KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

KLIMA 2010 – Klimawandel-Einfluss auf das Management weltweiter Wasserressourcen

Dienstag 19. Oktober 2010 von birdfish

Die Onlinekonferenz KLIMA 2010 / CLIMATE 2010 steht vor der Tür.

Klima 2010 Konferenz

Im Vorfeld der nächsten Runde der internationalen UN-Klimaschutzverhandlungen in Cancún/Mexico thematisiert die weltweite, wissenschaftliche und CO2-freundliche Konferenz die Frage, welchen Einfluss der Klimawandel auf das Management der weltweiten Wasserressourcen haben wird. Bereits zum dritten Mal wird die Klimakonferenz von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) organisiert.

Unter der Schirmherrschaft des Bundesumweltministers Röttgen können sich Forscher, Unternehmen, Behörden genauso wie die interessierte Öffentlichkeit auf der Konferenzplattform vom 1. bis 7. November 2010 über den Klimawandel informieren und miteinander diskutieren. Ziel der Online-Konferenz ist es, die Suche nach globalen und regionalen Lösungen gegen die Folgen des Klimawandels für die Wasserversorgung voranzutreiben und die Dringlichkeit der Thematik ins Licht der breiten Öffentlichkeit zu rücken.

Onlinekonferenz KLIMA 2010

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Sozial- und kulturwissenschaftliche Aspekte bei Anpassungsstrategien berücksichtigen

Dienstag 14. September 2010 von birdfish

Die Wissenschaft ist sich weitgehend darüber einig, dass der Klimawandel die Lebensbedingungen auf der Erde erheblich verändern wird.

Leben mit dem Klimawandel
Leben mit dem Klimawandel – Foto: I. Friedrich / Pixelio

Wie können, wie sollen sich die Menschen auf die absehbaren Konsequenzen einstellen? Mit dieser Frage befassen sich weltweit immer mehr Forschungsprojekte. Auf der Basis empirischer Daten wollen sie globale oder regionale Strategien der Anpassung an den Klimawandel erarbeiten. Dabei ändern sich bisherige Sichtweisen auf soziale und wirtschaftliche Prozesse – mit erheblichen, oftmals unbeachteten Folgen für Entwicklungskonzepte in Wissenschaft und Politik.

Auf diese Zusammenhänge macht Prof. Dr. Detlef Müller-Mahn aufmerksam, der an der Universität Bayreuth den Lehrstuhl für Bevölkerungs- und Sozialgeographie innehat. In Afrika ist er seit vielen Jahren an Forschungs- und Entwicklungsprojekten beteiligt. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen beobachtet er mit wachsender Sorge, wie internationale Debatten über den Klimawandel sich auf den Umgang mit Entwicklungsfragen auswirken. Gemeinsam mit seinem britischen Kollegen Terry Cannon vom Institute for Development Studies (IDS) in Brighton hat er in der Zeitschrift “Natural Hazards” eine kritische Analyse vorgelegt.

Sozioökonomische Entwicklungen und politische Verantwortung:
Ein Plädoyer gegen naturalistische Vorstellungen

Die beiden Autoren betonen, wie dringlich es ist, dass über Anpassungsstrategien an den Klimawandel weltweit nachgedacht wird. Zugleich aber warnen sie davor, menschliche Gesellschaften wie natürliche Ökosysteme zu betrachten, die auf klimatische Veränderungen immer nur nachträglich reagieren können. Wissenschaft und Politik sollten nicht allein darauf hinarbeiten, die Widerstandsfähigkeit (”resilience”) ganzer Gesellschaften durch klimapolitische Abwehrmaßnahmen zu stärken, sondern dabei immer auch die Verwundbarkeit (”vulnerability”) von Individuen und gesellschaftlichen Gruppen im Blick behalten und deren Interessen schützen.

Wie Cannon und Müller-Mahn kritisch anmerken, verleitet der Vergleich mit natürlichen Ökosystemen dazu, einen wesentlichen Aspekt zu vernachlässigen: Soziale und wirtschaftliche Gegebenheiten und etablierte Machtstrukturen haben einen entscheidenden Anteil daran, wie verwundbar die Menschen sind. Sozioökonomische Verhältnisse in den ärmsten Regionen der Erde so zu gestalten, dass die Menschen in ihrem lokalen Umfeld möglichst autonom und sicher leben können – dies muss nach Auffassung der beiden Wissenschaftler ein elementares Ziel von Entwicklung bleiben. Das gelte erst recht angesichts der dramatischen Veränderungen, die der Klimawandel mit sich bringt. “Naturalistische Sichtweisen verleiten dazu, ethisch-politische Leitbegriffe wie Gerechtigkeit und Gleichheit zu vernachlässigen. Auch die individuelle Verantwortung der Akteure in Wirtschaft und Politik wird dabei zu leicht ausgeblendet,” erklärt Müller-Mahn und fügt hinzu: “Die blumige Redeweise von der Gerechtigkeit gegenüber künftigen Generationen ist dafür kein Ersatz.”

Risiken und Katastrophen:
Sozial- und kulturwissenschaftliche Perspektiven

Wer an die Herausforderungen des Klimawandels so herangehen will, dass die ethische und politische Dimension von Entwicklungsfragen im Blickfeld bleibt, darf – so die beiden Autoren – einen grundlegenden Sachverhalt nicht übersehen: Wetterereignisse und Klimaentwicklungen sind keinesfalls aus sich selbst heraus, sozusagen ihrer inneren Natur nach, Risiken oder Katastrophen. Diesen Charakter gewinnen sie erst im Zusammenwirken mit der Lebenswelt von Menschen. Es hängt wesentlich auch von deren Bedürfnissen, Interessen, Gewohnheiten und Zukunftsentwürfen ab, in welcher Weise die Natur als gefährlich oder katastrophal erlebt wird. “Nur wer diesen Zusammenhang anerkennt, ist angesichts des Klimawandels zu einem angemessenen Umgang mit Entwicklungsfragen in der Lage,” so Müller-Mahn.

“An dieser Stelle sind nicht die Naturwissenschaften, sondern die Sozial- und Kulturwissenschaften gefordert. Die Forschung muss sich viel stärker als bisher dafür interessieren, wie Menschen in ihren jeweiligen Regionen mit Wetterereignissen und Klimaentwicklungen umgehen. Deren Interessen, Erfahrungen und lokales Wissen sind wertvolle Beiträge für Entwicklungskonzepte, die ihnen dabei helfen wollen, die eigenen Lebensverhältnisse gegenüber dem Klimawandel abzusichern,” erläutert der Bayreuther Experte für Sozialgeographie seinen Forschungsansatz. Auch über die Begriffswelten, in denen öffentlich über Wetter und Klima geredet wird, sollte seiner Überzeugung nach intensiver nachgedacht werden. Denn dadurch könnten Interessens- und Machtstrukturen deutlicher zutage treten, die einer Entwicklung zugunsten armer Regionen und Bevölkerungsgruppen möglicherweise im Weg stehen.

Online-Veröffentlichung:

Terry Cannon, Detlef Müller-Mahn:
Vulnerability, resilience and development discourses in context of climate change,
in: Natural Hazards, “Online First”.
DOI-Bookmark: 10.1007/s11069-010-9499-4

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Klimawandelfolgen weltweit

Mittwoch 8. September 2010 von birdfish

Alle Länder der Erde sind auf die eine oder andere Weise vom Klimawandel betroffen.

Hier beginnen wir eine Sammlung von Klimawandelfolgen aus aller Welt.

Allgemeines

Leben mit dem neuen Stress – Der Klimawandel wird zur katastrophalen Normalität

Naturkatastrophen werden im fortschreitenden Klimawandel zur Normalität.
Eine Bestandsaufnahme der ZEIT nach dem Hochwasser 2011 von Bangkok.

ZEIT Online vom 6.11.11

Europa
Mittelmeerraum

Forschungen zu zunehmender Dürre trotz Starkregens, Versalzung des Grundwasser. Veränderungen können zu ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Konflikten führen

Die vom Forschungsnetzwerk CLIWASEC seit Anfang 2010 durchgeführten Untersuchungen lassen erkennen, dass die betroffenen Länder in Zukunft mit einer deutlichen Temperaturzunahme insbesondere der Minimum- und Nachttemperaturen in allen Jahreszeiten rechnen müssen. Außerdem ist trotz häufigerer Starkregenereignisse eine deutliche Abnahme der Niederschlagsmenge zu erwarten. Dies wird in Verbindung mit einem steigenden Meeresspiegel zu stärkeren Überschwemmungen, zunehmender Versalzung des küstennahen Grundwassers sowie fortschreitendem Verlust fruchtbarer Böden führen. Am Beispiel des besonders gefährdeten westlichen Nil-Deltas erläuterten die Wissenschaftler, wie diese massiven Veränderungen zu ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Konflikten führen können. Die Folgen eines Klimawandels, die auf die Kernsektoren der regionalen Wirtschaft im Mittelmeerraum wirken (z.B. Landwirtschaft, Energie, Tourismus), werden zudem auch in anderen, mit dem Mittelmeerraum ökonomisch und politisch vernetzten Ländern spürbar werden – unter anderem in Bayern. [...]

Artikel und weitere Infos bei klima-media


Alpen

Gletscherschmelze und ihre Folgen: Deutsch-österreichisches Verbundprojekt zu Gesteinsbewegungen in den Alpen

Welche Auswirkungen die rasch voranschreitende Gletscherschmelze in den Alpen auf die Bewegung von Gesteinsmassen hat, untersuchen deutsche und österreichische Wissenschaftler in einem Verbundprojekt, das vom Lehrstuhl für Physische Geographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) koordiniert wird. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen auch der Identifizierung möglicher Naturgefahren und der weiteren Entwicklung des Untersuchungsgebietes in Österreich dienen. [...]

Quelle und kompletter Artikel: Kath. Uni Eichstätt vom 03.11.11


Gefährlich nah an der Null-Grad-Grenze
In den Alpen ist der Gletscherschwund am größten

Eine Studie im Fachmagazin “Nature Geoscience” geht der Frage nach, wie viel Eis Gletscher im Zuge der Klimaerwärmung verlieren könnten. Dabei differenzieren die Autorinnen in 19 Weltregionen. Von allen Gebirgsmassiven werden die Alpen demnach das meiste Eis einbüßen.

Nirgendwo sonst werden Gebirgsgletscher so empfindlich auf die Klimaerwärmung reagieren wie in den Europäischen Alpen. Das ist das Ergebnis der neuen Modellstudie, die die Fachzeitschrift “Nature Geoscience” jetzt veröffentlicht. [...]

Quelle und kompletter Artikel: Deutschlandradio vom 10.01.11

Asien
China

Schwere Dürre in Chinas Kornkammer
Weltweite Auswirkungen auf Preise befürchtet

Eine für den Getreideanbau wichtige chinesische Provinz leidet derzeit unter der schwersten Dürre seit mindestens 40 Jahren. Mindestens die Hälfte der Anbaufläche, zwei Millionen Hektar, sei bereits von der Wasserknappheit betroffen, teilte die Verwaltung der Provinz Shandong am Montag mit. Die Dürre könnte weltweite Auswirkungen haben.

Mehr als 240.000 Menschen und 107.000 Nutztiere hätten den Zugang zu Trinkwasser verloren, sie würden von Feuerwehrautos mit Wasser versorgt. In vielen Gegenden habe es seit vier Monaten keinen Niederschlag mehr gegeben, hieß es auf Internetseite von Shandong. [...]

Kompletter Artikel in RP Online vom 24.01.11


Zentralasien

“Wasserknappheit und Klimawandel in Zentralasien
Gefahr für die ehemaligen mittelasiatischen Sowjetrepubliken?”

Ein Länderbericht der Konrad-Adenauer-Stiftung -  23. 08. 2010

Zum Länderbericht (PDF)


Südamerika
Brasilien

Das wasserreiche Amazonas-Becken wird zunehmend zur Region mit Dürreperioden

Die Region hat 2010 erneut eine Jahrhundertdürre erlebt – die zweite innerhalb von nur sechs Jahren. Britische und brasilianische Forscher stellten fest, dass ein noch größeres Gebiet unter extremer Trockenheit litt als 2005.

Das Amazonas-Becken mit seinen zahlreichen Flüssen, vor allem dem Amazonas selber, gehört normalerweise zu den wasserreichsten Gebieten der Erde. Seine ausgedehnten Urwälder sind als CO2-Speicher unverzichtbar für das Klima. Doch die massive Entwaldung für Rinderweiden und Soja-Anbau zeitigt bereits Folgen. Sie gilt als mitverantwortlich für die extremen Wetterereignisse der vergangenen Jahre. [...]

klima-media Artikel vom 27.02.12


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Umweltbundesamt zum Klimawandel: mehr heiße Tage, Durchschnittswerte steigen

Montag 6. September 2010 von birdfish

Der allgemeine Erwärmungstrend zwingt zur frühzeitigen Anpassung an extreme Wetterereignisse.

Schnee im Wald
Verschneite Wälder werden ein zunehmend seltenerer Anblick – Foto: Dagmar Struß

Deutscher Wetterdienst und Umweltbundesamt sehen die Prognosen der Klimaforschung durch die Entwicklung der Wetterdaten bestätigt. Extremwetterereignisse wie Starkniederschläge oder Hitzeperioden haben in den letzten Jahrzehnten messbar zugenommen. Aller Voraussicht nach wird ihre Anzahl und Intensität weiter ansteigen. „Die aktuellen Überschwemmungen in Pakistan, die lang anhaltenden Hitzewellen in Russland und Japan und das Hochwasser in Sachsen entsprechen den Erwartungen der Klimaforschung über die Zunahme von Extremwetterereignissen. Sie alle verdeutlichen, wie wichtig es ist, uns auf die Folgen vorzubereiten“, sagt Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes. Zwar lässt sich keines der extremen Wettereignisse allein dem globalen Klimawandel zuordnen. Gleichwohl bestätigt sich der Trend einer Zunahme solcher Wetterextreme.
Von 1881 bis 2009 ist die Jahresdurchschnittstemperatur in Deutschland um 1,1 °C gestiegen. Sie könnte am Ende dieses Jahrhunderts nochmals um 2 bis 4 °C höher liegen als heute. Die steigenden Temperaturen bringen voraussichtlich mehr und stärkere Hitzeperioden. Messungen an einzelnen Stationen des Deutschen Wetterdienstes zeigen: Seit 1950 hat sich die Anzahl von Sommertagen (Tage mit einem Temperaturmaximum von 25° C und darüber) mehr als verdoppelt. Prof. Dr. Gerhard Adrian, Präsident des Deutschen Wetterdienstes: „Bis zur Mitte des Jahrhunderts rechnen wir zum Beispiel mit einer Zunahme von etwa 15 bis 27 zusätzlichen Sommertagen pro Jahr für die Regionen Sachsen-Anhalt und Brandenburg.“
Schon heute belasten die Hitzeperioden die Gesundheit vieler Menschen. So können in Bürogebäuden gesundheitsbelastende Situationen entstehen, wenn große Glasfassaden oder zu kleine Klimaanlagen vorhanden sind. Insbesondere bei langfristigen Investitionen sollten Normen und Richtlinien – etwa beim Bau von Gebäuden, Straßen oder Kraftwerken – die künftigen Klimaverhältnisse daher stärker berücksichtigen. Was es bedeutet, wenn Klimaanlagen nicht für heftige Hitzeperioden ausgelegt sind, konnte die Öffentlichkeit in diesem Sommer in zahlreichen ICE-Zügen erleben. Aufgabe von Umweltbundesamt und Deutschem Wetterdienst ist es, die Bundesregierung dabei zu beraten, Anpassungsmaßnahmen, Normen und technischen Regelwerken festzulegen.

Hintergrund: Die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel sind zwei Seiten einer Medaille. Am 17. Dezember 2008 hat das Bundeskabinett die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel beschlossen. Für 15 Handlungsfelder und ausgewählte Regionen skizziert die Bundesregierung darin mögliche Klimafolgen und erste Handlungsoptionen. Ziel der Strategie ist es, Risiken für die Bevölkerung, Umwelt und Wirtschaft vorzubeugen, aber auch Chancen zu nutzen. Der nächste Schritt in der Umsetzung der Anpassungsstrategie ist der „Aktionsplan Anpassung“ der Bundesregierung, der für Sommer 2011 vorgesehen ist.

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Neuer bayerischer Forschungsverbund will Kulturpflanzen widerstandsfähiger machen

Mittwoch 28. Juli 2010 von birdfish

Kulturpflanzen widerstandsfähiger gegen Hitze, Trockenheit und Krankheitsbefall zu machen, ist das Ziel des neuen bayerischen Forschungsverbunds „Forplanta: Pflanzen fit für die Zukunft“.

Ackerschmalwand
Ackerschmalwand – Foto: Alberto Salguero / Wikipedia

Prof. Dr. Uwe Sonnewald, Lehrstuhl für Biochemie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), ist an der Forschung mit einer Arbeitsgruppe beteiligt. Das bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst fördert den Verbund in den kommenden drei Jahren mit rund 1,5 Millionen Euro.
„Durch den Klimawandel werden in den nächsten Jahren Hitze und Trockenheit unseren Kulturpflanzen verstärkt zusetzen“, sagt Prof. Sonnewald. „Der neue Forschungsverbund will mit Hilfe moderner Technologien wie der Gen- und Genomforschung herausfinden, wie Pflanzen besser gegen diese Belastungen gewappnet werden können.“ Zunächst wollen die Forscher die Pflanze Acker-Schmalwand (Arabidopsis thaliana) untersuchen. Von dieser existieren weltweit eine Vielzahl so genannter Ökotypen, d.h. Varianten, die entweder an heiße und trockene oder an kalte Klimaregionen angepasst sind.

In der Arbeitsgruppe von Prof. Sonnewald wird erforscht, wie sich bei den verschiedenen Ökotypen die Aktivität der Gene sowie der Stoffwechsel bei Hitze und Trockenheit verändern. Im Zentrum der Forschung stehen dabei der pflanzliche Wasserhaushalt und das Pflanzenhormon Abscisionsäure (ABA). Dieses wirkt bei Wassermangel wie ein Stresshormon. Es sorgt dafür, dass die Spaltöffnungen in der Außenhaut der Blätter geschlossen werden – aus der Pflanze entweicht dann weniger Wasser. Wenn es gelingt, die Wirkung von ABA bei den Pflanzen zu optimieren, könnte die Toleranz gegen Hitze und Dürre verbessert werden. Da die Spaltöffnungen außerdem wichtige Eintrittspforten für schädliche Bakterien und Pilze sind, will die Arbeitsgruppe von Prof. Sonnewald untersuchen, ob sich Veränderungen bei den Spaltöffnungen auch auf die Abwehr von Krankheitserregern auswirken.

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Warnung vor Folgen steigender Emissionen – Die Klimaanlage der Erde läuft heiß

Mittwoch 21. Juli 2010 von birdfish

Neue Daten zur Erhöhung der globalen Temperatur vom ‘Goddard Institute for Space Studies‘ der NASA zeigen, dass die erste Hälfte des Jahres 2010 das wärmste Halbjahr der letzten 130 Jahre war.

Klimawandelfolgen
Sichtbare Klimawandelfolgen – Foto: Michel Gunther / WWF-Canon

Die Temperatur lag 0,7 Grad Celsius über dem Durchschnittswert. „Nur weil der Klimawandel auf der politischen Tagesordnung augenblicklich nicht ganz oben steht, hat er nicht aufgehört, zu existieren“ erklärt Regine Günther, Leiterin Klima- und Energiepolitik des WWF Deutschland. „Die globale Erwärmung schreitet dramatisch  voran.“

Aktuelle Daten zeigen einen langfristigen Trend zu erhöhten Temperaturen der Meeresoberfläche im tropischen Atlantik und Golf von Mexiko, der auch durch den Anstieg der Treibhausgase-Konzentration in der Atmosphäre verstärkt werde. Beunruhigend sei insbesondere die Rekordtemperatur der Meeresoberfläche im tropischen Atlantik. Durch die Energie der warmen Oberfläche könnte eine der schlimmsten atlantischen Hurrikan-Perioden bevorstehen, befürchten Experten.

„Am Golf von Mexiko schließt sich auf bedauerliche Weise der Teufelskreis des Erdöls. Das Öl verursacht dort eine doppelte Katastrophe. Einerseits verschmutzt es direkt durch die Förderung den Golf über Jahrzehnte, andererseits drohen der Region  langfristig noch stärkere Hurrikane, als eine mögliche Folge der exzessiven Nutzung fossiler Brennstoffe“, so Günther. Hurrikane bedrohen die Region umso stärker, da natürliche Barrieren, wie beispielsweise die Mangrovenwälder, durch Umweltverschmutzungen und die gerade stattfindenden Ölkatastrophe immer schwächer werden. „Wir müssen begreifen, dass fossile Brennstoffe unsere Lebensgrundlage nicht sichern, sondern bedrohen“, so Günther.

Um die Welt vor den schlimmsten Folgen des Klimawandels zu bewahren und die globale Temperaturerhöhung unter der Gefahrenschwelle von 2 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten zu halten, würden klare Maßnahmen und Ziele benötigt. Diese fehlen jedoch nach wie vor. So würden die bisher von den einzelnen Ländern angebotenen Minderungsziele zu einer Erwärmung um mehr als 3° Celsius führen.  „Nicht nur Europa muss endlich seiner historischen Verantwortung gerecht werden und sein Minderungsziel bis 2020 auf 30% erhöhen. Auch die USA müssen nicht nur die vor ihrer Haustür stattfindende Ölkatastrophe bekämpfen, sondern endlich auch ihre CO2-Emissionen drastisch senken“, fordert Regine Günther.

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Klimawandel: Wasserknappheit und Dürren in Europa zunehmend ein großes Problem

Mittwoch 23. Juni 2010 von birdfish

Der Umweltministerrat hat gefährdete Mitgliedstaaten aufgefordert, dringend Risikomanagementpläne für Wasserknappheit und Dürre zu erstellen.

Die Dürre schreitet voran
Dürre und Überschwemmungen nehmen auch in Europa zu – Foto: Dagmar Struß

Er rief dazu auf, mit Wasser effizienter umzugehen. Denn Wasserknappheit und Dürren gehöre in vielen Teilen Europas zunehmend zu den großen Problemen. Wenn keine geeigneten Gegenmaßnahmen getroffen würden, werden der Klimawandel und der steigende Wasserbedarf die Lage noch verschärfen.

Die Umweltminister befürworteten in ihren Schlussfolgerungen konkret die Weiterentwicklung der europäischen Dürrebeobachtungsstelle. Sie soll Dürren vorhersagen, beurteilen und überwachen und den Austausch bewährter Verfahren fördern. Durch die Kombination verschiedener Ansätze wie Wasserpreis, intelligentere Bewässerungsmethoden, Wassereffizienz in Gebäuden, Landwirtschaft, Industrie und Tourismus sowie Sensibilisierungskampagnen soll nach dem Willen des Rates mehr Wasser gespart und das Wassernachfragemanagement gefördert werden. Weiterhin will der Umweltrat Investitionen in die Entwicklung neuer nachhaltiger Technologien für die Versorgung mit sauberem Wasser fördern.

Darüber hinaus verabschiedete der Umweltrat Schlussfolgerungen zur Anpassung von Wäldern an den Klimawandel. Darin rufen sie auf, die Kooperation zu nachhaltiger Forstwirtschaft zwischen der EU und der internationalen Ebene zu stärken und das Thema stärker in andere Politikbereiche zu integrieren.

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Erfolgreiche Anpassungsstrategien können dem Klimaprozess neue Dynamik bringen

Donnerstag 3. Juni 2010 von birdfish

Germanwatch und WWF haben am Rande der UN-Klimaverhandlungen eine Studie vorgestellt.

Armut in Afrika
Klimawandel verstärkt die Armut in Entwicklungsländern – Foto: Lothar Henke / Pixelio

Das Papier identifiziert die zentralen Elemente zum internationalen Umgang mit den Folgen des Klimawandels insbesondere für die ärmsten und besonders betroffenen Entwicklungsländer. Diese müssten eine zentrale Säule eines neuen internationalen Klima-Abkommens werden und könnten gleichzeitig den UN-Klimaverhandlungen eine positive Dynamik verleihen.

Sven Harmeling, Klimareferent bei Germanwatch und Hauptautor der Studie: “Der Klimawandel gefährdet schon heute die Ernähungs- und Wassersicherheit in Entwicklungsländern. Eine umfassende Anpassungsstrategie kann diesen Ländern wirkungsvoll dabei helfen, dass Investitionen in die Armutsbekämpfung und die Landwirtschaft nicht vom Klimawandel zunichte gemacht werden.”

In den UN-Klimaverhandlungen ist der Anpassungsbereich einer der Bereiche, die bereits in weiten Teilen eine große Übereinstimmung zwischen Entwicklungs- und Industrieländern aufweisen. Allerdings haben sich die Industrieländer noch nicht darauf geeinigt, durch welchen innovativen Finanzmechanismus die Finanzierung sichergestellt werden soll. “Wir erwarten von Deutschland und der EU klare Aussagen, etwa zu einer entsprechenden Abgabe auf den internationalen Flug- und Schiffverkehr”, erklärt Harmeling.

Dennoch zeigen die Szenarien, dass der derzeitige Verhandlungstext eine gute Basis bietet, um international eine wirkungsvolle Anpassungsstrategie zu beschließen. “Dieser Fortschritt könnte in den nächsten Monaten auch Verhandlungsfortschritte für andere Arbeitspakete befördern”, so Harmeling weiter.

“Es ist besonders wichtig, dass wir in den vom Klimawandel bedrohten Entwicklungsländern Anpassungsmaßnahmen realisieren. Mit Hilfe der in Kopenhagen versprochenen Gelder der Industrieländer können wir bei Projekten zur Anpassung an den Klimawandel vorankommen, und das ist für die ärmsten Entwicklungsländer von ganz zentraler Bedeutung”, kommentiert Sandeep Chamling Rai, Koordinator für Anpassungspolitik beim WWF International. Insbesondere für die kleinen Inselstaaten und die Entwicklungsländer, die sich immer größeren Risiken durch Wetterextreme ausgesetzt sehen, ist sowohl die Einrichtung eines internationalen Versicherungsmechanismus sowie eines Systems, um vom Klimawandel verursachte Schäden zu beheben, von zentraler Bedeutung. “Dies muss bis Cancun beschlossen und zügig umgesetzt werden”, so Sandeep Chamling Rai.

Studie “International action on adaptation and climate change” (engl.)

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