vier Milliarden Dollar im Jahr geschätzt – (c) Dagmar Struß
Wissenschaftler schätzen, dass die Natur Jahr für Jahr ein Bruttosozialprodukt von 32 Billionen Dollar erwirtschaftet. „Angesichts dieser Dimensionen wird klar, dass es beim Schutz der biologischen Vielfalt nicht um Peanuts geht“, betont Günter Mitlacher vom WWF Deutschland. „Beim Artenschutz steht nicht allein die Rettung der Köcherfliege, sondern das Überleben der Menschheit auf dem Spiel.“ Der WWF fordert die wirtschaftliche Bedeutung der Natur stärker zu betonen und umweltzerstörerische Subventionen abzubauen.
„Will man den finanziellen Wert der Natur abschätzen, so ist das eine Gleichung mit vielen Unbekannten“, räumt Mitlacher ein. Breche man diese Gleichung auf einzelne Bereiche herunter, werde das Bild klarer. Allein die Leistung der Bienen als Produzenten von Honig und in Ihrer Rolle als Bestäuber zahlreicher Nutzpflanzen könne man auf etwa vier Milliarden Dollar im Jahr hochrechnen. Ein anderes Beispiel: Intakte Korallenriffe. Sie schützen die Küsten vor Sturmfluten und gelten als Kinderstube ungezählter Fischarten. Addiert man zu diesen Leistungen der Riffe die Einnahmen aus dem Tauchtourismus, so gehen Ökonomen von einer jährlichen wirtschaftlichen Leistung in Höhe von 170 Milliarden Dollar aus.
Der WWF betont, dass sich auch Investitionen in Naturschutzprojekte oft doppelt und dreifach auszahlen. Schätzungen zufolge könnte allein die Ausweisung von Meeresschutzgebieten eine Million Arbeitsplätze schaffen. Die Maßnahmen würden zugleich Fischerträge von 70 bis 80 Milliarden US-Dollar pro Jahr sowie Ökosystemdienstleistungen im Wert von 4,5 bis 6,7 Billionen US-Dollar erbringen. Die Säuberung von Böden und Wasser, die Speicherung von Kohlendioxid durch Wälder und Ozeane oder die Bereitstellung von Medikamenten, die auf natürlichen Inhaltsstoffen beruhen, seien im Grunde unbezahlbar.
Auf vielen politischen Ebenen habe sich diese Erkenntnis leider noch nicht durchgesetzt, beklagt der WWF. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten friste der Artenschutz ein Schattendasein. Überfällige Investitionen in die ökologische Infrastruktur, etwa in die Renaturierung von Flußauen oder die Anlage von Naturwäldern werden als Luxus abgestempelt und verschleppt. Stattdessen klammere man sich an überholte Konzepte. Bestes Beispiel sei eine völlig verfehlte Subventionspolitik in der EU.
Der WWF Deutschland fordert den drastischen Abbau Umwelt zerstörender Subventionen z.B. für die Landwirtschaft und die Fischerei. Aktuellen Studien zufolge fließen weltweit Jahr für Jahr 670 Milliarden Euro an Staatshilfen in Branchen, die wesentlichen Anteil an der Zerstörung der Natur haben. „Diese Geldverschwendung muss gestoppt und die Vergabe der Mittel an ökologische Kriterien geknüpft werden, um eine nachhaltige Wirtschaftsweise zu fördern“, so Günter Mitlacher vom WWF.
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Montag 8. März 2010 von birdfish
Die EU-Kommission ist gegen rechtsverbindliche Nachhaltigkeitskriterien für Biomasse, die der Wärme- und Stromerzeugung dient.
In welchem Maße darf Wald als Biomasse dienen? – (c) Dagmar Struß
Dies ist die Hauptaussage eines Berichtes, den die EU-Kommission am 24. Februar dem EU-Parlament und Rat in Brüssel vorgelegt hat. Ihre Entscheidung stützt die EU-Kommission darauf, dass die Umweltrisiken bei der Energiegewinnung mit Biomasse in Europa nur gering seien. So würde Europa beispielsweise insgesamt keine Waldflächen verlieren. Die Untersuchungen haben ergeben, dass etwa 90 Prozent der Biomasse aus der Waldbewirtschaftung und aus Neben- und Abfallprodukten der Industrie stammen.
Dennoch empfiehlt die Kommission den Mitgliedstaaten, bestimmte Nachhaltigkeitskriterien einzuhalten. So soll beispielsweise die Nutzung von Biomasse aus der Umwandlung von alten Wäldern in Agrarland sowie aus Gebieten mit hoher Biodiversität, grundsätzlich verboten sein. Auch schlug die Kommission die Anwendung einer Methodologie zur Berechnung der Treibhausgasemissionen vor, damit die Energieproduktion aus Biomasse im Vergleich zu fossilen Energieträgern mindestens 35 Prozent Treibhausgase einspare. Für Neuanlagen soll der Prozentsatz dann bis 2018 bei 60 Prozent liegen.
2011 will die Kommission überprüfen, ob die Kriterien ausreichen, um die Risiken zu minimieren.
Mit dem Bericht kam die Kommission ihrer Verpflichtung aus der Richtlinie über Erneuerbare Energien nach, die Rat und Parlament Ende 2008 im Rahmen des Klima- und Energiepaketes verabschiedet hatten.
Ein Zusammenschluss von Umweltorganisationen kritisierte, dass die unterschiedliche Behandlung von Biomasse verkehrte Anreize und unfaire Wettbewerbsbedingungen schaffe. Denn Biomasse aus der Kraftstoffe gewonnen werden unterliegen bereits verbindlichen Kriterien. Vor allem aber unterlaufe die Kommission dadurch ihre eigenen Bemühungen zum Waldschutz, denn um langfristig den erwarteten Bedarf an Bioenergie zu decken, müsse die EU mit steigenden Importen rechnen.
Bericht der EU-Kommission (PDF, engl.)
Folgenabschätzung der EU-Kommission (PDF, engl.)
Brief der Umweltorganisationen (PDF, engl.)
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Dienstag 16. Februar 2010 von birdfish
Nach Vorstellungen der EU-Kommission sollen Biokraftstoffe, die aus Palmöl gewonnen werden, den Nachhaltigkeitskriterien der EU entsprechen.
Palmölplantage in Malaysia – Foto: Craig / Wikipedia
Biokraftstoffe aus tierischen und pflanzlichen Abfallprodukten könnten sogar als besonders positiv gewertet werden. Das geht aus einem inoffiziellen Entwurf der Kommission hervor, der Nachhaltigkeitskriterien für die Biokraftstoffe aus unterschiedlichen Quellen definieren soll. In der Erneuerbare-Energien-Richtlinie aus dem Jahr 2008 wurde zwar festgehalten, dass Biokraftstoffe in der EU nur unter Einhaltung bestimmter Nachhaltigkeitsregeln verwendet werden dürften. Kriterien wurden dafür aber nicht definiert.
Umweltorganisationen kritisierten den Entwurf der Kommission scharf. Friends of the Earth Europe sieht v.a. in der Akzeptanz von Palmölplantagen eine Einladung zur Zerstörung von Regenwäldern. Die Palmölproduktion sei nach Angaben der Vereinten Nationen heute schon die Hauptursache für die Vernichtung von Regenwäldern in Malaysien und Indonesien. Eine verstärkte europäische Nachfrage würde diese Situation noch verschlimmern. Die Organisation Transport & Environment führt weiter aus, dass auch die Bevorzugung von Abfällen bei der Bilanzierung der Biokraftstoffe falsche Anreize setzen würde. Wahrscheinlich würden tierische Fette zukünftig nicht mehr im Kosmetikbereich eingesetzt, sondern zu Biokraftstoffen verarbeitet. Die Kosmetikindustrie würden dann wiederum verstärkt auf Palmöl zurückgreifen, was die Zerstörung der Regenwälder abermals verstärken würde.
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Montag 15. Februar 2010 von birdfish
Schweizerische und deutsche Wissenschaftler haben unter Beteiligung der Universität Gießen erstmals anhand von Eichen-Jahrringen das Klima der letzten 1000 Jahre in Mitteleuropa untersucht.
Alte, stämmige Eiche – (c) Rainer Sturm / Pixelio
953 historische und lebenden Eichen aus Nordhessen und Südniedersachsen wurden einer umfangreichen Untersuchung unterzogen.
Demnach lassen sich drei wichtige Etappen unterscheiden: Feucht-warme Sommer im 13. und 14. Jahrhundert (”Mittelalterliches Klimaoptimum”), trocken-kalte Sommer vom späten 15. bis ins frühe 18. Jahrhundert (”Kleine Eiszeit”) und trocken-warme Sommer in den letzten rund 200 Jahren (”Industrielle Erwärmung”).
Die Wissenschaftler konnten sich auf einen einmaligen Dateinsatz aus 135.000 individuellen Jahrring-Breitenmessungen aus den Jahren 996 bis 2005 berufen. In deutschen Wäldern wird das Eichenwachstum wesentlich durch Sommertrockenheit beziehungsweise durch das zur Verfügung stehende Bodenwasser beeinflusst: In trockenen Jahren sind die Ringe dünner. So ermöglicht synchrones Ringwachstum eine präzise Datierung historischer Holzproben. Die für eine Region und Periode typische Reihenfolge klimatisch gesteuerter Zuwachsmuster ist also vergleichbar mit einem genetischen Fingerabdruck.
Aus den Untersuchungen lasse sich keine Entwicklung zu stärker und länger andauernden Dürreperioden ableiten, betonen die Forscher, da es auch früher schon ähnliche lange Etappen mit bestimmten klimatischen Bedingungen gegeben habe.
Originalpublikation:
Büntgen U, Trouet V, Frank D, Leuschner HH, Friedrichs D, Luterbacher J, Esper J (2010): Tree-ring indicators of German summer drought over the last millennium. Quaternary Science Reviews
doi:10.1016/j.quascirev.2010.01.003
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Donnerstag 11. Februar 2010 von birdfish
Im Vorfeld des heutigen Sondergipfels der europäischen Staats- und Regierungschefs in Brüssel hat der NABU eine neue EU-Strategie zum Schutz des Klimas und der biologischen Vielfalt gefordert.
Wälder als CO2-Speicher anerkennen – (c) Dagmar Struß
„Europa darf über das enttäuschende Ergebnis des Weltklimagipfels von Kopenhagen nicht einfach so hinweggehen. Wenn die internationalen Verhandlungen zu verbindlichen Ergebnissen führen sollen, brauchen wir jetzt neue Initiativen und eine glaubwürdige Klima- und Wirtschaftspolitik in der Europäischen Union“, forderte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Seit fast drei Jahren wiederhole die EU das Mantra, ihre Treibhausgas-Emissionen zwischen 1990 und 2020 nur dann um 30 Prozent senken zu wollen, wenn andere Länder weitere Zugeständnisse machen. Das reiche aber nicht aus, um sich vor den UN-Klimakonferenzen im Juni 2010 in Bonn und im Dezember in Mexiko zu positionieren und internationale Verbündete zu gewinnen.
„Die Zeit des Taktierens muss ein für allemal vorbei sein. Die EU sollte von sich aus auf Länder wie Brasilien und China oder auf die Afrikanische Union zugehen, um eine konkrete Zusammenarbeit im Waldschutz, bei Energietechnologien und zur Anpassung an den Klimawandel zu vereinbaren. Sonst gewinnen wir nicht das notwendige Vertrauen zurück, um ein globales Abkommen unter dem Dach der Vereinten Nationen auszuhandeln“, sagte Tschimpke. Gleichzeitig sei mit der sogenannten Lissabon-Strategie die europäische Politik für mehr Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit gescheitert. „Die Staats- und Regierungschefs der EU sollten sich nicht mehr nur am Bruttoinlandsprodukt orientieren, sondern soziale und ökologische Ziele besser in ihre gemeinsame Strategie integrieren“, so Tschimpke weiter.
Der wichtigste Schritt wäre eine langfristige Verpflichtung der EU zur Verringerung von Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent und bis 2050 um mindestens 80 bis 95 Prozent. „Wir brauchen eine Trendwende beim Energie- und Ressourcenverbrauch – und zwar jetzt. Zugleich muss auch die europäische Forst- und Landwirtschaftspolitik konsequenter auf den Klimaschutz ausgerichtet werden und endlich den Schutz naturnaher Kohlenstoffspeicher in Wäldern, Mooren und Feuchtgebieten anerkennen“, sagte NABU-Klimaexperte Carsten Wachholz.
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Montag 8. Februar 2010 von birdfish
Der IKEA-Konzern ist mit 267 Einrichtungshäusern in 26 Ländern und einem jährlichen Umsatz von mehr als 21,5 Milliarden Euro ganz groß im Geschäft.
Wälder in Borneo – (c) Alfred Patz / Pixelio
Deutschland ist mit über 45 Einrichtungshäusern der wichtigste Absatzmarkt des Konzerns. Das Erfolgsrezept von IKEA basiert auf einer strengen Preis- und Kostenkalkulation. Zum Sortiment des Unternehmens gehören nicht nur Möbel und Einrichtungsgegenstände, sondern auch Accessoires wie Kerzen und Teelichte.
Die Organisation “Rettet den Regenwald e.V.” berichtet nun, dass zu den Hauptbestandteilen von IKEAs Kerzen und Teelichten neben Paraffinen vor allem pflanzliches Wachs und Stearin zählen. Hinter diesen beiden Begriffen verbirgt sich meist Palmöl, das aktuell pro Tonne etwa 250 Euro günstiger ist als Paraffin und so niedrige Kerzenpreise in den Möbelhäusern erst möglich macht. IKEA verbraucht pro Jahr 32.000 Tonnen Palmöl in seiner Kerzenproduktion, für weitere Produkte kommen noch einmal 8.000 Tonnen hinzu. Der Großteil des Palmöls stammt aus Malaysia und Indonesien.
IKEA selbst ist sich der Problematik des Palmöls bewusst. Überraschend offen reagiert IKEA auf eine Anfrage von Rettet den Regenwald und gibt zu, dass man beim Palmöl keine Nachhaltigkeit garantieren könne. Leider führt dies (noch) nicht dazu, Palmöl als Rohstoff auszuschließen. IKEA beruft sich auf seine Mitgliedschaft beim Industriesiegel „Runder Tisch für Nachhaltiges Palmöl (Roundtable on Sustainable Palm Oil, RSPO)“. Doch der RSPO ist reiner Etikettenschwindel, der weder Umweltschutz noch soziale Standards garantiert. In der Vergangenheit hat Rettet den Regenwald dies bereits nachgewiesen.
Mit seiner Marktposition hat IKEA die Möglichkeit, ein wichtiges Zeichen gegen die Verwendung von Palmöl zu setzen. Es gibt keinen Grund, am Palmöl festzuhalten. Doch bislang scheint in dem Unternehmen kein tieferes Problembewusstsein zu existieren. Dem Wissen, welche Folgen die Verwendung von Palmöl für die Anbaugebiete hat, lässt IKEA bislang keine Taten folgen.
Hier können Sie sich am Protest beteiligen und einen Appell an IKEA senden.
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Freitag 29. Januar 2010 von birdfish
Die EU-Mitgliedstaaten haben sich jetzt auf eine gemeinsame Position zur technischen Umsetzung der Verordnung zu illegalem Holz geeinigt.
Woher stammt unser Holz? – (c) Ingwer Hansen
Der angenommene Text wird nun in den nächsten Wochen durch den Landwirtschaftsrat abgesegnet werden. Der “gemeinsame Standpunkt” wird dann dem Europäischen Parlament zur zweiten Lesung, die innerhalb von drei Monaten stattfinden muss, zugestellt.
Die für Forstwirtschaft zuständigen EU-Agrarminister hatten sich im Dezember auf einen Verordnungsentwurf geeinigt, der die Sorgfaltspflicht für den Handel mit Holz einführen soll.
Wer künftig in der EU mit Holz handelt, muss belegen, wer sein Lieferant ist, ob dieser eine Lizenz zum Holzfällen hat und welche Holzart vertrieben wird. Verstöße gegen diese Sorgfaltspflicht sollen nach nationalen Gesetzen geahndet werden. Auf diese Weise soll die Vermarktung von illegal geschlagenem Holz eingedämmt werden. Mehrere Mitgliedstaaten wollten aber lieber ein grundsätzliches Verbot.
Im April 2009 hatte das EU-Parlament in erster Lesung den Verordnungsvorschlag der EU-Kommission zum Holzhandel verschärfen wollen. Demnach sollten Holzhändler und -Importeure verpflichtet werden, nur legal geschlagenes Holz und daraus hergestellte Produkte auf den Markt zu bringen.
Pro Regenwald kritisierte im Dezember, dass der Ministerrat einen ambitionierteren Verordnungsentwurf des EU-Parlaments bis zur Unwirksamkeit verwässert habe. Der neue Entwurf des Ministerrats sei nicht viel mehr als eine unkonkrete Absichtserklärung, die Probleme in der Umsetzung zwangsläufig mit sich bringen werde. Genau dies wollte der nun aufgehobene Entwurf des Parlaments aus erster Lesung besser geregelt sehen.
Pro Regenwald Kritik vom Dezember 2009
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